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26.4.1888 Erstes Blatt
 
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Die Krankheit des Kaisers.

Berlin, 24. April, 6 Uhr N. Der Kaiser verbrachte Nachmittags längere Stunden außer Bett. Nachmittags suhren der Kronprinz und der Großherzog von Baden vor. General v. Albedyll verweilte eine Stunde beim Kaiser.

Berlin, 24. April, 8 25 N- Der Verlauf der Krankheit des Kaisers in den letzten Tagen, namentlich das zwar langsame aber stetige Herabgehen des Fiebers bestärkt die Hoffnung, daß der vor 11 Tagen begonnene Zwischenfall überwunden werden wird und daß das ursprüngliche Leiden wieder seinen normalen Verlauf nimmt. Die Temperatur hielt sich den heutigen Tag über auf ungefähr 38 Grad, überschritt also nur wenig das Normale. Dem entspricht auch die Stimmung und das Aussehen des Kranken. Der Kaiser war heute Vormittag, als er die Aerzte empfing, in gehobener Stimmung. Sein Frühstück hatte er mit Behagen verzehrt, wie denn zur Freude der Aerzte die Ernährung sichtliche Fortschritte in ihrer Einwirkung auf das Befinden des Kranken macht. Die begreifliche Gemüthserregung vor und während des heute Vor­mittag ftattgefnnbenen Besuches der Königin von England hat bisher keinen nach- theiligen Einfluß auf den Zustand des hohen Kranken gezeigt. Das Ergebniß der heutigen ärztlichen Feststellung ist das, daß die Aerzte, die den Kaiser eben verlassen hatten, als die Königin von England eintraf, der Ueberzeugung sind, es werde, wenn die Tage des jetzigen Besuches trotz der mit ihnen verbundenen natürlichen Aufregungen ohne schädlichen Einfluß bleiben, die in der Krankheit eingetretene neue Ruhepause von längerer Dauer sein. Fiebermittel werden nicht mehr angewandt, die Athmung ist ruhig, nicht mehr beschleunigt. Der Kaiser ist frei von Schmerzen, und daß man für die nächsten Tage Zwischenfälle nicht befürchtet, beweist auch der Umstand, daß Pro­fessor Krause, der bisher an den Nachtwachen Theil nahm, den Aufenthalt im Char­lottenburger Schlosse seit heute aufgegeben hat und nur noch zu den Consultationen hinauskommt. Es bestätigt sich vollkommen, daß die Königin von England ihre freudige Genugthuung darüber ausgesprochen hat, daß sie den Kaiser in besserer Ver­fassung antraf, als sie erwartet habe. Die Selbstbeherrschung der Königin und wohl auch die vorherige Einwirkung der behandelnden Aerzte hat bewirkt, daß die Begeg­nung mit dem Kaiser ohne eine dem Kranken schädliche Gemüthserregung vor sich gegangen ist. (F. q )

Berlin, 24. April. Das heutige officielle Bulletin von 71/2 Uhr Abends lautet: Der Kaiser fieberte zwar heute Nachmittag ein wenig, Abends nahm jedoch das Fieber ab. Das Allgemeinbefinden war verhältnißmäßig befriedigend.

Mackenzie, Wegner, Krause, Hovell, Leyden.

Berlin, 24. April. Das Aussehen und der Kräftezustand Sr. Majestät des Kaisers ist infolge einer recht befriedigenden Nacht bei einem geringen Husten und Auswurf besser, der Appetit kehrt wieder zurück, das Fieber steht auf 38 Grad.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers zeigt eine deutlich erkennbare Neigung zu einer langsam fortschreitenden Besserung. Das Fieber fällt in den letzten Tagen regelmäßig und zeigt heute nur 38 Grad. Die Aerzte hoffen in Anbetracht der objectiven Erscheinungen der letzten Tage und besonders hinsichtlich der Rückkehr des Appetits, daß das Fieber noch weiter fallen wird. Die bisherige ziemlich reichliche Aufnahme von Nahrung erfolgte nur auf das dringende Aurathen der Aerzte und hat gute Dienste gethan. Die jetzt eingetretene Neigung zur Aufnahme von Speisen ist ein erfreuliches Zeichen, trotzdem muß aber die Situation mit Vorsicht beurteilt werden. Die infolge des hohen Besuches eingetretene Gernüths- bewegung hat bisher noch keinen üblen Einfluß gezeigt.

25- Apr", 1236 V. Das Fieber stieg bei dem Kaiser in den Abendstunden wieder auf 39 Grad. Das Allgemeinbefinden blieb aber so befriedigend wie am Tage.

Berlin, 25. April, II Uhr 18 Min. sPrivatdepcsche.j Das Bulletin von 9 Uhr Morgens meldet: Das Befinden des Kaisers nach guter Nacht ist den Umständen nach zufriedenstellend, Fieber wie gestern niedriger. Da der Zustand jetzt im Laufe des Tages nur geringe Veränderungen zeigt, wird bis auf Weiteres täglich nur ein Bulletin ausgegeben.

Metzlar, 24 April. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wird die befugCHf®br°öBf^ ^ser Neuerung dne

Wum jEtben^i:alEni«rZaC?wrÄ"'Mrd^b' M

Mainz, 23. April. sGnadenerlaß.s Die Nachricht von dem militärfichm «ariEt^rlebdd,t.traf am Freitag Abend 8 Uhr auf telegraphischem fficge bkect oon Söetan bei dem Gouvernement hier ein mit der Weisung, fämmtllche der^Gnade des Kallas bkem r,^ißen Militärarresthaus befinden und von

jLeF,tm.f m Ä § betroffen worden, sofort aus dem Arresthaus zu entlassen, mnrpnurbfr uiwerjU0licb ausgeführt und an demselben Abend UM 9 Ubr $>^e Sa6[ anC Militärsträstinge wieder in ihre Kasernen eingerückt.

Die Zahl Derjenigen Mannschaften, welche durch die Gnade des Kaisers ihren Reai- X unbtirTä*tl|8^en,?°inCn f*b und dadurch die Freiheit erhalten haben, war hier ist auch vorgekommen, daß am Freitag Morgen verschied-n- Ä , Strafverbüßung in das Arresthaus ausgenommen worden

"nstassen wurden 8 b bctdt8 infolߣ des Gnadenerlasses des Kaisers wieder 5nrf, i^br-nksurt, 24 April Unser Frühjahrspferd-markt, bekanntlich der «tonet fto in .m fl°Cn Pserdemartte und daher Jubiläumspferdemarkt betitelt, Ito^nnt Weise vor seinen Vorgängern aus. Er ist nicht nur außerordeist- s ? a nAnktt,J°.nbeln *2. mlrb "uch ungemein lebhaft gehandelt und er erfreut sich $krherrn,r'fm?ft2B,C b'ite waren % der an den Markt gebrachten

SnwK und dabei ist noch ein voller Markttag vorhanden. Namentlich In 9000 t mh , h fcb£r iebhast. Für schwere Bierbrauerxserde wurden

und mehr bezahlt Luxuspferde fanden zwar weniger zahlreiche Abnehmer. 4500* 2 wurden j. B. für ein Paar Luxuspferde

nn^MtoÄtf \tlü0 l2 Uhr schließt der Markt. Die zur Verloosung

? und Wagen werden alsdann im Zuge durch die Stadt geführt und oLM-5 - i(mköaalIbau die Ziehung statt. Das Gesammtergebniß des dies- Ä ? roJtb zuversichtlich -in recht erfreuliches fein. - Die

Knrnn« i ioom öejetdjncten Beträge haben heute bereits die

2°° a; T Der neue Centralbahnhof soll, wie man in rPtopp92t® ? ern, Uest, Mitte des Sommers eröffnet werden. Wenn das nach dem »pftnurntinn t b I E ?£rbln(l§ bis jur Eröffnung Mitte August werden. Die Mprtohrt*ft ttfi t,bCk Euhnhof ist noch nicht vergeben. - Für die int nächsten Monat b!r, t«b *nlr°* m"t£riiationale Hundeausstellung sind bis zur Stunde stisstr^70 erreto^? Anmeldungen eingelauf-n. Die Zahl der Ehrenpreise hat die und werthvolle^Gabeir madl 1 n0l$ ^°p^csetzt. Es befinden sich darunter sehr schöne

2?'-?Grst. Die aufopfernde Liebe und pstegende Sorgfalt der Kaiserin ä1 h°t etwas Heroisches und Rührendes zugleich. Die hohe Frau, die fett vielen ."rn.k 11 bemÄtulLft °eubl tst, leben Wunsch ihres Gemahls, ja jeben seiner Gedanken m 4 p faf? ununterbrochen am Schmerzenslager des Kaisers. Der Krank-

d°n mr?8r UU? N°u lf-s-bteht was er haben ober geiban wissen will. Es ist mripa f. 1 ÄebJ Haudreichung von der Kaiserin gemacht zu sehen, sie reicht ihm

E'H0' ?lc ££ ® ttebt und ein Händedruck, ein Bestreichen der Hand, des Armes ist n "ben ^utsers Dank.Wie iverde ich das je gut machen"Ihr seid meine 9(' C?n bJe fettet mit solchen und ähnlichen kleinen Sätzen nickst verloren ö'a.1D£tben sie einen erschütternden Beitrag liefern jur Krankbcitsgefchlchtc des Staiferä, wie zur Erkennung seines tiefen GeMüthes und des hohen Glückes, das er in ktn Kind. Die jungen Prinzessinnen sorgen, wie dieMagd. Zig. berichtet, in dem Maße für die Mutter, als diese alle ihre Gedanken, all' ihr Haupt und Zierde richtet. Legt sie ihm das Kissen zurecht, ist et md>liefe er nur darum gut ein, und reicht sie ihm ein Glas, -in Buch, ein ©tuef Papier, -in-Blume, so verschönt sie ihm Alles.Mädchen für Alles!" - ein .Settel mit diesen Scherzworten lief unter, und wie viel Ehre bringt es der Kaiserin ein! Eine dienende Kaiserin, welche Majestät!

» o t a I t 4.

cmh ließen, 25. April. Gestern Dormittag stürzte auf dem Trieb ein biefioir roerb«?mu6ten9 UCf D°m ^ferbe' ba6 er bewußtlos in dieGermania" getragen

Uc bas Schickfgl des seit dem 24. März verschwundenen b? ? sines hiesigen Metzgermeisters ist endlich der Schleier gelüftet. Dasselbe bhn b^^rkassenen Andeutungen nach, seinem Leben durch Ertränken tn der Vabn f$te .^tche wurde gestern Nachmittag, in Schlamm und Sand fieckend, bet einer hiesigen Badeanstalt aufgefund'en.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's ielegr. Correspondenz. Bureau.

. . Berlin, 24. April. Die Königin von England mit der Prinzefsin Beatric- unh dem Prinzen Heinrich von Battenberg traf Vormittags um 8 Uhr 45 Mn auf hem Bahnhofe Eharlottenburg ein, wo sich die Satferin, das kronprinzliche Paar bi ^bprinzlich-meiningen fchen Herrschaften, Prinz Heinrich, die Prinzessinnen Vi-söria m ,P^a(,anb Margarethe, der Herzog von Rutland, der englische Botschafter mit dem Botschaftspersonal, sowie der Bürgermeister und der Stadtverordneten-Vorste^ r von Charlottenburg zum Empfange eingefunden hatten. Die Kaiserin, das kronprinzlto" Paar und die übrigen Mitglieder des Königshauses begrüßten die Köniain norb im Salonwagen mit Kuß und Umarmung aus-s Herzlichste. $"r gronprin füb k bk ftomgtn aus bem Salonwagen nach bem bereitstehenden offenen vierspännig n Wagen Herauf fuhren die Kaiserin an der Seite der Königin, auf dem Rücksitz der Kron^' mit der Prinzessin Beatrice, gefolgt von den übrigen Herrschaften nach dem Schloß ^uxxawÄ^ °°" bh«Wta«£» Meng- mit' I-bhafL ' HoA^d

Berlin, 24. Äprisi Der Kaiser ist aufgestanden, um die Königin von England zu empfangen. Er zog sich nach einer herzlichen Begrüßung zurück. Die Königin Grifft ber Kaiserin Victoria wahrscheinlich zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags zum Be­suche der Kaiserin Augusta tn Berlin ein, wird bei der Kaiserin-Mutter den Tbee nehmen und von dort nach dem Palais sich begeben, welches die Majestäten als fron scha?^Mif,aÄ^lfmr°WbrstMsma7/?u/K^^

engU^en's^efebeL' ®°W| unb aot>nt fPäter einem @otte§bien ft* b?

nnt A 21 ^?rifL.. Die Königin Victoria und die Kaiserin Victoria fuhren

S^ten"bieMbe^gFeV^^r

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suhr von der Kaiserin Augusta aus nach bem fronorinHicben Sninia Königin

24. April. Bei der Kaiserin war um ft llfir nr j. r, i

an der die Königin von England, ihre Tochter Drinressin ^br Theegesellschaft, l

M'LSA LS7LL? AL'L- 5' finbet in der Schloßkapelle Gottesdienst statt 'Teilnahmen. Morgen Vormittag neten ^^betreffendbdbie^Verthetlmlg^der^öffeÄ?chen Lasten un"d die* G^b'd Ansiedelungen in Schleswig-Holstein in britter ßefuna nad ben Ltornt $Un8 ,le1ucr &fun0 an, genehmigte ferner bei, uon^^ben^^bflrorbneten^SroPattoe^ üubnnb^rE *'" borf beantragten Gesetzentwurf betreffend das Diensteinkommcn und die V-toi^n

,°A M L'7.,LL * S» iS

i .n ,,Reichsanzeigcr" publicirt heute die Erhebung der (Srnfo« -a , ^arouth unD ^adolm-Radolinski in den Fürstenstand ferner hie \eoIm§=

Herren Mirbach, von Scheel-Pless-n, der Herren^^v7n^^Flemming von d«O»I 5tei= non Alvensleben-Schonborn in den Grafenstand. Die Güter des Fürsten Radmin fortan eine Grafschaft in dem Fideicommißverband. ü Jtaöoltn bilbert

Berlin, 24. April. Professor Stölzl überreichte zu Anfang hes , von ihm versatzies WerkBrandenburgtPreußens Rechtsverwaltuna und ? CUt i b7S£'t£l-t «M Wirken seiner Landest°ürsten Lnd^^obersten Justtzbe°amttto, selben ber ',Post zufolge ein kaiserliches Handschreiben des Inhalts zug'ing den

b/tosbpr§i- Grund umfassender archivalischer Forschung ^den Bew^! ^.en, wie das königliche Haus mit rastloser Fürsorge gesicherte - Eckt hätten. rotC 8en1d,er barin bi£ Wohlsahri des Landes unk BoK

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Geburtshaufe und auf ein Festbanket zu beschränken 8 ' bem

ftimmte $t. 3U bero'Ut8en' fln' ®i£ -weste Kammer vertagte sich'auf"L

PariS, 24. April. In bem heutigen Ministerrath theilt der Minisiernrüsih- . Floquet mit, die Kundgebungen in den Straßen hätten aufgehört, die Regieruna bnu Vorkehrungen getroffen, um die öffentliche Rahe aufrecht zu erhalten^ $5? ? rnqn-trrV in0rogc5 um Uhr früh seine Reife nach dem Süden an bealeifi oon den Mtmstern Lockroy und Deluns-Montaud. Der Marineminisier' Krantz, wird einen Kreditantrag von 62 Millionen vorlegen für die BefestigungsarbkUp!! in ben Haten von Brest, Cherbourg und Toulon. Dieser Kredit wird auf^die R? gets von 8 Jahren von 1889 ab vertheilt werden. aut Dtc

>?iC^pu=lrtcnfammcr beschloß heute, den Antrag Barodet bEUkffend die Abschaffung der Ordensdecorationen, tn Betracht zu ziehen. Mimst-r.' erHSH^TPhnA UCpr bOtts «Legen die Jnbetrachtnahme des Antrags einzuwendm 5^^Francs^^Antrag selbst bekämpfen. Ferner wurde ein Zoll S 0 Pr?P1cdrQul ^hl und Mais angenommen, dagegen der beantrage Noll mtf m-i- n"fbÄb8de6ntM®« Marinem,ntst-r Krantz hat den bereits gemeldeten den Melonen für Hafenbefestigungen nunmehr eingedracht Von

pLiszfiL'umLe.^' Seine Departements unt.rzeichneten 32 "ein Manifkst

2-! cF?.r^' ®^e boulangistischeu Studenten beschlossen, gegenwärtig von sestationen abzustehen, jedoch energisch Stellung zu nehmen, falls die d^vocationen erneuert wurden. Das antidoulangistische Eomitö der Arbeitervartei gab die für heute beabsichtigte Manifestation auf. Dem Figaro" lufola? bp(ihfidv felh? ^rnft°n '^0/b^ux zu Gunsten der bestehenden Verfassung zu sprechen Das' aussp^chen. bcr Graf von Paris werde sich für die Revision der Verfassung