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Lokales.

Hießen, 8. März. Aus dem in derDarmstadter Ztg." befindlichen Referat über die Elatsberathungen der zweiten Kammer der Stände entnehmen wir, als soeüell für Gießen resp. Oberhessen von Interesse, das Folgende:

Bei Cap. 110, (5entralbauwesen im Ressort des Ministeriums der Finanzen, werden zunächst die Kosten der laufenden Unterhaltung mit 13 700 verwilllgt. Unter Neubauten und größere Herstellungen" beantragt der Ausschuß: die fürEin­richtung des ehemaligen Regierungsaebäudes und des ehemaligen Hofgerichtsgebäudes zu Gießen zu Dienstwohnungen" geforderten 27 500 nicht zu verwogen.

Mimsterialpräsident Weber Exc.: Es lasse sich zur Zett noch nicht übersehen, wie weil die Herrichtung der fraglichen Gebäude trotz der ablehnenden Haltung der Kammer nicht doch nothwendig werden würde. Die Regierung müsse sich für diesen Fall vorbehalten, hierüber eine besondere Vorlage zu machen. Bezug!rch einer Ver­äußerung des ehemaligen Regierungs- und des Hofgerichtsgebäudes könne die Regierung heute in keiner Weise eine Zusage machen.

Abg Gutfletsch: Wenn die Regierung erkläre, datz man über die Noth- wendigkeit einer Herrichtung der fraglichen Gebäude noch nicht ganz schlüssig sei, habe die Kammer um so weniger Veranlassung, die Vorlage zu bewilligen. Die S^adt Gießen habe für das ehemalige Ho.fgerichtsgebäude 30 000 JL geboten, hierauf aber feine Antwort erhalten. Rechne man diesen Betrag mit den für Reparatur hier vor- aeseheven 17 000 JL zusammen, so komme man aus im ganzen 47 000 , wofür sich

In Gießen an viel geeigneter Stelle Dienstwohnungen errichten ließen. Uebrigens sei er ein Gegner der Dienstwohnungen für billigen Orte, wo geeignete Mieth- wohnungm vorhanden seien. Dies sei in Gießen entschieden der Fall. Einen local- vatriotischen Gesichtspunkt müsse er hier übrigens noch geltend machen. Schon lange sei beabsichtigt, durch Wegräumung eines Thetles der den Lindenplatz und Brandplatz trennenden Gebäulichkeiten einen geräumigen Marktplatz für Die etobt Gießen zu stoffen Wenn man für das ehemalige Hofgerichtsgebäude nunmehr bedeutende Mittel aufwende, werde dieses sür Gießen so wichtige Projekt unausführbar gemacht. Ueber das Regierungsgebäude hätten Verhandlungen wegen Veräußerung noch nicht ftattaefunben Dasselbe werde seinem baulichen Zustande nach den Bestrebungen, das­selbe wieder bewohnbar zu machen, noch größeren Widerstand entgegenstellen als das Hofgerlch^tsgeRiude^^r ert(ärt, roer die fraglichen alten Gebäude kenne, werde ein- sehen daß es gut sei, wenn dieselben vom Erdboden verschwänden.

' Der Ausschuß-Antrag wird hierauf angenommen.

Bei der Position: Zu Lasten des Baufonds der Oberhessischen Bahnen, beantragt der Ausschuß sür .Herstellung eines Ueberganges für Fußgänger über die Ober- hessischen Bahnen an der Frankfurter Straße zu (Sieben" 17 000 zu bewilligen.

Der Ausschußberichl bemerkt hierbei: Das Bedurfmß dafür ist anzuerkennen. Hinsichtlich des hier in Frage stehenden Anspruchs der Stadt Gießen kann von einer Herstellung des Uebergangs doch wohl erst die Rede sein, wenn diele Jrage für den Staat befriedigend erledigt sein wird. f .

Atm Gutfleisch erklärt, es werde wohl nicht die Absicht der Regierung sein, die Stadt Gießen zunächst zu einem Aufgeben ihres Anspruchs zu veranlassen und dann erst den fraglichen Uebergang herzustellen, vielmehr müsse beides den Eharakter einer vergleichsweisen Einigung haben. r, ,, sr .

Ministerialpräsident WeberExc. erwidert, das; beides auf dasselbe hmauslaufe.

Die Position wird hieraus genehmigt. .. .

(Hoffentlich geht nunmehr der so lange und eindringlichst geäußerte Wunsch unserer Einwohnerschaft, einen jegliche Verkehrsstörung aufhebenden Uebergang über die Oberhessische Eisenbahn an der Frankfurter Straße zu besitzen, recht bald ferner ^^^^to^lu^u^Teantragt) ferner: die fürHerstellung einer Lokomotivremise in Nidda" eingestellten 9500 nicht zu verwilligen.

Namens der Regierung ergreift Direktor Altvater hierzu das Wort. Die jetzt bestehende Remise sei baufällig. Siefei silnerZettooneinerbelgischen Bau- gesellschaft der Bahn geschenkt worden. Man habe sich 16 bis 17 Jahre damit be­holfen. Jetzt drohe sie dem Einsturz. .Werde der Betrag nicht bewilligt so tonne- d r ganze Bau eines Tags zusammenstürzen, rote ähnliches bekanntlich in Ulsfeld paffterMeu .fi flleid)em Sinne. Die bisherigen Räumlichkeiten seien

baufällig und zu eng. Letzterer Umstand habe kürzlich nahezu ben -iob eines Arbeiters verursacht. Die Abgg. Sturmfels und W ester nach er sprechen kurz für die Vor­lage. Der Abg. Jockel empfiehlt den Ausschußantrag. Der Ausschuß sei von der Erwägung ausgegangen, daß die Oberhessischen Bahnen den Staat recht viel Geld kosten und daß deshalb Sparsamkeit in ben Bewilligungen geboten ser.

Abg. Osann empfiehlt, den Standpunkt des Ausschusses aufzugeben. Die Vorlage der Regierung wird hierauf genehmigt. ,

Der Ausschuß beantragt ferner die fürErweiterung der Station Salzschlirf geforderten 10 400 nicht zu verwilligen.

Direktor Altvater: Die Position sei veranlaßt durch eme ganze Reihe von Gesuchen aus den Kreisen der Bevölkerung, die mit Recht die Station Salzschlirf als unzureichend bezeichneten. Nur die £>ö6e der Erweiterungskosten d°b- bisher -ine Vorlage in dieser Richtung verzögert. Die Lage des Bahnhofs m Salzschlirf ser eine abnorm ungünstige, da das Terrain aus der einen Seite stell anfteige, aus der

Berlin, 7. März. DerReichs-Anzeiger" veröffentlicht folgender ^"H^S an Remo, den 7. März, 9 Uhr 55 Min. Vormittags. Se. K. und K. Hobett d-r Kronprinz hielt stch gestern mehrere Stunden im Garten auf. Der Schlaf war wieder gut, im Uebrigen wie früher.

DerPost" berichtet man aus San Remo:Der Kronprinz geht augenblicklich allein im Garten spazieren. Sein Aussehen ist vortrefflich; das Gesicht gebräunt, nicht eingefallen; der Bart ist melkt, nicht weiß; seine Hal­tung aufrecht. (5r* 3^9 )

Berlin, 7. März. Das Abgeordretenhaus erledigte den Cuttusetat bi» zum Kapitel der Elementarlehrer und vertagte die Weiterberathung auf morgen um 11 Uhr. Im Lause der Debatten sprach der CultuSminister aus das Entschiedenste gegen die Erweiterung der Berechtigung der Realgymnasien nach der Richtung öei Unwersttäts. Studiums hin.

Italien.

San Remo, 7. März. Die heute Mittag im Hausflur des deutschen Vic^onsulats in deutscher und italienffchec Sprache veröffentlichte Aufforderung der Aerzte des Kronprinzen, sich jeder üeußerung an Zeitungen des In- und Auslandes über die bei der Behandlung angewandte Methode, sowie über die Instrumente zu enchalten, hat hier Verwunderung heroorgerufen. Das Be­finden des Kronprinzen ist gegenwärtig anscheinend günstiger, da er einen großen Theil des. Nachmittags mit seiner Familie auf dem Balkon zubrachte. (Fr. Z.)

San Remo, 7. März. Der Kronprinz verbrachte eine recht gute Nacht. Gestärkt un) in guter Stimmurg nahm er das Frühstück mit vi.l «Appetit ein. Husten und Auswurf haben sich weiter oermlnoert. Der Kronprinz beabsich­tigt, heute wieder im Garten zu promeniren. Das Wetter ist prächtig.

Berlin 8. März, 11 Uhr 45 Min. fPcioatdepesche desGießener Anzeigers".) Ein Bulletin, 'unterzeichnet v. Lauer, meldet: Se. Majestät der Kaiser hatten eine unruhige Nacht, Befinden sehr schwach. -Reichsgesitzblalt" undGesetzsammlung brinaen einen Kaiserlichen Erlaß vom 17. November 1887, betr. Beauftragung des Prinzen Wilhelm mit der Stellvertretung des Kaisers und Königs in den laufenden ReaierunasaeichäftkN, zur öffentlichen Kenntniß.

Ö Darmstadt, 8. März, 12 Uhr 55 Min. Ministerialrath Lotheisen rst heute Nacht plötzlich geworben.

anderen ebenso steil abfalle. Der Ausschuß bemerke mit Unrecht, daß der vorgesehene Betrag nahezu einen Neubau des Bahnhofs ermögliche, dies würde nicht 10 000 Jt, sondern 70 000 jt kosten. In Salzschlirf habe sich ein lebhafter Holzhandel ent­wickelt, sodaß jährlich 200 Waggon Holz zur Verladung kämen. Nun hätten aber nur 45 Wagen im dortigen Bahnhof Raum. Die Vorlage bezwecke die Anlage eines neuen Ladegeleises und die Aufstellung einer Decimalwaage, die im Interesse des Ver­kehrs nöthig sei.

Abg. Zinßer spricht kurz für die Vorlage.

Abg. Schröder beanstandet die Höhe der Kosten. Die Anlage einerDecimal­waage könne man allenfalls bewilligen, wenn darüber in einer besonderen Vorlage die nöthigen Angaben gemacht würden.

Direktor Allvater erwidert, daß bei dem jetzt bestehenden Verhältnisse die Anbringung einer Decimalwaage unmöglich sei.

Abg. Schade empfiehlt die Regierungsvorlage. Ein Hinausschieben helfe nichts. Wie der Abg. Zinßer könne auch er nur betonen, daß die Erweiterung der Station ein Bedürfniß für die ganze Gegend sei.

Nachdem Abg. Schröder bemerkt, daß der Holzhandel in Salzschlirf im Ab­nehmen sei, und daß viele wichtige Stationen der Hessischen Ludwigsbahn auch keine Decimalwaagen besäßen, wird der Ausschußantrag mit 17 gegen 14 Stimmen an­genommen. Desgleichen gelangen die weiteren Ausschußanträge zu Eap. 110 zur Annahme. Der für Herstellung eines Wagenschuppens in Groß - Buseck eingestellte Betrag von 5300 m roirb dem Ausschußantrag gemäß abgelehnt, nachdem Direktor Alt- oater kurz die Bewilligung empfohlen hatte.

Gießen, 8. März. sGeselligkeitsverein Gleiberg.j Die gestern ab­gehaltene Generalversammlung war sehr zahlreich besucht. Vor Eintritt in die Tages­ordnung gab der Vorsitzende Kenntniß von der Allerhöchsten Eabinetsordre Sr. Majestät des Kaisers vom 28. December o. I., welche dem Verein auf Grund der vorgelegten Statuten die Rechte der juristischen Person verleiht und ihm die nunmehrige dcsinitive Erwerbung des Eigenthums an der Burg ermöglicht. Die nach S§ 11, 22 dieser Statuten erforderliche Neuwahl des Vorstandes auf die Tauer von drei Jahren wurde hierauf vorgenommen; es wurden gewählt die Herren Rechtsanwalt Curtman, Stabsarzt Dr. Klewitz, Professor Dr. Buchner, Quästor Orbig in Gießen und Kreisbürgermeister Colnot in Krofdorf, während der um den Verein so verdiente Herr Geh. Rath Professor o. Nit gen zum Ehrenpräsidenien ernannt wurde. Im Anschluß hieran wurde der seitherige langjährige Doisitzende des Vereins Herr Kanzler Dr. Gareis, welcher uns leider zum 1. April verläßt, in dankbarer Anerkennung seiner unermüdlichen Thätigkeit und der außerordentlichen Verdienste, welche er sich um die Wiederbelebung des Vereins und die Neueinrichtung der Burg Gleiberg erworben hat, zum Ehrenmitglied ernannt und ihm zugleich ein prachtvoll ausgestattetes Diplom überreicht. Letzteres (auf Pergament gedruckt) ist aus der Brühl'schen Druckerei heroorgegangen und verdient die Bezeichnung Kunstwerk in der Tbat; daher ist es auch zu begrüßen, daß die Versammlung beschloß, einen Abdruck dieses Diploms im Burgjoal zu Gleiberg auszuhängen, damit auch weitere Kreise durch Augenschein sich überzeugen können, daß Derartiges nicht nur in München oder gar im Auslande, sondern auch hier in Gießen zu haben ist. Noch ist zu erwähnen, daß Herr Uhrmacher H. Zimmer dahier dem Verein eine schöne Wanduhr zum Geschenk gemacht hat, wofür ihm der Dank der Versammlung ausgesprochen wurde.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

Bei den in Kellern und ungeheizten Zimmern überwinterten Pflanzen beginnt sich in der jetzigen Jahreszeit der Vegetattonstiieb zu regen und das umsomehr, als die Temperatur in den genannten Räumen sich allmälig steigert. Um nun die Vegetation nicht zu früh eintreten zu lassen, empfiehlt es sich, die betreffenden Räume, in denen Pflanzen Überwintert wurden, jetzt möglichst oft und lange zu lüften. Allerdings muß das mit der nöthigen Vorsicht geschehen, damit die Pflanzen durch Frost nicht leiden, das braucht indeß wohl nicht erst hinzugesetzt zu werden, da Niemand so unvorsichtig lüften roirb, daß Nachtheile entstehen könnten, am sichersten geht man, wenn man nur bei mildem Wetter lüftet. Daneben muffen aber die Pflanzen, um ein durch die Luft- erneuerung bedingtes zu starkes Austrocknen zu verhüten, so ost sie trocken sind, aber immer nur sehr wenig, begossen werden.

Um der katarrhalischen Affektion von Kehlkopf und Lunge vor- zubeugen, genügt, bei der Bewegung in kalter Luft, der Gebrauch von Soden» rühmlich bekannten Mineral-Pastillen; tritt der Katarrh aber doch ein, so Hilst erhöhter Gebrauch ibn beseitigen. Statt lebrr weiteren Anpreisung lassen wir die Wahrnehmung des Herrn Dr. med. Kalkhoff in Annaberg (Riesengebirg) folgen; derselbe schrieb:Die Sodener Mineral-Pastillen habe ich bei zwei Patienten mit chronischem Katarrh mit ganz' außerordentlichem Erfolg angewandt. Bitte umgehend um weitere Sendung per Nachnahme." Zur Bequemlichkeit der Abnehmer sind jetzt Verkaufsstellen in allen Apotheken, die Schachtel ä 85 H, errichtet. 24

HandeL KN- Brrk'shs.

Limburg, 7. März. Rother Weizen pro Malters 1515, weißer Weizen X 14.90, Korn JC. 10 25, Gerste X 9 40, Hafer JL 6.80, Erbsen J4. 00.00, Kartoffeln JL 0.00.

Je 50 Kilogramm kosten:

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24 50 25 - 24 5011 50

75

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21 50

25 00

17 00

15 50

6 72 3 72 2 57 2 32

7 75

7 33

9 8

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a oq

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JLÜ

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesrilschast.

Freitag Abend 531 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 330 ubr, Samstag Abend 640 Uhr.

Verzeichnis

bet Mittelpreisc der gewöhnlichsten Verbrauchsgcgenstände in der Stadt Gießen vom Monat Februar 1888.

N

L)

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Je V2 Kilogramm kostet:

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00 52

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