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gehaltenen Reden nochmals die Republik gehörig herausgestrichen, welche Kundgebungen von der Versammlung auch mit lebhaftem Beifalle ausgenommen worden sind.

Sofort nach der Rückkehr der Königin Natalie nach Belgrad ist zwischen ihr und der zu König Milan haltenden Regentschaft der offene Kampf ausgebrochen. Am Montag sollte die Königin die erste Begegnung mit ihrem Sohne, dem jugendlichen Könige Alexander, haben, aber es ist aus dem Plan vorläufig noch nichts geworden, weil, wie eine officiöse Belgrader Meldung besagt, die zwischen der Königin-Mutter und der Regentschaft bestehenden Differenzen noch nicht beglichen sind. Uebrigens soll Natalie bet ihrer Durchreise in Bukarest erklärt haben, sie werde in Belgrad bleiben, was sich freilich schon vorher denken ließ. Was die otelverbreiteten Gerüchte anbelangt, daß Milan nochmals persönlich in die Belgrader Dinge etngreifen wolle, so werben sie durch die erfolgte Abreise des serbischen Ex-Monarchen von Karlsbad nach der Schweiz schlagend widerlegt.

In Rescht in Persien ist nach einer Meldung desGrashdanin" die Cholera aufgetreten. Russtscherseits wurden nach der persischen Grenze hin die nölhigen Vor­beugungsmaßregeln getroffen.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 2. October. Auf Befehl des Kaisers fand heute Vormittag zu Ehren der Gesandtschaft aus Zanzibar ein Gefechtsexercteren von 2 Jnfanterieregtmentern, 2 Schwadronen, 2 Batterien und einer Traincolonne auf dem Tempelhofer Felde gegen einen marktrten Feind statt. Die beiden Gesandten stellten sich in einem offenen Vier­spänner zwischen beiden Gefechtslinien auf; die Uebung machte großen Eindruck auf dieselben. Rach dem Parademarsche, welchen Eavallerte im Trabe beschloß, sind die Gesandten in die Stadt zurückgekehrt. In ihrem Hotel wurden die beiden Gesandten auf Wunsch des Kaisers von Professor Anton von Werner sctzzirt. Nachmittags 3 Uhr fand die Abschiedsaudienz im Auswärtigen Amte statt. Die Gesandten reisen morgen von hier ab und besuchen die Höfe von Weimar, Dresden, Wien, München, Karlsruhe, überbringen dem Reichskanzler Geschenke nach Friedrichsruhe und schiffen sich in Ham­burg nach London ein.

Berlin, 2. October. DieBerl. Pol. Nachr." melden: Die am 22. d. Mts. zu eröffnende Reichstagssession wird sich außer mit dem Etat, einschließlich der Vor­lagen, welche gleichfalls Aufwendungen für Reichszwecke erheischen, vornehmlich mit der Bankfrage und dem Socialiftengesetz befassen Vor Allem muß eine Abänderung des Reichsmtlitärgesetzes vom 2. Mat 1874, wonach die Frtedenszadl der Armeecorps auf 18 festgesetzt wurde, getroffen werden; wenn zwei neue Armeecorps zu errichlen sind, bedarf es einer Novelle. Bezüglich der Ftnanzfragen genauere Angaben zu machen, wäre wohl verfrüht, doch können wir heute bemerken, daß eine durch Mehrüberweisungen nicht gedeckte Vermehrung der Matrtkularumlagen nicht zu vermeiden sein wird. Die grundsätzliche Abänderung des gegenwärtigen Banksystems, besonders die Organisation der Reichsbank, ist nicht beabsichtigt, dagegen wohl eine Einzeländerung im Interesse der Reichsfinanzen. Die Socialtstenvorlage ist nicht wieder auf ein kurzfristiges Pro- vissrtum berechnet, sondern vielmehr auf eine dauernde definitive Regelung, die den Charakter eines Spectalgesetzes gegen die Bestrebungen der Soctaldemokratie hat; wenn die allgemeine Beschränkung der bürgerlichen Freiheit vermieden werden soll, ist es selbstverständlich, daß ein solcher Gesetzvorschlag das Mittel zur wirksamen Abwehr jener Bestrebungen bieten muß. Der Schluß der Zession ist vor Weihnachten oder im Laufe des Monats Januar in Aussicht genommen, um die allgemeinen Wahlen so zeitig vorzunehmen, daß dringenden Falles eine Flühjahrssession statlfinden kann.

Die bisherigen Berathungen der Reichscommtssion zur Errichtung eines Kaiser-Wtlhelm-Denkmals trugen den Charakter von Vorbesprechungen; die eigentlichen Verhandlungen werden in den nächsten Tagen beginnen. Man hofft, die Commission werde die Arbeiten so fördern, daß das Resultat dem Kaiser noch vor seiner Abreise nach Athen vorgelegt werden könne.

Berlin, 2. October. DerReichsanzeiger" veröffentlicht im nichtamtlichen Theile Folgendes:Se. Majestät der Kaiser und König hat von dem Inhalte der Kreuzzeitung" vom 26. o. Mts. Kenntntß genommen und die darin ausgesprochenen politischen Auffassungen und Angriffe auf andere Fractionen lebhaft gemttzbtlligt. Se. Majestät gestatten keiner Partei, sich das Ansehen zu geben, als besäße dieselbe das kaiserliche Ohr. Der Kaiser sieht aber in der Verständigung und gegenseitigen Schon­ung der staatserhaltendcn Parteien untereinander eine für unser parlamentarisches Leben sachlich nützliche Einrichtung und hat die Allerhöchste Mißbilligung der dagegen von derKreuzzettung" gerichteten Angriffe und Desinuattonen unzweideutig ausge­sprochen. Se. Majestät sieht in dem Carlell eine den Grundsätzen Seiner Regierung entsprechende politische Gestaltung und vermag die Mittel, mit denen dieKreuzzettung" dasselbe angreift, mit der Achtung vor der Allerhöchsten Person und vor unseren ver­fassungsmäßigen Institutionen nicht in Einklang zu bringen."

Schwerin, 2. October. Se. Majestät der Kaiser hat sich heute Morgen 71/« Uhr mit dem Großherzoge und den anderen hier anwesenden Fürstlichkeiten zur Jagd nach Friedrichsmoor begeben. Das Wetter hat sich aufgeklärt.

Schwerin, 2. October. Ihre Majestät die Kaiserin besuchte heute Vormittag die Domkirche iuä weilte längere Zett tn der Heiltgenbluts-Kapelle am Sarge des Großherzogs FrtWlch Franz II. Auf dem Rückwege nach dem Schlosse stattete Ihre Majestät der Großherzogin Alexandrine einen Besuch ab. Späterhin begaben sich die Kaiserin, die Großherzogin Marie und die Herzogin Johann Albrecht zu Wagen nach der Lewttz, dem Schauplatz der heutigen Jagd. Die Rückkehr erfolgte am Nachmittag. Se. Majestät der Kaiser und der Großherzog übernachten heute in Friedrichsmoor.

Stuttgart, 2. October. Wie derStaatsanzetger für Württemberg" meldet, hat der Staatsanwalt über das Verhallen der Bediensteten bet dem gestrigen Eisen­bahnunglück Erhebungen eingeleitet, die indessen noch nicht abgeschlossen sind. Bald nach dem Unglück begaben sich die Minister Dr. v. Renner und o. Schmidt, der Prtnz Hermann von Sachsen-Weimar und der General v. Alvensleben an Ort und Stelle. Der Ministerpräsident v. Mittnacht und der Chef der Generaldtrectton waren wegen Eröffnung der Linie Leutktrch-Memmingen abwesend. Die Verwundeten wurden in hiesigen Spitälern untergebracht. Prinz Wilhelm traf Nachmittags 3 Uhr von Lud­wigsburg hier ein und begab sich sofort nach der Etsenbahndirection. Der König sandte seinen Cabinetschef Dr. v. Griesinger und ordnete die etwa nothwendige Unter­stützung der bedürftigen Verunglückten an. Die Königin sandle den Oberhofmetster v. Reischach, welcher am Bahnhofe der Ausladung der Verunglückten anwobnte.

Eisenach, 2. October. Die Grundsteinlegung des Lulher-Denkmals verlief in großartiger Weise. Der Erbgroßherzog, sowie eine zahllose Festoersammlung wohnten derselben bei.

Eisenach, 2. October. Heute Vormittag fand in der Georgskirche die Sitzung der Generalversammlung des Evangelischen Bundes statt. Der Erbgroßherzog nahm an derselben Theil und wurde beim Eintritt vom Gesammtvorstande empfangen und begrüßt. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung beschloß die Versammlung die Ab­sendung folgenden Telegramms an Se. Majestät den Kaiser:

Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät huldigt die dritte Generalver­sammlung des evangelischen Bundes ehrfurchtsvoll und allerunterthänigft in unwandel­barer Treue. Sie erfleht Gottes reichsten Segen über Ew. Majestät und das ganze Kaiserliche Haus. Sie bittet, Ew. Majestät wollen geruhen, von den Arbeiten des Bundes, seinen Sorgen, Kämpfen und Hoffnungen Allergnädigst Kenntntß zu nehmen. Sie lebt der zuversichtlichen Hoffnung, daß es unter Ew- Majestät weiser Regierung dem evangelischen Bunde gegeben sein werde, die evangelische Kirche festigen uno fördern zu helfen, zum Segen von Volk und Vaterland, und zum Aufbau des Gottes­reiches, in welchem alle wahren Bekenner Jesu Christi geeinigt werden-

Der Vorstand des evangelischen Bundes Graf von Witzingerode."

Hirschberg, 2. October. Die Gebirgsflüsse beginnen bei anhaltendem Regen auszutreten; der Zacken überschwemmt bereits theilweise die Sandoorstadt.

Wien, 2. October. Hier vorliegende Berichte aus Canea bezeichnen die fort­gesetzten Klagen der griechischen Presse über türkische Grausamkeiten als gänzlich un­gerechtfertigt.

Wien, 2. October. DerPolit. Corr." wird aus Belgrad gemeldet, daß der Ministerrath den Ministerpräsidenten Gruic beauftragt habe, die Verhandlungen mit der Königin Natalie zu leiten; zwei Conferenzen blieben erfolglos. Auch der Metropolit Michael sei bemüht, einen Vergleich herbeizusühren.

, . 2. October. Zu Ehren des Ministerpräsidenten Tisza fand

heute hrerselbst ein glanzendes Festmahl statt. Nach einem von dem Obergespan auf den Kaffer und die Kaiserliche Familie ausgebrachten, mit Begeisterung aufgenommenen Toast wurde Tisza ein Trinkspruch dargebracht. In Beantwortung desselben erklärte der Ministerpräsident, der Friede sei nach menschlicher Voraussicht gesichert. Indem er weiterhin die gegen seine Person gerichteten Angriffe zurückwies, toasttrte Tisza di-j-nlgen, welche bte mrsaffungsmäblgen Rechte des Landes gegenüber Jedermann ?^^rtheidigen entschlossen und bereit seien, die Freiheit auch gegen diejenigen zu chützen, bte bte Waffen ber Freiheit mißbrauchen, unb auf biejenigen, bie gewillt eten, bte Ruhe unb Eintracht zwischen ben oerschiebenen Klassen allen Angriffen gegen­über zu bewahren. Die Rebe Ttsza's würbe mit großem, lang anhaltenbem Betfall ausgenommen. 1

Großwardein, 2. October. Der Ministerpräsibent Tisza ist heute Vormittag hier eingetroffen. Das zahlreich auf dem Bahnhofe anwesenbe Publikum bereitete ihm einen glänzenben Empfang.

Kopenhagen, 2. October. Heute faub eine große Hofjagb statt, an welcher ber Prinz von Wales theilnahm. Der Zar und die Großfürsten beschlossen im letzten Augenblicke, sich an derselben nicht zu betheiltgen.

Madrid, 2. October. Auf der Station der Nordbahn Aravalo fand ein £r?n.Yrn'10B zwischen dem von Jrun kommenden Expreßzuge und dem Postzuge von Madrid statt; es soll mehrere Verwundete gegeben haben.

Konstantinopel, 2. October. Die soeben ins Leben getretene officiöseAgence Constanttnople" bezeichnet die Nachricht derTimes", der Sultan habe eine Jrade betreffend bte Rebuction ber türkischen Armee erlassen, für erfunden; wahr sei nur, daß Ersparnisse aui militärischem Gebiete erwogen würden, ohne daß bis jetzt eine Entscheidung getroffen sei.

Newyork, 2. October. Bet den gestrigen Wahlen in den vier neu aufgenommenen Untonsstaaten siegten in Nord-Dakota, Süd-Dakota und Washington die Republikaner. Dieselben wählten ihre Candtdaten für die Staatsämter, den Congreß in Washington und die Staatslegislatur. Hierdurch werden für jeden dieser drei Staaten je zwei republikanische Sitze im Senat zu Washington gesichert. Im Staate Montana siegten die Demokraten. Die Vorschläge betreffend das Verbot des Verkaufs geistiger Getränke und Einfüdrung des Frauenstimmrechts wurden in allen vier Staaten verworfen.

Lokales.

* Gießen, 3. October. Die Anwaltskammer für den Oberlandes- gerichtsbezirk Darmstadt tritt zur ordentlichen Versammlung für 1889 am 5. October hier zusammen unb lädt hierzu die Mitglieder behufs Berathung unb Beschlußfassung über bie unten bezeichneten Gegenstände ergebenst ein. Auf ber Tages- orbnung stehen: 1) Erstattung beS Jahresberichts bes Vorstanbes über seine Tätig­keit. 2) Die Prüfung unb Abnahme der seitens bes Vorstanbes zu legenden Rechnung. 3) Die Bewilligung der Mittel zur Bestreitung des für die gemeinschaftlichen Ange­legenheiten erforderlichen Aufwandes unb bie Bestimmung bes Beitrags der Mit­glieder auf Grund eines Voranschlags. 4) Die Wahl von 5 Vorstandsmitgliedern an Stelle ber geschästsorbnungsmäßig austretenden Mitglieber Dr. Dtery, Dr. Gutfleisch, Dr. Leoita, Metz I. unb Petri. 5) Die Wahl von zwei Nachrechnern unb deren Stellvertretern zur Prüfung ber Jahresrechmmg. 6) Bewilligung eines Beitrags zur Hilfskasse für beutsche Rechtsanwälte. Nach Schluß ber Verhandlungen wird in Steins Garten ein gemeinschaftliches Mittagsmahl stattfinden.

Zu Nutz unb Frommen ber Freunde von Goldfischen theilen wir Nach­stehendes über die zweckmäßigste Behandlung dieser Thtere während ber kalten Jahres­zeit mit: Die Goldfische haben, namentlich im Winter, viel unter unzweckmäßiger Behandlung zu leiden, denn nur wenig ist es bekannt, daß sie in den Monaten November, December, Januar, Februar gar keines Futters bedürfen. In diesen vier Monaten kann also die Fütterung ganz eingestellt werden, da durch die Futteraufnahme leicht eine für die Fische tödtliche Verstopfung herbeigeführt werden kann. Dagegen ist den Goldfischen auch im Winter alle zwei Tage frisches Wasser zu geben, wobei darauf zu achten ist, baß bas reine Wasser möglichst dieselbe Temperatur hat, wie das alte, jenes ist zu dem Zwecke längere Zeit vorher in dem Zimmer aufzustellen, in welchem sich der Goldfischbehälter befindet, damit es durch die Zimmerwärme die richtige Temperatur enthält. Es sei noch bemerkt, daß in den Monaten März, April unb Mat, also ben auf bie Fastenperiobe folgenden, nur sehr wenig und erst allmälig mehr unb mehr Futter gereicht werben darf, weil sich der Verdauungsapparat des Fisches erst wieder an die Futterausnahme gewöhnen muß.

Vermischtes.

* Friedberg, 2. October. Die Aufregung, bie sich unserer Gemeinbe-Ange- horigen angesichts ber Gemeinberathswadl bemächtigte, ist hoffentlich mit ber gestrigen Wahl beschwichtigt. Von ben 790 Wahlberechtigten machten trotzbem nur ca. 50% von ihrem Wahlrechte Gebrauch, unb bicse wählten so zersplittert, daß die Wahlcommission bis Nachts Vgll Uhr mit ber Auszählung ber Stimmen zu thun hatte. Es würben gewählt: C. Trapp mit 471, E. Engel mit 394, I. Koob mit 289, C. Damm mit 274, E. Hirsch mit 271, E. Windecker mit 250 und L. Waas mit 244 Stimmen. Von den sonst aufgestellten Candtdaten hatten die meisten Stimmen: H. E. Haustein 234, A. Windeckec 166, A. Valentin 139, Ed. Preußer 105, W. Kreu- ter 99, H. Rausch 57; die übrigen zersplitterten sich auf 40 Namen. 2 Zettel waren ungültig, weil sie mehr Namen enthielten, als Stadträthe zu wählen waren. Mit welchen Mitteln übrigens für bte Wahl der verschiedenen Candtdaten gewirkt wurde, zeigt folgender, wohl kaum ernstlich zu meinender, imO. A." veröffentlichter Wahl­aufruf:Freunde! Auch wir wollen sorgfältige Wahrung unserer Interessen. Der Laib Brod darf künftig blos 30 Pfg. unb bas Pfund prima Ochsenfleisch blos 50 Pfg. kosten. Leber wurst gilt als Zugabe. Halten wir stanbhaft zusammen und wählen wir in ben Gemeinberath bie Herren rc."

Darmstabt, 2. October. Die Frau bes in ber Hochstraße wohnenben Schneiders Sch. machte gestern Nachmittag ihrem Leben durch Ertränken im Woog ein Ende. Wie man hört, hatte bte Frau, welche auch als Trägerin eines hiesigen Blattes be­schäftigt war, ihr Päckchen Zeitungen einem bei ihr befinbltchen Knaben mit ber Weisung übergeben, einstweilen fortzugehen, sie werbe nachkommen. Sie eilte aber darauf an ben Woog, wo sie ihr Halstuch an ben Uferranb legte und bann in ber Nähe bes Frauenbabes ins Wasser sprang. Das Wasser ist bort am Ufer gar nicht tief, boch scheint die Unglückliche halb in tieferes Wasser getrieben zu sein. Zwei Mäbchen, welche balb nachher bie Stelle passirten, sahen bie Frau noch an ber Oberfläche. Auf die Hülferuse ber Mäbchen eilte Herr @unber herbei, bei bie Frau noch mit dem langen Rettungshaken erfassen unb in bte Nähe bes Users bringen konnte, wo er ihr ben Kopf tn die Höhe hob, bis es gelang, sie ganz aufs Trockene zu bringen. Die beiben rasch berbetgeholten Aerzte Dr. Gerlach unb Dr. Plagge konnten nur ben Tob conftatiren. Die Leiche würbe noch am Nachmittag in bie Leichenhalle bes Friebhofs gebracht. Weber das eigentliche Motto der traurigen That der Frau ist Bestimmtes nicht bekannt.

N. H. V.

A Aus Rhein Hessen, 2. October. Als CuriosuM verdient erwähnt zu werden, daß bei der gestrigen Gemetnderathswahl in Freiweinheim ber Höchstbesteuerte ber Gemeinde unb erste Adjunct von ber Wahl ausgeschlossen werben mußte, weil er nicht in der Wahlliste eingetragen war.

Frankfurt a. M., 2. October. Heute früh zwischen 5 und 6 Uhr hat ein Etsenbahnsecretär in Sachsenhausen seine Frau im Bette mit einem Hammer erschlagen. Der Thäter ist verhaftet. Man oermuthet, daß ber Mann irrsinnig und bte Thal tn einem Wuthanfall ausgeführt hat.

Eltville, 1. October. sHohe Obstpreise.j Die Gutsoerwaltung der Villa Sicambria" hier verkaufte 200 Stück Aepfel edler Spalierobstsorten zu dem selten hohen Preise von 100 JL (jeder Apfel 50 H) an einen Herrn in Chemnitz. Voriges Jahr bezog derselbe Herr von der VillaSicambria" die Aepfel zum Preise von 30 H das Stück.