4.
und
be-
die
gegen diese Absicht in einem an den Krieg-Minister Logerot gerichteten Schreiben zum Scheine protefiirt hat. Ferner haben die Soulangiften tn Paris ein neue« Blatt, „La Cocarde", gegründet, natürlich um für die kommende Diclatur des Generals Boulanger oorzuarbeiten, auch in der Provinz sollen mehrere boulangiftrsch/ Blätter gegründet werden. Die französische Regierung scheint diesem Treiben gegenüber noch keine Stellung genommen zu haben, ba« Gerücht, General Boulangrr sei zu seiner Verantwortung von Clermont- Ferrand nach Paris beordert worden, hat sich bislang ebenfalls nicht bestätigt.
M°rgn?L7?ruh?:' *o6e“ ®t0^W haben
»m 19. Februar dem vortragenden Rath bet dem Ministerium de« In, ShnrbsnpCrF3ufl'V a^eiI“"8 für Schulangelegenheiten, Geh. Oberschulrath
Die Krankheit des Kaisers.
Wir erhielten gestern Nachmittag das nachstehende Telegramm, welches von einer sehr ernstlichen Wendung im Bestnden Sr. Majestät des Kaisers meldet:
Berlin, 7. März. Der „Reichsanzeiger" meldet: Bei Sr. Majestät dem Kaiser haben sich seit Sonnabend zu den vorhandenen allgemeinen Erkältungserscheinungen welche mit Asiektionen der Halsschleimhaut, Reizung der Augenbindehaut verbunden waren in den nächstfolgenden Tagen öfters eintretende Unterleibsbeschwerden gesellt. Seit gestern ist auch der Appetit wesentlich vermindert. In Folge dessen ist eine merkliche Abnahme der Kräfte eingetreten, v. Lauer. Leuthold. (Durch Extrablatt gestern Abend bereits bekannt gegeben.)
Zur Ergänzung und Vervollständigung tragen wir im Nachstehenden diejenigen Nach- -rrchten zusammen, welche vom Bestnden Sr. Majestät des Kaisers melden. So wurde der .Franks. Ztg." vom Gestrigen depeschirt:
Berlin, 7. März, 1.40 N. Im Befinden des Kaisers ist eine Besserung heute nicht zu verzeichnen. Die Aerzte bemühen sich, den Kräfteverfall zu verhindern.
Berlin, 7. März, 2.— N. Der Reichskanzler und Moltke verweilen im königlichen Palais. Der Krankheitszustand des Kaisers ist heute nicht ohne Bedenken.
Berlin, 7. März, 2.15 N. Eine Besserung ist im Befinden des Kaisers noch nicht emgetreten. Prinz Wilhelm, Fürst Bismarck und Graf Moltke bestnden sich seit Stunden im Palais.
Berlin, 7. März, 2.36 N. Der Kaiser liegt seit 1 Uhr Nachts in tiefem Schlaf. Man spricht in politischen Kreisen davon, daß der Reichstag noch nicht werde geschlossen werden.
Berlin, 7. März, 2.45 N. Der Zustand des Kaisers ist äußerst bedenklich.
Karlsruhe, 7. März, 1.55 N. In Folge einer im Schlosse eingetroffenen Depesche von Berlin über den Gesundheitszustand des Kaisers reisen der Großherzoq und die Großherzogin mit Extrazug nach Berlin.
Berlin, 7. März, 4.16 N. Der Gesundheitszustand des Kaisers war heute Gegenwand ernster Besorgmß und großer Erregung, namentlich in Reichstagskreisen. Seit etwa 3 Uhr Mittags ist aber eine Besserung eingetreten. Der Kaiser ist aus dem langen tiefen Schlaf, m welchem er seit voriger Nacht lag, erwacht und hat auch etwas Nahrung zu sich genommen. Die Aerzte legen daraus großes Gewicht und hoffen, daß weitere Besserung eintrete. Der Reichskanzler, der seit Vormittag im Palais weilte, verließ dasselbe gegen
Berlin, 7. März, 4.32 N. Trotz der kleinen Besserung, die gegen 3 Uhr im Bestnden des Kaisers eintrat, bestehen die ernsten Befürchtungen fort.
Berlin, 7. März, 4.56 N. Die Abendblätter, darunter die „Kreuzzeitung" con- statiren, daß die ernsteste Besorgniß wegen des Befindens des Kaisers fortdauert. Prinz Wilhelm weilt noch im Palais, ebenso Moltke, der, wie auch der Kriegsminister aus dem Reichstag geholt wurde. Der Kronprinz wurde vom Zustand des Kaffers telegraphisch benachrlchtigt. Die Aufregung im Reichstag und zum Tbeil auch schon in der Bevölkerung ift sehr groß. Emen Schwächeanfall von ähnlicher Dauer hat der Kaiser noch nie gehabt
Das Wolff'sche Bureau meldet ferner:
Berlin, 7. März, 2.25 N. In Folge einer ungünstigeren Nacht und des Appetitmangels ist das Bestnden des Kaisers weniger befriedigend. Der Prinz Wilhelm ist seit drei, der Reichskanzler seit zwei Stunden im Palais.
. , ß Berlin, 7. März, 5:30 N. Bei dem eingetretenen Schwächezustand im Befinden
Äatlr txr?äIL^b0^ Ae zuversichtliche Hoffnung aufrecht, daß er denselben wie ftuhere Anfälle, glücklich überstehen wird. Nachmittags genoß der Kaiser etwas Nahrung. Fürst Bisinarck kehrte gegen 3 Uhr aus dem Kaiserpalais zurück.
» *r derltn, 7. März, 10 N. Im Laufe des Nachmittags sind in dem Zustande des Jkarsers keine Veränderungen eingetreten, die Besorgnisse zu erregen geeignet sind Die von ihm eingenommene Nahrung übte eine belebende Wirkung aus und verursachte eine Wendung zum Besseren. Der Kaiser sah den Prinzen Wilhelm, kurz ehe derselbe das Pa cus verließ, eine Viertelstunde bei sich im Zimmer. Um 4S/< Uhr erschien die Prinzessin Wilhelm bei der Kaiserin. 3 "
, Berlin, 7. März Das badische Großherzogspaar und die Kronprinzessin von Schweden treffen morgen Vormittag 11 Uhr hier em.
Der „Franks. Ztg." wird von gestern Abend berichtet:
Berlin, 7. März, 8.50 N. Die Sorge um das Leben des Kaisers drängte heute alle anderen politischen Gedanken in den Hintergrund. Das osficielle Bulletin des Reichs- .anzeigers", welches von einer merklichen Abnahme der Kräfte spricht, läßt schon erkennen raß ernste Befürchtungen obwalten, und die heute erschienenen Abendblätter drücken dies •jum Th eil noch deutlicher aus. Eine bange und aufregende Stimmung herrschte in den Raumen des Reichstages, als gegen 1 Uhr direkte und wohlverbürgte Nachrichten aus dem Palais anlangten, daß die Aerzte, welche die Natur des hohen Patienten seit Jahren genau Lennen, von dem leit gestern eingetretenen Schwächezustand Schlimmes befürchteten. Der Sitzungssaal entleerte sich; in den Wandelgängen standen die Gruppen ohne Unterschied der Partei m ernstem Gespräch; jede neue Nachricht ging sofort von Mund zu Munde. ?C.J. 5t?’lcrc>?act 6crc,td am Sonnabend eine Art Ohnmachtsanfall gehabt; gestern Abend stellte sich Fieber ein und seit 1 Uhr Nachts lag der Kaiser in einem tiefen Schlaf, den aber die Aerzte als ein Zeichen bedenklicher Schwäche fürchteten. Prinz Wilhelm weilte vom frühen Morgen unmittelbar nach seiner Ankunft aus San Remo ununterbrochen im
Bismarck wurde gegen 11 Uhr hinberufen und blieb bis 3 Uhr, n e unb 1er Kriegsminister begaben sich vom Reichstag aus hin, auch die obersten Pa ms dw Nack?icb^dn^^6^-' t brac^te Minister von Bötticher aus dem b k 5'$!' J?a? ber Km,er unter den von den Aerzten angewandten Mitteln er- nrlff C IOaÖ na^UnV“ genommen habe, die erste feit mehr als 24 Stunden. «13 eine hoffnungsvolle Boychast wurde dies mit Freuden begrüßt: doch wurde nicht oer schwiegen, daß angesichts der bedenklichen Schwäche ernste Besorgniß noch fortbesteht Die ""verhüllt zum Ausdruck und in allen Gruppen wurde die hS!? GMuü h «Unb |cmc "ächsie Zukunft besprochen. Der Reichstag wollte, um den Schluß der Session zu ermöglichen, Abendsitzungen abhalten; man hat jetzt davon Al^ k^n^b"v'"^en, da eine Aenderung der bisherigen Dispositionen nicht ausgeschlossen er- intrrYraftl0n6kl-nCr n heute Abend stattsinden sollten, wurden mit Rücksicht auf die trübe Stininmng, du-alle befallen hat, abgesagt. Dem Kronprinzen wurde im Laufe des Tages wiederholt nach San Remo über das Bestnden des Kaisers telegraphirt Es besteht d.e Hoffnung daß dieser Anfall, der schwerer ist als alle früheren, wieder überwunden wird. ->e,e Hoffnung ist aber nicht so stark, als sie in ähnlichen Fällen sonst gewesen ist.
Berlin, 7. - larj, 9.36 N. Aus zuverlässiger Quelle erfahre ich, daß bis zur Stunde eine Besserung im Zustande des Kaisers nicht eingetreten ist Der Kriegsminister machte eine ähnliche Mittheilung soeben auch der im Reichstag versammelten Budget' ZTRn LL^L^u^mukste..^uteauf
Sefinbe?^^lf^^'t[^^fec^e^^10,,Cn ist im
und ®emiatb^nXrÜ"obKä^rer Ablehnung der Regierungssorderung R°mM!'G-g-'nHe 'EbfrÄÄf 19 gegen 20 Stimmen abgelehnt und nu? 60 000 bewMtgt 1
Pnnnen nÄ^Cr^n die geforderten 3500 Jü für die Verbreiterung der Straße von
Eisenbahn nach warmer Befürwortung Seitens der Abag. Kugler Haas und Osann mit 23 gegen 14 Stimmen abgelehnt. 00 * 0 er'
6000 ^^erroim^^1^11110 ^auptftra6c DOn Hechtsheim nach Mainz werden die Summ 445 TbStät" und Straßencorrectionen, jufammen örkrurmen’üher'und Dammbauten bieten zu eingehenden finb rqS cnbr110 bcr angeforderten Beträge Veranlassung. Gefordert
Meins uÄS u8h J;Ür ^rftclluZ10 einer vollständigen Stromcorrection des Rheins und Mains und sonstiger Dammbauten.
Of war nicht von der Nothwendigkeit oder Dringlichkeit eines Tbeils
dt-i-r Arbeit überzeugt und beantragt Strich verschiedener Titel ’
<«
Ol““'
für blc^3^fl^itdTwim9terl,en jcb°4 Uad) bem *ntrö0 bc§ Ausschusses nur 421000.*
Unterhaltung der Schiffbrücken und Ueberfahrten, beantragt der Ausschuß die geforderte und nicht beanstandete Summe von 122 000 zu bewilligen.
r^0 ,bcr Abg. Reinhardt bet Grotzh. Regierung an, wie wett das d!» .sr '?aucd ^ncr /esten Brücke über den Rhein bei Worms gediehen sei und b b wSbenr ^i?uf diesem Landtag eine diesbezügliche Vorlage^ gemacht werde Ministerialrath Dr. Schäffer erwiderte die Projekte seien in Bearbeitung und ®eife 9eförbert 06 aus diesem Landtag nach etoe ent pre(benbe ^°rIR0eKbcrrtÄ01?mer 0cma^1 werden könne, vermöge er nicht zu versprechen weil nocü toa$Snm^ ^tlen' Abstimmung mied di- bean?
non 55OOOOV7’ roc0e" fuboentionirten Eisenbahnen wird die Summe
(SDnt?nre,Oh°pr N- Schröder wünscht hierbei eine genaue Aufsicht und
pbiJJ ^enbcn Borschriften durch den dazu bestimmten Beamten, haupffächlich z?Se nef? garantirten Strecken diejenigen Gütertransporte, welche ihnen nach ß0 Dabe? soll"ni^0n / -ÄUNbn. zukommen, auch wirklich zugetheilt werben. 9 ~abei soll mcht ausgeichloffen fein, daß wo zwei concunirenbe Linien in Araae Jonittien, der uberwlegenbe Theil des direkten Güterverkehrs auf denjenigen «inien förbed roirb bie b-sseren unb billigeren Betriebsverhältnisse bieten.
... Ministerlalprästdent Weber versichert bie Regierung werbe nicht versäumm nothige Controle über die garantirten Strecken walten zu lassen
Me geformten 550 000 JL ohne fernere Debatte genehmigt. Schluß V22 Uhr. Morgen 9 Uhr Sitzung.
, wird die Berathung des Budgets mit Kao 111
hierfür die geforderten 57,700 JL bewilligt 5 P" H1, Hofbauwesen, fortgesetzt Kap. 112, Domantalbauwesen, werden für eine aanxe sRpitxo nnn ,
Herstellungen zu Titel 1 der Betrag von 71 I t 9QUtcn unb
162,500 Jt ohne Debatte genehmigt. 9 hUWJL, zu Ttt. 2 die Dumme von »«ÄS SSÖto,"'“"*“
«RtfÄJÄÄ'jJÄ'Äät g ess?-™*
Berathung. Zu »*.*‘10, Eeuiratbauwe^en tm ^teff7rt b?s ^udgel
gestern noch nach den Ausschuß-Anträgen beschlossen^ ° Ministeriums, wurde
L !"r F""lende Unterhaltung" unter Abstrich der mehr geforderten innn
die Summe von 13,700 zu oerwilligen/ Sesorv<rten 1000 *
2. für einen Ausbau eines dritten Stockwerks auf dem weftlickÄ t
fUi,li4Cn und nördttchen Coäeg.engS zu^Ta'S
3' ÖÄ «l3000 * «r
. LLat^dtkL^ und der
soll, wenn es diesseits nicht gelunaen ist die beiden ^«^- ^"bndung kommen gterungen zur Zustimmung ver!nla en hÄ ^^ Äten Re-
unterführung in der doppeltenals der^^eüt aeolanten^/-^ fragliche Weg- L. '»«"«d,. Mr.X*ÄS» Ä Ä13.Ä
fummeGberomgbt.f°bann bic ^lerungSforberung im-Betrage non 21,275 als Pausch. zur $ebaUe.114' Untcr^lun‘> d-r Staatsstraßen, Ttt. 1, „lausende Unterhaltung" steht 2" d/n in früherer Periode vorhandenen Staatsstraßen von iS5ß xo uA neu hinzugekommen 10,235 Km., tn Summe 1866 635 frm fmb
von "^0 pro Km. beantragt die Regierung'770M) Jl * b^^ ^urchschntttssatz tft hen trotzdem der Durchschntttsbeirag als sehr hoch aeariffen
tft, be" Betrag u bewilligen unb tritt das Hans diesem Anträge bei ’ * 9 0
q h,an7 ..^^rhaltung der Brücke über den Rhein bet Mainz mit 14 000 Kostheim mit 2b3896M T Hanau, mit 2000 jl, Ttt. 4, desgl her Brücke bei 20,889 mU 2500'n Summa
ÄÄ1ÄI' ^malige
Schon ans früheren Landtagen wurde von rheinhessischen Abgeordneten Ginne Materiol^nnneb/" '"ouselhasten Zustand mancher Straßen und dabei -als Ursache Materialmangel angegeben. ES wurde nun, wie es scheint, ein Schreiben an bie ner-
,DOmm flfd’u6 ni*‘ abgeleugnet, daß bei dem starken Verkehr Rhein- !ir.Ä
B Ä *= - **


