Einzelbild herunterladen

und sich zum Heile beider Nationen im Reiche weiter entwickelt habe. Der Staats- Minister Graf Bismarck versicherte, es sei das unablässige Bestreben der Reichsregierung die Stärkung der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen zu fördern.

Berlin, 30. April. Die von Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Hohenlohe- Schillingsfürst, Gemahlin des Kaiserlichen Statthalters in den Reichslanden, zur Linderung der durch die Ueberschwemmung in den deutschen Stromgebieten entstandenen Roth in Elsaß-Lothringen eröffnete Gaben-Sammlung hat einen überaus erfreulichen Ertrag geliefert. Aus den bis jetzt eingegangenen Geldspenden sind, dem Vernehmen nach, dem Comitt zur Unterstützung der Ueverschwemmten in den deutschen Strom­gebieten zunächst 140 000 JL durch Vermittelung der Reichsbank überwiesen worden.

London, 30. April. Der Text der päpstlichen Bulle in Betreff der irischen Nationalltga wird heute hier veröffentlicht. Die irischen Bischöfe werden darin instruirt, vorsichtig aber eindringlich Klerus und Laien zu ermahnen, daß sie die Grenzen der Ehrtstenliebe und der Gerechtigkeit in ihrem Bestreben, Heilmittel für ihre traurige Lage ausfindig zu machen nicht überschreiten.

Rochefort, 30. April. Der Präsident Carnot traf hier um 1 Uhr 30 Minuten Mittags ein. Trotz heftigen Regens wurde er von einer zahlreichen Volksmenge begrüßt, welche Hochrufe auf den Präsidenten und die Republik ausbrachten. Carnot besuchte alsbald nach seiner Ankunft das Arsenal und das Hospital; er überreichte der Schwester im Hospital das Kreuz der Ehrenlegion, indem er sagte, er beabsichtige damit den ganzen Orden zu ehren.

Sofia, 30. April. Der Fürst Ferdinand ist heute in Loftscha eingetroffen. In Plewna gab ihm zu Ehren die Stadt ein Bankett.

Berlin, 1. Mai, 11 Uhr 20 Min. sPrivatdepesche.] Bulletin von 9 Uhr Vor­mittags. Die letzte Nacht war im Befinden des Kaisers etwas weniger gut als die vorhergehende. Das Fieber hat sich ein wenig gesteigert, sonst ist keine wesentliche Ver­änderung zu verzeichnen.

Lokale-.

Gieße«, 1. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Dormer-tag den 3. Mai 1888, Nachmittags 4 Uhr.

1. Abhaltung von Gottesdiensten in der Friedhofskirche.

2. Verpachtung des Rathhauskellers.

3. Gesuch des Maurermeisters Wilhelm Steinbach wegen Wasserabführung.

4. Desgl. des Commerzienraths Ed. Silbereisen.

5. Desgl. des Gastwirths Philipp Schwinn.

6. Anlegung eines Brunnens und einer Latrine auf dem Militärschießplatz.

7. Straßenreinigung bett.

8. Straßenbeleuchtung betr.

9. Festsetzung von Richtlaternen.

10. Das Octroiwesen.

11. Das Feuerlöschwesen betr.

12. Gesuch des Dienstmannes Philipp Müller um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes.

13. Gesuch des August Hauck um Erlaubniß zum Wirthschaftsbetrieb.

14. Errichtung einer Badeanstalt für Die städtischen Volksschulen.

15. Uebernahme der Vorschule des Gymnasiums durch Die Stadt.

16. Die Bureaulokalitäten der hiesigen Handelskammer.

17. Verpachtung der Wieseckböschungen.

18. Unterbringung des August Hofmann in eine Besserungsanstalt.

19. Die Fassung des Sladlringgrabens in eine Steinsohle.

20. Klage gegen den Ortsarmenoerband Friedberg.

Gießen, 1. Mai. Wie aus den Mittheilunqen der Centralstclle für die Landes- statistik ersichtlich, betrugen im Rechnungsjahre 1886/87 die gejammten Einnahmen der Oberhessischen Eisenbahnen 969 043.58 JL, wovon 437 696.51 JL auf den Personen- und Gepäckoerkehr und 531347.07 JL auf den Güterverkehr kommen. Von den 592 780 beförderten Personen benutzten 1481 die erste, 48 230 die zweite und 525 400 bie dritte Wagenklasse, in welcher letzteren außerdem noch 17 669 Militärpersonen befördert wurden. An Monats-Abonnementskarten für Schüler, Lehrlinge rc. wurden 584 Stück für 35 140 Fahrten ausgegeben. Die ausgegebenen Wochenkarten beliefen sich auf 1279 Stück zu 10 668 Fahrten. Sonntagsbillets, welche für den einfachen Fahrpreis Hin- und Rückfahrt gestatten, wurden ausgegeben: 1) von allen Stationen nach Gießen 21598, 2) von Alsfeld, Lauterbach und Fulda nach Salzschlirf 718, 3) von verschiedenen Stationen nach Fulda 3556. Hinsichtlich des Personenverkehrs der einzelnen Stationen nimmt Gießen die erste Stelle ein mit 296 232 Personen, dieser folgt Alsfeld mit 64 939 Personen, den geringsten Personenverkehr weisen auf die Stationen Angersbach (3592) und Lieblos (1589). Die Einnahme aus Reise­gepäck betrug 6439.38 JL Die Zahl der beförderten Hunde betrug 3121. An Gütern wurden in dem Rechnungsjahre 1886/87 auf den Oberhessischen Bahnen befördert 228 507 Tonnen und zwar 1395 Tonnen Eilgut, 24 048 Tonnen Stückgut, 3958 T. Wagenladungsgut der Classen A« und B, 114 766 desgl. nach den Specialtarifen, 69 198 nach den Ausnahmetarifen, 228 Tonnen Postgut, 80 Tonnen Militärgut, 5218 Tonnen frachtfreies Dienstgut, 60 Tonnen Leichen, 9556 Tonnen Vieh. Hierunter befanden sich 743 Pferde, 4328 Ochsen, 13 011 Kühe und Rinder, 7972 Kälber, 5331 Schweine, 10 797 Ferkel, 4824 Schafe. Hinsichtlich des Güterverkehrs der einzelnen Stationen nimmt Stockheim mit 35 185 Tonnen die erste Stelle ein, Garbenteich mit 40 Tonnen die letzte.

Gie ßen, 1. Mai. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 5 der Verwal­tungsblätter hat folgenden Inhalt:

1. Sechzehnte öffentliche Sitzung des Prooinzialtags der Provinz Oberhessen vom 7. April 1888.

2. Oeffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 6. April 1888.

3. Entscheidung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz in Sachen betr. den Recurs Des Herrn Fürsten v. Solms-Hohensolms-Lich, Durchlaucht, gegen einen Polizeibefehl Großh. Kreisamts Gießen wegen Absperrung eines Weges durch ein Parkthor.

4. Die finanziellen Wirkungen des Weggesetzes.

Abonnements auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des Gießener Anzeigers entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum ermäßigten Preise von 50 H pro Quartal.

UniverfitätS-Chronik.

Berlin, 27. April. Durch den Tod des Professors der Kirchengeschichte Semi sch ist die Frage der Neubesetzung dieses Lehrstuhls brennend geworden. Be­kanntlich war schon eine Ersatzprofessur geschaffen worden und wenn die erste Kraft dieses Faches für Berlin gewonnen werden sollte, so konnte die Wahl darüber war in wissenschaftlichen Kreisen kein Zweifel nur auf den jetzigen Vertreter des Faches in Marburg, Professor Adolf Harnack, fallen, der einer freieren Richtung angehört. Infolge dessen begann schon seit einiger Zeit in Berliner orthodoxen Kreisen eine lebhafte Wühlerei gegen diese Berufung, der Oberkirchenrath gab ein entsprechendes Gutachten ab und es schien fast, als ob der theologischen Facultät in Marburg derjenige Lehrer erhalten bleiben sollte, dem die starke Vermehrung der Theologie Studirenden in erster Linie zu verdanken war. Wir erfahren aber neuerdings aus zuverlässiger Quelle, daß es die Absicht des Cultusministers ist, Der Berliner Hochschule eine solche Lehrkraft nicht entgehen zu lassen, daneben aber einen zweiten Vertreter des Faches aus den Reihen der Orthodoxen zu nehmen, damit auch diese zufriedengestellt werden.

Vermischte-.

+ Wieseck, 1. Mai. Die angeblich so viel Aufregung hervorrufende Bei­geordnetenwahl hat gestern in aller Stille stattgefunden. Sämmtliche abgegebene Stimmen haben sich auf den vorgeschlagenen Candidaten Daniel Textor vereinigt. Es kann somit von Leidenschaft und Parteigetriebe keine Rede sein.

Neu-Ulrichstein, 1. Mai. sMonats-Bericht der Arbeiter - Colonie pro April 1888.] Ultimo März sind in Der Colonie arbeits-, resp. stellenlos ins- gesammt 83.

Hiervon waren landw. Arbeiter rc. 18, Bäcker 4, Barbiere 1, Bureaugehilfe 1, Bergleute 2, Böttcher 1, Buchbinder 2, Cigarrenmacher 1, Commis 2, Dachdecker 1, ConDitor 2, Färber 2, Gand, theol. 1, Former 1, Gärtner 1, Graveur 1, Hutmacher 1, Knecht 1, Kaufleute 1, Kellner 1, Kupferschmiede 1, Mühlenbauer 1, Maurer 1, Metzger 2, Müller 2, Musiker 1, Seifensieder 1, Schlosser 1, Schmiede 3, Schneider 5, Schuhmacher 5, Schreiber 1, Tuchmacher 2, Weber 1, Zimmerleute 1, Photograph 1, Ziegler 1, Gürtler 1, Schriftsetzer 1, Techniker 1, Pflasterer 1, Porzellandreher 1, Lithograph 1, Papiermacher 1, Strumpfweber 1.

Den Staaten nach kommen auf: Großherzogthum Hessen 19, Nassau 12, Thüringen 3, Bayern 7, Sachsen 5. Von Preußen auf die Provinzen: Branden­burg 3, Mecklenburg 1, Posen 1, Westpreußen 10, Schlesien 3, Rheinland 16, Schleswig 2. Schweiz 1.

Abgegangen sind im Laufe des Monats April 42.

Davon gingen auf eigenen Wunsch 32, durch die Colonie in Stellung 8, durch Entlassung 1, zur Familie 1.

Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Anstalt ausgenommen 916 Colonisten.

Verpflegungstage 2696. Arbeitstage 2178, hierunter 415 Tage für fremde Rechnung.

A Mainz, 30. April. Ueber eine heitere Geschichte, die sich am Samstag hier abspielte, wissen dieM. N." folgendes zu berichten. Ein hiesiger junger Mann hatte sich mit einer nicht mehr sehr jugendlichen aber immer noch begehrenswerten Wittwe verlobt und sollte am Samstag die Hochzeit ftattfinden. In großer Toilette und im beseligenden Vorgefühle künftigen Glückes fuhr der Bräutigam am Hause der Geliebten vor, um sie von da zu dem Altar zu führen. Aber, ach, mit des Geschickes Mächten ist rc. die Braut war mit all' ihrem Hab und Gut und mit einem Advokaten­schreiber über Berg und Thal entflohen! In Verzweiflung über den Verlust zu seinen Freunden eilend, fand er hier zu seinem Schaden auch noch reichen Spott.

A Aus Rheinhessen, 30. April. Das Gespenst der Silberdiebe soll sich auch in Nieder-Jngelheim und zwar zum zweiten Male in der v. Erlanger'schen Besitzung, gezeigt haben. Wie man demM. T." erzählt, hatten die Diebe in dem in dem Garten gelegenen Kegelbahnhäuschen alles Brauchbare mitgenommen, die imitirten Sachen in der folgenden Nacht aber wiedergebracht und nur die ächten Stücke behalten. In Rheinhessen sind für die Ueberschwemmten im Norden schon über 100 000 JL zusammengebracht worden. Am Samstag entstand in Der Nähe von Worms in einem Eisenbahnwagen Feuer und zwar durch Selbstentzündung zweier Colli's gepreßter und geölter Schiffssetle. Das Feuer wurde rasch entdeckt und größerer Schaden verhütet.

Die 15. ordentliche Hauptversammlung desVereins deutscher Zeichenlehrer" findet am Dienstag und Mittwoch der Pfingstwoche in Wiesbaden statt. Die Vor­träge und Verhandlungen beginnen an jedem dieser beiden Tage Vormittags 9 Uhr im Realschulgebäude, Oraniensttaße 7. Von den Vorträgen seien erwähnt: Hand­fertigkeits-Unterricht und Zeichen-Unterricht; über das Verständniß beim Zeichnen und die daraus für den Unterricht zu ziehenden Folgerungen; über den Leitfaden für den Zeichenunterricht in der Volksschule rc. Für Montag Abend ist Vorversammlung im Schützenhof", für Dienstag 3 Uhr gemeinschaftliches Essen daselbst und Abends Besuch des Gartenfestes im Kurhause, für Mittwoch Nachmittag Fahrt nach dem Niederwald in Aussicht genommen. Mit der Versammlung ist auch eine Ausstellung von Schüler­arbeiten der gewerblichen Zeichenschulen des Regierungsbezirks im Gewerbeschulgebäude, sowie eine solche der städtischen Realschule verbunden. Zur Theilnahme an dieser interessanten und lehrreichen Versammlung sind alle Lehrer und sonstigen Freunde des Zeichenunterrichts freundlichst eingeladen.

Gingefandt.

Könnten diejenigen Herren, welche in der letzten Zeit ihre Singstunden wieder in der Bleichstraße früh zwischen 12 und 3 Uhr abgehalten haben, diese ihre schätzens- werthen Hebungen nicht vielleicht an einen anderen Ort oder, wenn das nicht angehen sollte, auf eine andere Zeit verlegen? Manchen Bewohner der anliegenden Häuser würden sie damit zum Danke verpflichten. Denn nicht allein schwelgt die Bleichstraße schon während des Tages in der Fülle musikalischer Genüsse, es gibt dort auch Men­schen, die der vielleicht bedauerlichen, aber immerhin entschuldbaren Gewohnheit nächt­lichen Schlafens nicht ohne Nachtheil für ihre Gesundheit zu entsagen vermöchten.

Gießen, im April 1888.

Der 31. März 1888 hat uns das Finanzgesetz für die Finanzperiode 188891 und der heutige Tag den Steuerzettel gebracht und hiermit eine Ueberraschung, die namentlich für den kleinen Kapitalisten eine recht unliebsame sein dürfte. Denn es soll nach Art. 1 des Gesetzes an Grundsteuer der Betrag von 14 H, an Gewerbesteuer und Einkommensteuer der Betrag von 16 H, an Kapitalrentensteuer der Betrag von 17 H auf die Mark Steuerkapital ausgeschlagen und erhoben werden. Auf der Mark Steuerkapital aus der Kapitalrente ruhen hiernach drei Pfennig mehr Steuer als auf der Mark Steuerkapital aus Grundbesitz. Diese Belastungen sind also ungleich und dürften sich in dieser Ungleichheit kaum rechtfertigen lassen. Die Vorlage der Großh. Staatsregierung enthielt dieselbe nicht, sie sind aus den Anträgen und den Verhandlungen in der zweiten Kammer der Landstände hervorgegangen. Es dürfte nützlich sein, die Beschlüsse der Landstände etwas näher zu beleuchten.

Bekanntlich bestanden im Großherzogthum Hessen früher nur drei Arten directer Steuern: die Gewerbsteuer, die Einkommensteuer (vordem die Personalsteuer) und die Grundsteuer. Zu diesen wurde die Kavitalrentensteuer vor einigen Jahren eingeführt, über bereu Zweckmäßigkeit viel hin und her gestritten wurde. Sie sollte hauptsächlich dazu dienen, das bewegliche Kapital in der Besteuerung dem unbeweglichen Besitz gleich­zustellen. Es wurden nun alle Arten von Renten der Besteuerung unterworfen, auch solche aus Actien, deren Inhaber an auswärtigen Geschäften belheiligt waren, nur das Einkommen aus gewissen inländischen, d. h. hessischen Actien (Ludwigsbahn, Darm­städter Bank u. s. w.) wurde von der Kapitalrentensteuer ausdrücklich ausgenommen. Bei Erlaß des Finanzgesetzes für die Etatsjahre 188588 wurden 15 H auf die Mark Grundsteuerkapital und 17 H auf die Mark Gewerbe-, Einkommen- und Kapitalrenten­steuerkapital ausgeschlagen. Diese Ungleichheit sollte sich aus der angeblichen Belastung der Landwttlhschaft rechtfertigen. Vielleicht könnte man mit Grund sagen, daß durch die Befreiung der reichen Ludwigsbahn und Bankactionäre von der Kapitalrenten­steuer und die ungleiche Belastung der Steuerzahler der Grundsatz: daß alle Hessen vor dem Gesetz gleich seien zweimal verletzt worden ist. Im neuen Finanzgesetz tritt, wie gezeigt, Die Ungleichheit der Belastung der verschiedenen Steuerobjecte noch schärfer hervor. Die Grundsteuer ist um 1 H, von 15 auf 14 H, die Einkommen- und die Gewerbesteuer um je 1 H, von 17 aus 16 H, die Kapitalrentensteuer gar nicht herab­gesetzt worden.

Und doch haben sich die Verhältnisse Der vier Gruppen von Steuerzahlern nicht zu Gunsten der Kapitalisten geändert. Während früher der Normalzinsfuß fünf Pro­cent betrug, so ist derselbe jetzt auf dreieinhalb Procent gesunken, der Grundbesitzer hat bei hypothekarischer Belastung seines Gutes höchstens noch vier Procent zu zahlen und der Credit für das Gewerbe läßt sich für drei Procent leicht beschaffen. Grundbesitz und Gewerbe sind also ungefähr um 1 Procent von 4 und 5 Procent weniger belastet als früher, ihre zu zahlenden Zinsen sind um 20 bis 25 Procent herabgesetzt. Um­gekehrt ist um ganz den gleichen Satz das Einkommen aus Kapital vermindert. Den Kapitalisten, welcher mehr einnimmt als er nöthig hat, trifft diese Umwandlung nicht hart, wohl aber den kleinen Mann, die Wittwen und Waisen, deren Renten den Auf­wand für den Lebensunterhalt kaum decken, die also durch den niedrigeren Zinsfuß in Roth gerathen sind. Und gerade diesen Leuten gegenüber läßt sich die höhere Be­steuerung um so weniger rechtfertigen, als sie zumeist in Städten wohnen, wo sie hohe Miethen, höheres Schulgeld und auch meist hohe Communalsteuern zahlen und alle Lebensbedürfnisse kaufen müssen.