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Wien, 25. Juli. Der Postassistent Zalewski vom Hauptpostamt, welcher Ende Mai nach Unterschlagung mehrerer größerer Geld-WerthbetrLge verschwand, ist am 23. Juli in Newyork verhaftet worden. Zalewski hatte sich bis zum 13. Juli in Wien verborgen und war dann in Frauenkleidern nach Havre entkommen, wo er sich nach New-Aork einschiffte.

Rom, 25. Juli. DerMoniteur" veröffentlicht das Schreiben des Papstes an Rampolla vom 15. Juni über die Regierungsgrundsätze der Kirche, worin es heißt: Der Papst habe die Mission übernommen, das Papstthum mit den Völkern und Re­gierungen wieder auszusöhnen. Bezüglich Italiens entwickelt der Papst die in der Allokutton vom 23. Mai enthaltenen Ideen über die römische F^age: man habe seine Gedanken entstellt, worin als Grundlagen der Pazifikatton die Gerechtigkeit, Würde und Unabhängigkeit des heiligen Stuhles bezeichnet würde. Nach einem historischen Rückblick auf die weltliche Macht des Papstes heißt etz: Die territoriale Souveränität sei die unumgängliche Bedingung jeder Lösrmg und Versöhnung; alle anderen Pro­jekte seien unannehmbar, weil^die territoriale Souveränität allein die wirksame Garantie für die Freiheit des heiligen Stuhles bilde. Italien würden übrigens durch diese Lösung die kostbarsten Früchte im Innern und nach außen zufallen. Was Preußen angehe, so solle dort das Werk des religiösen Friedens bis zu seiner Vollendung fortgesetzt werden; wohl sei viel erreicht, doch ließen die Geneigtheit und der gute Wille der Regierung hoffen, daß die Anstrengungen des Papstes, die Lage der Kirche noch mehr zu verbessern und den gerechten Wünschen der katholischen Bevölkerung zu genügen, nicht vergeblich sein würden. Die gleiche Sorge habe er für die übrigen deutschen Staaten, insbesondere hege er die besten Wünsche für Bayern und hoffe, daß alle Staaten sich entschlössen, den guten Weg einzuschlagen. Betreffs Oesterreich-UngarnS heißt es, daß die Frömmig­keit des Kaisers und seine Ergebenheit an den heiligen Stuhl gleichwie die der Mit­glieder der kaiserlichen Familie die beiderseitigen Beziehungen zu den bestmöglichen machen. Hierdurch und durch die Weisheit der Männer, welche das Vertrauen des Kaisers genießen, wird es möglich sein, die religiösen Interessen in Oesterreich-Ungarn zu fördern, Hindernisse zu beseitigen und allfällige Schwierigkeiten in vollem Einver­nehmen zu. regeln. Sodann beschäftigt sich der Papst mit Frankreich, dem er Eintracht wünscht, ferner mit Spanien, Portugal und Belgien, und wünscht, auch den englischen Colonien und Rußland den guten Einfluß der Kirche zugänglich machen zu können. Endlich heißt es in dem Schreiben: Es ist unsere Pflicht, die Religion dort, wo sie auf breiter Unterlage beruht, wie in vielen Staaten Amerikas zu pflegen und zu stärken, Missionen in barbarischen Ländern zu begünstigen und diejenigen Völker zur Einheit wieder zurückzuführen, die sich getrennt, wie der Orient und insbesondere Griechenland, von dem der Papst lebhaft wünscht, daß es zum Eentrum der katholischen Einheit zurückkehren und den alten Glanz wiedergewinnen möge.

Paris, 25. Juli. Auf dem Bahnhofe Trappe bei Rambouillet entgleiste gestern Abend ein Gütcrzug und sperrte beide Geleise. Ein von Paris kommender Per­sonenzug fuhr auf denselben auf; mehrere Wagen wurden zertrümmert, mehrere Personen schwer verletzt.

Bei dem gestrigen Eisenbahnunfall in Trappe ist außer dem Locomotiv- führer nur ein Reisender verletzt worden.

Paris, 25. Juli. Bei Verrteres stieß auf der Westbahn heute Vormittag em Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Zwei Personen sind todt, mehrere verwundet.

Petersburg, 25. Juli. Nach einer Meldung aus Baku vom 24. Juli ist in Balachana, nördlich von Baku, eine Naphtaquelle in Brand gerathen. Der Brand hat sich auch auf die Bauten an mehreren anderen Quellen und auf das Magazin, in welchem circa eine Million Pud Naphta lagert, ausgedehnt.

Lokale-.

Gießen, 26. Juli. sLandtagswahl.j IV. Wahlbezirk. Als Wahlmänner für dre Landtagswahl sind gewählt in:

Bellersheim: Gustav Kammer, Pachter.

Bettenhausen: Wilh. Rücket, Bürgermeister.

Birklar: Krd. Krausch, Bürgermeister.

Dorf-Gill: Martin Knöpper, Bürgermeister.

Eberstadt mit Arnsburg: W. Krd. Görlach, Bürgermeister. Ettingshausen: Karl Launspach, Bürgermeister. Grüningen: Wilh. Gilbert III., Bürgermeister.

Hattenrod: Christ. Mengel, Bürgermeister.

Hungen: Gg. Bender VI., Bürgermeister. Gg. Fendt, Kaufmann. Inheiden: Johs. Ludw. Reitz, Bürgermeister.

Langd: Otto Ronthaler, Schildwirth.

Langsdorf: Johs. Köhler IV., Bürgermeister. >

Lich mit Hof Albach, Colnhausen und Mühlsachsen: Joh. Hch. Jhring, Bier­brauer. Karl Schön, Bauinspector. Karl Vogt VII., Metzger.

ar»- Hch^Zimmer Müller. Karl Zimmer, Beigeordneter. Munster: Gg. Gontrum I., Bürgermeister.

Muschenheim mit Hof-Gill: Konrad Roth, Bürgermeister. Nieder-Bessingen: Wilh. Lamp II., Landwirth.

Nonnenroth: Hch. Jakob I., Bürgermeister.

Obbornhofen: (hat eine Nachwahl stattzufinden).

Ober-Bessingen: Adam Kühn I., Bürgermeister.

Ober-Hörgern: Joh. Eberhard Alles, Bürgermeister.

Rodherm mit Hof-Graß: Hch. Schäfer II., Bürgermeister.

Röthges: Hch. Emrich II., Bürgermeister.

Steinheim: Mart. Rud. Dietz, Landwirth.

Trais-Horloff: Johs. Raab I., Bürgermeister.

Utphe: Ph. Friedr. schwarz, Bäcker.

Villingen: Johs. Koch III., Bürgermeister.

Berstadt: PH. Vögler, Landwirth.

Wölfersheim: Wilh. Heyer I., Bürgermeister. Wohnbach: Johs. Philippi, Landwirth.

V. Wahlbezirk. Als Wahlmänner für die Landtagswahl sind gewählt in: Allendorf a d. Lahn: Ludwig Volk XIII , Bürgermeister.

9/nn^?hU C(^ Rabenau, Wirth. Wllh. Vogel, Landwirth. Annerod. I. Engelhardt II., Bürgermeister.

Daubringen: Wilh. Schwalb II., Landwirth Garbenteich: Joh. Jakob Burk, Agent.

Großen-Buseck: Balser Stephan I., Bürgermeister. Lorenz Henß II., Bei- geordneter. Frredr. Gengnagel, Gemeinde-Einnehmer.

Großen-Llnden: Gg. Menges VII., Landwirth. Johs. Weigand IV., J lU Iv 11 1 ly

Hausen: Ludw. Dern, Bürgermeister.

Heuchelheim: Jakob Kreiling IV., Bürgermeister. Ph. Kreiling IV., Gast- Schmidt I., Aussehen '

o "N'Auden. Ph. Germer, Bürgermeister.

LctbaeNem^ Bürgermeister. Johs. Weber V., Landwirth.

göbß« mit Trohe: Ph. Schmidt, Beigeordneter.

Ruttershausen mit Krrchberg: Friedr. Rau, Zimmermann Staufenberg mtt^riedelhausen: Hch. Vogel V., Bürgermeister Watzenborn mtt^Stemberg: Balth. Heß II., Bürgermeister. Gg. Jak. Burk, Wieseck: Ph. Sommerlad IV., Bürgermeister. Ph. Becker II., Landwirth Ph. Koch, Beigeordneter. Gg. Weller, Wirth. lunuroirig.

di- L ^ÄtThf<tW

nächst/ Bund7sftst dn6erUfenen (S°nferen roar bte Auswahl der großen Chöre L da"

ferner als » capelU ChorStumm schläft der Sänger" von Silcker o, und gediegene Chöre, welche, in Anbetracht daß die Schwierigkeiten Sanger gestellt werden, keine zu großen sind und in Anbetracht des L'' bi«1 welcher unter den Bundesvereinen herrscht, gewiß in vorzüglicher Wei? ®5te51 gebracht werden. ö zu Gehör

Im Anschluß hieran wollen wir auch gleich die Notiz brinaen k Bauer'sche Gesangverein unter Mitwirkung der Bundesvereine von Biedenkovs W Wetzlar und Weilburg am 7. August in Stein's Garten ein Sommerfest^^°c?^S> bei welchem außer Einzelvorträgen der betr. Vereine auch 3 Gesammtckmv^/^^ werden. Auch ein großer Theil unserer Militärcapelle ist engagirt Diä spricht den Besuchern einen genußreichen Nachmittag. 88 Alles ver.

Näheres über die Festlichkeit wird noch bekannt gemacht.

Univerfitiits - Whronik. ~

, ließen, 26. Juli. Zum Rector der Landes-Universität für das 1. October 1887 bis dahin 1888 ist der Professor der Forstwissenschaft Jonn

ernannt worden. ' ut* Hetz

Würzburg, 23. Juli. Zum Rector magnificuB an der biesicn itni P wurde bei der heutigen Wahl Herr Hofrath Professor Dr. Rindfleisch von derN cinischen Fakultät gewählt. Ferner wurden gewählt in den Senat die fessoren und zwar von der medicinischen Fakultät D. Leube und ©cfi önhn*r°: der theologischen Fakultät Grimm, von der juristischen Fakultät BurrffJwDOn von der philosophischen Fakultät Lexer und Sand berg er °^urck hart und r^^lberg 23. Juli. In der juristischen Fakultät unserer Höchst sich als Docent für französisches Cioilrecht und Cioilproccß der bisherige

Seng aus Lahr, ein tüchtiger jüngerer Jurist, welcher eine Schrit t die Sachmtethe nach dem Code civil geschrieben, habilttirt. 1 .

Pros- vr. Pfeffer, Leiter des botanischen Instituts der Universitätrübb.^ ist zum ordentlichen Professor der Botanik und Leiter des botanischen ^2 ??' Universität Leipzig, ernannt worden. W der

Vermischte

r, . E- ^^nbach, 21. Juli. Die Stadtverordneten-Versammlung hat in vkXf. «estrigen Sitzung 20,000 zur Errichtung eines Zeughauses für bie ^euerm bewilligt. uvuHivtqi

Der Marburger Bienenzüchter-Verein hat seine diesjährige Inns mit Ausstellung und Verloosung am Freitag den 9., Samstag den 10^ Sonntag den 11. September 1887 im Pfeiffcr'schen Garten zu Marburg Das gramm lautet: 1. Fretlag den 9. September, 8-10 Uhr: Besichtigung bertofM nebft Vornahme praktischer Demonstrationen -c. 10 Uhr: Eröffnung bet E Versammlung. 1 Berichterstattting des Vorsitzenden. 2) Wahl der Prämii« Commission. 3) Neuwahl des Vorstandes. 4) Rechnungsablage. 5) SffiiffenfAnfnÄ. V°rtr-ig-:a) des Prof, vr Dietrich über Honigversälschun dsdes i)r!BrKL Fau brüt-Erkrankung., 6) Vorzeigung einer Collection von Pflanzen aus dem b°, L Garten der Universität welche dem Bienenzüchter zur besonderen Cultur emciM, Eden können nebst Unterweisung über Anpflanzung -c. 7) Praktische Ko fi, 8) Erörterung über die zwecks Ausbreitung und Forderung der Bienenzucht in Sr Sfw*^n^Li^ter0YifienRnen^,6r^e[n- 9) Etwaige Anträge. - 2 Uhr: G-mein- ~ pr- Couvert.. Nächstdem Verkündigung der n-

Prämien. Spater gesellige Vereinigung. 2. Samstag den 10. September-

9s Sonntag den 11. September: Desgleichen. Nachmittags: Soncert. 6 Uhr: Verloosung. - Die Ausstellung umfaßt lebende Bienenvölker, KSchinnm Btenen-Wohnungen Produete der Bienenzucht, Geräthe der Btenenwirthschaft Uni> Lehrmittel, ^lle Einsendungen haben franco vor dem 8. September unter Adresse - Schr-inermerster Dorsch zu Marburg (Hessen) zu erfolgen. Nicht zur Verl°°snng °dw wnst angekaufte Gegenstände werden portofrei an die Aussteller zurückgesandt Dar Resultat der Verloosung wird am 12. September durch dieOberhessische Zeitung' bekannt gemacht. Binnen 14 Tagen nicht abgeholte oder reclamirte Gewinne verfallen zu Gunsten der Veremskaffe.

^-^.F?cnsoerstcherungs- und Ersparniß-Bank in Stuttgart sind iu der ersten Jahreshälfte 2643 Anträge mit 15*/a Millionen zugegangen, zur AM«hm< ^^ cn dav°n 2284 Anträge mit 13 Millionen Mark. De? rein? VersichetMgsstaud erreicht 266 Millionen.

,, Versicherungen treten ohne Carenzzeit sofort in volle Kraft; alle Klauseln, I(5Crun0c anfechtbar machen könnten, sind statutarisch ausgcschlosien. Die Auszahlung der anfallenden Versicherungssummen erfolgt ohne Verzug unb obre Disconto-Abzug. 0

1R«7 ^eßen ungeschmälert an die Versicherten zurück: im Jahre

L irmmen -031300 und in den nächsten 4 Jahren weitere 8 800000 jur Verthetlung.

^lieben der Versicherten in verschiedenen Forme« r i A 11 6- Jahre ab die höchstmögliche Dividend,

^^chbrung 4170pCt. auf die einfache Todesfallprämie gewährt nach Plan A III sind Gewinnantheile zu erwarten, welche eventuell die Versicherung gm können und nach Plan B steigt die Dividende um jährlich 3M girnnK imh'20)ahriger Versicherungsdauer 60pCt. auf dl! Prämie und nach 33 34 Jahren wird der Versicherte nicht nur von jeder weiters zu^Ewärsigen"^ re ' Indern er hat von da ab sogar eine alljährlich steigendeNent Kriegs-Risiko wird gegen billige Bedingungen übernommen.

lnr r Emrkfonds vermehrt sich jährlich um ca. 6 Millionen Mark und erreid Reserve 1 MMo^ Mark^' barunter ^xtra-Reserve ca. 11 Millionen und HypathekeI

ihrer sparsamen und vorsichtigen Leitung nicht nur billiges, sondern vermöge der bedeutenden Reserven auch als abfoh llcheres Lebensversicherungs-Institut zu empfehlen.

tnrtf.rr.A^s^ieJ?cifc Ä bfn ^^stand führt manchmal auf wunderbaren Wegen. o°bib^Cnbcr cn,cr Kaufmann und Gemeinderath siedelte vor einigen Tagen au^ hh.n^nmmpr^bA ^7^?ute einen in seinem Besitze befindlichen ausgestopften Fuchs fr ^n^-s"b?^onate der Obhut eines Kürschners an. Der mit dem Transporte

I . 1 Dienstmann hatte nun das Unglück, auf der Straße einem Kaoallert h^C0^n/n k roer{^cr i" Begleitung seines Jagdhundes des Wegs daher kau

I b r N^ndurstige Jagdhund den ausgestopften Meister Reinecke erblick verzeihlichen Wahne das lebendige Exemplar eines gefchworeN't hnß einem mächtigen Satze über ihn herfiel, ihn ub'k

e" hrnabsturzte und nach Herzenslust zu zerzausen begann. Dc !ip^ifs^b,,^^silnann wurde, nachdem es gelungen, dem Hunde seinen JrübE S tflr t pni?md,en'om OfMer freigebig für die ausgestandene Angst enlschad'K sann ober versicherte, daß er sich nicht traue, dem gestrengen He^ ® ! n der dreien Fuchs große Stücke halte, vor die Augen zu treten, b» tt J pb ct'ü1 J1^ persönlich bei dem Besitzer des in Fetzen gensiewc ä^nhprAt? fcbulb 0ei2. und den Schaden nach Möglichkeit gut zu machen. Der YE ^.sueinderath empfing den Cfftcier auf's Liebenswürdigste, nicht minder dessen E- Mpflm ^ohl der arme Reinecke ihr besonderer Liebling gewesen war. 91 dlelt sich der Herr Ober-Lieutenant schon moralisch für oerpfhctiiU (a° 5 die schone Dame für den Verlust zu trösten und es gelang

TA..A°ApföfPÖ? ^s^Mlich Herz und Hand für den zerzausten Fuchs anbot, wehte ?Ä-?^undlrchst acceptirl wurde. Bei der Verlobungsfeier prangte der wieb- einen^Doast^aus^b a ö Tafelaufsatz. Der Herr Gemeinderath brachte auf ihn fOiR n «s nmulln^fFer<l Am letzten Sonntag stieg auf der Station Ho ft ciDt ein stattlicher Erniähriger vom 80. Regiment mit einem Päckchen unter bx 2Jririe aus. Er ging nach dem Pfarrhaus. Kurz darauf stand der Paterlandsue-. therdiger im Chorrock auf der Kanzel und hielt den Gottesdienst ab, da der Pfam- daselbst wegen Unwohlsein verhindert war. Kein Mensch ahnte, daß im Prtesterornlt ein Soldat stecke, der fast täglich in oder bei Hochstadt die Feld^ienstübungen mitmwc. Seine Pred gt gefiel allgemein. Ein Viertelstündchen nach dem Gottesdienste oerLr, er wieder als schmucker Soldat das Pfarrhaus.