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Nr. 231.

Freitag den 4. October

1889.

Amts- und Anzeigebiatt für den Kreis Gießen

Durearrr Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Vf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf'

Gießen, 1. October 1889.

Setreffenb: Die Ausnahme der taubstummen Kinder in die Taubstummen-Anstal'en der Landes.

Erzeugt

Wieviel Geschwister

Unterrichtet

am Leben

gestorben

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Bei der Ge­burt war alt

taub geworden

Umfang der Taubheit

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10.

Namen der Taubstummen

Namen der Eltern und ihre Beschäftigung.

Veranlassung der Taubheit.

15.

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Politische Rundschau

Gießen, 3. October.

Der Reichstag ist laut kaiserlicher Cabinetsordre, wie schon erwartet wurde, anf den 22. Oktober einbernfen worden und es trennt uns somit nur noch ein Zwischenraum von wenig mehr als zwei Wochen von dem Wiederbeginne der parla- mentarischen Thätigkett im Reiche. Der Fortgang, den die nöthtgen Vorarbeiten in den verschiedenen Reichsämtern wie auch im Bundesrathe nehmen, berechtigt zu der Hoffnung, daß der Reichstag bei seinem Zusammentritte schon genügend Arbettsmaterial vorflnden wird; speciell durste die Vorberathung des Etats pro 1890/91 im Bundesrathe bis zu dem genannten Termine vollständtgt beendigt sein. Hoffentlich wird man nun auch einer baldigen Bekanntgabe des gesummten Arbettsprogrammes für die heran- nahende Reichstagssesston von zuständiger Seite entgegensetzen dürfen, denn obwohl über die hervorragendsten Aufgaben derselben kein Zweifel mehr besteht, empfiehlt sich doch auch b^uglich der andern etwa zu gewärtigenden gesetzgeberischen Arbeiten baldige %C,rn Iet,tcr 3e<t -ufg-taucht-n Gerüchte anbclangt, di- Regierung beaWige, dlc S-ssivn noch m gegenwärtigen Jahr- zu schli-ß-n und di- Wahlen zum kunstigm Reichstage alsbald im neuen Jahre vornehmen zu lassen, so find diese G-rucht- von den °lfic>ös-n Blättern bis jetzt noch nicht bestätigt worden und scheinen fie auch einer thatsächlichen Unterlage zu entbehren.

. . Ostafrika übermittelt der Telegraph eine wichtige Nachricht. Durch D-cr-t des deut chen und des englischen Admirals sowie des Bcschlshabers des italienischen

* "Staffetta- ist die am 29. Aovemb.r 1888 erklärte Blokade an der ostllfrikan,.chen Küste aufgehoben worden. Ein weiteres Dccret des deutschen Ge- Ichwaderchess, Admiral Deinhardt, bestimmt, daß jede Einfuhr von Waffen und Kricgs-

material an der unter Verwaltung stehenden Küste Ost-frikas verboten ist. - Die

Sn b5,®?Lab?,n d-r oftafrikanischen Küste nach beinahe einjähriger Dauer bekundet, bah die b-theiligt gewesenen europäischen Mächte den Hauptzweck der Matzr-ael d e Sclavenaus,uhr sowie den Handel mit Waffen und Kriegsmaterial an den bislang blokirt gewesenen TheUen der ostafrikanischen Küste zu verhindern, als im Großen und Ganzen erreicht betrachten. Deutscherseits werden indessen von dem Geschwader d-8 ?bm1.ro!L3)e^6arilt baS PanzerschiffCarola" und der AvisoPfeil" zum Schud­der deutschen Inter elfen an der Zanzibarküste zurückbleiben. V * * 5

. 3" Holland wird das öffentliche Interesse noch immer zumeist durch den Aus­stand der Rotterdamer Ouaiarbeiter in Anspruch genommen. Die Strtkenden roa D®n,l^ren Sorberungen in keinem Punkt- abweichen und di-Schiffseigenthümcr als die Arbeitgeber, weigern sich, nachzugeben, also fast genau dasselbe Bild, welches der Strtke der Londoner Dockarbeiter wochenlang darbot. Zwar wurden in einer am Montag Abend ftatlgehabten Versammlung der strtkenden Quaiarbeiter Delegirte gewählt um mit dem Comilö der Schiffseigenthümer zu unterhandeln, doch haben diese Unter­handlungen vorerst noch zu keiner Einigung geführt. Die Strtkenden beschlossen den Bedürftigen unter ihnen unentgeltlich Lebensmittel zukommen zu lassen.

Frankreich besindet sich anläßlich der am kommenden Sonntag, den 6 Dctofier zu vollziehenden 1«0 Stich zahlen zur Deputirtenkammer in nochmaliger Wahl- aufregung. Für die Republ aner handelt es sich bei den engeren Wahlen darum ihren am 22. September errungene, Sieg zu vervollständigen, während die antirepublikantschen steten natürlich bestrebt sind, für sich bei den Wahlen des 6. October noch möglichst D berauszuschlagen, indessen stehen die Aussichten für die Republikaner

erheblich günstiger als für ihre Gegner. Auch haben ja Präsident Carnot und Minister­präsident Tirard in ihren gelegentlich der Pretsverthetlung im Weltausstellungspalgste

- H-uscollecte zum Besten der genannten Anstalt innet^abe»«Xi t&umF u&Beranfta(kn unh h Dccember L I. eine

Einsammeln von Gaben für dieselbe in der Sicht Gießen im Monat October gestattet haben b 6 6 Vertreter der fraglichen Colonie das

Gießen, am 2. October 1889. Großherzoglich-s Kreisamt Gießen.

______________________________________________v. Gagern.

ergebenst eLgelch?°^' l°ndwirthschaftlichen Bezirksvereins und alle sonstige Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntsüß zu geben

Tagesordnung: p ö ö

1) Vorlage der Rechnung pro 1888/89.

2) Festsetzung des Voranschlags pro 1889/90.

3) Bezug von Saatsrucht (Hafer) oder Saatkartoffeln aus ftemden Gegenden.

5) Wahl^des^Ausschusses.''' °°" Friedberg über Obstbau und Gründung einer Obstbauvereinr.

Gießen, den 3. October 1889.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen.

Jost, Regierungsrath.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Ortsfchulvorstände Des Kreises.

Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 7. September 1857 sehen wir Ihren Berichten darüber entaeoen i

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