Ausgabe 
25.2.1888 Zweites Blatt
 
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< D-» Gießen, am 22. Februar 1888.

Das Großhcrzogliche Krcisamt Gießen

an die Grotzherzvglichen Bürgermeistereien des Kreises

W-SfiSär » Im Em M«.., »er ... dent z^ehun, b FE«-,.. u»

«, ,. Z".h"'»LE' **' ******- «» dl- den »les.,,.., ....«enden Protokoll, bl- iu.

In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie^denselben noch besonders eröffnt-,, mnfto, n^it-xvx < , <. m

1) ob die Anordnungen, welche Sie bei dem im Octbr. v. I. vorqeiwmmenen Wiesenaana netroffm^ff^; !°r.sel,be fünfte auf$ut:ebmett :

2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen'- zur Beseitiauna der bei dem diesinalwen rooen ftnb und welche nicht;

worden sind oder vorgeschlagen werden; hierbei wstdde»Wiesenvorständen L getroffen

Remignng der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos 2c.- auf die Entsernuna der SerMtotrnfm ' h»« Vs 3 » - name!!t[l$ auch auf die

wüsserungsgräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und au? bie nnfSfnnn i®rbfrouttslt8 den Be> und Ent- richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren' 3 e Verhaltung der Be- und Entwässerungsgräben zu

3) SSSt ® 3n65®aumaeuLnrgPube?iefenfIUten' Tmmen,(i^ We'3U beren Ausführung das Wiesenculturgefetz vom 7. Oktober 1830, wollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden^ hat und^daß diese ^"M?binnen der vom Meknvorstand^ru^b^ Wiesenbesitzer speciell eröffnen waren, als sonst die notbigen Herstellungen ans Kosten der ©äuntigen anaeorbnet roürb n S S Jl U b/stlmmenden Frist so gewiß zu beseitigen Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. JedenMs sind die von Tuen ae^offenen Ano 9efe^en 8W wollen Sie nach

kollen einstweilen zu erwDhnen. 1 ,ino oie von <®n*n getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzusendenden Proto-

Theil zu nebmL°s°/°st dies am We'd«'Pr'LLll" zkLL" 3 unter3ei^en- «n Mitglied des Wiesenvorstandes verhindert, am Rundgange Wiesen besitzen, oder solche zu bmutzenboder°zu°verwMm"^n1ch^mehr°vollst^ zwei Ortseinwohnern, welche

des Wiesenvorstandes vernehmen und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen°" ® b Gememderath wegen Ergänzung Dr. Boekmann.

Die Sonntagsruhe.

Einer der^schwierigsten Punkte bei Lösung der Arbeiterschutz.Frage bildet die Frage er Sonntagsruhe und wiederholt hat sich das R-icheparlammt m t b efer unstre tig wichtigen Angelegenheit beschäftigt, ohne sie jedoch ihrer besrie- Mgenden Erledlgnng entaegensühren zu können. Auch in der gegenwärtigen Eesfton unterliegt dem Reichstage wiederum ein auf die Sonniaasruhe berüa- k oUuD ^on ?^rs bageroeiener Antrag der C ntrums-Abgeoron-ten W Cert(-Ü?'!it6 zur ersten Lesum gelangte und in derselben cn eine blondere Commission verwiesen wurde. Ob aber der Antrag j tzt endlich zum Gnetz erhoben werden wird, dar steht noch sehr dahin, erstlich bewies bie beir Mu.» e.anf^Quunaen im R-ich-taqe Über die zweckmäßige Durch,

führung der Sonntagsruhe noch immer dedenkiich auseinandsrgcheu und darn erlcheim auch die Stellung der Regierung dem Anträge H tzs-Lteber gegenüber EAed^un^g"'aw>en ' roa^r^eintidb roirb derselbe aui) d e-mal nicht zur Gewiß muß ein derariiges negative, Resultat der parlamentarischen Er. örtenrngen uoer di- Sonntagsruhe im Jnt.reffe der zahlreichen Arbeiter und Ätea' Äbl4|6 biefec ^"hlthat entbehren müssen, nur beoaue-lich chcheffiem I deff.n gilt es auch andersens, die großen Schwierig. s » n zu ^Msichtigen. welche einer einheitlichen und zweckentsprechenden Rege- lung de-Frage noch wie vor entgegenstehen und die namentlich aus der im vorigen Jahre erhobenen geverbestatistischen Enquete über Sonntagsruhe erhellen. Dieselbe doenmenlirt vor Allem, daß in Kressen der Arbeitgeber wie der aa^MfAT^n1^!*6" bk ?°-llichke>t der Durchführung dec Sonntagsruhe ^'ch r.ene Anschauungen hemchen; so erklärten von je 1000 Arbeitgebern m ?ao*tn-.e?nK2! 23 3nteteff.nt(n der ersteren und 32 der letzteren Kategorie di voustanüge Durchführung der Sonntagsruhe für möglich; 39 resp. 4l hielten ,age en ein- Einschränkung für möglich und 38 resp. 27 erklärten diese gOTbenmg überhaupt sür undurchsührbrr. Diese auffallende M-inungsoenchie. ahm^fl*lil(,l,'life erklärt sich indessen'durch die

TJ 8 ber Arveitswetse in den einzelnen Branchen; in einem h b8t ,netIieb6i®elfl;. &dl 64 eben von jeher Line Sonnte gren bell gegeben, ® 861 ceitl? esugeführl, bei einem dritten Theile von Betrieben endelch ist bie -Lonn^gsarbeit mehr ober wenig r Regel und für deren Rotü- «»S?' roiIben WW Ut'a<bcn roie wikthschaftliche Gründe ns Gesicht u. e:5i6yau$ ll«ht aber wiederum hervor, daß sich bei Regelung der Fraae der Sonntagsruhe durchaus nicht alles überEinen Leisten" schlagen läßt* und bür nur" ^rhältniffe in Betracht gezogen werden wüsten. Er sei

mhrrf.P h,iho r.$. ,Verwaltungen des Post, und Eisenbahnwesens hingewiesen, w iche eide sich in der Enquete entschieden gegen die zu weitgehenden ftocbe. »n^3r" der Schwärmer für Sonntagrheiligung nach englischer Manier erklären be benannten Verwaltungen eingehend bar, daß die geforderten Be» ein?emXannrS» T°uu'ags°rbnt in den ihnen unterstellten Betrieben nur durch eine empfinolia-e Virlehung der VerkehrsJntereffen des Publikums wie der ies °nia°lls°"°dab ®(ere^barun9en J« erreichen sein würden. Klar ist indeffen b ^tafle der Sonntagsruhe, zunächst im Jntereffe der herber 1 B--s°ch! ommen en Arbeiterkresse, doch einmal zur Regelung kommen muß ® ,es em $u Gebiet, als daß er von oen gesetzgebenden Faktoren & Ärn7a<5!dhffi^roetben könnte. Das Bedürfniß nach weiterer gefe8, b6r Sonntvasarbeit mag nicht io dringend sein, al« cs von ,^e Eksececn immer dargestellt wird, aber wünschenswertb, ja nothwendtg ba& reichsgesetzliäiem Wege die herrschenden Willkürlichkeiten und iTre MeSte6träte.t6Un <5^ mürOen unb Etne wirkliche Sonntagsruhe in -- -- f..nhr 22. Februar. Was ist v n den im Gange begriffenen Ver, I

Handlungen über di- russttchen Wünsche in Bulgarien zu hoffen? - da, ist d e f 9»\bi bfllte unsere Politiker beschäftigt. D^e einen sino aeneut ' n'en"fiöJL dtfl.', Rußland auf dem Wege des Einlenkenr in d?e'frteo'lich'Ver ! Pänbiaung mit den Mächten zu erblicken, die andern sehen nichts anbet/.u D?reLen. Liis zu einer gewissen Etappe, so saam sie wtcb RA in hnÄ o;»r Rußlands mit dem Wunsche ber Mächte vereinbaren lass-»

I "°b-r mit der Einigkeit wahrscheinlich schLcht best-llt sein;

; u we^n Prricz F^dlnan?» gmge was sehr unwahrscheinlich ist, wer . wurde lm Lan e die Ruhe erhalten ? und wenn Prinz Fen.lriand bliebe was ! vorouszusehLN, wer sollt- ihn aus frm L^nde jagen? Jeder Versuch, diese i ^age zu beantworten, zeigt um bie Wahrscheinlichkeit ber hier beginnenden j uri-r ^eH und läßt UNS den Zeüpunkt erkennen bit ^ürft

! kro6en Reichstagsrebe andeutete, den Zeitpunkt ber

bei welcher Rußland in Folge tonet Tiupvenanhäuiung

' L'k'"" Sad-oengrenze in der Loge wäre, fester Stimme im europäischen ?reopa1- bßS volle G-wicht ,u verleihen. Also selbst wenn man dar vorstchtigs HervOltreien Rußlands auf den Loden ber Verhandlungen: aufrichtig unb ü n feinem tzinlergedanken eingegeben ansieht, so wich man sich nicht allzu- fest in den Glauben einlebeu dürfen, als t eibe die bulgarische Frage nn'm-yr von der Gefahr ab, bie sie für bin Frieden hatte; vielmehr ist bie grage nur flott geworden und treibt der gefährlichen Klippe n.mmehr zu, wobei wir allerdings die Hoffnuna keineswegs ousgeben, daß sie schließlich glücklich an ihr vorveigebracht werbe. Mehr noch als Bulgarien st-hr zur Zeit eine anbete ^uistsche Lebensfrage, bie freilich mit ihr zusammenhängt, im Vorder» grunbe des Intercffer, das ist die Frage des Rubelcurses. Der Rubel hat in unfern Tagen den niedrigsten Stand ccreicht, d-n er in Frledmszeiten je gehabt t b,e Uebsrzsugung ist allgemein, daß bie Bewegung noch nicht abge» )4.offen sk!. Selbst ruisische Blätter von gutem Ansehen sprech, n diese Be- au?' ®ie von einer geplanten Festlegung des Metüll. ,e ^a Popitrtultos hat bat Mißtrauen eher steigern als mindern müffen, ®öJn 'e.{ "^^bUf;Zrstung wird heute aus russischen Kreisen die Vermuthung angebeutet, tue russisch- St-ats.Finanzverwolluin stehe dem Drücken aus oen l!m .Aoliiß zn erhalten, einen möglichst niedrigen Metall.

Pier, bei der Umwantlum, des Papiecrubels ansitzen zu können. Das Gerücht verd ent immerhm Erwägung, wenngleich es sogar zweiselbast bleibt, ob für llEandlung der Rubels in Geld, selbst zum Preise von 1,50 M. irgendwo \ i»®1 /,ereit finden liege; bie innere Zwangsanleihe, welche itaK .S würde dem russischen Staatrkredit an sich mehr schaden als ihm die Umwandlung des jetzt so lästigen Pap!Lrrubels nützen konnte.

J*"!, nunmehr von verschiedenen Seilen bestätigt wurde, daß es «uLle. bEK m Aussicht gesttlltin Voischlügen Rußlands darum hantelt, die bCin$fdl8e? 8erb^arb fflc unges.tzlich unb vertragswibrig zu erklären, nn ®n«ternuna, worauf es für bie Folge offenbar abge- 8?. °"^ederartige Erklärungen. Mit Recht wurde, wie sich zeigt, schon mehrfach daraus hmgewtesen, daß es sich um keine neuen Vorschläge handelt, fonbern um die Wiederammryme ber frühem in etwas veränderter Form. Die» D8h beanxlplon"lli^in Vorgehen ber Pforte, die durch e ne Ge- sammt Erklärung ber Mächte dazu veranlaßt worden ober mit ihnen vereint al« Ma ff ?kdlLin ®^a unternehmen soll. Rußlands in diesem Sinne b beii!i*lKt2 Anregung wird sofern für jetzt meist friedlich auf- Ä t a elnet au* "ur zeitweiligen Besetzung Bulgariens dabei abge» r* .J.?'r?nb man beerst denn auch, daß hiesige russische Kreise von äri kCn mbcI glichen Lorschlügen keine Kenniniß haben wollten.

Echte über den von derartigen Zwangsmitteln absebenden f?Ja8. wub w°hl deswegen als möglich behan-elt, weil die Regie» rungen hoffen könnten, bie zu einem anderweitigen unb mehr eingreifenden Son» tot« ,'rbh?i*be!fl?int.ieR fn Außtand würden dadurch beschwichtigt und ihrer» «r9iuR*f*w9?Smml Setben- ?tae tu6*8e diplomatisch! Lösung lasse sich dann in Aussicht nehmen. Andere freilich betrachten die Sache nicht so minstia fücchlen vrslmehr, Rußland wolle nur erst die Mächte durch die Gesammt- Erklürnng binden, in ber Voraussicht, baß sie einen Richterfolg nicht buhen tdnnten »nd alsdann weitern praktischen und eingreifenden Maßregeln ; .it urmen müröen. Daß solche Besorgnisse wirklich vorhanden sind, beweisen oificiö>e Wiener Andeutungen, nach welchen deswegen bei bet Eutgegenuahme ber ruui» schen Anregung bre nöthigen Vorkehrungen für die etwaigen weile :. Fol-'en ge'roffen werden sollten. Die Entwickelung ber Sache wird darüber 48 °uch nicht an solchen, die da glauben, daß'Ruß a.ch an- ^ede Bismarck's sein Entgegenkommen bewiesen wolle, Die aber jelbfl kein besonderes Ergebniß davon erwarten.