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Großh. Ortsgericht.
Lüdeking.
* Bürgersfrau, deren Eltern im alten Collegienhause gewohnt, als Selbsterlebtes ihren Enkeln überliefert hat, die Beerdigung vieler Soldatcnleichen am Heidenthurm. Als man nämlich vor drei Tagen daran ging, das Brückchen zu erneuern, welches dort über jenen Arm des Stadtbaches zu dem an den Burggebäuden liegenden Glashause führt und baufällig zu werden drohte, stieß man bei der Fundierung desselben an jenem Glashause auf Skelette; der Ausschuß des Oberhessischen Vereins für Lokalgeschichte setzte vorgestern und gestern die Untersuchung fort; es sind etwa ein Dutzend Skelette gefunden worden, welche zeigen, daß jene Traditionell die Wahrheit sagten; man hatte die Leichen ohne Kleidung einfach in ein Loch geworfen, welches dicht am Bachufer gegraven worden war und die unregelmäßige Lage der ganz spröde und haltlos gewordenen Knochen zeigte, daß man sich keine Mühe gegeben, die Leichen irgendwie zurecht zu legen; um so gründlicher hatte man für die Beseitigung aller Montur- und Armaturstücke gesorgt; denn nicht ein Knopf, geschweige denn eine Münze oder Aehn- liches, das einen positiven Anhaltspunkt zur Bestimmung geboten hätte, konnte gefunden werden, — wenn man nicht etwa die bet den Skeletten ruhenden Reste zweier weißen Tabakpfeifchen, wie sie die französischen Soldaten noch 1870/71, aber auch schon im 17. Jahrhundert benutzten, als Zeugen der Beerdigung gelten lassen will. Die Schädel zeigen zweierlei Bildung, möglich, daß die einen Romanen (Franzosen), die anderen Tartaren (Kosacken) zu eigen waren. Die Untersuchung ist nunmehr abgeschlossen.
Gießen, 29. Juli. Eine recht gute Leistung auf dem Bicycle hat ein Mitglied des hiesigen Radfahrvereins vollbracht. Der betreffende Fahrer fuhr 12 Uhr Nachts hier ab und traf bereits um 11 Uhr Vormittags in Heidelberg ein, auch durchfuhr er auf dem Rückweg wiederholt die Bergstraße und benutzte erst von Neu-Isenburg aus, um 7 Uhr Abends, die Bahn. In Anbetracht der für Radfahrer sehr ungünstigen Strecke Gießen-Frankfurt wird die zurückgelegte Kilometerzahl, es sind etwa 230, in Sportskreisen Anerkennung finden.
allerfeinstes franz. Oeliette, bekanntlich das fernstschmeckendste Salatöl, vorzügl. Wein-
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Normalwäsche.
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Wärmegrade der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 29. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr:
Wasser 20 Grad, Luft im Schatten 25 Grad.
L. Ehr. Rübsaw.en.
Wetzlar, 28. Juli. Auch dieses Jahr hat nicht unterlassen, der Lahn das Opfer zu geben, welches sie alljährlich zu fordern gewohnt ist. Gestern Abend sind zwei junge Männer — ein Hierselbst in Kondition stehender Klempnergeselle und ein Arbeiter der Marmorwaarenfabrik von Dyckerhoff u. Neumann — Namens Richard Betz und Wilhelm Sälzer, beide aus Schönbach bei Herborn gebürtig, beim Baden in der Lahn ertrunken.^ Die Verunglückten hatten die große Unvorsichtigkeit begangen, noch zu sehr später Stunde — gegen 10 Uhr — die an Untiefen bekanntlich sehr reiche Oertlichkeil bei der alten Jäger-Badeanstalt aufzusuchen und über den durch Stangen begrenzten Raum hinauszugehen. Dabei haben sie denn wahrscheinlich plötzlich den Boden unter den Füßen verloren und sind ertrunken. Die Leichen der Verunglückten wurden heute Morgen geländet. (W. A.)
0. K. Frankfurt a. M-, 28. Juli. Ein entsetzliches Unglück hat sich gestern Mittag kurz vor 12 Uhr in der Wiesenstraße in Bornheim zugetragen. Dort war eine junge, erst seit Kurzem verheirathete Frau mit dem Brühen von Wäsche beschäftigt und näherte sich^dabei unvorsichtiger Weise der Kesselfeuerung. In einem Nu standen ihre Kleider in Flammen. Die Unglückliche bückte sich, den Brand zu löschen, aber durch diese Bewegung beförderte sie nur noch das rasche Umsichgreifen desselben. Bis Hilfe kam, war sie in grauenhafter Weise verletzt. Beine, Unterleib, Rücken und Arme, sowie das Gesicht und die Brust der Aermsten sind mit schrecklichen Brandwunden überdeckt, ihr Zustand ein hoffnungsloser und herzbrechender. Die Verunglückte sah in Kürze ihrer Entbindung entgegen.
— Für die „Germania-Regatta", welche am nächsten Sonntag an der Gerbermühle stattfindet, sind alle hiesigen Vereine in strengstem Training. Leider wird der interessante Verlauf der Regatta durch das Ausbleiben dec Berliner Ruderer beeinträchtigt werden.
Technicum Mittweida
— Sachsen. —
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Allgemeiner Anzeiger.
Zitherverern Alpenröscheu.
Samstag den 30. Juli, Abends 8 Uhr:
Gemüthlicher Abend bei italienischer Nacht
auf der „Schönen Ausficht '♦ 5674
NB. Freunde des Vereins können eingeführt werden. Der Vorstand.
Keikgeöotenes.
5661] Schönste Johannisbeeren, ä Pfund 15 Marburgerstraße 9.
SamStag den 30. Juli.
Morgens 10 Uhr, lasse ich bei meinem Hause, Tiefen- weg 1, eine Parthi« alte» Bau- dolz und Fenster versteigern.
5662 Earl Becker, Gerber.
Katholische Gemeinde.
9. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte.
Um 7 Uhr: Frühmesse und AustheUung der h. Communion.
„ ValO Uhr: Hochamt und Predigt.
„ 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag i Mr. Samstag Abend 840 Uhr.
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— Der preußische Culiusminister hat durch die Rectoren versitäten den Vorständen studentischer Corporationen eröffnen lasten bofo hu : h eines täglichen officiellen Frühschoppens von jetzt ab verboten sei ' /
I. beste Cervelatwurst, prachtvollen ächten Emmenth. Schweizerkäse, Edamer und Rahmkäse, 1. Sardellen, Hummer, Oel- Sardinen, ger. Lachs, neuen Caviar, neue Gurken und Mixed-Pickles empfiehlt 5669 C G Kleinhenn Wilh. Schomber,
Neuen Bäue 3, empfiehlt sein Lager in reingehaltenen Weinen:
Weisswein pr. Flasche 80, 100, 120, 150, 200 H,
Rothweinpr.gL 100,120,150,200 H, Tokayer per Flasche ML 2.50, Malaea „ „ „ 2—,
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Priorato, süß und herb, per Flasche ML 1.40 u. 1.60 rc. rc.
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Samstag den 30. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die den Gg. Adch. Planlos Erben gehörigen Grundstücke:
Flur IX Nr- 47: 1712 Mtr. Acker auf der großen Weide,
» IX Nr. 48: 725 Mtr. Acker daselbst versteigert und wird bei entsprechendem Gebot der Zuschlag sofort ertheilt.
Gießen, Juli 1887.
Arbeits-Vergebung.
Die Herstellung des Hauptgesimses am Neubau des chemischen Laboratoriums in Gießen soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden, nämlich:
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Die Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen bis zum 4. August aus unserem Baubureau offen, und sind auch die Angebote bis zu diesem ' Termine, Morgens 10 Uhr, verschlossen und mit der nöthigen Aufschrift versehen, an uns einzureichen.
Gießen, den 27. Juli 1887. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
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Handel und Verkehr.
— sFür Reisende.j Für den Verkehr auf den Strecken Binaen-S^» n „ und rechtsrheinisch bestand seit einiger Zeit die Einrichtung, ban mJn Billeten im Lokaloerkehr die Fahri auf der einen Stromseiie unterbrechen s
solche auf der correspondirenden Station des anderen Ufers forUuieuen ist, dem Bedürfnitz entsprechend, diese Erleichterung auf alle Arten von Billets^Ä?' worden. Der Uebergang von dem einen auf das andere Ufer ist gestattet i
Anfang- und Endstation zwischen Bingen - Köln selbst oder außerhalb 'diei/r Ä' 5 liegt, insbesondere auch dann, wenn man von einer Zweigbahn der Hauptroule k» oder dabin abgeht. Dagegen sind die Uebergangspunkte, zwischen welchen werden kann, in dem Reglement genau bezeichnet. »eweM
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 28. Juli. Auf den v» « hiesigen Markt wurden gebracht: 920 Stück Rindvieh und 796 Schweine Markt ist am Montag den 22. August d. I. ^£riNlfr ,
Kirchliche Anzeigen der Stadt Giessi^
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
8. Sonntag nach Trinitatis, 31. Juli. Vormittags 9Vs Uhr: Professor Dr. Gottschick. Nachmittags 21/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Die Kinderkirche fällt aus.
Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler. Donnie Uhr in der Kleinkinderschule, Pfarrer Dr. Naumann.
Am Sonntag, den 7. August, soll die Weihe der in unserer Kirche neuen Orgel, im Vormittagsgottesdienst, unter Mitwirkung des Kirchens? Vereins, stattfinden. Die auf denselben Sonntag vorgesehene Feier des heil hi? Abendmahls wird um acht Tage hinausgeschoben.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 31. Juli bis 6. August befotrt
Pfarrer Dr. Naumann.
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