Zur Statistik der Gewerbekrankheiten-
Wie die Unfallversicherung zur Unfallverhütung führt, muß auch die Kranken- verstchelung Veranlassung zu einem allgemeineren und weitergehenden Verlangen nach Krankheitsoerhütung erwecken; besonders wird sie auf die sogen. Gewerbekrankheiten mehr Aufmerksamkeit lenken, als ihnen bisher gewidmet wurde. Zuvörderst erscheint es erforderlich, an der Hand der Statistik zu Erfahren, welche Berufszweige sich durch häufige und lange Krankheiten auszeichnen. Leider liefern die bezüglich der Krankenversicherung im Jahre 1887 vorliegenden statistischen Veröffentlichungen über diese Krane wenig Material.
In den einzelnen Krankenkassenberichten sind die Berufe zu wenig geschieden. Selbst die Betriebskraukenkassen geben keine sichere Auskunft, denn in den einzelnen Fabriken sind meist Arbeiter und Handwerker verschiedenster Art vereinigt. Auch die Innungen umfassen oft die verschiedensten Arbeitszweige; z. B. findet man Schlächter und Stellmacher vereinigt, ferner „Schlächter, Pfefferküchler und Bäcker" u dergl • immerhin geben aber die Berichte über die Jnnungskrankenkassen noch das beste Material zur Beurtheilung der Kränklichkeit in den einzelnen Berufen. Es hat sich nun ergeben, daß die höchste Zahl der Erkrankungsfälle, nämlich 0,67, auf ein Mitglied, auf die Baugewerbe entfallen, es folgen die Metallarbeiter mit 0 40, die Holzarbeiter mit 0,32, die Schuh- und Pantoffelmacher mit 0,30, die Bäcker und Conditoren mit 0,27, die Fleischer mit 0,26, die Schneider mit 0,23, die Weber Wirker und Tuchmacher mit 0,20 und die Barbiere und Friseure mit 0,14 Erkrankungsfällen auf ein Mitglied. Dagegen war die durchschnittliche Krankheitsdauer am höchsten bet den Barbieren und Friseuren mit 20,5 Tagen auf den Erkrankungsfall, es folgten die Schneider mit 19,2 Tagen, die Weber, Wirker, Tuchmacher und Fleischer mit 16 Tagen die Baugewerbe mit 13,2 Tagen, die Metallarbeiter, Holzarbeiter, Bäcker und Eon! ditoren mit etwas über 12 Tagen und zuletzt die Schuh- und Pantoffelmacher mit 10,5 Tagen.
Mit Einführung der neuen Formulare für die Nachweisungen von 1888 ab soll nun versucht werden, dieselben für derartige Untersuchungen weiter zu verwerten Allerdings macht Eulenburg in seinem Handbuch der Gewerbehygiene darauf auf-' merksam, daß außer der Einwirkung der Gewerbe auch die häuslichen Verhältnisse der Arbeiter, die Krankheitsanlage und die ganze Lebensweise derselben zu berücksichtigen sei, bevor man zu einem endgiltigen Urtheilc gelange; ebenso gehöre eine ganz genaue
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hCn technischen Vorgängen dazu, um dm Einfluß der Gewerbe auf, den Organismus beurtheilen zu können. Dagegen hebt Hirt mit Reckt beroor hab mehr als blose Reflexionen liefern wolle, man die Statistik unter keinen beUackten^mgssp^ren könne und daß man sie gewissermaßen als das Fundament betrachten müsse, auf welchem man baue. Der Weiterbildung der Krankbeitsstatistik daher noch ein weites und dankbares Feld offen, und es ist zu hoffen daß dieselbe dazu beitragen wird, den Grundgedanken der ganzen Arbeiterversicherung die Lage der arbeitenden Massen zu verbessern, immer mehr zu verwirklichen. ’0' 0
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär).
Es starbm an:
Zusammm:
Erwachsene:
1
September 1889.
Sterblichkeitsziffer: 41 Kinder
Wöchentliche Neberficht öer Todesfälle in der LtHebem
39. Woche. Vom 22. September bis 28. ~
3 (3)
4 (3)
, . ?urn: Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen
im vom : 2.-15. Jahr
Gehirnschlagfluß
1
1
1. Lebensjahr >
Gehirnentzündung
1
1
Entzündung der Bronchien
2
1
1
Organischer Herzkrankheit
1
1
Lungentuberkulose
2 (1)
2 (1)
Gehirntuberkulose
1
Diarrhöe
2
_
2
Abdomtnaltyphus
1 (1)
1 (1)
Krebs
1 (1)
1 (1)
Diphtherie _________
3 (3)
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