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nie zu Worte kommen, da ist es ganz unmöglich. (Der Briefträger bringt ein Rosa- Brllctdoux. Der Assessor lieft es.) Himmel! Rosalinde ist es unterzeichnet ... die kenne icy ja gar nicht. Eine schöne Geschichte das!"

sUn reinlich kett der Schulkinder.^ Wie sehr durch Unreinlichkeit ansteckende Krankheiten und, was im Grunde noch schlimmer ist, Kränklichkeit gefördert werden, gelangt immer mehr zur Erkenntniß. So gebührt denn auch unserer Zeit das Zeugnitz, dutz in diesem Gebier sehr erhebliche Fortschritte gemacht wurden. Als Zucht- ruthen dienten dabei vornehmlich Cholera, Typhus u. a. verheerende Seuchen. Auf's Nachdrücklichste ist man bemüht, Anfteckungsstoffe der Luft, des Bodens, des Wassers zu vertilgen. Der Begründer der heutigen Wundarznetkunst erklärte ja als deren Seele peinlichste Reinhaltung. Hunderte von Fachmännern arbeiten unablässig, mit Hilfe von Mikroskopen die dem bloßen Auge unsichtbaren Feinde der Gesundheit aufzuspüren, um sie auf chemischem Wege überwinden zu können. So hofft man, vieler Krank­heiten, deren Ursachen bisher an anderen Stellen vermuthel wurden, allmählich Herr zu werden, der Heilkunst und der Gesundheilslehre neue Triumphe vorzuberetlen. Diesem Ziele werden wir uns, das steht außer Zweifel, um so rascher nähern, je mehr es gelingt, die Volksgewohnheiten der neugewonnenen Einsicht gemäß umzugestalten, eine Arbeit, die sich selbstoelftändlich zwar auch auf die Erwachsenen erstrecken, bei der Jugend jedoch beginnen mutz.

Ein Anfang ist denn auch hier schon gemacht. Gewissenhafte kundige Lehrer halten darauf, daß Gesicht, Hals und Hände der Schulkinder leidlich sauber erscheinen, auch die sichtbaren Theile des Anzugs. Daß indessen bei den meisten, zumal den aus ärmeren Familien, der übrige Körper und die Unterkleider im traurigsten Zustande sind, können sie nicht ändern. Hierunter leiden nun aber nicht bloß diese Kinder selbst, auch allen übrigen wird die Lufr verdorben. Manche bessere Familie scheut sich darum, ihre Kinder zur Volksschule zu schicken.

Zu helfen ist da durch reichliche Austheilung von Freikarten zu Volksbädern, wobei jedoch Sorge zu tragen bleibt, daß sie auch benutzt werden. Den so wohlfeilen und wirksamen Brausebädern wäre allgemeine Einführung zu wünschen. Für den Reinigungszweck würden sie lauwarm am besten dienen.

Richt allein Vereine für Volksbäder und für Gesundheitspflege, auch andere Verbindungen für gemeinnützige Zwecke könnten in dieser Richtung viel Gutes zu Wege dringen.

Kirchliche Anzeigen -er Stadt Gießen.

Eoallgklischk Gemeinde.

Gottesdienst.

Sonntag Epiphanias, den 6. Januar: Landes-Missionsfest.

Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Heidenmission.

Kinderkirche fällt aus.

Bibelstunde: Montag den 7. Januar Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, 1. Mos. Kap. 15, Abrahams Anfechtung und Bewährung im Glauben. Pfarrer Dr. Naumann.

Die Pfarrgeschäfte vom 6. bis 12. Januar besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

Fest der Erscheinung des Herrn.

Samstag: Nachmittags um 5 Uhr und Abends um Va8 Uhr Gelegenheit

zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von Va7 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um

Va8 Uhr Frühmesse; um 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht-

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 4°o Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 500.

Literarisches.

Jede Hausfrau, welcher daran liegt, ein klares, übersichtliches Bild über die jährlichen Gesammt-Ausgaben und Einnahmen zu erbalten, sollte nicht verfehlen, sich Paul Mosers HauShaltungSbuch für 1889 (Größe 24 zu 34 cm), Preis 3 JL, Verlag von Julius Moser, Berlin W. 35, zuzulegen. Es wird kaum ein zweites Wirthschastebuch geben, welches so praktisch und übersichtlich eingerichtet ist, wie das von Paul Moser.

Der Kalender, welcher durch jede Buchhandlung bezogen werden kann, ist auch äußerlich hübsch ausgestattet und kann gleichzeitig als Schreibunterlage benutzt werden.

Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage sind. Abhülfe schaffen zu können.

Expedition desGießener Anzeiger."

Briefkasten.

a. Bei uns nichts vorhanden.

Allgemeiner

Anzeiger.

In der Privattttagcsache des Werkmeisters August Weller von Wies eck, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Grünewald dahier,

Privatklägers, gegen den Adam DrowmerS- Hausen von Wieseck,

Angeklagten,

wegen Beleidigung,

hat l as Großherzogliche Schöffengericht 1 zu Gießen am 4. December 1888 für Recht erkannt:

Ter Angeklagte wird der Beleidi- gung im Sinne des § 185 des St.- ' G.-B. für schuldig erkannt und in ! eine Geldstrafe von acht Mark ver- urtheilt; auch werden dem Angeklagten r die Kosten des Verfahrens, einschließ- ' ltch der dem Privatkläger erwachsenen ; nothwendigen Auslagen auferlegt. Dem Beleidigten wird ferner das Recht zugesprochen, den entscheidenden Theil des Urtheils, nach Rechtskraft des­selben innerhalb 14 Tage einmal im , Gießener Anzeiger" aus Kosten des : Angeklagten veröffentlichen zu laffen. -

Die Richtigkeit der Abschrift der j Urthnlsformel wird beglaubigt und die i Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. <

Gießen, den 31. December 1888. (L. S) Glässing, ;

Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts.

F. d. A.: Grünewald,

Rechtsanwalt. 171 !

Bekanntmachung.

Cs wird hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß gebracht, daß bei der Spar- und f Leihkaffe Gießen im Monat Januar } folgende Geschäftslage festgesetzt worden sind: z

Samstag den 5. Januar 1889, Dienstag 8.

Mittwoch 9

Donnerstag 10.

Samstag 12

Die Beischreibung bezw. Empfangnahme der Zinsen von Capitaleinlagen pro 1888 kann an diesen Tagen erfolgen, zu welchem Zwecke die Schuldscheine vorzulegen sind.

Die Größh Bürgermeistereien des Spar- kaffebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß der Ortseinwohner bringen zu laffen.

Gießen, den 26. November 1888.

Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen: \ Doering.

Gekmmtwachnng.

Das 3. Ziel Communalsteuer pro 1888/89 kann innerhalb 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag ohne Kosten zur Stadtkaffe bezahlt werden.

Gießen, den 4. Januar 1889.

Der Stadtrechner.

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Pfennig - Sparkasse.

Die Einleger werden aufgefordert, Samstag den 5. Januar die Sparkaffenscheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Sparkaffe dahier an die Psennigsparkaffe-Erheber abzugeben.

Gießen, den 31. December 1888._____________________________

158 Ein angehender Commis in ein r 36] Gewandte Köchin für große Geschäft auf dem Lande gesucht. .Offerten Restmration gesucht mit Gehaltsanspr. an die Exped. d. Bl. I Näheres in der Exp. d. Bl.

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I y

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Eintrag

in das Firmenregister Gr. Amtsgerichts Gießen

am 3 Januar 1889»

Siegmund Heichelheim, In­haber der Firma Aron Heichel­heim in Gießen hat dem Gustav Müller und Julius Kurz daselbst Collectiv-Procura ertheilt-

Neidhart, 156 Gerichtsschreiber.

Betr.: Den Conkurs des Geschirr­händlers Philipp Pfeiffer von Gießen.

Nach Abhaltung des Schlußtermins und nach Vornahme der Schlußver- theilung wird das Verfahren auf­gehoben.

Gießen, den 31. December 1888.

GroßherzoglichcS Amtsgericht.

Gebhardt. 155

Bekanntmachung.

Ein ca. zwei Jahre alter zucht­tauglicher Bullen, Vogelsberger Race, ist bei hiesiger Gemeinde zum Verkauf ausgestellt.

Lich, 3. Januar 1889.

Großhet zogliche Bürgermeisterei Lich.

Walz. 160

Ieilgeöotenes.

Pferdefett, das allerbeste Leder fett, sowie Wagenschmiere empfiehlt 162 Kessler, Roßmetzger.

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