Ausgabe 
16.10.1888 Erstes Blatt
 
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Gießen, den 13. October 1888."

mit vollkommenster Hochachtung Ihr ganz ergebenster A. Bramm.

Lokales.

Oc'?ber. Die Feier d-S 30jährigen Bestehens der Gewerbebank ?{ur die wir m voriger Nr. hmgewiesen, ging am Samstaa in der vorae- sehenen Weilevor sich Der Vorsitzende des Auisichtsrathes, Heir I. Han stein gab aus der Geschichte der Gewerbebank zunächst ein Bild, welches wir weiter unten unseren Die Feier, gewürzt durch Reden ernsten und humoristischen Inhalts d n lange betsammen. Erhöhte Weihe erhielt dieselbe aber noch da- 2c>jahrtge Jubiläumsfeier für Herrn I. Hanstetn in seiner resp. Vorsitzender des Aufsichtsrachs galt Dem Ä^Echend hatte die Gewerbebank Gießen es sich nicht nehmen lassen, an ihrem Ehrentage auch der Anerkennung der Verdienste, die sich Herr Hanstein um Bank erworben, würdigen Ausdruck zu geben. Mit einer erhebenöen Ansprache R*tsrn?f1tCfl^)Crr dem Jubilar Herrn Hanstein eine vom Vorstand und^Auf-

fichtsrath Namens der Gewerbebank gewidmete Gedenktafel, die als Zeichen der Aner- kennung den Sitzungssaal des Auisichtsrathes für immer schmücken wll. Hierauf er- mfhIliPhJr 2Bcik8cl B^ort, um Namens der Beamten und der Äussichtsraths- mttglieder Herrn Hanstein ein mit den Photographien der Betreffenden nefiintea ^lbum zu überreichen. Sichtlich bewegt dankte Herr Hanstein für die ^^N^n^^^^.^uSökichnungen. Daß auch die Vertreter der Stadt das Wirken ^Iank und die Verdienste des Herrn Hanstein um dieselbe zu würdigen wissen deweift nachstehender Brief des Herrn Oberbürgermeister Bramm: '

Sehr geehrter Herr Hanstein!

ß JSn ^rechter Würdigung der großen Verdienste, welche Sie sich um die hte- sige Gewerbebank erworben haben, hat der Aufsichtsrath mit der 30iäbrinen ^pipr ÄÄ br,8an'b*e gleiÄWUwÄTStaffS«!

raiH unb 2h^es langjährigen Präsidiums desselben verbunden.

Verdienste" wel-b^°n- 3cit i6r^r ersprießlichen Wirksamkeit und di-

^Zerotenste, welche sie sich insbesondere um den gewerbtretbenden Bürgerstand in ^^dt erworben hat, mit hoher Befriedigung zurückblicken darf, so geschieht d?eseo Zugleich in bem Bewußtsein und in der Anerkennung, daß Sie einen ber- I oorragevden Antheil an dieser ersprießlichen Wirksamkeit haben. Gestatten Sie I ffhüfmÄ'r ra6 td)h ?Cs ^Älchsten Wünschen für das fernere Gedeihen und Bauden der Gewerbebank den Wunsch verbinde, daß es Ihnen noch lange ^abre K» möge in ungetrübter Gesundheit und steter Geistesfrische Ihre gc deihlich.' Thätigkeit dem Institut widmen zu können. 9 8 I

Vum heutigen Abend recht viel Vergnügen wünschend, zeichnet

Dem geschichtlichen Theile des von Herrn Hanstein erstatteten Berichtes ent- nehmen wir das Folgende:

V-r-inigung».war der Wahlspruch, unter welchem engl sche Arbeiter die ersten Genossenschaften gründeten, als welche wir auch heute noch nrt und Wirthfchaftsgenosfenschaften kennen, als deren eine am

Drt die Gewerbebank Gießen heute auf eine dreißigjährige Thätigkeit zurückbltckt. T .ictlc.rcr Rückblick auf bie ersten Anfänge der deutschen Genossenschaften ftUrCL l t/ fo 'et bler noch erwähnt', daß im Jahre 1849 und 1850 die ersten @e= nosienschaften am Geburtsorte des Vaters der Genossenschaften, Dr. jur. Hermann ?JuJrJrte.in D-litzsch Pwo.Sachsen, von diesem gegründet wurden. Es waren dies m 2 feiV ""^^^bkasse, eine Rohstoffgenossenschaft für Schuhmacher und ein

1 baß diese ersten Genossenschaften in Ansehung ihrer

unterstützt durch Wort, Schrift und Thal des späteren Anwaltes der Genossenschaften, Dr. Schulz e-Delitzsch letzterer nah im cYnhrri> i ein '^?o"attonsbuch für Deutsche Handwerker" heraus, lieferte später ständige Bei- r Gewerbezeitung", an deren Stelle die noch heute bestehenden

Genossenschaftsblatter" traten. Die Gewerbebank zu Gtesten durfte firtSfinn Deläs^ 'sb n 30 Vorschußvereinen zu zählen, über welche Schulze-

sammtlich uberraschenbe Resultate lieferten. Complette Acten sVL? Mündung der Gewerbebank sind nicht vorhanden, es läßt sich nur aus dem dürftigen Material conftatiren, daß Herr Fabrikant Gg. Noll, derzeit Director der ^"enbraueret. einen Entwurf zu einem Statut ausgearbeitet hatte und denselben den nachfolgenden Ausschußmitgliedern unter breitete: Herren Buchhändler Ricker ^ean Hanstein, Ludw Nagel, Ph Hirschfeld, Fr. Strack^ P h.alther' Aug Nauheimer und Prof, vr Soldan. Diesen Entwurf legte Herr Noll den oben Genannten mit folgendem Circular vor: n

Der nachstehende Entwurf für eine Handwerkerbank in Giesten ist htn I Statuten des Vereins in Detttzsch nachgebildet, welchen ich fast wörtlich abophrte und zwar aus dem Grunde, weil ich denselben dem in Geldsachen "^gbewanderten Publikum unseres Vereins als am meisten verständlich nc^inc ln diesen Entwurf noch auf, was ich aus den Statuten

"sn* c*rlCn6ur?cr Stuttgarter Vereins für brauchbar hielt Meine Vorschläge gehen dahin: 1) Wir lassen die Statuten von einem Rechts- 8^ pausen, nachdem der Ausschuß sie nochmals durchberathen, lassen "m-?n % drucken und legen dieselben dem Wochenblatte bei. Die Kosten "^u.^Gewerboerein auf sich nehmen müssen, fehr hoch dürften sie sich

F.nI?1 Die Veröffentlichung auf diese Weise wird zur

"meihen^mirh' Sache besser verstanden und gesunder beurtheilt

"nn^bdem Verein schätzbare Elemente zuführen. 14 Tage -n ch Vahrner Veröffentlichung berufen wir dann eine Generalversamm- ''mt^Dief^ hibParJ?tn?Ot*maI- dl?eE ß(fte 3ur Unterzeichnung auf und berathen " ^^Aatuten. Je tiefer man sich in die uns beschäftigende Frage "oa? hfl?nr o*?" Itd) möglichen segensreichen Wirkungen

oor das geistige Auge. Lassen Sie uns deshalb nicht allzu sehr eilen ton- "mbttden ° Eile^wir^d örtlichen Meinung Zeit, sich aufzuklären und aus- "^-?en. Eile wird dem Unternehmen nur schaden, denn das Eisen ist 9Ha"^^afinh?A°r 6 blc @Iutb muß erst kommen."

Als Rechtskundiger hatte nun Herr Reg.rAccesstst Bartb I ben wurf geprüft. Der Ausschuß berieth nochmals Alles durch und u L

Statuten begann der Verein seine Thätigkeit am 6 Sevtember bcr

gehörten bei seiner Gründung 69 Mitglieder an, 21 traten in demselben Jahre noch bei. Von I

, . .. Chicago, 14 October. Ein großer Theil der Strikenden der Pferdebahngesellschaft

hat die Arbeit wieder ausgenommen. Man hofft, daß die Arbeitseinftelluna in nächster Reit I brinntirfipr 9Ti.afrf.rZ« «T? kVt' uno yieroc

ganz b-°np°t sein wud, da AuSgl°ichs°-rhandtung°n mit den «rbeitgeicrn® im (Sang sind! Erstmnn

M em- Bcsichtigung der Kirch- - Im Laufe des Nachmittags entlud sich ein heftig- Gewittsr mit starkem Regengüsse über der Stadt.

Rom, 14 October. Außer dem Ministerpräsidenten Crispi ist auch dem italienifchen Botfchafter Grafen de Launay der Schwarze Adlerorden verliehen worden. Der Syndikus Guicowlt erhielt den Rothen Adlerorden 2. Classe mit dem Stern; Piiani, Cabinetschef Crispi's, den Kronenorden 1. Classe; ferner wurden mehrere andere hohe Beamte und andere Personen, mit denen Se. Majestät persönlich in Be­rührung gekommen, mit Orden ausgezeichnet. - Von dem Gefolge Sr. Majestät des Kaisers dekorirte König Humbert u. A. den Oberhofmarschall o. Liebenau mit dem ÄÄÄÄ "nb hMl- w»«« -.AttÄSSÄ»1-b"nM*"*

Paris, 14. October. Ferry hielt gestern gelegentlich eines ihm ,u Ehren in Raon l Emp- vom Gemeinde, alh gegebenen Festefsens eine Rede, in welcher er sagte, das Land wünsche keineswegs -in-V-rfassungsreoision, sondern verlange nur nach Frieden im Innern. Indem er sodann auf die letzte Demonslratton an der deutschen Grenze anspütte mißbilligte er die durch eine gewiss- Presse betriebene Ausnutzung der patriotischen Gefühle und fugte hinzu, daß, wenn derartige Kundgebunaen sich wiederholen sollten und namentlich an der Grenz- dies nicht d-n Elsässern zum Vor- theil gereichen wurde. 0

. B. Kullmann, Ehr. L-o, Jos Ntonn (Sa SloU ' S01^' 3uf*u5 Ätailtng,

Ä Wn Ä^n®8 RLr?Äg^chuL" ,4

M. Fillmann, <5 8anTauEr, 3 Sa, fteto^ : 6arI Wusetztt

Ad. Mehl, Aug. Balser, Gg. Noll Louis' Krostm^n S Walther,

Roth v. Krug, N. Budgc, Kreisbaumeister L)?l^vfe?

rechnung der Bank, umfassend die Zei vorn^ 1 Vciober9!^? ^krwaltungs- hie BaDl der Mitglieder 170 mit einem ® "mmÄe Ä

iimjaß bezifferte sich auf 47013 Jt An Vorschüssen lieb b?r 9^r 557 ®er ^esamml-

D--rlehen auf 10333. Der R-s-rveso>,d betrug m "V?309 und M 46. und an bie M.tglieber wurden lOntft ..04, ber Reingewinn

(Statut der Gewerbebank war ber nöibiae gewählt. Nach dem ersten

| Mikglieber und durch Darlehen, welche öbe? Verein durch die Beitrage der

! Mitglieder aufnahm. Die Soiidarhast regelte^sich nach ^aftbarfe.t der

Ver-insglaubiger haben sich zunächst nur an ben 58er.hr unh n-®=ft'mmungcn: Di- »u halten Reichen die Mittel des Vereins^ iur ® J

daun wird vom Ausschuß vorbehaltlich des Sudef m. b,in [nid,t »In, I der fehlende Betrag auf die Mitglieder und ßternnn ? C Houptversarnmlung,

dringlicher Ausschlag auf die zahlungsfähigen Mitglieder iu & n ""wiger unein- Erft wenn hierdurch die Vereinsgläubiaer nicht binnen^n gleichen Theilen umgelegt.

haben sie das Recht'^ bie bahbareÄ

uni) sind diese alsdann befugt, den gezahlten Betrag auf die »nfu ^^?.^elbft zu belangen ! umlegen zu lassen. Weiter ist aus beme?ftfn©talut Mitglieder

einen monatlichen Beitrag von 12 ireuw mr*ba6 W®-»Wieber fonds einzulegen und zur Bildung eines Reservefonds?8 ^s Belriebs- m Monat Januar eines ieben Sa^e^ mu?be?i ebeu?a^ ^blen hatten;

,Str et' vier solcher Jahresbeiträge befreiten nnn ?.< 12 öum Reserve-

M.Cr6mafimaIbcitra9 des Mitglieder-Guthabens war auf

fchußempsanger erlegten 2 Heller von dem Gulden ala V»/? ff- Mgesetzt. Die Bor- Darlehen 70 fl. nicht übersfteg, bei höheren Darlehen'wurd" /afern das

roUrbe im 3obt 1869 b°rath!n°^tra77r!t-4.^ul7°dL g-u-n ^naa^moÄVr &^3 -ber R-chl- einer etugetra- trat. Das neueste Statut ist s-st L Janüa! jg79 in tah" Statut in Kraft munn, f-in/Rachstlg-7 waren °dann bitin So'LiFspe'td'i^g<? |c,rr P- W heute verwaltet. , m i kurzer Unterbrechung dieses Amt bis

Wollenstes " NaZ°^!Iürle^gHLk/°A^w^?7^

I 10. August 1874 als Eontroleur ernannte Herr Heinr <jr>nn m ^ohre 1882 der am I . Der erste Eontroleur war Kart ^ed)ner SewähU.

1 Tode; von da ab fungirte Herr faeinr^'JRnnnpr ^"u^m 1874 erfolgten

I zum Rechner im Jahre 1882 Herr 6^1^0 61 II§ am U 2ßa^

I troleur gewählt wurde. J 0t 111 "m 14. Januar 1883 zum Eon-

I 3- Hanstein,°L.^G!°ßmann Schäker'' Lantza»? rbie. Herren Fr. Berg,

I L. Jahrets, Louis Petri I. und Advokat W^setzki b ' 6lrto,di>' M. Walther, seine SM- hat'H^rVlatt WäbVnm" 6,3 -um Jahre 1880, an

I Aug. Balser, es wmde^nach desstn^ode sti^das Wobnba^ b°" 9ied,ner

I Ehr. Wallenfels I. verlegt. Da aber die ^°chbengen Rechners

der Bank nicht entsprachen, so wurde in einer^Anfordeiungen I 6. Dezember 1876 abgehaltenen aufeeroi bentlirhf'n11^^^ Einberufenen, am I Erbauung eines eigenen Hauses bei der (Serbintn^n "^^israthssttzung beschlossen, die £!S\SKi ÄSSEm-ÄÄ ÄaS 'nicht' e^ibeil^ j^er।g°JpQi879Stelle"eine

Generalversammlung abgebalten, in welcher ber giink n? s 1879 w eder eine gebaute steht, bestimmt wurde auf fcem nun das neue Bovk-

20. April 1880 statt unt?im Frübiabr IfflVn/llen ^baude fand am der Bank selbst benutzstm^^RSume^ ftob ?a§fel^e bezogen. Di- nicht von

1540 M 8 e |u,b 01rmle|6ct und ergeben einen Mi-thertrag von

die V°r?uste1i7d"h§chs/ ^nbSnb L'äuL^kei Wt W «"wirtbschaft-t, deren Entwickelung. Die Bank batf mit felnen ??Eblbelligen Einfluß auf

I feit zurückblicken. Trotz kriegerischer ul 2° Aahre ihrer Thätig-

ftebenden Druckes auf Handel nnh ichensalle und trotz bestandenen und noch be- le&rfniffe WWiÄ?ftd8? f?Snte Genossenschaft die Credit- Bank betrug Ende 1887 M. 237,268. 57 ihre Restrve ^10^388 """S'11«0 ?er Pensionsfond betragt JL. 6 484 03 -9» «fnnnnlit*6 o 1 c « Der Beamten- öeId,e d-r/w-?: lEXtt Md,C'

unb durch ihre Functionen als R"vistren"un"Vmstandsmit^^^'?^b^""b^°b" Genossenschaft gedient, Dank gebühtt auch dem Pubstkum ber

ununterbrochen die Bank mit seinem Vettrauen beehn hat bur<6 ®clbe,nlü0e" gefäet, i^aulgTn^ttrZSeirTd,"!- - Delitzsch aus­

mittag Äm'alte5'Sen'unkAem06^^3;«f-"d gestern Nach- Walter Möhl, das Abexercieren ber ffliefcX? w Hauptmanns, Schlachthausver- tritt der aus Mitgliedern des Corps vo/Kurrem ^eh^hlt Abuerwchr statt. Unter Voran- nach dem Oswalds Garten woselbst gebilbeten Capelle bewegte sich der Zug

r-s5"»'2S; und dem der Steiger auf dem auf der großen Leiter nur 6>/a

ch guten'Händ?ist^ Daß"sich' daffAbe ° um Führung d"es Corps

LLZ» >- r? «*-*s » äs Vorstand, welche sitmmtlich sich b« l16 Pb",eirath sowie der Stabt-.

Willy und dessen Tochter verabredet 9M&b » ° 6,elr?^ zwischen seinem Sohne

ist, kommt Blaamer mit seiner 2-ochter^^m "h^a^au^f emer ©efcbähöreife abwesend auf energischen Widerstand - sie mil^nirfit n^srf. rf ^iekt auszufuhren, stößt aber bei ihr will nichts wissen von einer fieith nhnJ ^er.^ad)ertf werden, wie eine Waare. Auch Willy schonen und braven, aber arm u Mädchen d« SMen einem

m'|-SÄSPÄ