Ausgabe 
4.5.1889
 
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pflichtet und berechtigt seien, von dem Staate die notwendigen Garantien für die religiöse Erziehung der Jugend zu fordern, welche nur durch die Wiedereinführung der confessionellen Schule zu erreichen sei.

Pari-, 2. Mai. Die Royalisten veranstalteten gestern ein Banket, an welchem gegen tausend Personen theilnahmen, und sandten an den Grafen von Paris eine Ergebenheitsadresse.

Rom, 2. Mai. DieAgencia Stefant" berichtet aus Massaua: Die innere Lage Abessyniens ist unverändert. Mangascha und Ras Alula sind in Ada und versuchten vergeblich, die Häuptlinge des Königreichs zu einer Berathung zu vereinigen. Debeb weilt in Godofelassi; die Feindseligkeiten zwischen ihm und Ras Alula haben begonnen.

Bukarest, 2. Mai. Der Kronprinz Ferdinand empfing, derPolit. Corr." zufolge, seine Kameraden vom 3. Regiment und lud dieselben zum Diner ein. Der Prinz wird demnächst die militärischen Etablissements besuchen. Der König, die Königin und der Kronprinz nehmen im Laufe der nächsten Woche im Palais Cotrocent Wohnung.

DerMonitorul" veröffentlicht ein Schreiben des Königs an den Minister­präsidenten, in dem er auf die Ausführung des Gesetzes über den Verkauf von Staats­grundstücken an Bauern hinweist, welches nützliche Ergebnisse für die arbeitsliebende Landbevölkerung zur Folge haben werde.

rt Dte Journale rühmen den begeisterten Empfang desThronfolgers" und erblicken darin eine günstige Vorbedeutung für die Zukunft.

Brrkarest, 2. Mai. DieAgence Roumaine" bezeichnet auf Grund zuverlässigster Erkundigungen die Behauptung der WienerR. Fr. Pr.", wonach ein neuer Ver­stoß wider den König im Werke sei, als leeres Phantasiegebtlde.

Bukarest, 2. Mat. Der Thronfolger Ferdinand empfing heute das diplomatische Corps, das durch den Minister des Auswärtigen vorgestellt wurde. Dte gleichzeitig mit der Ankunft des Thronfolgers erfolgte Veröffentlichung eines Schreibens des Königs an den Ministerpräsidenten Catargt wird in politischen Kreisen als ein bedeutungs­volles Ereigniß angesehen. Man sieht darin eine Kräftigung der Monarchie: besonders bemerkt wird des Königs Interesse für den Bauernstand.

t Belgrad, 2. Mai. In der Ansprache, welche der deutsche Gesandte Graf Bray bei Ueberreichung seiner neuen Credtttoe hielt, hob derselbe dte erfreuliche Thatsache hervor, daß das Verhältniß freundschaftlicher und guter Beziehungen zwischen beiden ^M^.^emals unterbrochen worden sei; er hoffe, die Regentschaft sei überzeugt, daß die Politik Deutschlands seit jeher auf einem sympathischen Interesse für Serbien fuße: dieselbe sei von dem Principe der Nichteinmischung in dte inneren Angelegenheiten beseelt. Sch ießltch erbat sich der Gesandte die Unterstützung der Regentschaft bet der 'einer Aufgabe. Namens der Regentschaft antwortete der Regent Rtstic, die serbischen Regierungen seien von jeher gewohnt, in dem Gesandten den treuen Dolmetsch der freundschaftliches Dispositionen der erhabenen deutschen Herrscher zu erblicken; die Regentschaft habe mit besonderer Genugthuung die Sympathie - Kund- gebung des Kaisers für den jungen König vernommen und werde sich glücklich schätzen, die bestehenden Freundschaftsbeziehungen inniger zu gestalten.

Vermischtes

Frankfurt, 2. Mai. Ende dieses Monats findet dahier der deutsche Schmiedetag statt. Mit demselben wird eine Lokal-Ausstellung von Schmtedewerk- zeugen und Gebrauchsartikeln verbunden sein.

, Die H e i l sarmee scheint sich nun auch Frankfurt als Operationsfeld erkoren zu haben. Am 10. Mat wird im Saalbau eine große Versammlung stattfinden, zu welcher zahlreiche hervorragendeOffiziere" erwartet werden. Dte Tagesordnung lautet: Erklärung der Zwecke und Ziele der Heilsarmee". Viele Dumme werden die Helden hier nicht ein angen. Umsonst geben sie übrigens dte Aufklärung über ihre Zwecke und Ziele nicht, denn der Eintritt zur Versammlung kostet 2 resp. 1 JL

CH Die hiesigen Trambahnkutscher scheinen von dem Wiener Strike auch profitirt zu haben. Die tägliche Arbeitszeit wurde, wie verlautet, von 18 (!) auf 11 Stunden herabgesetzt.

schreckliches Wiedersehens Die in der Brandenburgerftraße zu Berlin wohnende Frau W. hatte am Freitag Nachmittag sich aus ihrer Wohnung entfernt um einige Besorgungen zu machen. Ihr einziges Kind, einen Knaben von 2 /i fahren, ließ sie in seinem Bettchen zurück und hatte dem Kinde, um es zu beruhigen, mehrere auf eine Schnur gereihte Knöpfe zum Spielen gegeben. Bei ihrer Rückkehr fand Frau W. den Knaben still in seinem Bette liegen, so daß sie ihn eingeschlafen glaubte. Wer beschreibt aber das Entsetzen der Mutter, als sie nach einiger Reit Licht bemerkt, daß das Kind in dem ewigen Schlummer liege. Die bläuliche GesichEfarbe des Kleinen, sowie die krampfhaft geballten Hände verriethen n ber Knabe den Erstickungstod gefunden. Durch irgendeinen

Zufall hatte sich die Schnur gelost und der Kleine hatte nach Kinderart einen der frei­gewordenen Knopfe in dm Mund gesteckt und war in Folge dessen erstickt.

i, trTi Pitcher Tod.) In Dresden stürzte nach vorausgegangenem kurzen Unwohlsein der Regimentsadtulant des Schützenregiments Nr. 108 und frühere Com- mandeur des 2. Grenadier-Regiments Major v. Hopffgartm vom Pferde und blieb sofort tobt

30. April. Ein heftiges, mit Hagelschlag verbundenes Gewitter ging hier um 2V«Uhr nieder. In der Stadt war es so dunkel, daß man in den Geschäften beleuchten mußte. Alles, was sich auf der Straße befand, suchte eine Zuflucht. Die Arkaden der Rue Rivoli waren so besetzt, daß der Verkehr unterbrochen wurde. Alle am Aeußeren des Ausstellungsgebäudes beschäftigten Arbeiter verließen die Arbeitsstätte. Während des Gewitters schlug der Blitz in den Eiffelthurm. Es ist augenblicklich noch unbekannt, ob dabei ein Schaden geschehen ist. Auch verschiedene Gemälde in der ftunftauSfteIIun0 (Salon) wurden durch den Hagel, der in einigen Sälen die Glasdecke durchschlagen hatte, beschädigt. Das Gewitter dauerte dreiviertel Stunden.

Landwirthfchaftliche Nachrichte«.

(Nachdruck verboten.)

m ex.": Mugstreifen statt Bast beim Okuliren der Rosen.) Bekanntlich wird zum r* Owla^nsstelle an Rosen u. s. w. Bast verwendet. Neuerdings haben

sich jedoch statt des Bastes schmale, mit Baumwachs bestrichene Streifen von Leinm­oder Baumwollenzeug als äußerst praktisch erwiesm, namentlich für die Okulatton in geringem Umfange, also für dm Gartenfreund, der es nur zu seinem eigmen Vortheil und zu seiner Freude betreibt, verdient dte Okulation mit Zeugstreifen empfohlen zu werden. Di- Streifen müssen -in kleines Loch erhalten, um das eingesetzt- Auge frei m Men' brauchen aber nur etwas über di- Hülst- des Stammes,u reichen Die Ausdehnung des letzteren wird daher nicht gehemmt und eine Einschnürung, wie sie m Bastverschluß häufig vorkommt, wenn dieser nicht zeitig gelöst wird, ist hier aus­geschlossen, weshalb dreses Verfahren nur empfohlen werden kann.

lDie Vertilgung der Ackerdistel.) Die Ackerdistel gehört zu dm nur schwer ju vertilgenden Unkräutern. Sie kommt häufig in Lehm- und Mergelböden vor und aMhaA ^"lgt, wenn man sie nicht etwa als jungen Schößling abreißt oder absticht, sondern sie wachsen laßt, bis sich die Knospen zeigen. Dann mit Handschuhm gefaßt und ausgezogen, erhält man den ganzen 3040 Zentimeter langen Theil des ^em sich in dieser Tiefe und oft noch tiefer horizontal ausbreitenden 2ßurj4Ilt0£rPV Der Wurzel erstickt dadurch in ihrem Safte. Stellen, die ganz voll von Ackerdisteln warm, reinigte man auf die Art vollständig in ziemlich kurzer Reit unö für immer.

Lel.graphisch-r EchiffSbericht

derRed Star Line" Antwerpen.

Mitgetheilt durch Agent Ehr. Wallenfels in Gießen.

on|t«?m?,fer -;3.a*n?i8" derRed Star Sine" tu Antwerpen ist laut Tele- gramm am 30. April wohlbehalten in Newyork angekommen.

Schi ss-nachr ich teu

er Bremen, 30. April. (Per transatlantischm Telegraph.) Der Schnelldampfer ' .Spilan R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen und am 21. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Niederschlag an 10 Tagen

Niederste

Mittlere

Mittel ftüherer Jahre .

Höchste . . . .

2,0 OB. + 6,83 + 6,79 + 18,5

an 10 Tagen......0,62 Par. Roll,

im Mittel ftüherer Jahre an 12 Tagen . 1,39

Temperatur in Gießen

April 1889.

Katholische Gemeinde.

2. Sonntag nach Ostern (5. Mai 1889).

Samstag: Nachmittags 4 Uhr und Abends V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. R/ _ i,?onntag: borgens 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. V28 Uhr Frühmesse. 3/JO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags V23 Uhr Christenlehre und Andacht.

Dienstags und Freitags: Abends um 6 Uhr Maiandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

(3. Mai).

Freitag Abend ?oo Uhr, Samstag Morgen 8«> Uhr, Samstag Mittag 4°o Uhr. Samstag Abend 810 Uhr.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evaugrlislhr «kmeinde.

Gottesdienst.

Sonntag Misericordias Domini, 5. Mai:

Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realgymnasiasten und Realschüler. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.

1 Montag den 6 Mai Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderfchule,

r?apm 35, von Vers 16 an, Jakobs häusliche Heimsuchungen, Isaaks Tod.

Pfarrer Dr. Rau mann.

ro»rtTf^r@onn/aß wnr2r2^ai' iber Realgymnasiasten und

AbaUchüler; im Anschluß an dieselbe Ferer des heiligen Abendmahls. Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr.

Am Confirmationstag wird eine Kollekte erhoben für die Armen der Gemeinde.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 5. bis 11. Mai besorgt Pfarrer Schlosser. -

Allgemeiner Anzeiger.

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Gießen, den 3. Mai 1889.

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