Ausland.
Bern, 2. November. Durch Beschluß der Anklage- Kammer des Bundesgerichts sind wegen anarchistischer Vergehen Nicolet als Urheber des Anarchistenmanifestes, Darbeley und Hängi als seine Genossen vor das eidgenössische Geschworenengericht verwiesen.
Petersburg, 2. November. Das polnische „Kraj" bestätigt auch seinerseits, daß zwischen Rußland und dem Vatican betreffs der Wiederbesetzung der katholischen Bischofssitze in Rußland eine Einigung erzielt sei, und giebt die Namen der neu ernannten Bijchöfe bekannt.
Kairo, 2. November. Der Prinz von Wales nahm mit seinem Sohne, dem Prinzen Georg, gestern Abend beim Khedive im Abdinpalaste das Diner ein. An der. Tafel nahmen 90 Personen theil, darunter sämmtliche Minister, der englische Generalconsul Sir Evelyn Baring, General Dormer und das prinzliche Gefolge.
Washington, 2. November. Präsident Harrison verkündet formell den Eintritt von Nord- und Süd-Dakota in die vereinigten Staaten.
St. Louis, 2. November. In der Stadt und Umgebung wurden heute leichte Erderschütterungen wahrgenommen.
Locales und j)rov»nziellcs.
Gießen, 4. November.
* Wir haben bisher mit Abgabe eines Urtheils über die seit 1. November in Betrieb befindliche Fernsprecheinrichtung zurückgehalten, um uns vorerst persönlich einige Tage mit der Sache vertraut zu machen und so ein richtiges Urtheil abgeben zu können. Wir können nunmehr mit Genugthuung melden, daß Apparate — Mikrophon — wie Leitung von Anfang an gut im Stande gewesen sind und daß da, wo es | nicht „klappte", gewöhnlich die Betreffenden selbst schuld waren, indem sie nicht genau die ertheilten Weisungen befolgten. Es sei daher namentlich daraus aufmerksam gemacht, daß man zwar deutlich, aber nicht zu laut, in nur wenig gehobenem Gesprächston und nicht zu nahe am Mikrophon sprechen muß, um verstanden zu werden. Die Benutzung des Fernsprechers muß eben auch wie jede andere Neueinrichtung erlernt und begriffen werden, das Vertrautsein findet sich mit der Zeit von selbst.
* In Vervollständigung des Fernsprechbetriebes werden eben an denjenigen Fernsprechstellen, deren Inhaber während der Nachtzeit eine directe Verbindung mit der Polizei beabsichtigen, die hierzu nöthigen Ausschalt-Vorrichtungen angebracht. Will man also während der Nacht per Fernsprecher mit dem Polizeiamt verbunden bleiben, um Unfälle, Brandausbruch, Diebstahl oder sonstige Wahrnehmungen mitzutheilen, so genügt es, vor Geschäftsschluß, resp. vor 9 Uhr, den an den Apparaten angebrachten Ausschalter nach der mit N bezeichneten Seite zu drehen. Aus diese Weise ist das Fernsprechamt benachrichtigt, daß man directe Verbindung mit der Polizei während der folgenden Nacht wünscht. Bei Anruf des Polizeiamts braucht dann nur der Ausschalter wieder aus die mit T bezeichnete Seite gerückt zu werden und die Unterhaltung kann wie sonst erfolgen.
j- Zur Fortsetzung der Arbeiten an der Bahnüberbrückung am alten Güterschuppen sind jetzt die nöthigen Eisenmaterialien von Dortmund hier eingetroffen und wird nunmehr mit Aufstellung der Gerüste begonnen.
* Im Saale des „Cafe Leib" hielt am Samstag Abend aus Anregung des Kaufmännischen Vereins Herr Reallehrer Kahl aus Wimpfen den angekündigten Vortrag über Kaiser Friedrich III., ein Lebens- und Charakterbild. Die Person des Vortragenden, der 11 Jahre an hiesiger Realschule wirkte und hier wohlbekannt ist, wie das Thema seines Vortrages vereinigten Dasjenige in sich, was den Abend zu einem von Damen und Herren zahlreich besuchten machte. So zahlreich auch die über den vom deutschen Volke als Kronprinz wie als Kaiser so hoch verehrten und geliebten, nach seinem allzu srühen Hingange aber noch mehr betrauerten Kaiser Friedrich erschienenen Schriften sind, so erschöpfend sie alle Details zeichnen, die unfern Fritz unvergeßlich, ja unsterblich machten, den Eindruck vermag das gedruckte Wort nicht zu hinterlassen, welchen das gesprochene Wort bei Allen hinterlassen, die den Vortrag des Herrn Kahl anhörten. In 1 ^stündiger fließender Rede schilderte der Vortragende den ganzen Lebenslauf des edlen Kaisers Friedrich, sein Jugendleben, seine Erziehung, seine schon als Prinz zur Geltung kommende rastlose Thätigkeit, seine Leutseligkeit, seinen erstaun
solchen, besonders merkwürdigen Regiments-Versügungen immer auszurusen: „Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode." Das non plus ultra der Leistungen meines, wie ich hoffte, dereinstigen Schwiegervaters waren aber seine Flick-Tagebücher. Er schwärmte dafür, daß jeder Soldat lernen müsse, alle Flickereien an seiner Bekleidung selbst zu besorgen und hatte die auch anderweitig eingeführten Flick-Unterrichts-Stunden, in denen die Leute das Erforderliche durch die betreffenden Handwerker eingebläut bekamen, in seinem Regimente zu einem bedenklichen Umfange anschwellen lassen, indem in jeder Compagnie täglich zwei Flickstunden ertheilt werden mufften. Damit war aber seinem Feldherrn-Gewissen noch keine Genüge geschehen; ebenso wie für das Flicken, schwärmte er für eine möglichst umfangreiche Papierthätigkeit und so hatte er angeordnet, daß ein Flick-Tagebuch durch den ersten Officier einer jeden Compagnie zu führen und daß ihm diese Tagebücher allmonatlich abgeschlossen einzureichen seien.
(Schluß folgt.)
— (Der Besuch des Zahnarztes.) Herr: „Ist die gnädige Frau zu sprechen?" — Zofe: „Nein, sie hat Zahnschmerzen." — Herr: „Wie ist das möglich? Ich habe ja ihr Gebiß in der Tasche."
lichen Fleiß und noch erstaunlicheren Fortschritte sowohl auf seinem Studienwege wie auf seiner dem deutschen Vaterlande so bedeutungsvoll gewordenen militärischen Laufbahn. Da gerade über die Befähigung des damaligen Kronprinzen als Feldherrn die Meinungen getheilt seien, so müsse auf drei Punkte in seiner Kriegerlaufbahn hingewiesen werden, die jeden Zweifel über sein Feldherrntalent ausschlössen: Das neue Exercierreglement sei sein Werk, er war es, welcher durch sein Eingreifen den Sieg von Königgrätz an die preußischen Fahnen fesselte, er war es auch, auf dessen Drängen hin die Rechtsschwenkung der 3. und 4. deutschen Armee von Nancy nach dem Norden Frankreichs unternommen wurde und die den Sieg von Sedan herbeisührte. Aber auch das Familienleben des Kronprinzen, zu welchem nach seinem erstmaligen Besuche am englischen Hofe unh die später erfolgende Vermählung mit der Prinzessin Victoria von England der Grund gelegt wurde, verstand Herr Kahl in so eingehender Weise zu schildern, daß es leicht erklärlich ist, daß das deutsche Volk nicht nur den Verlust eines Kaisers und Feldherrn, sondern auch den Verlust eines Vorbildes eines Familienvaters zu beklagen hat. Nicht stolz auf seinen Ruhm, nicht übermüthig im Glücke, aber auch nicht wankend in seinem Gottvertrauen im Unglücke, von dem auch er nicht verschont, ja sogar schwer heimgesucht wurde, wurde Kaiser Friedrich schon als Kronprinz der Liebling des ganzen Volkes. In politischen Fragen, obwohl ohne jede Furcht, stets für gütlichen Ausgleich gestimmt, in innerpolitischen Fragen jeder Partei ihre Gleichberechtigung zuerkennend, das Princip religiöser Duldsamkeit gleich in seiner ersten Proclamation an sein Volk verkündend, seinen Wunsch, Deutschland zum Hort des Friedens zu machen, damit Kunst und Wissenschaft und Wohlstand emporblühe, in einer zu Herzen gehenden Weise Ausdruck verleihend, das Alles sei es gewesen, was das deutsche Volk zu großen Hoffnungen berechtigte, wenn nicht der Verlauf einer tückischen Krankheit dem Leben des edelsten Monarchen so früh ein Ziel gesetzt hätte. Mit tiefem Schmerze trauere heute noch Deutschland um seinen Fritz - aber die Edlen sterben nicht, Kaiser Friedrich bleibt der I unsere. — Langanhaltender Beisall lohnte den Redner für seinen ebenso lehrreichen wie unterhaltenden Vortrag. Herr E d m. W e 11 e.r dankte Namens des Kaufmännischen Vereins dem Redner, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß dieser Vortrag dazu beitragen möge, unserem allzu früh verstorbenen Kaiser Friedrich ein allzeit dankbares Andenken zu bewahren.
— Ueber die gestrige Generalversammlung des deutschen freisinnigen Vereins ging uns in später Stunde ein Referat zu, welches wir jedoch heute nicht mehr zum Abdruck bringen konnten. Dasselbe folgt in nächster Nummer.
m. Theater. „Stadt und Land" oder „Der Viehhändler aus Oberösterreich". Volksstück mit Gesang in vier Acten von Kaiser. Die Besucher der Vorstellung von gestern | Abend werden ihre rechte Freude gehabt und ihre volle Befriedigung gefunden haben. „Stadt und Land" ist ein Volksstück in des Wortes edelster Bedeutung. Eine sittliche Anschauung, nämlich die, daß die einfache ungekünstelte Herzlichkeit und Biederkeit stets den Sieg erringt über affectirtes, unwahres Wesen, hinter dem sich regelmäßig Herzenskälte und -Tücke birgt, liegt dem Schauspiel zu Grunde und bildet seinen eigentlichen Kern. Die Richtigkeit dieses moralischen Axioms wird nun nicht mit langweiligen akademischen Erörterungen erwiesen, sondern in kräftigen, dem Leben treu nachgeschilderten, von einem Zuge gemüthvoller Innerlichkeit getragenen und erwärmten Scenen und Characteren gezeigt. Das Ehepaar Hochfeld aus Oberösterreich aus der einen und von Hupfer aus der anderen Seite sind wirkliche Cabinets- stücke scharf und treffend gezeichneter Typen. Das solch gesunde und kräftige Kost, wie „Stadt und Land", stets ihre Liebhaber findet, thaten der fast ausverkaufte Saal und die gehobene Stimmung des erschienenen Publikums auch gestern Abend wiederum.zur Genüge dar. Herr Max Jaskowski als Sebastian Hochfeld und Fräulein Helene Pauli als seine Frau Apollonia haben den Anspruch darauf, zuerst genannt zu werden, vollauf erworben. Der erstere erfreute uns mit eincr trefflichen, herzerfrischenden Verkörperung des biederen treuherzigen Viehhändlers, der in dem Augenblicke, wo er von der Noth seines Bruders erfährt, keinen Augenblick ansteht, ihm alle namenlosen Beleidigungen zu verzeihen und mit offener Hand und offenem Herzen zu helfen. Ebenso natürlich und herzlich war das Spiel von Fräulein Pauli. Die Dame besitzt die Kunst, mit ihrer einfachen, bescheidenen und dabei so lieben und eindringlichen Art zu spielen, sich sofort alle Sympathien zu gewinnen und zu sichern. Ihr Gesang verdiente den stürmischen Beifall, den er fand, vollständig. Herrn v. Gallas lernten wir gestern von einer ganz neuen, aber ebenso vortheilhaften Seite kennen. Seine famose Carricatur eines faden Salongecken mit seinem Süßholzraspeln ließ erkennen, daß Herr v. Gallas nicht allein ein guter Liebhaber, sondern auch ein sehr befähigter Komiker ist. Die kleine Rolle der Eulalie „von" Hochfeld fand durch Frau Jaskowski eine tüchtige Darstellung. Fräulein Maas als Clotilde schien uns gestern weniger glücklich wie sonst. Namentlich muß sich die Dame langsameren Sprechens befleißigen. Fräulein Neuschilling nennen wir dagegen mit voller Anerkennung. Ihr aufgegebener Robert kam durch Herrn Ullrich recht gut zur Geltung. Während Herr Director Reiners, der die Gabe hat, auch der unscheinbarsten und geringfügigsten Partie ein eigenes und anziehendes i Gepräge zu geben, auch gestern wieder seine kleine Rolle ausgezeichnet durchsührte, müssen wir leider Herrn Otto Frank sagen, daß sein Spiel mehrfach den Eindruck machte, als habe der Herr auf seine Partie nur ein mangelhaftes Studium verwandt. Gerade ein junger Schauspieler darf sich nicht auf feine Routine verlassen wollen, sondern muß sich dessen voll bewußt werden, daß er nur dann daraus rechnen kann, Eindruck zu machen, wenn er seine Rolle ganz beherrscht. Es ist übrigens nicht zum ersten Male, daß wir eine Wahr- I nehmung der Art zu machen glaubten.
— Auch die Wählerschaft der Neustadt und angrenzenden Straßen ist in die Wahlagitation für die Stadtverordneten- wähl eingetreten, indem sie in der vor einigen Tagen abge- gehaltenen Versammlung 3 Candidaten für diesen Stadttheil aufstellte. Weiter wurde eine Commission erwählt und mit der Ausgabe betraut, für diese 3 Candidaten zu arbeiten und über das erzielte Resultat in einer heute, Moutag, Abend tattfindcnden Versammlung (Restauration Spieß) Bericht zu erstatten.
— Am 1. ds. Mts., Abends gegen 10 Uhr, wurde der Dachdecker Waldschmidt aus Wetzlar von einem Bahnwärter auf der Bahnstrecke in der Nähe von Lollar verletzt aufgefunden. Die Verletzungen bestehen in einem Armbruch und sonstigen leichteren Contusionen. Der Verletzte besorgt auf der Strecke Gießen-Lollar die Dachreparaturen und soll auf dem Rückweg nach Gießen begriffen gewesen sein, wobei er jedenfalls von einer Maschine ersaßt und zur Seite geschleudert worden war.
— Der seinem Principal am 31. v. Mts. mit 3200 M. durchgegangene Commis Emil Koch von hier ist am 2. ds. Mts. in Antwerpen verhaftet worden.
Berichtigung. Nicht 354, wie in Nr. 256 angegeben, sondern 454 Mitglieder hat nunmehr der neulich gegründete Sterbekasseverein.
Lich, 3. October. Der hiesige Volksschullehrer Carl Döring ist auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Novbr. an, seines Dienstes entlassen worden. Dem Vernehmen nach e will derselbe eine Hochschule in Wien besuchen und sich dort für das höhere Lehrfach vorbereiten.
Vermischtes.
Darmstadt, 1. November. Postpersonalnachrichten. Der Postassistent Bundschuh in Ober-Ramstadt ist als Postverwalter angestellt worden. — Versetzt ist der Post- verwalter Kleiß von Neustadt (Odenwald) nach Lorsch (Hessen). — Der Postverwalter Schaaf in Ortenberg (Hessen) tritt auf seinen Antrag in den Ruhestand.
][ Darmstadt, 3. November. Prinz Albert Victor von Schleswig-Holstein, bekanntlich ein Neffe Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs und Secondlieutenant im 1. Großh. Drag.-Rgt. (Garde-Drag.-Rgt.) Nr. 23, ist heute nach Romrod abgereist, um an den dortigen Hofjagden theilzunehmcn. Mit ihm reisten der Hofstallmeister Baron Riedesel zu Eisenbach und der Großh. Flügeladjutant Major Freiherr von Se- narclens-Grancy, welche vom Montag an zum Gefolge des Großherzogs gehören- für sie werden der Oberhofstallmeister Freiherr von Nordeck zur Rabenau und der Hofjagdamtsassistent Freiherr van der Hoop hierher zurückkehren. Von sonstigen Jagdgästen werden noch die Fürsten zu Ysenburg- Büdingen und Dsenburg-Birstein in Romrod erwartet.
— Die Ausführungen des Herrig'schen Luthe r fe st- spiels im hiesigen Saalbau, dargestellt durch Bürger unserer Stadt, erzielen fortgesetzt ausverkauftes Haus und lassen einen beträchtlichen baaren Ueberschuß erhoffen.
Frankfurt a. M., 3. November. Die Leiche des erstochenen Sauer wurde gestern Morgen auf dem Sachsenhäuser Friedhof beerdigt. In dem Augenblicke des Rencontres Sauers mit Döll passirte ein von der Bergerstrabe herabkommender Mann die Unglücksstätte und wurde demselben von der neben Sauer auf demselben Vorplatze wohnenden Frau vom Fenster aus zugerufen: „Helsen Sie doch, dort liegt Jemand im Sterben!" Der betreffende Mann hat jedoch keine Notiz von dem Vorkommniß genommen- sein Zeugniß kann aber unter Umständen für eine eventuell mildere Beurtheilung der That Dölls von höchster Wichtigkeit sein und er sollte sich schon aus diesem Grunde zur Aussage melden.
Frankfurt a. M., 4. November. Die Ziehung der Lotterie des Mitteldeutschen Kunstgewerbevereins findet morgen Dienstag, Nachmittags 6 Uhr, im Gebäude des Kunstgewerbevereins, Neue Mainzerstrabe 49, statt. Die Loose waren sehr gesucht und fanden diesmal einen besonders leb- haften Absatz.
Der Vorstand des Bezirksoereins Seltersberg macht bei seinem Vorschlag zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl ganz besonders geltend, daß es unerläßlich sei, wenn sein Bezirk an geeigneter Stelle die gebührende Vertretung finden sollte, dies hauptsächlich nur von Männern geschehen könne, die im Bezirke wohnhaft seien. Das Gleiche gilt auch von Nord-Ost- und anderen Vereinigungen. Wenn Gießen das Glück hätte, Berlin zu sein, so könnte man vielleicht mit diesem Vorschläge einverstanden sein, allein da selbst von den äußersten Enden unserer Stadt in 15-20 Minuten ohne Pferdebahn in benannten Bezirk zu gelangen ist und derselbe in einer halben Stunde, weil er ja allen anderen Bewohnern schon ganz genau bekannt ist, kreuz und quer durchgangen und besichtigt werden kann, so spricht sich hoffentlich die öffentliche Meinung dahin aus, daß dieser Bezirk auch von Männern aus anderen Stadttheilen recht gut vertreten werden kann, und die übrigen Wähler haben daher durchaus keinen Grund, diesen Bezirk überwiegend mit Stadtverordneten zu versorgen. Im Jahre 1874 wurde in den fünf Städten, die Städteordnung hatten, nach Bezirken gewählt. Man hat aber die Unzweckmäßigkeit dieser Wahlen baldigst etngesehen, denn schon nach drei Jahren wurde dieselbe in Offenbach, Worms und Gießen und nach drei weiteren Jahren auch in den Städten Darmstadt und Mainz, die doch dreimal so groß sind als Gießen, abgeschafft. Ebenso unzweckmäßig ist es aber auch, wenn politische Ansichten für das Rathhaus maßgebend sein sollen, denn Inamhafte Männer aller Parteien haben fick ganz entschieden dagegen ausgesprochen.
ITahllrnnflmAaiiAnii ist nicht dringend genug anzu- neHlKOpiieittenUen rathen, beim 9Bromentren oder auf ihren Berufswegen sich vor den Folgen des Luftwechsels dadurch tu schüken, daß sie fid) ber Fays ächten Sodener Mineral- Pastillen bedienen. Catarrhalische Erkrankungen werden dadurch leicht verhütet. Man kann diese Pastillen im Vorbeigehen in jeder Avotbeke ä 85 Pia, die Schachtel einkaufen.8000
Temperatur tn Gießen.
October 1889.
Niederste.......- 3,5 ob.
Mittlere.......+ 6,10 „
Mittel früherer Jahre.....+ 7,11 „
Höchste . . . . . . . + 14,2 „
Niederschlag an 14 Tagen.....1,29Par.Zoll..
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,97 „ „


