krankten Herrn Landraths Agricola die Begrüßungsrede und wies kurz auf die Bedeutung des heutigen Tages hin. Das Hutten-Sickingen-Standbild sollte sein ein Denkmal deutsch- nationaler Gesinnung, Keinem zum Trutze, errichtet aber allen zum Mahnzeichen, für Deutschlands Freiheit zu kämpfen. Hierauf folgte ein Gesangesvortrag des Kreuznacher vereinigten Männerchors. Professor v. Gneist ergriff hierauf das Wort zur eigentlichen Festrede. In seiner Rede hob er hervor, daß die höhere Macht, welche sich jeft in der geeinten deutschen Nation kundgebe, allen Bekenntnissen die Freiheit des Waltens im kirchlichen Leben gewährleiste. Deutschland sei wieder zum Mittelpunkt des europäischen Con- tinents gemacht, zu einem solchen aber, in welchem die beiden Grundrichtungen der christlichen Kirche sich friedlich vereinigen könnten. Deutschland möge Gott danken, der alles gut gemacht und Deutschland langsam zur Einheit heranreifen ließ, um vorher alle edlen Seiten des nationalen Lebens zn entwickeln. Redner hob sodann die Bedeutung Hutten's als Ritter des freien Geistes hervor. Durch die Verbindung mit Sickingen habe derselbe noch größere Bedeutung erlangt. Beide hätten stetig für die nationale Einigung und politische Freiheit gewirkt. Im Weiteren legte er die Bedeutung der von Hutten und Sickingen ausgehenden Bewegung für den Sieg des freien Gedankens in Deutschland dar. Zum Schlüsse wies Redner auf das Niederwalddenkmal hin. Die „Germania", sagte er, sieht mit majestätisch ruhigem Blick herab auf die einst streitigen Grenzmarken, Frieden verkündend auf den schwer errungenen Boden der religiösen und bürgerlichen Freiheit, für welchen unsere beiden nationalen Helden treu gestritten und gelitten haben. Ihnen wollen wir hier das verdiente Ehrendenkmal setzen. Lauter Beifall wurde dem Redner zu Theil. Darauf folgte wieder ein Chorgesang. Hierauf fand die eigentliche Grundsteinlegung statt.
Straßburg, 22. Mai. Eine Ministerialverordnung führt den Paßzwang für alle über die französische Grenze zureisenden Ausländer, Durchreisende wie Aufenthaltsuchende, ein. Vom 31. Mai ab müssen die Pässe die Visa der deutschen Botschaft in Paris tragen. Gewerbe-Legitimations-Scheine ausländischer Handlungsreisenden ersetzen den Paß nicht.
(Fr. I.)
Starten.
Rom, 21. Mai. In der anläßlich der Abschaffung der Sklaverei in Brasilien an den brasiliann'chöu Episkopat gerichteten päpstlichen Encyklia („In plnrimis*) sagt der Papst, wie bereits gemeldet, daß ihm ketns der Geschenke , welche er zu seinem Jubiläum erhalten, angenehmer gewesen sei, als die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien, wie er dies bereits im vergangenen Januar dem brasilianischen Gesandten erklärt habe. Der Papst erkennt die in dieser Beziehung von dem Kaiser und Der Regentin an den Tag gelegte Fürlorge an, verbreitet sich sodann über die ganze christliche Lehre von der Sklaverei und der Freiheit, und hebt hervor, wie in Folge der Erbsünde das Menschengeschlecht sich erniedrigte und wie bei allen, selbst den cioilisiriesten Völkern, so bei den Griechen und Römern , es eine Gesetzgebung gegeben habe, kraft bereit ein Theil der Menschheit eine dem Etgenthum und der Laune seiner Herren unterworfene (Lache war. Von den ersten Zeiten seines Bestehens an habe das Ehristenthum die Gleichheit aller Menschen erklärt, indem es gleichzeitig die Unterwerfung predigte, um nicht den allgemeinen Umsturz hervorzurufen. Der Papst erinnerte sodann an Alles, was seine Vorgänger zu Gunsten der Sklaven gethan — von Hadrian I., ber^ ihnen bas Recht verlieh, sich zu verheirathen, Pius II. unb Leo X., welche auf Spanien unb Portugal wegen Abschaffung bes Negerhandels einwirkten, Pius VII., ber ben Wiener Kongreß mit dieser Frage beschäftigte, bis auf Gregor XVI., der die Negerhändler verurtheilte. Der Papst empfiehlt schließlich den brasilianischen Bischöfen, die Regierung des Kaisers zu unterstützen.
Bulgarien.
Sofia, 20. Mat. Der Cassationshof hat das gegen den Major Popoff gefällte Urtheil beftäNgt.
— Prinz Ferdinand von Coburg wird sich demnächst auf einige Tage nach Kasanlik begeben.
Türkei.
Salonichi, 20. Mai. Gestern Abend langte der erste Expreßzug aus Paris hier an und wurde von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge am Bahnhof empfangen. Abends fand ein großes Bankett statt, welchem die türkischen Groß- wurdeniräger, dre auswärtigen Gesandten und Confuln, die übrigen deutschen und französischen Gäste, sowie zahlreiche fremde Journalisten beiwohnten. Auf Hr ganzen Strecke wurde der Zug festlich empfangen. In ber türkischen Grenzstation Zibeftsche wurde Seitens ber aus Salonichi entgegengefahrenen türkischen Behörben unter Gebet unb feiet lieben (Zeremonien die Einschlagung bes letzten Schienennagels vorgenommen. Die ganze Fahrt von Risch nach Salonichr gewährte überreiche malerische Eindrücke. Auf jeher Station waren aus den umliegenden Ortschaften ungeheure Menschenmassen herbeigeströmt, das Militär war in Parade ausgestellt, die Stationsgebäude mit Guirlanden und Fahnen geschmückt und mit deutschen, türkischen und französischen Willkommens-Inschriften versehen. Die türkischen Behörden beobachteten überall eine freundliche Haltung.
Amerika.
New-Aork, 21. Mai. Die bei Quincy (Illinois) ausgetretenen Gewässer des Mississippi sind zwar in langsamem Fallen, noch aber sind 250.000 Hektare Landes 2—3 Meter hoch vom Wasser bedeckt. Die Bewohner sind nach ben in ber Nähe befindlichen Hügeln geflüchtet und kampiren auf den Dächern ihrer unter Wasser stehenden Häuser, viele von ihnen sind erkrankt. Die Eisenbahnverbindung von Quincy mit dem Nord- weften und Süden ist vollständig unterbrochen. Der durch die Ueberschwemmung in Quincy und dessen Nachbarschaft angerichtete Schaden wird auf 2—i Millionen Dollars geschätzt.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau.
Berlin, 22. Mai. Der Kaiser hatte eine gute Nacht und stand in heiterer Stimmung auf. Seit IOV2 Uhr befindet er sich im Park, wo er nach einem Vortrag v. Albedyll's im Ponywagen eine Spazierfahrt unternahm. — Der Kronprinz, welcher sich gestern früh mit dem Dampfer „Alexandria" von Potsbam nach Spanbau und von da zu Wagen nach Charlottenburg begeben unb das Kaiserpaar besucht hatte, war von dort mit dem Prinzen Heinrich unb ber Erbprinzessinn von Meiningen nach Potsbam zurückgekehrt. Dort dinirte er mit ber Kronprinzessin bei bem Kammerherrn von Mirbach unb kehrte mit seiner Gemahlin gestern Abenb nach Berlin zurück, wo er ben Thee bei ber Kaiserin Augusta einnahm.
Berlin, 22. Mai. Bulletin von 9 Uhr Morgens. Das Befinben des Kaisers hat in den letzten Tagen erfreuliche Fortschritte gemacht. Husten unb Auswurf sind mäßig, Fieber nicht vorhanden. Der Kaiser bewegt sich viel im Freien und macht tagtäglich Ausfahrten.
Berlin, 22. Mai. Die Ankunst der Prinzessin Irene in Charlottenburg erfolgt morgen Abend um 83/4 Ubr. Die Kaiserin Victoria, das kronprinzlicke Paar, Prinz Heinrich und die Prmzessinnentöchter empfangen dieselbe am Bahnhofe, die übrigen Mitglieder des königlichen Hauses im blauen Sale des Schlosses. Am Bahnhofe sind der Oberstallmeifter, der Gouverneur, der Kommandant und die Polizeipräsidenten von Berlin und Charlottenburg, in dem neuen Flügel des Chärlottenburger Schlosses sind die Obersten und alle übrigen Hofchargen, die Generaladjutanten, der geheime Kabinetsrath des Kaisers, von Wilmowski, zum Empfang anwesend. Die Trauung findet Donnerstag um zwölf Uhr in der Schloßkapelle zu Charlottenburg statt.
— Der Reichsanzeiger publicitt die Ernennung v. Bülow's, bes ersten Botschasts- secretärs in Petersburg, zum Gesandten in Bukarest.
Mailand, 22. Mai. Der Kaiser von Brasilien hatte neuerdings einen heftigen Gehirnschlag unb würbe beshalb mit ben Sterbesakramenten versehen; eine Stunde später schien der Zustand indessen wieder etwas besser.
Darmstadt, 23. Mai. sPrtvatdepesche.j Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ist Mit Prinzessin Irene, dem Erbgroßherzog, sowie den Prinzessinnen Victoria und Alix nach Charlottenburg abgereist. Am Bahnhofe sand osficieller Abschied statt, die Be
völkerung war zahlreich anwesend und brachte lebhafte Ovationen dar; die Braut erhielt- reiche Blumenspenden.
Berlin, 23. Mai. sPrioatdepesche.) Se. Majestät der Kaiser hatte eine recht befriedigende Nacht, ist um 9V2 Uhr aufgestanden und verweilt seit 10»A Uhr im Park.
Lokales.
Gießen, 23. Mai. Anläßlich der Durchreise Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Irene von Hessen nebst der gelammten Großherzoglichen Familie war der. hiesige Bahnhof aufs Prachtvollste mit Blumen, Gewächsen und Fahnen geschmückt Der Perronraum vor dem Fürstenzimmer war mit Teppichen belegt und die Wände mit dem Monogramm des hohen Brautpaares geziert. Kurz vor Voll Uhr fuhr der Großherzogliche Hofzug mit festlich geschmückter Lokomotive in den Bahnhof ein, von der hier ausgestellten Regimentsmusik mit „Heil Dir im Siegerkranz" und von der dichtgedrängten Menschenmenge mit brausenden Hochrufen begrüßt. 8um Empfange der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften hatten sich die Spitzen der Cioil- behorden (die Stadt Gießen vertreten durch Herrn Bürgermeister Bramm, und die Herren Beigeordneten Keller und Gnauth), sowie das >gesummte Offizierkorps, Vertreter der Universität rc. eingefunden, um, an der Grenze des engeren Vaterlandes die Prinzessin Irene zu begrüßen. Namens der Stadt überreichte eine Damen- deputation der hohen Braut einen prachtvollen Blumenstrauß. Nach knapp 10 Minuten Aufenthalt verließ der Hofzug die Station wieder; Prinzessin Irene, in cremefarbenem Kleide und hellem Hut, grüßte vom offenen Wagenfenster aus die ihr nochmals zujubelnde Menge, während die Musik nach der Melodie „Ich bin ein Preuße rc." der scheidenden Prinzessin den letzten musikalischen Gruß widmete.
Im Gefolge Der Großherzoglichen Familie befanden sich die Hofdame Freiiir v. Grancy und Miß Jackson, Oberstkammerherr v. Grolman, Generaladjutant Generallieutenant v. Westerweller, Oberstallmeister Freiherr v. Nordeck zur Rabenau, Hcf- jägermeister v. Werner, Die Flügeladjutanten Oberstlieutenant Wernher und Hauptmann v. Grancy, sowie Oberkonsistorialrath Superintendent Dr. Sell.
In Marburg kommen Den Herrschaften Schloßhauptmann Graf v. Perponch.-r, Hosceremonienmeister Graf Vitzthum, Kammerherr Graf v. Lüttichau und das zukünftige Gefolge Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Irene entgegen. Die Spitzen der Civtl- und Militärbehörden sind zum Empfang auf dem Bahnhof anwesend.
Se. Königliche Hoheit der Groß Herzog sowie Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzessinnen Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, Irene und Alix werden im Schlöffe zu Charlottenburg, Se. Königliche Hoheit der Erbgroßherzog im Kronprinzlicken Palais zu Berlin Wohnung nehmen.
Am Donnerstag Abend 10 Uhr werden die Allerhöchsten Herrschaften die Rückreise von Berlin nach Darmstadt antreten, weil Ihre Kaiserlichen Hoheiten ber Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland, Höchslwelcke mit den Herrschaften reifen werden, nur einen kurzen Aufenthalt in Darmstadt nehmen können.
Vermischtes.
△ Mainz, 21. Mai. Gegen die von bem Polizeiamt auf Grunb bes Socialisten- gesetzes am verflossenen Donnerstag erfolgte Auflösung einer Versammlung der strikenben Maurer ist von ben Einderufern ber beregten Versammlung bas Rechtsmittel ber Beschwerbe ergriffen worben. Tas Gleiche ist gegen bas vorherige Verbot ber für ben Freitag anbcraumt gewesenen Versammlung geschehen.
— Eine aus Den Herren Oberbürgermeister Dr. Oechsner unb Beigeorbneten Comrnerzienrath Reinach unb Dr. Gaßner bestehende Deputation begab sich am 20. Mai nach Darmstadt, um bem Großherzog aus Anlaß ber Vermählung ber Prinzessin Irene mit bem Prinzen Heinrich von Preußen Namens ber Stabt Mainz eine Glückwunsch- Abresse zu überreichen. Die Abresse ist in künstlerischer Ausführung burch bie Kunstanstalt von Cl. Kissel hergestellt worben.
— Die Zahl ber Rheinfahrer unb Ausflügler war an ben heurigen Pfingsttagen aus hiesiger Gegend eine außerorbentlich große. Die beiderseitigen Bahnen wie auch bie Schiffe brachten von ben frühesten Morgenstunden an große Schaaren Pfingst- ausflügler hierher, bie sich von hier aus bem Strom ber Mainzer Ausflügler anschloffen unb theils ben Rhein herunter, theils in bie sonstigen Ausflugsorte der Umgegend ihre Schritte lenkten. Der Niederwald bildete natürlich ein Hauptreiseziel. Ein Verein von Speyer hat die verhältnißmäßig weite Reise von horten nach dem Niederwald in einem eigens gemieteten Dampfer gemacht. Bei dieser Gelegenheit sei auch ein mit ben Pfingsttagen ins Leben getretenes neues Communieationsmittel erwähnt, das manchem Rheinreisenden sehr willkommen sein dürste. Mit Rücksicht darauf, daß die Köln-Düsseldorfer Dampfer in ihrer Fahrtour Atzmannshausen nicht kennen, hat bie rührige Firma Disch hier mit ihren halbgroßen Salonbooten einen Fahrtdienst mit bem Halten an ben Zwischenstationen bes Rheingaues nach borten eingerichtet.
A Vom Rhein, 21. Mai. Vor ben Feiertagen ist ben Betriebsämtern ver- schiebener Eisenbahnstrecken höheren Orts hie Weisung zugegangen, häufigere Revisionen der Eisenbahnzüge vornehmen zu lassen. Zweck dieser Verordnung ist, „blinde Passagiere", etwaige Durchsteckereien unter dem reifenden Publikum und bem Fahrpersonal, sowie ben Hanbel mit nicht benutzten Retourbillets zu ermitteln. Auf verschiedenen Bahnlinien haben bereits derartige unerwartete Zugrevisionen ftattgefunden; dieselben werden durch Beamte eines anderen Betriebsamtes ausgeführt, damit der Controlbcamte nicht sofort vom Fahrpersonal erkannt werden soll.
— Frankfurt, 19. Mai. Gestern Abend 8 Uhr wurde auf bem Affensteiner- weg ein Mordversuch unb Selbstmorb verübt. Der Uhrmacher Leppert soll von bem Heizer Ruprecht mit ben Worten angerempelt worben fein : Du Lump, gib mir mein Geld wieder, du hast mir meine Uhr verdorben, worauf Leppert erwidert habe: hier hast Du's, einen Revolver zog unb auf Ruprecht 2 Schüsse abfeuerte, von welchen ber eine bie rechte obere Brust, der zweite Ruprecht's Hand traf. Noch diesem Heldenstück lief Leppert nach seiner unweit gelegenen Wohnung und tödtete sich dort durch einen Schuß in's Herz. Der schwer verwundete Ruprecht wurde in'§- Heiliggeist-Hospital gebracht. Wie man hört soll weniger die Reparatur einer Uhr als Eifersucht bei her That im Spiel gewesen fein. — In Sachsenhausen wurde gestern die Leiche eines jungen Mannes gelänbet, der wahrscheinlich beim Baden ertrunken ist. Es ist das erste Opfer, welches der Main in diesem Sommer fordert. — Nächst bem Forsthaus würbe gestern Nachmittag ein 11 jähriger Knabe von einem Fuhrwerk übtrfahren. Der Lenker des Gespanns fuhr getrost weiter und ließ das schwerverletzte Kind liegen. Mehrere Stunden später sand ein anderer Fuhrmann den besinnungslos daliegenden Knaben und brachte ihn in bie Dr. Bockenbeimer'sche Klinik. Vor her Polizeibehörde soll ber erste Fuhrmann sein herzloses Benehmen hamit entschuldigt haben, daß er Verletzte nicht anfassen könne. Diese Weichherzigkeit läßt sich nur schwer mit seinem Thun in Einklang bringen, benn er hätte hoch ohne Zweifel anbern Personen, bie minder empfindlich waren, von dem Unglücksfall Kennt- nitz geben können, damit das arme Kind, welchem das Fuhrwerk oberhalb ber Knöchel über bie Beine ging, nicht ftunbenlang ohne Hülfe balag.
Innsbruck, 19. Mai. Gestern am Vormittag entstand in dem zwischen Jenbach und bem Schlosse Tratzberg gelegenen Walde, welcher der Gemeinde Jenbach gehört, ein heftiges Feuer, das, Da ein starker Südwind wehte, große Dimensionen annahm. Es waren außer den Bewohnern der Umgegend 100 Landesfchützen und 200 Soldaten mit der Bekämpfung und Eindämpfung des Feuers beschäftigt. Der Statthalter und der Forstinspektor waren auf bem Brandplatze erschienen. Falls die heute eingetretene günstigere Richtung des Windes anhält, ist keine unmittelbare Gefahr für die Ortschaft Jenbach und Schloß Tratzberg zu fürchten.
Innsbruck, 21. Mai. Nachdem ber Walbbranb in ber Richtung gegen Jenbach bereits gestern früh abgenommen hatte, wodurch Jenbach außer Gefahr kam, breitete sich das Feuer in sehr gefahrdrohender Weise gegen Schloß Tratzberg aus. Mittags ließ jedoch der Brand auf allen Punkten nach: dazu trat Abends Regen ein, so daß auch Schloß Tratzberg als gerettet angesehen werden kann. Die Landesschützen. und das Militär sind theils gestern, theils heute wieder abgerückt.


