Nr. 29 Zweiter Bla«. Sonntag den 3. Februar
Kichmcr Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bttteaitt
Schulstraße 7.
Erscheint tüglich mit Ausnahme des Montags. - :JS Kreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die-Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 U
Amt kicher Hßeik.
Im Jahre
234
3
5
8
aus rein
katholischen
Zusammen
Ehen
aus Mischehen
evangelischen Ehen
461
427
1887
1888
aus israelitischen
Politische Ueberfieht.
Gießen, 2. Februar.
A^S!err?cr unehelich geborenen Kinder vertheilen sich in folgende Berufs smt, 210 Huus-, Kinder-, Laufmädchen, 8 Haushälterinnen Köchinnen 13 Jägerinnen, Kleidermacherinnen, Ladnerinnen, 7 Fabrikarbeiterinnen 12 nbn/ Berufsausübung, 10 Taglöhnerinnen, Wäscherinnen. ^^nrarvettertnnm, 12 ohne ,in Derhältniß der Anerkennung der Vaterschaft ist gleich den vorderen Jahren 'in s-hr geringes gewiteu. (Segen voriges Jahr wurden 2 Kinder mehr anerkannt
» ■» -- f«. u- o.hn ..d Dll.
Sieben, am 29. Januar 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
——_______________v. Gagern.
r. Der „Relchsanzetger" veröffentlicht eine an den Kriegsminister Bronsart von Schellendorff gerichtete CabinetS-Ordre des Kaisers, in welcher der Monarch, um Vas Andenken seines dahingeschledenen erlauchten Freundes, des Kronprinzen Rudolf Wpnimdi fd rei£t' e?re2' be!i^u' ba6 btc Olsiziere des Katser-Franz-Garde-Grenadier- Regrments und des 2. Brandenburgischen Manen-Regiments Nr. 11 Trauer auf 8 Tage anzulegen haben. (Kronprinz Ruvolf war Chef des letztgenannten Regiments und E>enerab:iemenont ä la suite des Kaiser - Franz - Garde - Grenadier - Regiments.) Die kaiserliche Kundgebung wird vom „Retchsanzeiger" durch einen dem hohen Entschlafenen gewidmeten warm empfundenen Nachruf eingeleitet.
. . Kommissionen des Reichstages hat diejenige zur Porberathung
des Genossenschaftsgesetzes den sechsten Abschnitt des Entwurfes, betr. die Aus- °'"n?und Itquibütton der Genossenschaften, erledigt, während die Commission für DI- iorg^ngsgesetz am Donnerstag die 15 und 16 der Vorlage erledigte, wmden n" d,K°S'°pben b-tren-n die F-sls-tzung und Bemessung der Beiträge und .b 6ejugU(tien $eftlmmungin im Sinne des von den nationalliberalen Ab- Kuhl und Oechelhauser vorgeschlagenen Capltaldeckungsversahrens abgefaßt.
si ec£a5 Gta|f<n ber Versicherten gebildet werden - Classe I mit einem stn» 400-"*' 6laffe 11 mit cincm solchen bis zu 550 vH., Classe III mit J ®erb‘.n^ 6 5 äU ,0° Elaste IV mit einem Verdienst bis zu 850 M und . m L”" .1"",“ "ber 850 vH. hinausgehendcn Jahresverdienste - und werden die zu B.rstchernden in diese Classen nach bestimmten Grundsätzen eingereiht. sR.|*ai^ni .0emc*n erwartet wurde, ist nunmehr der jeitherige Staatssecretair im Dr Echelttng, zum preußischen Finanzminister an Dr. von ? L® “Mrn.Qnnt 1DDtben' Als defignirter Staatssecretair tm Reichsjustiz- nmM0"? 'S h" Un'erstao'sstcrctair in der elsaß-lothringischen Regierung, Herr * Sir - <n ®ellcr be§ gewesenen preußischen Ministers des Innern.
fnrmriA bringt der Telegraph jetzt tagtäglich eine Fülle sich
ffrn^r.^f ublr|turie"betJDielbungen, bie in erster Linie von dem mächtig erschütternden m un rfesnCU-« ’ be" baS ,abc Hinscheiden des Kronprinzen Rudolf auf die iTä 'finb .Kevolkerungskrelse der österreichisch-ungarischen Monarchie gemacht hat. Zahlte (1 b b^ Kundgebungen innigster Theilnahme und aufrichtigster Trauer, welche dem rnh b » rOff?nenIr6etS6erb0u,c Oesterreich-Ungarns, vor Allem dem Kaiserpaare KailerO^a'""'. ''^"'^^"^ Stefanie aus allen Schichten der Bevölkerung des S" | b °?-ng-broch- werden. Vor der Große dieses entsetzlichen Unglückes
? ? b 9i"l<b be8 Doppelaares sonst so durchwühlende unselige Natto-
be^/nhsh^6«*'16 meint1" ‘ieftrJ:r‘Iuer st-b-n ad’ die mannichsaltizen Rationalitäten der habsburgitchcn Monarchie im Geiste an ber Bahre des edlen Kaisersohnes. Daß b°k politische Leben in Oesterreich-Ungarn vollständig
baf »bSmSÄ-°n “nb besonders charakteristisches Symptom hiersür ist
das plötzliche Au,Horen der lärmenden «-tudentenkundgebungen, welche in den letzten -ragen die offen« che Physiognomie der ungarischen Hauptstadt -erunsterte».
„„r16, Tragik welche das jähe Hinschetden des Kronprinzen Rudolf in sich schließt, bie flmHi*en£ eranb.e Erhöhung erfahren. In ihrem nichtamtlichen Theite schreibt die amtliche Wiener Zeitung" in ihrer Nummer vom 1. Februar, daß sich der Kronprinz in einem Anfälle von Sinnesverwirrung den Tod durch Ren-"^en°l°er,chuß selbst gegeben habe! Noch am Donnerstag war die
K"lse welche sich zum Mundstücke der Gerüchte gemacht hatte, denen zufolge Kronprinz Rudolf keines natürlichen Todes gestorben sein sollte, deshalb constscirt b^Kr?' m“1,8* blc "wiener Zeitung", also das anerkannte amtliche Organ
... Ö " 9tc0lerun0- selbst die Bestätigung dieser Gerüchte, nur daß die Wahr-
eln inCher «Arrf°rfCitl aUtet’ 6at bex^xbe eines der mächtigsten Reiche,
Manmsjahre stehender Fürstensohn, den das denkbar etoe orne^mb^ h.? rtf' .b'e innigste Liebe und Verehrung seines Volkes umgab, dem und bedeutende Zukunft winkte, den Tod gegeben - warum, warum» b°a hie "p^sien Tage die Lösung dieses tief ergreifenden Räthsels, bIelb* flc .Oaä Eeheimniß weniger Wissender - gleichviel, die Theilnahme M burAM11, ffnHbüm-,,a6bWT Pt*“’ baS ^-st-rreichs Kaiserhaus betroffen, kann EL. b Entsetzenskunde, daß der unglückliche Fürstensohn selbst Hand an sich l«ir9\”UJ Up* erhöhen und diese allgemeinste Theilnahme wird sür das hartgeprüstt Kaiserhaus ein Trost in diesen schweren Tagen sein.
Die Samoa-Angelegenheit Hai durch die deutscherseits erfolgte Kriegs- Wromb Qbnebebdn,f blUrf? mnbIinCn W ™alaQfQ -in- interessante Wendung er- nrorrfa b b-d-ulet dieses Vorgehen offenbar zugleich einen geschickten Schachzug Bis- gegenüber dem Washingtoner Cabinet. Letzteres selbst tritt fortwährend sehr friegerifd; auf, dennoch schließt das seltsame Gebahren der leitenden Kreise in Washing- |
Zusammen
234 $m?h°ApnDprLH* m ^alr-e ^1888 geborenen Kindern waren 193 Knaben und 334 Mädchen ehelicher und 85 Knaben und 75 Mädchen unehelicher Geburt.
, Knaben
kamen ehelich zur Welt 222
•• n w tt 193
t mithin in 1888 mehr Dte ehelich geborenen Kinder entstammen: • rein aus rein
„ - ■< - - • Ehen \5U(n
Knaben Mädch. Knaben Mädch. Knaben Mädch.
I hl In n Ä
I keinesweas°au^"Ra^ D-rständigung zwischen Deutschland und Nordamerika ! S ’ k ' P2“? <*ner1 bem nordameilkamschen Senat gemachten Mittheilung des Präsidenten Cleveland ift ein neues Schreiben des deutschen Reichskanzlers an die @rSn^co-$aÜ0en\^?A?ebe?®oaf”0e untcr»cSs- doch war der deutsche Gesandte Fortsetzuna'^r r n,nformltt- ob das angekündigte Schreiben die Aufnahme^debs^Gegenstande^vorsch!age^^" eini ->°"-liche Reu-
Itatistische Mittheilungen über den Civilstand der Stadt Gießen im Jahre 1888.
Mitgetheilt vom Standesamt Gießen.
bi.felben‘119,6^^5 15. 1888 6etta0en 134- im 3=6« 1887 betrugen
Hinsichtlich der Confesston der Eheschließenden wird Nachstehendes bemerkt' 114 protestantische Männer heiratheten Protestantinnen
Bei 7 Ehen war der Mann evangelisch, die Frau katholisch
" , " •• katholisch, „ „ evangelisch,
' J.' » -< evangelisch, „ „ dlssidentisch,
heiratheten Mn ihres^BekennMisses" ^^ubensgenosssimen, 5 israelitische Männer 9iPAmi5)f!nflbur0e-Sli^cn Eeruf nach oerheiratheten sich 17 Aerzte, Künstler OffiUere
Lchrer, Rentner, 24 Kauf- und Handelsleute, Commis, @aftÄ
Lere?* ^ebülfen, Fuhrleute, 9 Unterbeamte, Scribenten, 3 Militär- 6 Kuffcher und Fuhrlem! “ ®“bnarbeiter' 13 T°g-bhner und Dienende aller Art, VON n„L^!C,!Cn<^ ra,a?ncr n°bmen Frauen aus Gießen, 12 Gießener Männer Frauen von auswärts, 28 Gießener Frauen Männer von auswärts, bei 47 Cbefchllebunaen roaren die Eheschließenden von auswärts, aber dahier ansässig bei 18 war her >TOnnn auswärts wohnhaft, bei 22 war die Frau dahie? d r Mann Lswärts wohnhaft bei einer waren beide Eheschließenden auswärts wohnhaft 6etrat6eto ffi«taenan23 '' 4°6 l-dtg-P-rsvnen, 4 ledige Männer
eine SBiltoc ‘ ' 23 281 ehelichten ledige Frauenspersonen, ein Wittwer ehelichte
Eh-schließungen wurden je ein Kind anerkannt bezw. legilimirt. unb 309 Siabdi *m J“r,reh 18%,,b°blcr k?enb S-borenen 587 Kindern waren 278 Knaben weniger geboren ' f mi‘bin 0e0en b“03a^rl887 26 Kinder und zwar 26 Knaben
S,u‘b'“*s b“ S*'äub‘ ”*«" S--.-- m-d M ta
©iefcen, am 31. Januar 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. GttgerN.
164 194 Än7 n «"ch. Knaben Mädch. Knaben Mädch. Knaben Mädch.
7 8 3 6 19 26 193 234
Hierunter sind 5 Knaben, 3 Mädchen enthalten welche hahier in h«»r rv«!- bindun^anstalt geboren wurden und deren Eltern auswärts wohnhaft sind.
- ic nr¥te "^Äelichen Geburten vertheilen sich auf 117 Mütter eoanaeliscker 40 97?rttt»r 0lÄ'Ä ''rE'»" 6eonfefr.o” 133
Bietzen wohnhaft, von letzteren waren 26 evangelischer und 1 katholischer Religion Privatwohnungem Geburten erfolgten 133 in der Entbindungsanstalt^ 27 in
3n der Entbindungsanstalt wurden im Ganzen 145 Kinder lebmd geboren.
bcr Geburts- bezw. Wohnorte sind von den Müttern der
Ää.7; K»
ben unehelichen Kindern befinden sich 3 Mädchen, welche von Wittwen Sengtön.6'6 " rautbcn' $on b-" Witlwen waren 1 evangelischer und 2 katholisch^
, 1OO^ mithin in 1888 weniger
29
5
34
-x>rn Zahre 1887 wurden unehelich geboren
82
70
152
» " 1888 „
85
75
160


