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nn. Darmstadt, 18. März. Die Schülerselbstmorde an der hiesigen Real­schule mehren sich in wahrhaft erschreckender Weise. Kaum, daß einige Wochen über den entsetzlichen Selbstmord des kaum 11jährigen Realschülers W. verflossen sind, so haben wir heute wieder einen solchen zu verzeichnen. Der allseitig als begabt geschil­derte 14jährige Sohn des Chemikers Ä. im Hause Merk, erhielt bet der gestrigen Ent­lassung von seinem Ordinarius die Mittheilung, daß wegen mangelnder Fähigkeit in einem Feche (Französisch) seine Versetzung nicht stattfinden könne. Der Knabe nahm anscheinend dlese Mittheilung mit Ruhe entgegen, ging nach Hause und erschoß sich im Hause seiner Eltern. Man darf hier wohl mit Recht fragen: wo liegt der Grund an diesen traurigen Erscheinungen? Ist es wohl nicht ein Mangel an der richtigen Päda- gogck, welcher solche Früchte zeitigt?

Frankfurt, 17. März. Unser Silberdieb, von dem ich Ihnen un­längst schrieb, treibt sein verbrecherisches Handwerk, aller polizeilichen Wachsamkeit zum Trotz, munter weiter. In der verflossenen Rächt hat er einer einzelnen Dame im 2. Stock eines Hauses am Taunusplatz einen Besuch abgestattet und für ca. 2000 JL Silbergegenstände gestohlen. Es ist das nunmehr der dreißigste derartige Diebstahl. Wer bui Schauplatz der letzten That kennt, der muß über die Localkenntniß der oder des Gauners staunen. Er geht nicht irre und sucht nach den Werthgegenständen, sondern er weiß genau, in welchem Zimmer die Sachen ausbewahrt werden. Mit unbeschreiblicher Ruhe zündet er Licht an und gebt an'S Wert. Sorgsam durchstöbert er alle Behälter nach Werthgegenständen, ohne aber das Zimmer, das au das L-chlaf- gemach der Bestohlenen grenzt, auch nur mit einem Fuß zu betreten. Eingedrungen ist er in gewohnter Weise durch's Küchenfenster, an das eine Leiter angestellt war. Ein Weißbindergelüst, das am Haus steht, hat die Sache erleichtert. Diesmal hat er außer verschiedenen anderen Sachen wie Eigarren (er ist also auch Raucher!) Schuhen :c. eine Münzsammlung, einen schweren silbernen Pokal und silberne Messer und Gabeln mitgehen heißen. Im Garten hat er nachher einen TheU seines Raubes einer näheren Betrachtung unterzogen und das Unechte vom Echten geschieden. Viere wollen aus dem Umstand, daß der freche Einbrecher diesmal Schuhe und dergl. stahl, elkennen, daß es nicht der alte Silberdieb sei; diese Begründung ist aber wenig sttchyuUig, denn warum soll der Spitzbube nicht auch einmal nach einer anderen Methode verjähren? Die Derblüffenbe Frechheit und Sicherheit, mit der der Dieb operirt, wirkt geradezu beängstigend. Während man sonst in einer Stadt wie Frank­furt von einem Diebstahl kaum Notiz nimmt, spricht jetzt alle Welt von dem kecken Silberdteb, der trotz der größten Anstrengungen unserer Stchexheilsorgane nicht er­wischt wird. Möchte eS diesmal der Polizei gelingen, seine Spur zu finden und ihn für lange Zeit unschädlich zu machen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 17. März. Auf dem heutigen Markt kosteten Kartoffeln per Malter Jl. 0000.00, das Gescheit» 1012 H, Eier das Hundert JL 0.000.00, daS St. 7 8 /Ä, Butter im Großen JL 00.0000.00, im Detail das Pfund JL 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 2040 H, Rothkraut'per Stück 2030 Kohlrabi per Stück 5b H, Ochsenfleisch per Pfund 4570 Kuh- u. Rindfleisch 3560 4, II r 111 III1 11 Ifl II ,U»

A-50 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 50-60 H, 1 Hahn ^»0.701.50, 1 Huhn 1.002.20, 1 Ente 1.803.00, Gans Pfund 9500 H, 1 Taube 35-60 Welsche 0 90-0 00.

G^h?berg, 17. März. (Fruchtpreise.) Weizen <AL 17.60, Korn X 14.30, «erste JL 13.70, Hafer JL 00.00, Erbsen JL 00.00, Linsen JL. 00.00, Lein 00.00 Samen JL 00.00. Kartoffeln 0.00, Wicken 00.00

Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 20. März: Silvana. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 21. März: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Titus. Außer Abonnement.

Donnerstag den 22. März: Trauerfeier zum 22. März. Ouvertüre zu Coriolan". Lebendes Bild. Trauermarsch ausGötterdämmerung" Hierauf: Joseph in Aegypten. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 23. März geschlossen.

Samstag den 24. März: Neu einstudirt: Belisar. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 25. März: Lohengrtn. Gewöhnliche Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 20. März: Andrea. Große Preise.

Mittwoch den 21. März: Ratcliff. Tragödie in 2 Akten von Heinrich Heine. Hierauf: Zum ersten Male: Frühling im Winter. Lustspiel in 1 Akt von L. Fulda. Zum Schluß: Der zerbrochene Krug. Große Preise.

Donnerstag den 22. März geschlossen.

Freitag den 23. März: Zum ersten Male wiederholt: Ratcliff. Hierauf: Zum ersten Male wiederholt: Frühling im Winter. Zum Schluß: Der zer­brochene Krug. Große Preise.

Samstag den 24. März: Zum ersten Male: Die berühmte Frau' Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Große Preise.

Sonntag den 25. März, Nachmittags 31/> Uhr: Alt - Frankfurt. Außer Abonnement. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Die berühmte Frau. Große Preise.

Kirchliche Antigen der evangel. Gemeinde.

Heute Montag, Abends 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, Markus Kap. 16, Christi Auferstehung. Pfarrer Dr. Naumann.

Mittwoch, den 21. März, Abends 6 Uhr: VI. Passionsandacht. In derselben kommt die Historie des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, nach dem Evangelisten Matthäus, von Heinrich Schütz, zur Aufführung.

Am nächsten Sonntag Beichte und heiliges Abendmahl im Abend­gottesdienst.

Allgemeiner Anzeiger.

Gbrrhesßsche GseNbahneu.

Mit dem 1. Mai d. I. gelangt an Stelle des Tarifs vom 1- September 1882 ein neuer Gütertarif für den Oberhessisch- Hessischen Verkehr zur Einführung, welcher vielfach Frachtermäßigungen mit sich bringt und nur einige geringe Frachterhöhungen im Verkehr einiger diesseitigen Stationen mit Frankfurt a/MOftbahnhof enthalten wird. Auch wird die Haltestelle Reiskirchen in denselben Mangels Frequenz nicht aus­genommen werden.

Der neue Tarif ist bis zum 15. April d- I käuflich zu erhalten, jetzt schon aber ertheilt unser Tarifbureau jede gewünschte Auskunft über die Höhe der künftigen Frachtsätze.

Gießen, den 17. März 1888.

2304________Großherzogliche Direktion.

"Versteigerung

Mittwoch, den 21. März l. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen im hiesigen Pfandlokal

1 Kommode, 1 Schreibsecretär, 1 Re- gulateur, 1 Sopha, 1 Wecker gegen Baarzahlung versteigert werden. 2315_____________ Horn.

Mittwoch, den 21. März,

Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich auf meinem Bureau verschiedene Möbel, 1 Stoßkarren, 2 Pferde u. a-

Geitzler, 2312 Gerichtsvollzieher.

Aeilgeöotenes.

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1) Montag den 26. März 1. I. in den Districten Steinweg, Alterhaag, Nmhofsheege, Zeileichen und Großerseng:

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79,38 Fstm.: 1 Buchenstamm mit 1,23 Fstm.

Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im District Steinweg am Pflanzgarten bei Reinhardshain.

2) Dienstag den 27. März in den Districten Güntersgraben, Hainheege, Kälberstall, Bauernheide und Saaserheegwald:

64 Eichenstämme mit 16,17 Fstm.; 162 Kiefern- und Fichtenstämme mit 119,16 Fstm.; 4 Birkenstämme mit 2,34 Fstm.; 360 Fichten-Derbstangen mit 16,27 Fstm.; 3425 Fichtem Reisslängen mit 8,72 Fstm.

Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im District Güntersgraben am Eingang in den Wald von Saasen her.

Grünberg, am 17. März 1888. Grobherzogliche Oberförster ei Grünberg.

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