Deutschland.
w r*, Berlin, 17. März. Se. Majestät der Kaiser verbrachte trotz der gestrigen Anstrengungen eine zufriedenstellende stacht. Um 10‘/2 Uhr empfing das Kafierpaar . mit der Enkelin Feodora. Ihre Majestät die Kaiserin begab £5 darauf mit den Töchtern und der Enkelin nach dem Mausoleum, legte am Sarge — ft.it h.r uaü...' -tx i. _ ...' ad a^rrichtile ein stilles Gebä.
ß,. . c^aiestat der Kaiser arbeitete am Vormittage längere Keit mit dem h^ti^ntna1 i^aUerre von ALbedyll. Die Kaiserin-Mutter empfing heule den Besuch des Königs und des Prinzen Friedrich August von Sachsen, des Prinzen Ludwig von Bayerrr^des Fürsten von Bückebura und des Primen Ernst von Sachsen-Weimar.
rc. OI Abgeordneten Hause theilte der Präsident von Köller mit, daß das Vrä- den Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nachgesucht habe, das;
*Ük6!?nrd "der den Empfang bei den augenblicklichen Verhältnissen einst weilen noch vorbehalten sei. Das Abgeordnetenhaus erledigte darauf nach einer den Rest des Eultusetattz und damit auch vie zweite Lesung des Etats und genehmigte das Etatsgesetz. Montag werden um ÄenÄS,« SÄ'"“ b^ Herrenhaus- das Reliktengesetz und Heinere
16. März. Die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden waren anlaßlim der Beisetzung welland Kaiser Wilhelms sämmtlich auf Halbmast gesenkt.
Melbourne, 16. Marz. Anläßlich der Beisetzung weiland Kaiser Wilhelms
.♦f*IraILr1kn Flaggen auf Halbmast gesenkt. Die Geschäfts-
ftnft1116 »5k" ^d^eben geschlossen, in den Kirchen fanden Trauergottesdienste
statt. An vielen Platzen wurden Trauersalute von 91 Kanonen sch ü ssen a bgege ben
j ,,, D^r Rattenkönig von Meineivsprocessen hat seinen Ursprung in einem aewöbn- \ Meßn ?5"İ"del, der abgeschlossen worden war auf einem Niddaer Markt im Fabre 1886 Zwischen dem Viehhändler Liebmann Katz und einem Bauer Namens Ulst Letzterer hatte von Ersterem eine Kuh gelaust, mit der Bedingung. daßsiemaftst X r d-b si nn W" f d)„U,6Vine,3eit lan8 *« Besitz dieser Kuh befand^ entdeckt Muttervorfall leide. Er sagte sie dem Katz an und war dieser sofort zuruckzunehmen und den Kaufpreis wieder herauszuzahlen Ubl wollte °u» Suttergeld haben, das Katz nicht zahlen wollte, Indem » bchauMte datz Derionen Nia a™«,uX) "" Ubl "Erkauft habe. Es kam zum Proceß, indem verschiedene Personen als Zeugen vernommen wurden, unter Anderen auch ein gewisser Steinbauer
Behauptung des Katz daß auf Probe verkauft worden sei, bestättgte^ ' f_i nF. X?xl?x T 2"stanz und auch in der zweiten Instanz, da es einerlei VeEuser 'akch d°en° Schadm ttagen! ^**1« »orlie0e, so müsse
Pi£iC9f„}Ll?elnt cd "tcht genug gewesen zu sein, er erhob auch gegen
M MrgfiÄ ".ss L ‘ä-ti's ssste wurde wegen Betrugs mit 200 bestraft. d ^zn,ranzen. Er
nnh „«^""^hob die Staatsanwalts^aft gegen Steinhauer Anklage wegen Meineids des «g, Zn DtL°nurOr°Lr^u7hu^!'l7"wL
k°u'° ?^°ngeruseu, zu Uhl gesagt habe, er könne sie ihm in 4 8 und mehr Äcke» Wied r zuruckgeden, wenn sie ihm nicht gesalle. Hierbei wären 3 Personen zuaeaen gewesen, von 2 wenigstens wisse er es bestimmt, von dem dritten sei es ungmau.8 8 npnrtnnpnu”11 berichtet er noch weiter, daß er in Borsdorf an dem Backhaus vorüber sei und gehört Habe, wie em auch heute vernommener Zeuge zu Uhl ouaat ^tte, er solle 1° die Kuh auf Probe gekauft haben, Uhl jedoch hieraufnichtserwidert
ab6ebro4en 6aben- Simon halte auch bestättgt, daß aus
... "-^Trotzdem daß auch gegen diese Beiden die Hauptverhandlung keine Momente ?tQ®C ?rJ?cr z rDon ^cr Aussage des Uhl abgesehen, daß sie wissentlich und absichtlich hinrr!n?,abr^Ci! bätten, beantragte der Staatsanwalt nach längerer Anklage- besrundung den Ausspruch des Schuldig gegen Beide wegen Meineids und obwohl nnifhn^0^ m C ?cCr Staatsanwalt selbst betonte, ein Beweis mangele, aber die Ver- muthung gegen tbn spreche, auch diesen für schuldig zu erkennen.
c Der Vertheidiger der beiden Angeklagten Schiff und Simon wies lunächsi darauf hin, daß es rechtlich für den Ausgang des Processes ganz ?inerle? gewesen sei ob „auf Probe gehandelt gewesen oder nicht und wenn die Angeklagten dock dein K°tz einmal etwas hatten zu Gefallen schwören wollen, sie doch jeWllSetwas fü? ihn beschworen hatten, was demselben einen Vorthetl gebracht. Er führt weiter aus
Uhl nun nicht weniger als 5 Eide gegenüber ständen, die genau das G-g^n- thttl von dem behaupteten, was Uhl sage. Derselbe sei mindestens befangen er habe »unwrften mT R“ * Be05n,flbe,r. 9£f',ant,cn und nachdem er bann als Zeuge jum ersten Male beeidigt worden sei, könne er ja gar nicht beim zweiten dritten und sechsten Male andere Angaben machen. Wenn dem Uhl'ein guter o@4U gehe dieser dem Schiff und Simon nicht ab, beide seien ehren-
werthe Leute. Der Herr Vertheidiger führte dann verschiedene Beispiele an $ wo gruppenroeife Eide qegenuberstanden und man doch nicht hätte behaupten könnm ?nhprpCaab,ld) 1 4 d^Monnc Falscheide vorgelegen hätten. Namentlich sei ja durch andere Zeugen erwiesen, daß gerade Simon das was er am Schwurgericht beschworen
Mnuber gesagt, alsSimon gewiß noch nicht hätte denken können', daß er als Zeuge vorkame. Durch das öftere und vielseitige Besprechen dieses Falles sei wohl eine Legendenbildung entstanden, wohl Niemanden aber zuzutrauen, daß über Erklärlich eFbehi"ßpe,<7e Tatsachen das Gewissen mit einem Meineid belastete. Erklärlich sei, daß die Leute erst spater als Zeugen aufgetaucht, denn es sei nicht Jedermanns Sache, sich als Zeuge vorzudrängen, da dies, wie dieselben ja auch nnranhpCrnp4nDf ^Mrlich werden tonne namentlich wenn man vom Staatsanwalt von vornherein „angesehen" wurde und der neue Zeuge Rosenthal, der auch mit Uhl in 8“r6*rotMu?6ef6enSo6[In **“ ®tBa‘8“nMl‘ -'"en heimlichen Blick gerügtZaC^uymeufnfla^CU@flaUaTe™gSr^?5rerraUm ""d-n °°n dem Herrn Präsiden.en , Der zweite Vertheidiger hatte leichtere Arbeit wie er sagte, einmal batte ibm ein College schon Vieles abgenommen und zum zweiten sei ja gegen den Angeklagten Katz auch nicht das geringste bewiesen und wenn das der Staatsanwalt selbst sage könne man doch nicht auf Vermuthungen hin Jemand in's Zuchthaus schicken Trotz der angekundigten „kürzeren Ausführung" wußte der Herr Vertheidiger es fertig zu brmgen, das Interesse der Geschworenen noch eine weitere Stunde wach zu halten^ Wort um w hä h\? ( £tb ?iUn^ cr0r?ff beJ ^err Staatsanwalt nochmals das ?a bezahlter Beamter und schon 20 Jahre als Staatsanwalt im
Schuld er nicht iwerzeugf fei^' °Uf b‘C S?lnHa»cbanf »u bringen, °°n dessen ®iC diese Angriffe zurück und provocirte eine
Erklärung des Herrn Prastdenten, daß wohl der Herr Staatsanwalt nicht hätte sagen wollen, mellbie Vertheidiger bezahlt würden, dieselben für die Unschuld einzutreten belrebten. Dies sei ihm für den Herrn Staatsanwalt um so angenehmer flchr der Vertheldiger fort, er sei ;etzt 17 Jahre Anwalt, rechne es sich jedoch zur Ehr! an Mmfh* b 6 ^e/l C "Och keines Menschen unternommen habe, von dessen Unschuld er nicht durchdrungen gewesen sei. ' 11 uu
Erfolgt die übliche Rechtsbelehrung des Herrn Präsidenten, die Geschworenen s'ch öuruck und nach kurzer Berathung wird die Verneinung sämmtlicher Schuldfragcn verkündigt, darauf die Angeklagten sämmtlich freigesprochen und dem ost en auferlegt, obwohl der Staatsanwalt einem diesbezüglichen Antrag Urtß?« 9PrrU£^r ^gegengesetzt hatte. Um 10 Uhr Abends wurde das
Urthetl verkündigt, die Angeklagten auf freien Fuß gesetzt.
(Sjlr (;7‘^C7 M°rz. .In dem Referate über die Zranetfeier der Mädchenschule V/J; ?"?cS p). A.) ist m der Eile ein Schreibfehler nicht beachtet werden, welchen wir schön llllrten bitten. In der von Herrn Oberlehrer ,ruhr ,»
Die"Strophe “autet rid,Hg: P6t *f* b-sWortes Rache „Recht" zu lesen.
„Mein Haar ist ergraut, mein Auge getrübt, „Die Siegeswaffen hängen im Saal „Habe Recht gesprochen und Recht geübt, „Wann darf ich rasten einmal?"
TÄ'-ü4I'r Srou'rgotkaienft für den deutschen Kaiser statt, bei welchem der Pastor der Brüdergemeinde, Böhmer, die Trauerrede hielt. * '
r « Petersburg, 16. März. In Moskau, Charkow, Odessa fanden heute in den womr- C" Tr^uergottesdienste für den Kaiser Wilhelm statt, an welchen die Militär- und Civrlbehörde» theilnahmen. 1 ' 11 roeia?cn oie
• _^tr^on, 16. März. Dem Trauergottesdienste, welcher heute Vormittaa in der ^oackapelle des Schlotes von Windsor stattfand, wohnten die Königin, die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, der Prinz Heinrich von Battenberg, die Prinze sin Kfammte Hofstaat bei. Der Dechant von Windsor hielt die Trauer" rede. Der ^Nachmittags 3 Uhr in der Westmtnsterabtei abgehaltene Trauergottesdienst ®ar oon etnei- zahlreiche" Menge besucht, auch mehrere Mitglieder des Oberhaus ves Unterhauses wohnten der Feier bei. ^vClyuu|cy uhu
, . x Bonbon, 18. März. Heute Vormittag 11 Uhr nahm die officielle Gedächtniß- ^n Kaiser Wilhelm in der Hofkapelle des St. James-Palastes ihren Anfang.
Ir reler der Königin wohnten derselben bei der Prinz und die Prinzessin Heinrich ferner anwesend: die Herzogin von Albany, der Prinz Georg von ~aIe^ ber Herzog von Teck, der Premier Lord Salisbury und der erste Lord des Schatzes
W' °^?^rtreter der Regierung, Unterstaatssekretär Sir Julian Pauncefote als Vertreter des auswärtigen Amtes, der deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt mit dem ae- Boffchaftspersonale, die Botschafter sämustlicher Großmächte, das gesammte diplo- niatische Corps, der Lord-Ma;or von London, die Elite der hiesigen deutschen Kolonie. aefnnTrhpr wrt ^^"^se mst schwarzem Tuch ausgeschlagen und bis auf den letzten Platz gefüllt, der Altar roar mit Blumen und Palmzweigen geschmückt, im ganzen Gotteshause brannten Kerzen. Die Minister und die Mitglieder des diplomatischen Corps erschienen in -^I^ o^^^A^r^bzelchen die Damen sämmtlich in tiefster Trauerkleidung. Den erhebenden Gottesdienst leistete Pastor Wallbaum, der auch die Predigt hielt und dieselbe Soft b^ Fredrich und seine Gemahlin und die Kaiser-Mutter
schloß. Am Schluffe der ^eier fptdte bie Orgel den Todtenmarsch aus Händel's „Saul".
Malta, 16. Marz. Das Flaggschiff „Hibernia" und die Garnisonbatterien hpn^Hp^v Or°T P1 Trouersaloen ab, auf dem Gouverneurgebäude, den Forts, den Klttgs,chincn und den Eonsulatsgebäuden sind alle Flagaen auf Halbmast gehisst. nnFlpn q'i englische Canalgeschwader und die Landbatterie
gaben beute früh 91 Feuersaloen ab, alle Flaggen sind auf Halbmast gehisst.
Dietoria (Britisch Columbien), 17. März. Die hiesige deutsche Colonie kielt Iti^rnDffi!S@CbC"rfsCr !?r weiland Kaiser Wilhelm ab. Dersttben wohnten viele cng= sD°n«>bey Landarmee und Marine, sowie Mitglieder der Regierung und der gesetzgebenden Versammlung bei.
16‘ Dem Befehle der Königin entsprechend sind überall in fcöHöbabte Flaggen auf halbmast gezogen.
nrta •?’ ^^^?räsident Cleveland, sowie die Mitglieder des Cabi-
$raue”aotte"btenfterbneibem °n 6 4 ber Ansetzung Kaiser Wilhelms veranstalieten
Vermischtes.
a.n r«!cncn Aufgabe voll und ganz zu entsprechen Mit der Vrüfuu'a ift
72 rrrbcfu(6tt Hiervon waren 49 aus Starkenburg (18 aus
Mahnung" sich"im Han^werk''et^V°'dilb°^^L'° 1 feraubie Schüler mit ber
bet Pflichttreue " Borbild zu nehmen an den leuchtenden Tugenden und
welcber es sVck »uAns„«!n?i Qutcn' cib« 8« früh verstorbenen Kaisers Wilhelm, welcher es sich zur Aufgabe gestellt, der erste Diener des Staates zu sein.
Telegravhrschk Depeschen
Wolff'S trtegt.
Berlin, 18 März. In dem kaiserlichen Palais fand heute Mittag um UM. i^nänn11 ^^"^sottesdienst statt, welchem die Kaiserin-Mutter, das badische Großher- Haües beiwöhmen.^ Kronprinzessin unb andere Mitglieder des königlichen ©e6meb”n“mMeuk^Ä'a,tr®ffmS5ni8in ^"mänien und der Kronprinz von ^^^b^W^^^18^^^bD^0^^^^^^^"vrr"ha^tet?""^ früheren Krie^rreinister Gras^BvIanb^Rhn)dt^ebn Hondschrewen^ in"we°chem°er in richtigstem Bedauern unb nur ans GesunbheirsrÜcksichtenbder gestellte, Bitte um ffn - rXmin%er mi?£lb3fU8meifterä «—»irenVn v7n "L.^°,um^"!ch's-° -ÄÄÄÄXÄ' —- i“
Lokal«».
tabelÄt1'’iÄÄÄ ,‘,abet icr R°ktor ber
**■ ‘ SÄ«*"■- - gegangenen Kaiser Wilhelm, VcntcrQauöeVorben^Hdi^ard&? h?n«rb611 beim'' am gestrigen Sonntag Vormittag in unserer ßtnhtffr*! td r9ro^e ßa^ Andächtiger Militär, sowie staatliche unb äbtr Se S amte bSrt n «ma .. Bürgerschaft, Worten des Predigers, Herrn Pfarre L Naumann ‘4“± tiefergreifenden ltch gestaltete sich der Trauergottesdienft in bet SJS$ cS>rn? und seier-
der katholischen Kirche. Synagoge, sowie Nachmittags in
Kaisers bibber' Sbna8O9e%er2i5ra8eHtRnitIJiefcIiaionbaemefneh un,et,eS k>°chstseltaen öerrn Provinzialrabbiner 0r. üOi fa„b ^attaeme^tai^ ÄSS?’
ÄVurmÄ“JU m‘ld,(ic6m' bicWbe den 5
Meyern' aSbaJßelpaVb8 6*Ä‘On Ä^"r0 kDOm I6‘ März.s Anklage gestellt, Liebmann Katz soll sie hierzu^^verleitet baben^n ^^ds unter tea Ä1SÄÄ ben bdb<n $er,6db,0Ctn -ur
»nn mlrfunterfteUen «nnten/'bafi“bie°"eV''unfereä Blait," Mfdbe6«^'!’’^*0^' Xiefien, so könnten wir in diesem Referat auf früheres Bezug nehmen M ei,,binben


