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gründet 1791, mit, wodurch nach den Statuten der Gesellschaft der Staat 1,200,000 Fr. Rente und eine Million baar erbt.

London, 3. Januar. Das auswärts verbreitete Gerücht von einer partiellen Mobilisirung der englischen Flotte ist darauf zurückzuführen, datz der erste Lord der Admiralität eine Jnspecttonsretse nach Portsmouth unternommen hat, um sich über den Zustand und die Verhältnisse des Marinewesens zu tnformtren, falls überhaupt einmal eine Mobilisation angeordnet würde. Irgend eine Mobilisirung der Flotte ist nicht angeordnet worden.

London, 3. Januar. Nach der Verstärkung des deutschen Geschwaders durch die Ankunft des KreuzersSchwalbe" trat die CorvetteSophie" eine kurze Kreuzungs­tour an, damit die Mannschaft sich von dem Blokadedtenft erhole.

Rom, 3. Januar. Ein heute unterzeichnetes Dekret des Königs ernennt Son- nino in Sidney zum Unterstaatssecretär im Finanzministerium.

Petersburg, 3. Januar. DasJournal de St. Petersbourg" weist auf Antworten des Königs Humbert's und Trsza's auf die Neujahrswünsche hin und sagt: Alle Völker wünschen aufrichtig, datz das Jahr 1889 diesen glücklichen Voraus­sagen entspreche.

DemRutzkt Invalid" zufolge bestätigte der Kaiser die Etats für die Intendantur der Lasttrain-Gebtrgsbatterien zu Fuß und Pferde, sowie der fliegenden mobilen Artillerieparks.

Vermischtes.

Darmstadt, 3. Januar. fMilttärdienftnachrichten.) Molly, Second- lieutenont a. D., zuletzt von der Infanterie des 1. Bats. (Gießen) 2. Grotzh. Hess. Landw.-Rgts. Nr. 116, als Secondlieutenant bet der Landwehr-Inf. 2. Aufgebots des Landwehrbeztrks Gießen wieder angestellt.

Darmstadt, 3. Januar. Ernannt wurden die Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Roth und Johannes Sänger zu Schaffnern bei diesen Bahnen mit Wirkung vom 1. Januar 1889 an.

Büdingen, 2. Januar. ^Ausstellung von Gewerbserzeugnissen der Provinz Oberhessen.j Für diese im Jahre 1889 stattfindende Ausstellung ist folgendes Programm festgesetzt: 1) Der Lokalgewerbeverein zu Büdingen wird, an­geregt durch den glänzenden Verlauf der Ausstellung im Jahre^l875, auch gelegentlich der im August 1889 in Büdingen stattfindenden Generalversammlung des Landes- gewerbeveretns eine Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und des Kleingewerbes, vorzugsweise der Provinz Oberhessen, veranstalten. Als Ausstellungslokal sind die Räume des Großherzoglichen Gymnasiums bewilligt. Die Dauer der Ausstellung ist auf ungefähr 18 Tage vorgesehen. Der Zeitpunkt der Eröffnung wird noch näher bekannt gemacht werden. 2) Aufnahmefähig sind Erzeugnisse der Groß- und Klein- Jnduftrie jeder Art. 3) Der Lokalgewerbeverein zu Büdingen übernimmt den Trans­port der anszuftellenden Gegenstände von dem Bahnhofe zu Büdingen in das Aus­stellungslokal und zurück, sowie die Versicherung derselben gegen Feuersgefahr während der Ausstellung. Er wird die nöthigen Maßregeln treffen, um die ausgestellten Gegen­stände vor Beschädigung und Diebstahl zu schützen, ohne jedoch in dieser Hinsicht Garantie zu leisten. Platzmiethe wird nicht erhoben. 4) Die Anordnung der Aus­stellung blerbt dem Ausstellungscomtlö Vorbehalten. Es soll indessen auf tue Wünsche der Aussteller jede zulässige Rücksicht genommen werden. 5) Hervorragende Leistungen werden nach dem Urtheil der Centralstelle des Landesgewerbevereins prämiirt. 6) Der Verkauf der ausgestellten Gegenstände ist gestattet, jedoch dürfen '.dieselben vor Beendi­gung der Ausstellung nicht aus dem Ausstellungslokale verbracht werden. Das Aus- stellungscomits ist erbötig, den Verkauf zu den angegeben werdenden Preisen zu ver­mitteln. Für alle verkauften Gegenstände sind 5pCt. von dem Verkaufspreis als Beitrag zur Deckung der Ausstellungskosten an das Ausstellungscomitö zu entrichten. 7) Mit der Ausstellung wird eine Verloosung von Gegenständen verbunden, welche aus der Ausstellung angekauft werden. Die Wahl derselben bleibt dem Ausftellungs- comiiö über lassen. 8) Sämmtliche Aussteller und ihre in der Ausstellung beschäftigten. Stellvertreter erhalten kostenfrei perfönlich gültige Eintrittskarten für die ganze Dauer der Ausstellung; sie sind indessen gehalten, den Anordnungen des Ausstellnngscomil^s Folge zu leisten. 9) Die Anmeldungen zur Ausstellung, welche den Namen und Wohnort des Ausstellers, die Gattung und Anzahl der auszustellenden Gegenstände^ sowie den Böden-, Tief- oder Wandraum, den dieselben beansvruchen, enthalten müssen, werden thunlichst bald, spätestens aber bis zum 1. April 1889 erbeten. Die auszu­stellenden Gegenstände sind bis zum 1. August 1889 zur Absendung fertig zu stellen und werden eingefordert werden. 10) Werden die ausgestellten Gegenstände nicht spätestens drei Tage nach Schluß der Ausstellung entfernt, so erfolgt deren Verpackung unter Berechnung der entstehenden Selbstkosten durch das Ausstellungscomitö.

Mainz, 3. Januar. Seit verflossener Nacht bringt der Main sehr stark Treibeis. Schon gestern hat man eiligst die Nadeln an den Wehren des Maincanals gezogen und ist die Schifffahrt wiederum vollständig geschlossen. Um Unglücksfällen vorzudeugen, bat das hiesige Polizeiamt unter H nweis auf das Poltzeiftrafgesetzbuch eine strenge Warnung gegen das Betreten der jungen Eisdecken in den Zoll- und Sicherheitshäfen und längs den Ufern erlassen.

Mainz, 3. Januar. Das vor einiger Zett hier aufgetauckte sehr löbliche Projekt, auf dem Wege der Genossenschaft in Mainz billige Wohngebäude zu errichten, scheint wieder zu Wasser werden zu sollen. Zwar sind einer zur Ausführung des Projektes gegründetenGemeinnützigen Bangefellschaft'' zahlreiche Personen beigetreten, die gegen einen geringen Monatsbeitrag das Anrecht 3m den zu erbauenden billigen Wohnungen erwerben wollten, aber es will sich bis jetzt Niemand finden lassen, der den wichtigsten Faktor, nämlich die nöthigen Baukapttalien, zu beschaffen geneigt wäre. Die Hoffnung, daß sich einer oder der andere hiesige Großkapitaltst für das gemein­nützige Unternehmen interessiren würde, ist gescheitert, indem in einer auf gestern Abend einberufenen Versammlung der Interessenten nur Personen erschienen waren, die in der Lage und geneigt, gute Rathfchläge, aber keine Kapitalien zu geben. Jeder der in der gestrigen Versammlung Erichienenen bekannte, daß hier, um bessere und billigere Arbeiterwohnungen zu schaffen, etwas geschehen müsse, aber die verschiedenen Redner wußten zur Ausführung des Unternehmens nur die Gründung einer Actien- gesellschaft zu empfehlen. Da sich die Personen, von denen das ganze Projekt aus­gegangen, von einer Actiengesellschaft auch nichts versprechen, so wollen sie jetzt ver­suchen, ein Kapital durch kleinere Antheile zu beschaffen.

In der hiesigen, wie auch in der Presse der Umgegend wird Klage darüber geführt, datz bei dem verflossenen Jahreswechsel wieder vielfach Karten mit verletzendem und beleidigendem Inhalte anonym zur Versendung gekommen sind. Die Blätter befürworten, gegen dielen Unfug, wenn irgend eins oder das andere dieser Subjekte, welches das niedere und feige Gewerbe der anonymen Schmähungen betreibe, ermittelt würde, solches unerbittlich vor das Forum der Oeffentlichkeit zu ziehen.

Frankfurt, 3. Januar. Mit dem neuen Jahre hat der Winter feinen Einzug gehalten. Diesmal scheint er sich länger behaupten zu wollen, denn er nimmt gleich einen ordentlichen Anlauf und machte das Thermometer in verflossener Nacht bis auf8o sinken. Selbst während der Mittagsstunden konnte sich das Quecksilber nicht bis auf 0 erheben.

Gegen ein schlaues Bäuerlein aus dem Hessischen, das in einen mit Heu beladenen Wagen eine mehrere Centner wiegende eiserne Kette versteckt hatte und diese als Heu mit verrechnen ließ, ist Untersuchung etngeleitet worden. Beim Ver­wiegen des leeren Wagens hatte der Schlauberger die Kette wohlweislich entfernt.

Die Diphtheritts scheint hier stellenweise einen epidemischen Character annehmen zu wollen. In der Albusgasse Hierselbst sind binnen wenigen Tagen in 3 Häusern 14 Kinder im Alter von einigen Wochen bis 7 Jahren von dieser tückischen Krankheit ergriffen worden. Etwa die Hälfte derselben ist gestorben, mehrere liegen noch sehr schwer darnieder.

Datz der Silberdieb Miller nach Wehlheiden bei Cassel gebracht worden ist, rourte schon mitgetheilt, dagegen noch nicht, daß seine Concubine, Frau Bergmann, ihre fünfjährige Zuchthausstrafe in Köln absitzen wird.

Berlin, 30. December. fSpät entschuldigt.) Am Weihnachtsabend des Jahres 1867, so meldet ein Berichterstatter, stach der damalige Studiosus C. Reuter einen Studienkameraden im Zorn mit einem Dolch in's Gesicht, so daß der Verletzte das rechte Auge einbüßte. Kurz nach der That entfloh Reuter nach Amerika und man horte seitdem nichts mehr von ihm. Der einäugige Dr. phil. M. hat sich inzwischen verheirathet und feierte am Montag Abend im Kreise seiner Familie das Weihnachtsfest.

Unter den Geschenken, welche den Weihnachtstisch zierten, fiel ein kleines Packet, das die AufschriftErst während der Bescheerung zu offnen" trug, ganz besonders in die j Augen. Es war am Morgen mit der Post aus England angenommen und für Herrn Dr. M. bestimmt. Mit großer Spannung entfernte man die Hülle des Geschenkes i und war nicht wenig überrascht, als man dem unscheinbaren Packetchen 25 000 JL in deutschen Reichskassenscheinen entnahm. Ein beigefügter Brief, abgesandt von der Gattin des im Jahre 1867 nach Amerika entflohenen Reuter, meldete den Anfangs 188& erfolgten Tod des letzteren und dessen testamentarische Bestimmung, dem feiner Zeit auf so abscheuliche Weise zum Theil um's Augenlicht gebrachten Studiengenossen am nächsten Weihnachtstage (also Weihnachten 1888) 25 000 aus feiner Hinterlasst n- fchaft als Sühnegeld auszuzahlen.

Nürnberg, 1. Januar, fSchreckliches Unglück.) Für mehrere hiesige Familien hat das neue Jahr einen höchst traurigen Anfang genommen, indem ein unerwarteter Tod ihnen theure Angehörige entriß. Fünf junge Leute sind beim Schlitt­schuhlaufen auf dem Ludwig-Donau-Main Canal durch das Eis gebrochen und sämmt- lich ertrunken! Die Katastrophe wurde dadurch herbeigeführt, daß vier der Schlittfchuh- läufer sich um den fünften fchaarten, da tiefer einen gefüllten Maßkrug bei sich hatte, von dessen Inhalt sie profitiren wollten. Während sie so beisammen standen, lachten, scherzten und tim glücklichen Besitzer des Labetrunkes denselben zu entreißen suchten, brach das Eis. welches für die Belastung noch zu dünn war, urplötzlich ein und die Unglücklichen stürzten in das eisige Wasser. Allerdings liefen sofort Leute zur Rettung herbei, es gelang diesen auch, alle fünf wieder herauszuziehen, doch leider war der Erfolg nicht der gewünschte, denn alle Wiederbelebungsversuche waren umsonst man hatte fünf Leichen geborgen. Die Augenzeugen des gräßlichen Unglückes waren aufs Tiefste erschüttert, allen war natürlich die Lust am Vergnügen geschwunden, als sie sahen, welch' reiche Ernte der Tod gehalten. Statt fröhlich und guter Dinge, wie sie ausgezogen waren, in die Stadt zurückzukehren, gaben sie den fünf Leichen das schweigende Geleite, Den Jammer aber der so fürchterlich ihrer Sieben beraubten Familien kann man sich vorstellen! Mit beigetragen zu dem Unglücke soll der Umstand haben, daß das Eis auf dem Ludwig-Donau-Main-Canal, in einzelnen Parzellen verpachtet, stets zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Stellen ausgebau.n wird und natürlicherweise in Folge dessen in der Stärke sehr wechselt, was ffdoch.. wenn Reif darauf liegt, kaum wahrzunehmen ist. Hoffentlich wird das tieft) aurige Ereigniß von gestern eine Warnung für Alle fein, sich künftig dec größten Vorsicht zu befleißigen!

DieKöln. Zig." schreibt: Im verflossenen Jahre hat ein erheblicher Wechsel in den höheren Stellen des preußischen Heeres stattgefunden, indem durch Verabschiedung und Tod im Ganzen 65 Generale und 156 Stabs-Offiziere aller Waffen abgegangen sind. In der Generalität sind abgegangen 10 Generale, 25 General-Lieutenants und 30 General-Majors; ferner bei der Infanterie 29 Obersten, 9 Oberst-Lieutenants, 60 Majors, zusammen 96; bei der Cavallerie 9 Obersten, 4 Oberft-Lteutenants, 6 Majors, zusammen 19; bei der Feld-Artillerie 3 Obersten, 1 Oberst-Lieutenant, 10 Majors, zusammen 14; bei der Fuß-Artillerie 4 Obersten, 8 Oberst-Lieutenants, 5 Majors, zusammen 17; beim Ingenieur- und Pionier-Corps 2 Obersten, 3 Oberst- Lieutenants, 4 Majots, zusammen 9, sowie beim Train 1 Oberst. In dieser Zu­sammenstellung haben alle diejenigen Offiziere Aufnahme gefunden, welche sich in Den Anciennetätslisten der Generalität und der Stabs-Offiziere der Armee für 1888 aus­gezeichnet finden.

Eine curiose Entscheidung hat jüngst ein Verein in Lüneburg getroffen. Zu einer Ballfestlichkeit wurde ein Einjährig-Freiwilliger der Marine nicht zugelassen, weil die am Halse tief ausgeschnittene Marine-Uniform bei den Damen Anstoß erregen könnte! Die zugeknöpften Sittlichkeitswächter werden noch lange die Ziele der öffentlichen Kritik bilden.

Eine recht niedliche Geschichte erzählen Berliner Blätter von den kaiserlichen Kindern. Vor einigen Tagen hatte Hofvrediger Frommel beim Kaiser Audienz. Der Monarch befahl seinen Söhnen, die unter Führung des jungen Kronprinzen im Zimmer gespielt hatten, im Vorzimmer zu warten, bis die Audienz beendigt fein würde. Vom Kammerdiener war den kleinen Prinzen kurz vorher der Mechanismus der fogen. Claque-Hüte erklärt worden, und als sie nun im Vorzimmer den dort abgelegten Seidenhut des würdigen Oberhofpredigers erblickten, glaubten sie ein geeignetes Object gefunden zu haben, um die gewonnene Kenntnitz an den Mann ober vielmehr an den Hut zu bringen. Die beiden ältesten Prinzen gaben sich die möglichste Mühe, um den Hut, der aber kein Claque-Hut war, niederzudrücken, aber es gelang nicht. Dem kleinen Kronprinzen, der bekanntlich bei allen Spielen das Commaudo übet seine Brüderchen hat, ging endlich Die Geduld aus, und sich an den Prinzen Eitel-Fritz wendend, commantirt er streng militärisch:Setz Dich drauf!" Eitel-Fritz gehorchte sofort dem brüderlichen Befehl und ein..hörbarer Knacks bewies, datz das Werk gelungen sei. Die prinzlichen Brüder brachen daraus in lauten Jubel und Hurrahgeschrei aus, welches den Kaiser veranlaßte, in's Vorzimmer sich zu begeben, um nachzusehen, was geschehen sei. Auf seine diesbezügliche Frage trat der Kronprinz mit stolzem Selbstgefühl,, militärisch grüßend, vor, und auf den niedergedrückten und aus allen Fugen gegangenen Hut weisend, brach er in die Worte aus:Erst wollte der nicht, nun ist's aber doch gegangen." Der Kaiser ließ sofort durch einen Diener einen anderen Hut für den Hofprediger holen, der inzwischen herbeigekommen war und den Unwillen des kaiser­lichen Vaters, der schon eine Strafpredigt halten wollte, beschwichtigte. Er bat sich vielmehr aus, zur Erinnerung an das drollige Geschehniß den zerdrückten Hut ebenfalls mitnehmen zu dürfen.

Als Beispiel, wie der Altenburger Bauer bis vor Kurzem sparte ober auch jetzt noch spart, wird gemeldet: Einen Münzfund seltener Art machte in der Umgegend von Altenburg jüngst ein junger Mann, als er zufällig einmal in die sonst verschlossene Lade der Hausmutter gerieth. Er entdeckte nämlich auf dem Boden der selbön einen reichen Schatz, bestehend aus allen Sorten früherer Scheidemünzen, aus 1-Groschen-, 2-Groschcn-, 2i/L-Groschen-, 5-Groschen- und 10 Groschenstücken. Tie Sammlung war so groß, daß sie vorerst gar nicht gezählt, sondern nur gewogen wurde, wobei sich ergab, daß sie 8 Pfund Kupfermünzen und ebenso viel Silbermünzen ausmacht. Seine große Freude über den eigentümlichen Fund wurde aber herab- gestimmt durch die Meinung, daß diese Münzsortem da sie nicht mehr im Gebrauche sind, auch deßhalb keinen Werth mehr hätten. Gleichen Sinnes mit ihm war seine Mutter, die das Geld im Laufe vieler Jahre gespart hatte, bis in den siebziger Jahren die neuen Reichsmünzen aufgekommen waren, welche die alten Münzen außer Cours setzten. Aus diesem Grunde batte sie ihren Angehörigen verschwiegen, daß sie eine so große Summewerthlosen" Geldes in ihrer Labe aufbewahre. Schließlich wurde das Geheimnitz einem befreundeten Fleischer mitgetheilt und dieser führte sie zu dem ersten besten Alterthumshändler, welcher den ganzen Schatz für 160 (!) kaufte und dem

Fleischer für den ihm erwiesenen Liebesdienst noch 5 JC. Trinkgeld verabreichte. So hat die fürsorgliche Hausmutter durch ihre Art zu sparen, wenn Zins auf Zins gerechnet wird, das Familienvermögen um fast 1000 geschädigt.

Iserlohn, 30. December. Eine hiesige Dame, welche den ersten Gesellschafts­kreisen angehört, stand am 24. d. M. lautM. Anz." vor dem Schöffengericht unter der Anklage, in einemKaffeekränzchen" verschiedeneinteressante Neuigkeiten" über einen jungen Herrn geplaudert zu haben. Da die Mittheilungen desKlübchen­mitgliedes" jedoch die Ehre desDurchgehechelten" allzusehr angriffen und sich die völlige Grundlosigkeit der Verleumdungen herausstellte, so dictirte der Gerichtshof dem jungen Dämchen eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen.

In Taylorville (Nordamerika) ist Mitte December ein Thierarzt Henderson zu achtundzwanzig Jahren Zuchthaus wegen Thierquälerei verurtheilt worden. Henderson hatte während einer Wahlversammlung im Freien vierundzwanzig bei? Theilnehmern des Meetings gehörige angekoppelte Pferde durch Bestreichen mit Schwefelsäure und Crotonöl mißhandelt. Der Verurtheilte war geständig und die Strafe wird in Amerika nicht für zu hart gehalten.

Der Asseffor X. erwacht nach einer durchtanzten Ballnacht und bemerkte an feinem Finger einen Verlobungsring. Er hält nun folgenden Monolog:Da habe ich mich nun im Rausche verlobt, aber mit wem? Laß einmal sehen. Vielleicht mit dem Backfisch, der hübschen Anna? Aber die antwortet ja auf alle Fragen nur mitNein", sie kann also ihr Jawort nicht gegeben haben. Emilie? Bewahre, mit der hatte ich mich ja schon einmal halb und halb verlobt ... die kennt mich jetzt zu gut. Also Lilli? Ich unterhielt mich mit ihr vom Wetter und sie gähnte immer f hinter ihrem Fächer. Bei einem Antrag gähnt man nicht. Helene? Die läßt Ein«A