Telegraphische Depeschen.
Wolff s telegr. Correspon-errz-Brrreau«
9Zad)nL Der Kaiser wohnte Vormittags dem Inder Schloßkapelle abgehaltenen Gottesdienste bei und wird an dem Nachmittags statt- findenden Farniliendmer theilnehmen.
,, r. daris, 17. Juli. Präsident Greoy empfing gestern einen Besuch des Bot- scmrfters Grafen Munster, der fich dem Vernehmen nach demnächst in Urlaub begeben rotro.
— Mit Ausnahme der intransigenten Blätter sprechen sich sämmtliche Morgen- zeitungen über den an den Deputirten Laur gerichteten Brief des Generals Boulanger
Lyon, 17. Juli. Der Unterrichlsminisi-r Spuller hielt bei einem ihm zu ? Mte‘ °in-R°d-, in welcher er sich auf das politische Programm stutzte «nd di- angestrcbten Reformen als zur Ausführung reif und prak- lisch bezeichnete; die jetzige Regierung sei nicht eine Regierung des Kampfes, sondern eine nationale, den Frieden erstrebende.
Keutschlaud.
Mainau, 16. Juli. Seine Majestät der Kaiser wird heute Nachmittag gegen s Uhr den Besuch des Königs von Württemberg empfangen. Heute, Abend findet im hiesigen Schlosse eine Theatervorstellung durch das Personal des Karlsruher Hoftheaters statt. — Der Prinz Ludwig von Baden ist gestern Abend hier ein- getroffen.
Berlin, 16. Juli. Der „Nationalzeitung" zufolge verhaftete die Polizei in vergangener Nacht ein aus 7 Personen bestehendes hiesiges Centralcomit^, welches die Spitze einer geheimen Organisation der Socialdemokratie bildete.
_ .. E- c- Weimar, 16. Juli. Zuverlässigen Informationen zufolge war Prinz Ferdinand von Coburg in strengstem Zncognito in Oberhof, um mit Fürst Alexander von Battenberg zu conseriren. Oberhof ist bekanntlich das Jagdschloß des Herzogs son Coburg-Gotha.
Arankreich.
Paris, 16. Juli. Der Conseilpräsident Rouvier empfing heute Vormittag den Gouverneur und die Regenten der Bank von Frankreich, welche auf die Unzuträglich- rette^ des Artikels des Entwurfes zur versuchsweisen Mobilisirung eines Armee- l»,orps hinwiesen, nach welchem der Lieferungstermtn für Handelseffekten in der- lenlgen Gegend, in welcher die Mobilisirung stattfindet, um einen Monat verlängert werden soll.
~ General Boulanger hat ein Dankschreiben an den Deputirten Laur ge- rtchtet, in welchem er sagt, es genüge ihm, mit denjenigen vereint zu bleiben, welche tfranfreid) geachtet wissen wollten und welche das Vaterland über Parteiintriguen und über Ginzelinteressen stellten. Er habe nur das eine Ziel, den Franzosen zuzurufen, datz sie den Kopf hochhalten könnten und müßten, das sei die einzige Haltung, die nnem Volke wie dem französischen zukomme.
- a 2 Präsident Greoy wird sich, wie die Abendblätter melden, noch vor Ende des Monats nach seiner Besitzung in Mont-sous-Vaudrey begeben.
Lokales.
18. Juli. Sßon den vielen Gießener Turnern, welche sich vorgestern ‘"p1111’* Garten -infandcn, ahnte wohl Keiner, daß eine Feier b-vorstehe wie st- h-rrliL-r, gemuthltchcr und patriotischer selten vorkommen mag und sie wird Jedem einen fur's Leben bleibenden Eindruck hinterlassen haben nicht »um
ä,PPCt und August B-ck inmitten
..Das Banket wurde gegen 9 Uhr durch Herrn Prof. Dr. Buchner Namens des ?rtT^fHi,Ch°nnCfrUnb Director Bergen das Präsidium übertragen. Nachdem hp D£rfIun0£n' erhielt das Wort zur Festrede Herr $rof. Dr. Buchner dk- ^H'/rn Herm Haustein herzlichst in der Hetmath willkommen und schil- xC«^ur?cDrer?^nt?e £er 6Pcr 2«hre und die turnerischen Leistungen Hanstein's sowie dessen Erlebnisse in Frankreich und Amerika, in welchem letzteren Lande H sich'
6 Ct Insten Kämpfen eme gesicherte Existenz errungen habe; er schloß mit einem H-iUthund"" der im fremden Lande die Liebe zur
Eeisall begrüßt, antwortete dieser etwa Folgendes:
Stonbruber und Freunde!. Daß sich mir in der geliebten Vaterstadt @ie§en so manche Freundeshand entgegenstrecken, daß manches treue Herz mir entgegen- KrnÄ wohl gehofft und gewünscht, daß mir aber ° VZ
Liebe und solche Ehren beschreden waren, das hätte ich mir nicht träumen lassen
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aber sehr leichtem Beutel in das gelobte Land Unserer Taae ? Kerzen,
Amerika, um den Kampf mit dem Leben aufzunehm n den Kam'vf
MWWUZMÄE-
LZ »«»ä ääöBS sSBSJ䮓« im fremden Welttheile endliä/die rechte Stellan/nSp? \i te a:öc.ln un§ Deutschen trotz der Mühe, die wir uns gabenfrühernickt erlichwir trotz Men Fleißes, für diese echt deutsche Gesinnungsweise und bitte (Sie$ ein nnn^’ * b^^^hnen
»tÄÄÄÄHIf-•;
Sm ’ÄwSffiiÄ
erkennung für des Gastes turnerische Thätigkeit und toaftet auf die De^is^ Un£ Auslände die Turnerei verbreiteten und verbreiten, insbesonder! auf HansMn' bC m
Herr Stadtverordneter I. Haustein feiert feinen Namensne^"!»« .
@efil,Un0 "Nd d°u.sch° Gesinnung nach Amerika Ebrach? un°d
Herr Kaufmann Karl Wenzel bringt das Wob! des arotien tr.i m
aus, worauf das echt patriotisch empfundene Lied l,,$euttoe Oorte h5?MlteTlQnb,s t gesungen wurde. 'u>orie *>or ich wieder
: Einer von der „alten Garde", Herr K. Braubach der frfmn „
. 55 Jahren turnte, weist an sich und durch sich nach, welche Vortheile
: sich bringe; heute fühle er an Körper und Geist sich o S 7nb l^\rnen
Junger; die Jüngeren möchten es ihm nachthun. Sobann feiert er bpnW?Unb roic«^ Gi-b-n allein verdanke, daß das Turnen innerhalb fchm TOauTrn roeldto schlagen und empor gediehen sei, den bewährten Christoph Rübiam!^ äBuritl ®= Herr Badeanstaltbesitzer und Turnlehrer Ehr. Rübsamen erchh>7
nach Gretzen als Turnlehrer gekommen; sein Streben sei stets aeroe Tct 18^ Tumerstnn zu pflegen; möge der immer hoch gehalten werden ' öcn i Nun folgen Trinksprüche auf die schon genannten anderen beihp«
Amerckaner, auf die „alte Garde", auf die jüngeren Turner, aus die Turns^utsch auj ^en 6°er Wen, auf Carl Zentgraf (jetzt in Newyork, welcher mit H. Hanstern um den ersten Preis loofte, ebenfalls ein Gießener ^Onb®x Hb/m. Wagner („einer meiner tüchtigsten Vorturner", sagte Rübsampn^k^ auf die Stadt Gießen. Dazwischen erklangen die Lieder: „Ein Ruf ist erfK ' /fow it „Strömt herbei". • ' "ungen" unü
Zündend waren die dann folgenden Reden der Herren Dr. med
Herm. Hanstein. Ersterer sagte ungefähr: Aus seinem Leben mürben X -UJl0 tief setnem Gedachtmß eingeprägt bletben zwei besonders lichte Ereignisse fest von 1859 und die deutsche Erhebung von 1870/71; bei ersterem fei hf, beim letzteren die politische Einheit Deutschlands glänzend zu Tage getreten ®T0t' erinnert an die Worte, welche er als II. Sprecher des Turnvereins bei ber Win * der ^--chillereiche gesprochen, beleuchtet die Entwickelung, die Deutschland nommen, und schließt mit warmen Worten für die deutschen ©d)merienaKCm 6& Jahre 1887, für die deutschen Herzen, die außerhalb der deutschen 00111
lands Wohlergehen und Größe glühen. Anknüpfend an diises Rebner?Ena?" ^1^11^0ermann ^annein, wie ganz anders jetzt die Stellung der DeuL^ Auslande sei; 1866 habe er in Paris, vor 1870 in Amerika hören und N anhoren müssen, die deutsche Nation verdiene Verachtung und Untergang
oas mcht mehr zu hören; die Amerikaner dächten ganz anders Deutschland und bekundeten eine hohe Achtung vor den Deutschen. 191 ÖOn Und was die Deutschen drüben selbst anlange, so sei ganz wibetdireibli* Freude und der Stolz, die sich ihrer bei jeder Siegesbotschaft bemächtigt bäN welcher Berei Willigkeit habe sich Herz und Hand geöffnet, um dem großen L d' W durch den Krieg über die Hetmath gekommen, steuern zu helfen. Damals Ä'Z! eKnnt, welchen Werth das erstarkte Vaterland für den Deutschen in der Fremd 27 „®ir haben das gleiche Interesse an der Große und Macht unseres Vaterlandes
DCrft^-e wenn der Tag kommen sollte, da Deutschland Do Ob oder Westen angegriffen wird so werden wir Alle auch unsere Kinder herÜbeMck? daß sie ihr Vaterland vertheidigen helfen!" r,a,iatn'-
, .. Welch^ ein Jubel diese schonen Worte begleitete, vermag die Feder nickt mir- zudrucken. Von großartiger Begeisterung gelragen ertönte der deutsche Sana land, Deutschland, über Alles". In herzlichen Worten dankt- darauf Herr H ßanft t nochmals für die zahlreiche Bethciligung und den h-rrlichen Abend/ 6m er „i, M-n und von dem er die Kunde hinüber in seine neu- H-imath bringen Alsdann wurde gegen 2 Uhr der officielle Theil der Feier geschlossen
। a Der ntchtosstcielle Theil war natürlich nicht weniger gcmüthltch: LiedenEie nln qUarle“8s ynb Brummlieder ließen die letzten Theiln-hmer erf „ grauendem Vlorgen auseinandergehen. Im Lauf- des Abends war der SBorfdta « Ma»' worden am Sonntag Nachmittag einen Ausflug nach dem Gl-ibera u unta- bcnn au? gestern. War die Belheiligung auch etwas geringer b%6?e6t/n4«6en®§™Ä8 n°4 erb°6t' freubia n,utbe vergangener Zeiten, irenbig
so sch°k°v-Aauf-n-nF-st-^ d-'uch d-r h-rrl.ch-n Ruine den würdigen Schloß q. ,>lutt. Der hiesige Radfahrverein fuhr gestern eine seiner aröferen
Lauba» Abfahrt um 5 Uhr früh konnte bereits um l>'> Uhr in
fuubuch das Frühstück eingenommen werden, die Ankunft in Schotten emlgte um lOUHr und da di- Strecke Scho,ten-Ridda in 40 Minuten zurückaelegt 2e,7» lirb^Miesübü.^"' Salzhausen-Berstadt. Um 8 Uhr trafen Sämmt-
betaifll5 ffiilometa'"" Bercinslokale ein. Die ganze zurückgelegte Streif
Wirf,,™S ?°-E"Sr°ßcn Hitz- der letzten Tage, deren erschlafsenb, Wirkung allerwarts stcht- und fühlbar war, folgten gestern erfrischende Regengüsse und ebr IUM Sn f »’s bei bedecktem Himmel auch heute fortdau-rl-and dahier >inanä?u?PÄ.!°. . n n beutige Sonntag lockte denn auch die Mensche»
all-n^hor-n strömten die Spaziergänger den nahen und ferm»
J k b er~man beute wenigstens erreichen konnte, ohne durch den Slitü fi* ram nLibä ?Onne ZEschmort zu werden. Schon gegen 2 Ubr Mittags bewegte sich vom Oswaldsgarten aus durch verschiedene Straßen der Stadt der Müug be Cie.nhtl&tnt!enf Krankenkassen, welche ihr auf den vorigen Sonntag festgesetzte! Vorantntt? r^sen ungünstiger Witterung auf heute verlegt hattenf ante,
Mnm.a nrtVk.rn ^usikcorps zog die stattliche Kinderfchaar mit wehenden Fahnei Treiben cntsalt^e^ Mnnni^ ^D??raß', woselbst sich gar bald ein fröhlich-! 7,^'ben entfaltete. Mannichsal >ge Spiele, die zur Belustigung von Jung und AI b ^atoke “nb ®efan8§D()tträBC, gute Bewirtung und vor Allm
am Abends « Spalte en das Fest zu einem recht gemüthttchcn, so daß Manch« e, ?cr *^U(^3U0 zur Stabt zu früh bünfte. — Die biefiae Seclion bes Lahrs iCH ihr alljährliches Sommersest aus der schönen Aussicht ad iitii ?i/^ ®errtrnfrrlun? batte eine stattliche Menschenmenge angezogen. Man M- ™ der Schaubuden aus einen Jahrmarkt versetzt und (4«
mflrhlnM?!! mtderstchen, den Einladungen der Besitzer Folge zu leisten, sich die Seh-»^ ä8kiKn» uuzu chauen. Gegen Abend erhob sich ein anaenelmer Wind, welcher Tämchen für d^-^D.er<uJIa6tc. M in das Haus zurück,uzkehen, wo bald ein Mcl des Gartens ,“n.?luW0'Sugenh begann. Ein Feuerwerk und $deud)lun!
Waisenkind-rn kern fcfOnc F'st zum Abschluß; -in nettes Sümmchen wirb bett eraötztc sich in SMn-a ran ?mmT8cfo$tc,!en töttÖ3 »u Gute kommen. - Am Aba» "4 3rVtüe®®tecLS^^t£3r^ Publikum an den Leis.nn«°
so eina^imh*,h'P,nrn^n' $Cf d'-„Leipziger Jllustr.Zeitung" DOin 20.Noobr.wI lebt^ 3^^°s!’afl^'enyrf’ nUnb Riesenherkulcs Emil Raucke, * SDectaHrä?eVTri nn^^VT<snbs!d,,B^ tft- tri» mit einer wirklich außeroidentli»cu wtr nur eonstati-ren kV Sa-nbtag den 16. Juli in St-in's Garten auf und
W r baben mnM *^nfere Erwartungen in jeder Weise übertroffen sind.
Ein Maiin non 4H «h,„k e(Tartct' ?6cr “aS ein Nauck- leistet, ist nicht zu b*- sachen die kaum b-schr-ibttck!^s^k 8k-8 unä tnut 0°ni graziösen Bewegungen Ä* man folcb’ fpuintinnp m man st^n muß, um es zu glauben.
biefelbe bei dem 2mpttpCJ w [stiller Bewunderung, so oerwandeU äraste Vefsimift hnnn»11 nC^n ^"ck's in ein so herzhaftes Lachen, baß selbst de kolossalen T^nfcki?n^nsä "Ngetteckt wird und mitlachen muß. Man denke sich dus^ vutz die araiih&^n0 „Ballettänzerin in kurzem Röckchen mit entsprechendem Kop^' leüteren Vrobuktinnpn^^^^^^kn, wobei besonders erwähnt fein mag, daß im Geaentbeil firfi nichts an sich haben, was irgendwie verletzen fonntt:
an de? Paulin?" geschmeidig ausnimmt, sodaß man nur FrA
Artisten 'treten in 6anze Schaar wirklich guter, leistungsfahis.c
be§ ausaeieicbnptp^l^^^^st "ut Naucke auf und wollen wir zuerst vor allen Dinge Vorträae fein ^rs Herrn C. Ewald gedenken. Seine crceüenten CouM
feffeln 9 iu*9?? rm?JOr fmb wirklich brillant, die stürmische Heiterkeit eit letften auf bet^Lh; mit feiner reizenden Assistentin Miß Alexandro^.
Tenorist Mr ^Eristik wirklich Erstaunliches. Interessant ist d
seine Lieder recht (Kameruner), er ist im Besitz guter Stimmmitel und tra. gerne bört^ and?finb schweizer Duettisten, die man immc
Allen die verfugt Über ein hübsches Repertoir. »
nur empfehlen n^ch"^ ^ Stunden nach Tagesmühen amüfiren wollen, können Garte ^zu g-h-n. diesen zwei Abenden (Montag und Dienstag) in Stein I-


