Die Zille für RapS und Oele wäre» in zweiter Lesung «bgelehnt worden.
Die Abgeordneten Dtffent und Freiherr v. Ellrich shausen br«ntragen bezüglich der Zölle auf Del Wiederherstellung der Regierungsvorlage, also Speiseöle, al- Oliven-, Mohn-, Sesam-, Erdnuß-, Bucheckern, Sonnenblumenöl in Fässern, Laum- wollensamcnöl in Fässern 10 X, sadann Leinöl in Fässern, Oelsäure, »aumwollm- samenöl in Fässern, amtlich denaturirt, 4 X. '
Abg. v. Wedell-Malchow (eons.): Nachdem der RapSzoll in zweiter Lesung abgelehnt worden, ergebe sich als Tonsequenz der vorliegende Antrag. Er bitte <tf>er die Regierung, die Frage des Raps- und OelzolleS int Auge zu behalten.
Der Antrag Dissens wird abgelehnt.
Zu 8 2 beantragen die Abgeordneten v. Mirbach und Klemm folgenden Zusatz: Die Bestimmungen in den vorstehenden Absätzen 2, 3 und 4 (betr. Einfuhr »or dem 26. November d. IS. bestellten Getreides bis zum 15. Januar k. Js. zu den bisherigen Zollsätzen) finden, wenn die Eontrahenten über die Tragung oeS Zolles für den Fall einer Erhöhung desselben schriftliche Vereinbarung getroffen haben, keine Anwendung.
Der Antrag wird angenommen.
Schließlich wird das ganze Gesetz mit 203 gegen 116 Stimmen angenommen. Zwei Mitglieder enthalten sich der Abstimmung.
Nächste Sitzung 17. Januar. Etat.
Telegraphische Depesche«.
Wolff's UUer» Eorresvorrderrz • Brrrmrr.
Berlin, 18. December. lieber die Reichstagsbeschlüsse, betreffend die Abänderung des Zolltarifs, sowie über das Abkommen mit Oesterreich-Unaarn, betreffend die Verlängerung deS Handelsvertrags, wird bereits in morgiger Bundesrathssitzung Beschluß gefaßt »erben.
Potsdam, 18. December. Prinz Friedrich Leopold ist am gastrischen Fieber erkrankt.
Wien, 18. December. Heute fand unter dem Vorsitz deS Kaisers ein Ministerrath statt, an welchem der ungarische Ministerpräsident TiSza, der Kriegsminister Graf Bylaadt-Rheydt und die beiden Landesvertheidtgungsminisler Graf WelserSheimb und Baron Feieroary theilnahmen. vor und nach dem «inisterrathe konferirte Tisza längere Zeit mit dem Grafen Kalnoky int ausr-ärtigen Amte. Wie verlautet, soll morgen ein Kronrath stattfinden.
— Der „Presse* wird bestätigt, daß gegenwärtig von der Einberufung der Delegation keine Rede sei. Es liege hierfür in diesem Augenblicke kein Anlaß vor, da für eventuelle militärische Vorkehrungen nur eine verhältnißmäßig geringe Summe in Anspruch genommen werden solle.
Wien, 18. December. Heute Nachmittag hat im auswärtigen Amte eine mehrstündige Vorbesprechung des Gesammtministcrtums für den morgigen Kronralh statt- gefunden.
Belgrad, 18. December. Die Mitglieder der Skupschtina beglückwünschten foeute in corpore den König zu seinem Patronatsfeste. Auf die Ansprache des Präsidenten gab der König seiner aufrichtigen Freude und Zufriedenheit über das Erscheinen der Volksvertretung in corpore Ausdruck, betonte, daß er sich einer ausgiebigen Thättg- feit der Skupschtina int Interesse des Landes vorsehe, versicherte die Skupschtina seines königlichen Wohlwollens und sprach seine Bereitwilligkeit aus, gerechtfertigte Wünsche und Bedürfnisse des Volkes jederzeit zu befriedigen.
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Gießen, 19. December. (Schwurgericht.) In nichtöffentlicher Sitzung ver- urtheilte am vorigen Samstag das Schwurgericht die ledige Dienstmagd Veronika Sauer auS Höpfingen in Baden wegen Kindesaussetzung in eine Gefäugnißstrafe von 8 Monaten.
Bietzen, 19. Dec. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem lieblichsten aller Feste, welches unS schon von Kindheit an ober gerade in derselben als das Fest der Liebe und Freude bekannt ist, wissen wir doch, daß gerade an diesem Feste mehr wie je vorherrscht: „Friede und Freude in Palästen wie in den Hütten!" Die liebliche Weihxachlsfee, die herniedergestiezen, um zu beglücken, sie lenkt ihre Schritte Überall hin, wo Menschen wohnen, die gewillt sind, mitzuwirken an dem Werke der Wohlthätigkeit, die gern ihrem Laufe folgen namentlich dann, wenn die liebliche Fee Einkehr hält in den Hütten der Armen. Sie will den Weihnachtstisch für Alle decken, denn Alle sollen sich freuen, arm und reich, groß und klein. Giebt doch das Weih- nachtSfest mehr wie je Gelegenheit, anderen wenig oder gar nicht mit Gütern gesegneten Menschen von dem mitzutheilen, was ihnen daS Schicksal etwas reichlicher gespendet. Und wer könnte am Feste der Liebe und Freude, am hehren Weihnachtsfeste so hartherzig sein und abwetsen die Weihnachtsfee, wenn sie anklopft an den Thüren sich irdischen Besitzes erfreuender Menschen und ein gutes Wort einlegt für Diejenigen, denen ohne diese Fürsprache der Weihnachtstisch nicht gedeckt würde? Mag Mancher das ganze Jahr hindurch auch nicht immer Heller Sonnenschein und rosige Freude bereitet sein, mag Mancher mitunter trotz seiner materiell günstigen Lage oft Kummer empfinden über dies oder jenes oder mag ihm hin und wieder der Seelenfrieden ab-. Händen gekommen sein, am Weihnachtsfeste öffnet er gern Herz und Hand zur Freude Anderer, zu seiner eigenen Freude. Der Wohlihätigkeitssinn, den die gütige Weihnachtsfee in alle Menschmherzen gebracht, ist es, welcher am Weihnachtsfeste so recht zum Ausdruck kommt. Dies zeigte sich wieder in schönster Weise am gestrigen Sonntage, wo an verschiedenen Stellen die Chrlstbescheerung für die Kleinen stattfand und zwar zunächst für diejenigen Kleinen, denen ohne thatkräftigeS Eingreifen edeldenkender und -handelnder Menschen das Ehristklnd ganz gewiß kein freundliches Gesichtchen hätte zeigen können, denen es traurig hätte zurufen müssen: „Ich habe viel zu verschenken, aber nichts für Euch!" Dank des in unserer Stadt so trefflich hervortretenden Wohl- thätigkeitssinnes konnte am gestrigen Tage mehrere» Hunderten armer Kinder eine rechte Weihnachtsfreude bereitet, konnte ihnen. deren Lebensweg oft ein recht düsterer, ein hellstrahlender Christbaum angezündet werden, dessen Kerzenstrahlen hineinleuchteten in ihre Kinderherzen? Fangen wir an mit den Kleinsten der Kleines, mit den Zöglingen der Kleinkinderbewahranstalt, die das Christkind nach den festlich erleuchteten und mit Gaben ausgestatteten Räumen der städtischen Turnhalle gerufen. — Es war wahrlich keine kleine Aufgabe, für die 209 Kleinen der Kleinkinderschule das Chrlst- kindchen so reichlich und schön bescheeren zu lassen, als dies gestern Nachmittag in der Turnhalle der Fall war. Wie müssen die Damen des Vorstandes Wochen lang vorher die Hände so fleißig geregt haben, um die Kleidchen rc. zu fertigen u. s. w., damit alles schön klappt und keines zu kurz kommt, die treuen Schwestern der Anstalt, wie müssen sie sich bemüht haben, die Kleinen so zu lehren, daß dieselben mit Liebe und Begeisterung ihre Aufgabe am gestrigen Abend fo erledigten, wie eS geschehen. Auch den Herren des Vorstandes gebührt eine große Anerkennung für die mannigfachen Mühen und Opfer, welche sie im Interesse der armen Kleinen gebracht haben. Gottes Lohn wird allen sicher sein. — Eingeleitet wurde die schöne Feier mit einer warmen Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Naumann, der dankend für die reichen Gaben, welche auch in diesem Jahre für die Kleinkinderschule geflossen, alle Anwesenden auf die schöne Feier des Christfestes und die Bescheerung der Kleinkinderschule hinwies. Sodann legten die Kleinen in Lied und Vortrag Zeugniß davon ab, was in der Schule von den Schwestern gelehrt und gelernt worden. Wie klappte das alles so schön und für den Kinderfreund herzerquickend. 9tad) diesem folgten dann Spiele und nach einer weiteren Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Naumann über das Wort Gott sorgt für dich, schloß die erhebende Feier mit Verthellung der Geschenke an die Kleinen. — Eine Stunde vor Beginn der eben beschriebenen Feier fanden im Schulhause in der Schillerstraße zwei Christbescheerungen statt. Die eine, arrangirt von Herrn Lehrer Curfchmann (siehe Eingesandt) und seinen Schülerinnen, zeugte wiederum von dem Opfersinn unserer Einwohnerschaft. Wer die auf den Gängen zur Schau gestellten Geschenke sah, mußte erstaunen über die Fülle und Mannigfaltigkeit derselben und wer die in ihren Schulklassen versammelten Kinder , welche außerdem auf ihren Plätzen noch Süßigkeiten vorfanden und sich an dem lichterstrahlenden Christbaum erfreuen konnten, beobachtete, konnte getrost seine Freude theilen mit Denjenigen, die hier beschenkt wurden. Manche Thräne des Dankes rollte über die Wangen der Erwachsenen, die der Feier anwohnten und Zeugen waren des Ausdrucks
der Freude auf allen Kindcrgesichtern. Ehre aber und alle Achtung de» braver Lehrer C-urschmann, der seit einer langen Reihe von Jahren bemüht ist, sich durtz sein «enschensteuulrliches Wirken so hervorragend auSzuzeichnen und alljährlich da Weihnachtsbaum für Diejenigen schmückt, die ihm in seinem Beruf am nächsten fteher, seinen Schulkindern; alle Achtung vor der Emsigkeit, mit welcher Herr Eurschmarn dem Einsammelu und dem Vertheilen der vielen Gaben obliegt, die in Einzelner doch jedem der 156 Kinder nach seinen Bedürfnissen und seiner Würdigkeit angepaßt seit wollen. Wer auf eine so arbeitsvelle Woche wie Herr Curfchmann zurückblicken kann der genießt, wenn die Tage des Festes kommen, das, was man allen Menschei wünschen kann: .Fröhliche Weihnachten!"
Zu gleicher Zeit fand in der Turnhalle bet Mädchenschule die seit sieben Jahren von dem Verein .Jugendfreund" arrangirte Weihnachtsfeier statt, die ebenfalls in wahrhaft erhebender Weise verlief. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Chorlied „Ehre sei Gott" gesungen von dem gemischten Chor der Bürgergesellschaft, i worauf Herr Reallehrer Jann eine Ansprach«» hielt, in welcher er namentlich Worte des Dankes Denjenigen spendete, durch deren Wohlthätigkeitssinn es ermöglicht worden, 22 Linder beiderlei Geschlechts vollständig neu zu kleiden; in wahrhaft herzerquickenden Worten wandte sich hierauf Herr Jann an die mit den Geschenken bedachten Kinder, ermahnte sie, stets dankend Derer zu gedenken, die ihnen die reichen Gaben gespendet und forderte sie auf, ihren Dank den edlen Gebern durch Schonen der Geschenke, durch Liebe und Folgsamkeit gegenüber ihren Eltern und Lehrern zu betätigen, damit sie dereinst, wenn sie in's Leben hinaustreten, ordentliche und brave Menschen würden. Die Rede machte auf die Anwesenden den tiefsten Eindruck und manchem der Zuhörer traten bei diesen schlichten Worten Thränen der Rührung in die Augen. Mit dem Gesang: „O, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit" schloß diese Feier, um deren Zustandekommen die Sammler von Cigarrenabschnitten, sowie namentlich die Sänger und Sängerinnen der „Bürgergesellschaft" unter der vortrefflichen Leitung des Herrn Franz Bauer sich so verdient gemacht haben.
Gieße«, 19. December. Am Samstag Abend feierte auf dem Lenz'schen Felsen- keller der .Werkmeister-Verband für Gießen und Umgegend" sein erstes Stiftungsfest. Die Mitglieder des Vereins hatten sich mit ihren Damen zahlreich ein» gefunden, darunter sogar ein Doppelquartett von Meistern aus Lollar, welche mit ihrem Gesang die Feier verschönten. Nach BegröHung der Erschienenen durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Carl4 (in Firma Heyligenstädt u Co), trug der Schriftführer Herr Pfisterer aus der Chronik des Vereins recht interessante Daten vor. Wir entnehmen denselben, daß der Werkmeisterverband, welcher sich das Ziel gesetzt hat, seine Mitglieder bei Krankheit und Todesfall zu unterstützen sowie für die Hinterbliebenen durch Rath und That :u sorgen (beim Todesfall eines Mitgliedes erhält die Familie 600 X und stirbt die Frau, zahlt der Verein 150 X), im Jahre 1883 gegründet wurde. Sein Vorsitzender ist gegenwärtig Herr Zander, Mitglied des preußischen VolkSwirthschaftsrathes. Auf Anregung des Herrn Louis Hey l igenstäd t entstand in Gießen ein Zweig - Verein und batirt der Gründungstag mit dem 5. December 1886. Der hiesige Verein zahlt gegenwSrtia 35 und der Deutsche Werkmeister-Verband insgesammt nunmehr 13,000 Mitglieder. Seit d-r kurzen Zeit seines Bestehens hat der Verband die hohe Summe von 150,000X an Unterstützungen und Sterbegeldern ausgezahlt. Das Verdienst des Herrn H e y l i a e n st ä d t um den Verein würdigend wurde demselben im Laufe des Abends ein sehr reich ausgestattetes Diplom als Ehrenmitglied unter Anerkennung seines humanen Bestrebens überreicht. Sichtlich gerührt dankte Herr Heyligenstädt für die Auszeichnung und schloß mit der Versicherung, daß feine Sympathie für den Verein niemals versiechen würde. Unter scherzhaften und zum Theil auch recht ernsten, fast zu ernsten Vorträgen verschwanden rasch die Stunden des Abends. Daß dieselben recht hübsch verfloffen, ist zum Theil auch den humoristischen Vorträgen des Herrn Werkmeister Buß von der Sophienhütte zu Wetzlar zu verdanken.
— sTheater.j In unseren theatersreundlichen Kreisen ist vielfach der Wunsch nach einer nochmaligen Aufführung von Oscar Blumenthals effektvollem Schauspiele „Ern Tropfen Gift" laut geworden. Herr Rudolph beabsichtigt daher, diesem Wunsche zu entsprechen und wird „Ein Tropfen Gift" als Wohlthätigkeits- Vorftellung am nächsten Donnerstag geben. Von dem Reinerträge soll hiesigen Armen eine Weihnachtsfreude bereitet werden. Die Vorstellung findet außer Abonnc- ment, jedoch zu ermäßigten Preise» statt. Billetbestellungen nimmt Herr Univ.- Buchhändler W. Ferber bereits heute entgegen.
— Unsere Leserinnen feien an dieser Stelle auf die Ausstellung aufmerksam ge- gemacht, welche die Lehrerin für weibliche Handarbeiten Frl. Lina Möser in ihrem Schullokale arrangirt hat. Neben den einfachen und Anfangsarbeiten im Nähen und Sticken rc. erblickt die Besucherin auch Arbeiten von so vollendetem Geschmack, daß man dem Talent und dem Geschick der Lehrerin alle Anerkennung zollen muß. Auch auf dem Kunstgebiet hat Frl. Möser bei ihren Schülerinnen sich ^versucht und zwar mit Erfolg. Man sehe nur die herrlichen Sächelchen der Filigranarbeit und der Gummiknetarbeit, einer Industrie, welche noch nicht lange besteht. Daß dabei auch das Praktische in der Schule nicht aus dem Auge verloren wird, zeugt die Ab- theilung für Bügeln. Die ausgestellte Wäsche zeigt auch hier, daß in der Schule mit Verständniß gelehrt und mit Lust und Liebe zur Sache gelernt wird.
t ™Tr^n^otße be- Ian* anhaltenden Regenwetters ist das Wasser in der Lahn und Wieseck derart gestiegen daß bereits am letztverflossenen Samstag Nachmittag 6 Uhr die städtische Pumpstation in Thatigkeit gesetzt werden mußte. Ein weiteres Steigen des Wassers steht zu erwarten.
Vermischte
t t Mainz , 18. December. In unserem Museum fand heute Vormittag mit er erhebenden Feier der Enthüllung einer von Bildhauer Scholl hier bergeftellten Mar- morbuste des unsterblichen Meisters, Maler Philipp Veit, des langjährigen Direktors der hiesigen Gemäldegallerie und Ehrenbürgers von Mainz statt. Nachdem ein distingulrtes Publikum, darunter neben de» Familienmitgliedern und der greifen Wittwe des großen Meisters, Bischof Dr. Haffner, Provinztaldirektor Küchler, Ober- burgermetlter Dr. Oechsner, Landgerichtspräsident Dr. Kull, Handelskammerpräsident Michel, viele Sladtverordnelen u. s. w. um die zwischen Pflanzen aufgestcllte Büste Platz genommen, trug unser berühmtes Domchor das „Ave Maria“ von Piel weihevoll vor worauf Geh. Hofrath Prof. Dr. Schäfer von Darmstadt eine einftünbige Festrede hielt, in welcher er ein treffendes Bild von Philipp Veit entwarf. Als nach Beendigung der Rede die Hülle der Büste gefallen war und daS trefflich wiedergegebene Antlitz des großen Meisters Allen entgegen leuchtete, übergab Namens des ausführenden Comttö's Kaufmann O. Herrmann das Denkmal an den Vertreter der Stadt Mainz Oberbürgermeister Dr Oechsner, worauf Letzterer in warmen Worten den Dank aus- druckte und für das Bildniß des berühmten Meisters Schuh und Schirm versprach. Dm Schluß der Feier bildete ein Vortrag von dem Domchor „Veritas mea“ von Scarlattt.
.. m Mainz, 18. December. Zur Renovation des kurfürstlichen Schlosses hier hat die Regierung sich bereit erklärt, der Stadt die Veranstaltung einer Lotterie zu ver- wllligen. — Wie das „M. T." wissen will, sei bei der städtischen Verwaltung das Projekt aufgetaucht, auf dem Schloßplatz ein neues Stadthaus zu erbauen.
___ , Aranlsurt a- M., 18. December. Auf dem Neubau Ecke der Zeil und der Allerheiligengasse ereigneten sich bis gestern Mittag in einem Zeiträume von etwa vierundzwanzig Stunden nicht weniger als drei schwere Unglücksfälle. Ein Maurer stürzte tm inneren Bau aus dem vierten Stock hinab. Er erlitt mehrere Frakturen Der Gesichtsknochen. _ Ein Handlanger wurde von einem Speiskübel derart an der ^^."^ei^offen, daß eine klaffende Wunde entstand, welche zugenäht werden wußte. Endlich Samstag um Mittag glitt der Dachdecker Mühe, der bei dem kalten regnerischen und zuweilen recht stürmischen Wetter auf dem Dache des hohen Gebäudes arbeitete, aus, fiel über den Rand, überschlug sich zweimal in dem Gerüste und stürzte zum Schrecken der vorübergehenden Leute vor einem Herrn, den er noch stark streifte, lautlos auf das Straßenpflaster. Der Verunglückte wurde sofort in ein Hospital verbracht, wo man fand, daß er den linken Unterschenkel ui(J) einen Beckenknochen gebrochen hatte. Zudem waren innere Organe so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintreten mußte.
ein kräftiger Mann in den fünfziger Jahren, der Frau und Kinder hinterlaßt.


