Ausgabe 
19.5.1887 Erstes Blatt
 
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Deutschland.

Darmstadt, 17. Mai. Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, haben keine gute Nacht gehabt. Die Krank­heit ist ihrer Natur nach in der Zunahme begriffen. Die Abend-Temperatur am 16. Mai betrug nahezu 40°, die Morgen - Temperatur am 17. Mai war 390«.

Dänemark.

Kopenhagen, 17. Mai. Der König hat den Director des Retchs- postamts in Berlin, Sachse, den Geh. Postrath Kraetke in Berlin, den Ober- posidirector Ritzler in Schwerin, den Präsioenten der Eisenbayn-Direction in Altona, Krahn, und den Oberregierungsrath bei der Effenbahn-Direction in Berlin, Wittich, zu Commandeuren des Danebrog-Ordens ernannt.

Rußland.

Petersburg, 16. Mai. In Nomo-Tscherkask, wohin der Czar ge­reist ist, wurde eine neue Verschwörung gegen denselben entdeckt, in Folge deffen 24 Personen verhaftet worden find. Geplant war ein Attentat in Nowo- Tscherkask selbst oder falls dasselbe dort vereitelt werde, auf der weiteren Reise des Czaren. Die Verschwörung wurde von Petersburg aus geleitet, von wo Nihilisten nach dem Don geschickt waren, um das Attentat in Nowo-Tfcherskask zu organifiren. Die Entdeckung des Planes erfolgte durch Beobachtung eines dieser wegen eines früheren Unternehmens compromittirten und deshalb unter Polizeiaufsicht stehenden Nihilisten, welcher den telegraphischen Befehl erhalten hatte, abzureisen und die Verschwörung in's Werk zu setzen. Die beobach­tenden mitreisenden Polizei - Agenten hoben die Verschworenen noch recht-

°us- (Fr. Ztg.)

Reich» taa-

P. Berlin, 17. Mai 1887.

(30. Sitzung.)

Eingcgangen: Vorlage bctr. den Schutz der Telegraphenkabel.

Debattelos werden in dritter Berathung angenommen: Die Nachtragsconvention deuttch-rumamschen Handelsvertrag und der Gesetzentwurf betr. die Rechtsver- hältnrffe der Colonialbeamten.

Es folgt 3. Berathung des Gesetzentwurfs betreffend den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen.

Commission schlägt vor, dm Zeitpunkt für das Inkrafttreten des Gesetzes auf den 1. October 1888 festzusetzen.

Abgg. Retemeyer und Goldschmidt beantragen hierzu, daß über diesen Zeitpunkt hinaus bestimmten Gegenständen der in 88 1-3 bezeichneten Art, insbesondere Conseroenbuchsen, sofern sie bei Erlaß des Gesetzes vorhanden sind, Verkehrsfreibett unter sachdienlichen Controlemaßregeln durch Anordnung des Reichskanzlers gewährt werden können. Falls dies abgelehnt werden sollte, wollen die Antragsteller den Termin für, das Inkrafttreten des Gesetzes dis zum 1. April 1889 hinausschieben. Dle Antragsteller begründen ihren Antrag damit, daß namentlich Conseroenbuchsen auf Lager hergestellt wurden und daß die vorhandenen Bestände bis zum 1. October 1888 uocf) nicht aufgebraucht sein dürften.

-n r. Director im Reichsgesundheitsamt Dr. Köhler spricht sich gegen eine fiinaus- ffchiebung des Termins für das Inkrafttreten des Gesetzes aus. $

Der Antrag Retemeyer wird abgelehnt und das Gesetz in der. Fassung der Zweiten Lesung angenommen. u 1 0

Es folgt erste Berathung der internationalen Literarconvention.

. -> K^m (cons.) spricht seine Freude über das Zustandekommen des Ver­

lages aus und bittet, denselben ohne vorherige Commissionsberathung in zweiter Lesung anzunehmen. Redner wünscht ferner eine künftige Differenzen ausschließende Interpretation der Bezeichnungmusikalisches Arrangement" in Artikel 10 des Vertrags.

Geh. L-gationsrath Reich ar d t erwidert, daß nach den stattgefundenen Ver­handlungen die fragliche Bestimmung keine Schwierigkeiten veranlassen werde.

Es wird sofort in die zweite Lesung eingetrcten und die Convention im Einzelnen angenommen. 14CUlC4

« c En die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Verwendung

Lefundhettsschadlrcher Farben bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenstanden eingetreten.

Äff""°L WIW

Annahm^d"f-lb-m" fPd4t ,tin Ein°°rst°ndnib mit der Vorlag- aus und bittet k ?Erector im Reichsgesundheitsamt vr. Kohler erklärt, daß die Vorlaae das Product eingehender Vorbereitungen sei. Er hoffe, daß die Verhandlungen über dieselbe rinen positiven Erfolg haben würden. Für die Bedenken des Abg. Siegle gewähre Rücksi°ch!°g-n°mmm bit ®cbÜrfniffc d°r Interessent«» f« naÄöÄ

, .. Abg. Kalle (natlib.) glaubt, daß die Bedenken Siegles doch nicht so leicht obzuthun leien und in der Commission eingehend erörtert werden müßten.

Die Vorlage wird an eine Commission verwiesen.

^r Tagesordnung stehen endlich Wahlprüfungen.

, , Si x 'S» ßttltiß werden erklärt die Wahlen der Abgg. Lucius (4 Düsseldorf! Ho brecht (3. Marienwerder), Stütze! (5. Düsseldorf) Diebe H x

^?br(8.Baden^

a ®ü,fe[bor|)M tmbUr8 ' @ra Sigmaringen) und Graf von und zu Ho cnsbro^ch

Gleichfalls für gültig erklärt werden die Wahlen der Abgg. S ch u st er s5 Badeul ve Hammachcr (6. Düsseldorf), Menten (2. Cöln) und Kleine t6 '

im X? b-iuglich dieser Wahlen gleichzeitig die Anstellung von Erhebungen üb» °n den eingcgangenen Wahlprotesten behauptete Thatsachen beschlossen. 8 m Wahr > h8? ^r Wahl des Abg. Böhm (5. Hessen) beantragt die Commission die aBa.^ iu beanstanden und über verschiedene in den Wahlprotesten bcbauvtete S gerichtliche rc. Erhebungen zu veranlassen. b Vorgänge

Dieser Antrag wird mit einem Amendement des Aba enrien^r ÄCbtr?ub0'b|btÄ Ä.aUf elni8t DOn btr nicht berL-

Nachste Sitzung morgen 2 Uhr. Petitionen, Arbeiterschutzanträae.

Telegraphische Depeschen.

Wolfes telegr. Correspondenz Bureau.

d-s P°Uzes"räsidente?en.geam-u^d'^ab'sich"'L-nnmÄÄ'"

ÖBswBä« mit ben Anträgen Schultz-Uhden angenommen; hiernach sol? die SertSnunn°^la0 routtngentirendm Jahresmenge des Branntweins nach dem Durchschuiti re. ?? jnbren 1879/80 bis 1885/86 unter Streichung der 0erin6f^

ber gezahlten Steuerbetrage eintreten. Zum brüten Absatz des Paragraphen 2 bie g7eubemefiung der Jahresmenge des nur mit 50 H steuerbaren Branntweins nnn beantragt Buhl, den in der fraglichen Bestimmung gemachten Untersebies

von landwirthschaftlichen und gewerblichen Branntweinen zu beseitigen. Der ^inanr Minister und der bayerische Bundescommisfar Geiger sprechen sich aeaen den sin?' aus, der Bayerns Beitritt gefährden würde. Der Ans^g wird nach länaer^r M rathung abgelehnt. Schließlich beantragen Miquel, Buhl und Genossen, hinter dem Paragraphen 3 einen neuen Paragraphen einzuschieben, wonach der KartoffUspiritirs nur in gereinigtem Zustande zum Genuß zu verabreichen sei. n P u9

~ 17-Mat. Sc. Majestät der Kaiser traf in Begleitung I. K H der

rfrau ^rokherzogm von Baden heute Vormittag 111/2 Uhr auf der Wildpark-Station fi^Hnun^h0Td? ^baIb ru Wagen nach dem Neuen Palais, vor welchem die Be- sichtigung des vom Masor v. Natzmer kommandirten LehrinfanteriebataiSons stattfand'

Un^k bcr ^^onprmz, I. K. Hoheiten die Prinzen Wilhelm und

Alexandei, der Prmz Komatsu von Japan, die fremdherrlichen Militär-Bevollmäcv- eln Uzendes Gefolge wohnten der Besichtigung bei. Nach dem Schlüße derselben nahm ^eine Maiestat das Dejeuner im Neuen Palais ein und trat dann naVs^lin a!T " schloß Babelsberg und Neu-Babelsberg die Rückreise

Budapest, 17. Mai. Tisza erklärte in der Conferenz der liberalen Partei btr König werde das ungarische Parlament am 26. Mai schließen + ' 1

die We^im?nn V* Deputtrtcnkammer Der Finanzminister Dauphin bekämpft die Resolution dec Budget - ComnnsNon und weist auf das Ungewöhnliche in deren mÄr?i*en ®er Minister vertheidigi seine Bubgetoorlagc, weiche alle nur irgend möglichen Ersparungen enthalte und die Wiederherstellung des Gleichgewichis durch -ine Einkommensteuer und eine Zuschlagiaxe auf Alkohol herbeiführe 8

Gobl-t Überreichte Grevy die Demission des Cabinets.

17-,-D7a- Das Oberhaus erledigte gestern nach siebenstündiaer Hierauf wu^e'bw Dkbatt "v-!ta^ Bodengesetznovelle ohne wichtige Abänderungen, indischesSMa?sschulbb.°n'wett" ier ^roeentigem

Mons, 17. Mai. Der Strike in Lalouviere und Boisleduc dauert fort- daaeoen idjeinM eartobeltn 2?artan,°"t n,i=ber ausgenommen. Der Strike dürfte jetzt wahr- scheinlich größeren Umfang nicht mehr annehmen.

17, Die Zahl der Strikenden in Chatelet, Pantdeloup und BoufftoulH betragt gegen 2100; dieselben verhalten sich ruhig, dagegen fand heute früh 'n Lacroyere im Bassin des Centre, ein Zusammenstoß der Gensdarmen und der Strikenden statt, wobei 2 Strikende getödtet wurden. Un0 Der

2Irbeifer Anführer der heute zerstreuten Bande strikender

«amenS ^.oor, wurde in Lacroyere wegen Aufwiegelung verhaftet.

fri.AH-»* ax" Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Novelle ium

3*"? mb"" * d e.U

Creditinstitute keinerlei Vorschüsse in laufender Rechnung. Im Laufe der Sikuna dünste ^anläutt^ dNltimmig den Antrag an, kommenden Sonntag einem Dankgolleä bd^S ? Regierungs-Jubiläums der Königin in ber

V- Tas Kaiserpaar ist mit seinen Söhnen Mittags hier ein- fnVhPhRrhUnb D°m Adelsmarschällen, sowie von den Spitzen der Cioil- und Mili- die^Retse^rt.'" $aW°fe bcßru6t morden. Dieselben setzten ohne weiteren Aufenthalt bierge^«^Be^statiön^Razdiclna^ch^^'8'"^^ 0eftern 3lbenb bic unweit von

lokales.

^'.Mai. [3um Himmelfahrttage.l Nach langem Höaern bat der Blüttelunhb^n'.thtnEinzug bei uns gehalten und Wald und Feld in herrlichen münen^'unbhb^ben^nbb^ 8»Ic,,bet 2B,it .ar"en Menschenkinbcr sehen cs brausten uu° n-uden unb bennoch können wir bes Lenzes nicht froh werben, ba rauhe mürben b Drinm v«bünbet haben, uns ble Freube an ber Statur zu

»«x rben t "Eich einmal em Sonnenblick hinter den düsteren Wolken hervor ,uub ^"unt-rtuns ,».einem Spaziergange, so kann man sicher baraus rechnen baß f Stddn*unä mr Ktabt eineSchloße" mit den dazu gehörigen

Die Sonne belächelt zwar einige Minuten lang leiat^eiiie^Nerstnst^rniiaber kaum hat derselbe sein Heim erreicht, so

SSSSS&wlrJÄ** ........... l

Das ist ber heurige, wonnevolle Monat Mai!

,, 2öir wollen unseren Lesern mit biefem trüben Stimmungsbilde bas SSen nicht k.nn sie sehnen sich gewiß alle mit uns nachOben^schönen,^^sonni ?n Frühlingstagen, bie wir leider so lange entbehren müssen. Und morgen ist ia auck cCg an "'blchcmjung unb Alt hinaus wandert in den duftigen ^Wald um fick ^atur zu freuen. Wenngleich uns auch ^r Himmel in

an diesem Tage fast stets mit einem sanften Regen bedacht hat so mochten wir jedoch diesmal recht gerne darauf verzichten und lieber aus aanrem firnen wumchen, daß uns ein warmer sonniger Maientag beschieden lein®

Ehr. Brenn er's Kunstausstellung in Oswald's Garten hier oehä»-t mit zu den empfehlenswerthesten Sehenswürdigkeiten, welche bis jetzt hier aereiat hiesiaen Austntbatt ^ b^n^reCxenb >°ud) Besuch derselben während des jetzigen hiesigen Aufenthaltes ein befriedigender gewesen. Die Ansichten sind alle klar and deutlich und haben, was bei derartigen Geschäften die Hauptsache ist, immer die ricktiae ftnh Pp^C neuesten Zeitereignissen, die hier im Bilde miedergegeben sind

auf0enommene verschiedene Landschaften und Städteansichten die d.e Bewunderung der Besucher erregen. Einige davon sind sogenannte^^Mondlaub- schaften, wobei besonders die Transparente effectooll wirken Wir möchten di- Bewohner von hier und Umgegend auf diesen Kunstgenuß gQnTbebnber§ uXrf^am

Universttäts - Ghronik. '

. r. ~ >3ahk der an der Kaiser-Wilhelm-Universität in Str bura

daß sich die Gesammtzahl der Jmmatrikulirten auf 836 beläuft. Von diesen ©ange befinbli^en HfiJn des^P^sona^ w^der sttz.t im

^um Horen der Vorlesungen berechtigt" ausgenommen worden.

R^ichthnm^nan0 von Mainz dürfte unter seinen Bewohnern einen^solchen

Reichthum von wirklich hervorragenden Meisterwerken aufzuweisen haben wie dieser zur Beurtheilung der -Zßertbfrfiniiittin ^ii,,, ,11,,rund genügt es

ncbcn -tn-ra?°stcn^b ^.Ausstellung an,»führen, baß ber Katalog Wouverminn 8?onter^ - .®iIb,<r «us bcm 19. Jahrhunbert, Namen u>ie

»at? unb^futarScb auf^dft 8 d°^"b°»rgh, Ostabe, Holbein, Gagen,

^7* ^Rai. Der mit einer Kellnerin von hier stüchtig gewordene

Concursoerwalt^ DOn He"bronn hat, wie sich aus den bei dem

schlaaen ws ^otbcrungen ergibt, ganz bedeutende Beträge untere

schlagen. Bis heute Mittag waren bereits Forderungen im Betrage von 160000 jH