lichen Siegels.
Darmstadt, den 22.
(L. 8.)
2. Regulativ über Versicherungsamt.
eigenhändigen Unterschrift. und beigedrückten Großherzog-
December 1888.
Ludwig.
Finger.
das Verfahren und den Geschäftsgang bet dem Landes-
Devychtand.
Darmstadt, 2. Januar. Das Grobherzogliche Regierungsblatt Nr. 38 enthält:
1. Allerhöchste Verordnung, die Errichtung eines Landesversicherungsamtes betreffend.
Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc.
Auf Grund der SS 100 und 101 des Reichsgesitzes vom 5. Mai 1886, die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwtrthschaftltchen Betrieben beschäftigten Personen betreffend, und des Art. 14 des Ausführungsgesetzes hierzu vom 4. April 1888 haben Wir verordnet und verordnen, wie folgt:
S 1. Für das Gebiet des Großherzogthums wird ein LandesoersicherungSamt errichtet, besten Wirksamkeit am 1. Januar 1889 beginnt.
S 2. In das Landesoersicherungsamt werden drei ständige Mitglieder, einschließlich des Vorsitzenden, berufen. Die Stellen werden von Uns als Nebenämter auf Lebenszeit übertragen.
S 3. Die in den Fällen des S 98 lit. o. des erwähnten Reichsgesetzes zu- zuriehenden richterlichen Beamten werden von Uns für die Dauer des von ihnen zur Zeit der Ernennung bekleideten Hauptamts ernannt.
S 4. Das Landesoersicherungsamt führt ein Dienstsiegel mit der Umschrift: »Großherzoglich Hessisches Landesoersicherungsamt."
S5. Das Landesoersicherungsamt ist Unserem Ministerium des Innern und der Justiz unmittelbar untergeordnet. Letzteres wird auch die näheren Bestimmungen über das Verfahren und den Geschäftsgang beim Landesversicherungsamt, sowie über die den nichtständigen Mitgliedern des Landesoersicherungsamts zu gewährenden Vergütungen erlassen.
3 Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Vergütungen für die nicht ständigen Mitglieder des Landesoersicherungsamtes
4. Bekanntmachung Großherzogltchen Staatsministeriums, Abänderungen der Postordnung vom 8. März 1879 und der Telegraphenorönung vom 13. August 1880 betreffend.
Nürnberg, 2. Januar. Heute sind sechs Personen auf dem Eise des Ludwigs- canalS eingebrochen und ertrunken. I )
Hesterreich.
M 2. Januar. Die Tochter des Erzherzogs Josef, Erzherzogin Mar
garethe Clementine, verlobte sich mit dem Fürsten Albert von Thurn und Taxis. (F. I.)
Stalie».
Rom, 1. Januar Se. Majestät der Kaiser Wilhelm sandte dem König Humbert aus Anlag des Jahreswechsels ein Telegramm, in welchem er mit lebhafter Befriedigung der in Italien verbrachten schönen Tage gedachte und die Hoffnung aussprach, daß, ^?"?er Vergangenheit, so auch in der Zukunft das Glück dem König und der Königlichen Familie günstig sein möge. Dem Ministerpräsidenten Erispi gmgen von dem Reichskanzler Fürsten von Bismarck, sowie von dem Staatsminister Grafen Herbert Brsmarck herzliche Neujahrsglückwünsche zu.
Gegen die Entscheidungen und Entschließungen des Landesversicherungsamts findet ebre Beschwerde an Unser Ministerium des Innern und der Justiz nur in den durch Gesetz ausdrücklich vorgesehenen Fällen statt.
Urkundlich Unserer
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Gießen, 3. Januar. Der Kalligraph Herr Gottlieb, dessen wir schon einmal in ann-kennender Weise gedachten, wird seinen Unterricht morgen Freitag beginnen. Der Nutzen einer schonen und güäufigen Handschrift ist für Beamte, Kaufleute rc in
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X°‘äutrft^ngÄ£rnInserat ErthLun«
Gießen, 3. Januar. Dem Vernehmen nach soll die Schüler'scke Lieaensckaft ?m ^or, Haus mit Garten, letzterer 5 bis 6 Bauplätze enthaltend in
den nächsten Tagen zuerst im Ganzen, eventuell in einzelnen Abteilungen fre"willia versteigert werden. Der Termin wird noch bekannt gegeben werden.
Vermischtes.
ssTM •‘«SÄÄÄk1 s tea P?b ^che neu gegründet worden. Aber auch ein gewisser Nachlaß bat sieb »^stellt, seitdem die Kriegsbefürchtungen, welche zu Anfang dieses Jahres herrschten, sich Ulehr und mehr zerstreuten. Es ist das ja begreiflich sollte aber nickt roelSa m ^Ohl geeignet, einige Stellm des Erlasses mitzutheilen,
ib,°3 dreutzische Centralcomitä in Berlin unterm 10. October 1888 an seine ir?T1 a8* insbesondere an dasjenige zu Brandenburg, richtete. Das dort Gesagte gilt auch ganz für die übrigen Gebiete des Deutschen Reichs^
aus, daß nach dem „Organisationsplan der freiwilligen rntkir. 0c k?e m,Dom 3* September 1887 allein die deutschen Vereine vom b Ritterorden, welche aber für Hessen nicht in Betracht kommen » Ä H*C09q?nitPt§bicnft 8U unterstützen, während sonstige Gesellschaften,
welche zu den deutschen Vereinen vom rothen Kreuz in keiner Beziehung sieben von T h ättakei? un0;i £ bfr b c ausgeschlossen sind. Es wird deshalb^eine lohnende
»tir ffntfnifim? Lr 8t7®*??ntAn Gesellschaften, wie solche in früheren Kriegen vielfach fur d'e Folge nicht mehr in Aussicht zu nehmen sein. „Wir erhoffen (heißt es dann weiter) deshalb auch eine wesentlich gesteigerte Aus- die vorerwähnte tr schritte machen^wird, je mehr
der Vereinsckättof-tP ?e8 Drgauisationsplanes, wonach im Kriege außerhalb zur ©ekunn Ämllt \ 9Sc[cll!c Dom rothen Kreuz eine andere Vereiusthätigkeit nicht zur Leitung kommen kann, in immer größeren Kreisen der Benökkernnn inr e?»
0fd?n0t hinzuwirken, dürfte vornehmlich Aufgabe
sick Zumal dadurch der vielfach der Bildung von Zw^oereinen
Einwand, daß man bereit sei, die freiwillige Krankenpflege im Krieaes^ve/sckieben"^tt^' aber die Bildung eines Vereins bis zum Eintritt eines Sl?0e$ WoIIc' can Avden verliert, die Ansicht, daß eine genügende Leistungs-
^ric0c uur durch eine im Frieden dauernd belebte Organisation erfüllt die ^riedensckät??k m$r Zugang verschafft und damit gleichzeitig eines der mirb5 9lH^hLa®HAi.er am erheblichsten schädigenden Hindernisse beseitigt ru tsache, daß ohne vorbereitende Thätigkeit im Frieden keine wirk- fönnem"51 0(61 toc0c mÖ0li(6 roirb nicht oft genug aufmerkjam gemacht werden für £nfIr ß,ai?b o™0lIcn wir hierauf aufmerksam machen und hoffen auch
VeretnsthLtigkett. Öa<$e ""Liegen kam, erneute und oerstSrkie Deretnsbtldung und „ipT nJ7;Äri.I?Vurt,v1, ^anfuaL Während der Neujahrsnacht ist hierorts diesmal ?ehpnU rinn 0Ctmei*?1 Unb ^ar solcher, über den selbst der Gutmüthtgste nicht htnweg- Ää?ck/ on'f i(5)t nur wurden zahlrerche Feuerwerkskörper, darunter die beliebten hPnn?rtfZ U^ r Straße und inmitten zahlreicher Personen losgelassen, sondern auch k Flammenangejünbet und — trotz des kleinen Belagerungszuftand.s— ba5cncu.c äahr angeschossen. Letzteres ist ein Unfug, wie er nicht schlimmer QHA^biSmni11 f?£n unb nk 0eM cS bet demselben ohne Unglücksfälle ab. So denn
L Sinern jungen Mann, der seiner Freude über den Beginn des neuen Fnnnpn anbcr$ als durch das Abfeuern einer Pistole glaubte Ausdruck geben zu können, zersprang die Waffe in der Hand und verletzte ihn in schmerzhafter Weise • pinpn e<Srf?’^en .K^rnwarkt wurde der Wirth zur Walhalla und dessen Tochter durch ^nen Schuß verletzt. SDamit war aber des Unfugs noch nicht genug- in mehreren k L" ^rden. die Fenster der^Parterrewohnungen zertrümmert, die Feuermelder 0rr $^anb 0eiO0en' mehrfach kamen Prügeleien vor-und was m T sind. — Am schlimmsten ist aber wohl die Sylo^ternacht in Sammeno^ltfto^nmurbe^ ,£n' bd dner £n,ftanbcnen ^us-L ein — Die Eisbahn in Heddernheim, über welche ich s. berichtete mar besucht; man spricht von 7000 Besuchern, ^aä @iä ift natürlich bei diesem gewaltigen Andrang fein besonders gutes mehr aber bie Einrichtung, bis tief in die Nacht hinein dem Eissport bei elektrischer Beleuchtung bie gewaltige Eisfläche ist durch 10 Bogenlampen taghell erleuchtet — huldigen zu fönnen, läßt darüber hsilwegsehen. Die Lokalbahn Frankfurt Eschersheim vermochte m i6t^9Znapr^litha0 blm ^"b^"0 ni<?? zu genügen. Hunderte von Schlittschufläuf^n wußlen gern oder ungern den weiten Weg nach Heddernheim zu Fuß zurückleaen. Uebrigens war auch die Eisbahn im Palmengarten außerordentlich stark besucht ^Ama^a?bur?/rL Der Ehefrau des Raubmörders Dauth, welche am
Samstag vom hiesigen Landgericht von ihrem Mann auf ihren Antrag geschieden wurde, ist ebenfalls gestattet worden, für sich und ihre Kinder eine NamenLänderuna 5rau ftc6t als S'ew°rd-sse im Dienst einer Bremen?
rfÄiÄ‘.?;,sta“s,n*Ä 1889 ""
W 1$ r*® b^ patriotische Gesinnung der bekannten Firma und hoffentlich findet diese Gesinnung beim großen Publikum, welches sich noch immer nicht ganz von ausländischen Chocoladen- und Cacao-Fabrikaten in dem Glauben bIÄ besser seien, während sie in Wirklichkeit von der deutschen Chocoladen-Jnduftrie in Bezug auf Güte und Preis weit übertroffen werden, die entsprechende Würdigung. '
thatsächttch^zuk!mm^^b 3nbuftric bei dem Publikum die Unterstützung finden, die ihr . 3n einem Städtchen in der Nähe von Mühlheim a. der Ruhr hatte ein fcn0Ar/*b Ct.nue Lri0Cr Postvorsteher vor Kurzem sein Amt angetreten. Die Sorge für die Sicherheit der vom Postamte bis zum Bahnhof zu transportirendcn Postsachen ließ den jungen pflichterfullten Beamten auf den Gedanken kommen, eine Probe anzustellen, inwieweit sich bie Zuverlässigkeit der die Postsachen transportirenden Unterbeamten erweisen wurde. Er setzte zu diesem Zweck einen Probe-Raubanfall in ^cene, indem er dem Unterbeamten an einer abgelegenen Stelle auflauert- und im rechten augenbhcfe „Geld oder das Leben" forderte. Wie groß sich in W rechten Ausblicke die Zuverlässigkeit seiner Unterbeamten erwies, erfuhr der £>?rr Posi- in der denkbar überzeugendsten und schlagendsten Weise, da die Leute Rufen: „Ich bin ja Ihr Vorgesetzter, es ist ja nur eine Probe", keinen b fr dH CbCnfCn rooUtcn "Nb ihm vollständige Ueberzeugung ihrer Zuverlässigkeit
Literarische-.
r Denjenigm Lesern dieser Notiz, welchen daran liegt, ein wirklich praktisches, eleoante^ unb dabei wohlfeiles Schreibtisch-Requisit zu erhalten, kann auf das Beste
Moser'- Rottzkalender als Schreibunterlage für 1889 (Größe 24 zu
1 ^o0 00" Julius Moser, Berlin W. 35, empfohlen werden.
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lungen^e^en rocSen^11 Buchhandlungen, sowie die besseren Papierhand-
Telegraphische Depeschen. ,
Wolff s telegr. Correspondenz - Bureaus
. . derli«, 2. Januar. Das „Militär-Wochenblatt" veröffentlicht die Verleihung wärttge^Amt^ C^ne8 Hauptmanns an Wißmann und seineEommandirung an das aus- - Das Staatsministerium hielt beute Nachmittag 3 Uhr eine Sitzung ab.
. «arzsruhe, 2. Januar. Der Großherzog ließ anlätzlich des Jahresschlusses dem Staalsmtmsier Turban, sowie den Mitgliedern des Staatsministeriums ein Handschreiben zugehen, worin es heißt: „Sehr befriedigend gestaltet sich mein Rückblick SwV?» UCh? 10in bem ereignißreichen Jahre 1888 von
! h 1 r ?be* c?? mit ?te Sorgen und die Pflichten der Regierung zu e^i! n^non »"uächst läge tch aufrichtigen Dank für alle Hilfe,die
^Cr^rhwLUnb Jn,alIen ^agen mit fo großer Hingebung gewährt haben. Frei von ^^bstliebe, frei von Vorurtheuen stehen ^>ie über den wechselnden Zaat^ hrpttfh9.tbpnnfi*ben} Parteistandpunkte und helfen dadurch das Steuerruder durch hir ttSr hp1cy/ntan'; Dankbarkeit schätze ich die treue Mitwirkung
Ab P 8 Staatsministeriums an den vielfachen, Ihnen obliegenden, zum Theil so schwierigen Reglerungsarbeiten. Ich ergreife diesen Anlaß, Ihnen Allen für treues Walt»! und erfolgreiches Wirken meinen warmen Dank zu sagen Wie K uaäe ? ?ud) 4? ncuen Jahre auf Ihren und Ihrer Eollegen treuen Bei- gemetnsamen Fürsorge gelingt, die vielfachen Aufgaben, ^fe behandeln erfordert, zu gutem Ziele zu führen. Trachten orungen in dieser Arbeit, welche so leicht aus dem leidenfcha'tltchen S?1? Parieren und Anschauungen sich ergeben können, durch möglichste Unbefangenheit der Regierung überwunden werden." ö 1 B
4 ?? hiesige Handelskammer wählte für die nächsten
präRbernten>*<ömUn^ ^iurichsen zu ihrem Präsioenten und Robert Mestern zum Vice- mürben8?,a ^lc baf „Telegraphcn-Correspondenz-Bureau" vernimmt, h,? SRrahhent §»rb . kbXr. e‘"annt: Richard Graf Elam M.rtmitz
®cr ber niederösterreichischen Handelskammer Rudolf Jsbary, der Land-
^hPhn?wDi*npr JHhbem OLierretch Christian Graf Kinsky, Kämmerer Johann Graf Ledebur-Wicheln, der Probst des Collegtatkapitels Vysehrad Dr. Anton Lmz, Kämmerer Arthur Gras Potocki, Dombaumeister Friedrich Baron Schmidt, Ministerialrath i. P. Franz Ritter oon Schneider, Universitätsrath Professor Hofrath Ritter von Sickel der zweite Präsident des vbersten Gerichtshofs von Stremayr, Äämmerer Gutsbesitzer von^Fr^keust^n"" ' Hohenstein - Sardagna, Geheimerath Gesandter Carl Freiherr b.,i-ck Der Zustand Floquet's, welcher bereits einige Zeit hin-
bur*nin To'ge von Erkältung unwohl war, ist durch die gestrigen Empfänae etwas verschlimmert worden, so daß derselbe das Zimmer hüten muß. * PT 0 9
. , 2. Januar. Die Königin verlieh Sir Henry Drummond Wolff
dem brurschen Gesandten in Teheran, das Großkreuz des Bathordens. '
~ ? einer Meldung des Bureau Reuter aus Teheran hat in Folge der 8u™u® anann‘.ff “6tt bein Äarun bie kr-nzösisch- R-gicrimg einen Viceconsul
Frühja^ Mffnbenlo?^1 ’8oxbtxttom»m clne Reise nach Europa, welch- im des m”nTüJr'b?nTar" ®otid’aftcr Bruck das Großkreu,
Newyork, 2. Januar. Nach Berichten aus San Francisco hatten die Beob- ^ürUb?peilm?bnnMabCni Sonnenfinsterniß auf verschiedenen Stationen guten Erfolg.
€ ^h^ahl berselben wahrte die totale Verfinsterung 110 Sekunden. Bei der T?mnpr?tUCCa (.^coaW an mehreren anderen Punkten wurde beobachtet, ^aß die Temperatur wahrend der gänzlichen Verfinsterung um mehrere Grade fiel.


