Ausgabe 
19.5.1887 Erstes Blatt
 
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«mgemeldet, denen nur eine sehr geringe Activmasse gegenübersteht. Von hier erleidet die Juwelenhandlung der Gebrüder Mayer einen Verlust von 12 000 jl Obwohl Boleg hier nur für ganz billige Sachen einen Absatz hatte, hat sich derselbe in den letzten Tagen von verschiedenen Btjouteriefabriken die werthvollsten Auswahlsendungen von Sckmucksachen machen lassen, die er sämmtlich bet seiner Flucht mttnahm.

Das Tagesgespräch bildet hier der Uebcrtritt einer Dame aus einer ersten hiesigen strenggläubigen israelitischen Familie, der Tochter des Rechtsanwalts Dr. Reinach, zu dem Katholtcismus. Die Taufe wie auch die kirchliche Einsegnung des vor einigen Tagen von der Dame mit einem Sohne des bekannten Kunstverlegers Albert in München eingegangenen Ehebundes erfolgte durch den Domkapitular Thomi in dessen Hauskapelle.

Die hiesigen Stadtverordneten beschlossen beute Abend anläßlich der Budget- derathung für das für hier projecttrte allgemeine Schlachthaus mit Viehhof eine öffent- üiche Concurrenz auszuschreiben.

A Dom Rhein, 17. Mai. Auf der Sandbank direct oberhalb derPfalz" bei Cauv ist heute Morgen abermals ein Schiff gesunken.

A Mainz, 17. Mai. In der von dem Landtagsabgeordneten Jöst gegen seinen früheren Parteigenossen, den Schuhmacher Bell, angestrengten Beleidigungsklage, üiber welche wir vergangene Wocke berichteten, wurde heute von dem Schöffengericht das Urtheil puvlicirt. Bell wurde von dem Gericht der verleumderischen Beleidigung des Abgeordneten Jöst für schuldig erklärt und unter Annahme inildernder Umstände hu einer Geldstrafe von 50 JL, eoent. 10 Tage Gefängniß verurtheilt. Das Gericht nahm an, daß der Jöst in dem Wahlflugblatte gemachte Vorwurf, Parteigelder für sich behalten zu haben, durch die Beweisaufnahme als vollständig unwahr zu Tage getreten.

A Mainz, 17. Mai. In der vorgestrigen Sitzung des Provinzialausschusses k'am die Beschwerde, die eine Anzahl Binger Bürger gegen die Errichtung einer Gas- abrik in der dortigen Mainzer Straße erhoben hatte, zur Verhandlung. Der Pro­vinzialausschuß hob die Entscheidung des Kreisausschusses auf und ermächtigte die Gemeinde Bingen unter Abweisung der Beschwerdeführer zur Anlage der Gasfabrik an der projectirten Stelle.

Für diejenigen Leute, welche auf dem Gebiete des Gemüses Feinschmecker lnnd und es gibt deren eine erkleckliche Menge beginnt jetzt eine schöne Zeit, die s«chönste Zeit des ganzen Jahres. Zwar hat man es in der Kunst des Conservirens 1 o weit gebracht, daß man den ältesten abgekrähten Hahn unter der Etiquettejunges Huhn" in Blechbüchsen aufbewahren kann, aber der vollendetste hermetische Verschluß, der her Luft nicht ein einzig Zugangspförtchen offen läßt, kann dem eingekapselten Gemüse doch nicht denselben Wohlgeschmack erhalten, den die würzige Frühlingsluft Dem aussprießenden in so reichern Maße verleiht. Nicht lange wird es dauern, dann * erscheinen in den Zeitungen wieder jene berühmten, unsterblichen Notizen, daß und wie man Gemüse essen soll, und die mit geringer Initiative ausgestattete Hausfrau wartet dis dahin, schneidet die gedruckten Rathschläge aus, klebt sie in ihr Kochbuch und setzt kann ihrem Eheherrn eine grüne Schüssel vor, die so zubereitet ist,wie es im Buche steht". Ob sie auch so mundet, ist freilich eine andere Frage. Die verständige,

SchiffSuachrichten.

Bremen, 17. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Poftdampfer Fulda, Eapt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Mai von Bremen und am 8. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

.eL%n,c,5ou8frou °b-r, glücklicherweise di- Mehrzahl, ist weit früher dabei, sie schöpft hrung nicht ans dem Buche, sondern verfolgt mit Aufmerksamkeit den Speise- 2 a ur brin6t schon jetzt die köstlichen frischen Gaben auf den Tisch, UtLrh» und Beete in den Tagen des Frühlings bieten. Etwas theurer sind sie allerdings als spater, aber auch hier gilt der Satz, daß das Theuerste das Beste sei;

.umntt mellelcht ein klein wenig, wenn er den Preis erfährt, und sagt crafrtMA i hast Du auf Deine Rechnung und Gefahr gethan, mehr

W ^^h'chastsgeld gibts nicht", aber wenn er sich erst dem näheren Studium des ihm vorgesetzten Grünzeugs gewidmet hat, weiß er sehr wohl den Unterschied herauszufinden und i|t zur Bewilligung eines kleinen Nachtragsetats auch bereit. Dem erfrischenden, grünen ^asttt den der Kenner erst bei Tische selbst mit den nöthigm Ingredienzien versieht, reiht sich der zarte junge Kohlrabi und der Spinat an, dochmit keinem zu vergleichen und von keinem zu erreichen" bildet der Spargel die Krone der Genüsse. Spargel ist em Gemüse, das mit einer gewissen Andacht genossen werden muß; wer sich dazu mckt aufschwingen kann, für den erfüllt eine dicke Nudel, in Butter gewälzt, um der Saison willen Spargel essen, ohne ein tieferes Ver- standnitz seiner köstlichen Vorzüge das sollte eigentlich unter dengroben Unfug; Paragraphen fallen, ganz abgesehen davon, daß so ein Frevler dazu beiträgt, die m l1^QU ctI.Icr Höhe zu halten, die dem Würdigen nicht immer zu erschwingen möglich ist. Denn die Würde und der Verdienst laufen nicht immer parallel. Mögen die Spargel-Bootier in sich gehen, den kundigen Spargel-Thebanern zum Nutzen aber schließen wir nut einem aufrichtigenvivat, floreat, crescat aspargus.

,, Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisen - Production des Deutschen Reiches (ein­schließlich Luxemburgs) im Monat' April 1887 auf 314,621 Tonnen, darunter 159,617 Tonnen Puddelroheisen und Spiegeleisen, 36,763 Tonnen Befsemerroheisen, 80,067 Tonnen Thomasroheisen und 38,174 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im April 1886 betrug 291,221 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. April 1887 wurden producirt 1,200,439 Tonnen gegen 1,145,336 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.

(Berlinische Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1886.] Der uns vorliegende Geschäfts-Bericht derBerlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836" weist wiederum günstige Resultate auf. Ende 1886 betrug die Versicherungssumme 123 461204; der Garantie- und Reservefonds wuchs um 2 033 826 auf 38 646 127. Seit 1868 ist die an die Versicherten vertheilre Dividende von 17'/r auf 32*/?o/o gestiegen, lieber die solide Fundamentirung, die vorsichtige Geschäftsleitung und die gesunde Entwickelung dieses Instituts braucht solchen Zahlen gegenüber gewiß nichts weiter gesagt zu werden.

Bekanntmachung.

Samstag den 21. Mai l. I.,

Nachmittags 6 Ubr, (soll die Klee- u. Grasnutzung won einem Stück Land am Wismarer- meg an Ort und Stelle nochmals ver­steigert werden.

Gießen, den 18. Mai 1887.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Keller, Beigeordneter. 3935

Zur Vergebung der Lieferung der ffür das neue Kasernement in Gießen »erforderlichen 32 Stück eisernen 'Kochheerde für die Wohnungen Ler Verheiratheten rc., veranschlagt zu :1805 ist ein unbeschränkter Sub- misstonstermin auf

Freitag den 27. Mai er.,

Vormittags 10 Uhr, Hm Garnison-Verwaltungs-Bureau an- Iberaumt, woselbst die Lieferungs-Be- 'dingungen ne6ft_ Kostenanschlag zur 'Einsichtnahme aufliegen. 3920

Gießen, den 16. Mai 1887. 'Großherzogliche Garnison-Verwaltung.

Iieilgeöolenes.

Hamburger Msch- u. Delikatessen- Handlung

A. Hoch. ITachf.

empfiehlt heute und Freitag früh ein­treffend : Lebendfrische Schellfische ir. Maifische, frischen Wesersalmen, See­zungen. Hechte, leb. Karpfen, frische Backfische, Suppen- u. Tafelkrebse, itat. Iunggestügel.3941

Fussbodenanstrich.

Oelfarben, fertig zum Anstrich, rasch und bart trocknend,

Lcinölficcativ, zum Einölen,

Futzbodenlack Oelfarbe, nach

wenigen Stunden mit schönem Glanz trocknend,

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Wichse für Parquet- und gewöhn­liche Fußböden, 1832

empfiehlt in besten Qualitäten

Emil Fischbach.

3896] Erbsen-Reiser sind zu haben Mühlgaffe 7.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die Jagdpächter des DistriktsSchiffenberg und Herrenwald" haben uns mitgetheilt, daß sie in genanntem Jagdbezirk zur Verhütung der Ueber- handnahme des Raubzeugs Fangeisen und Fangbrocken auszulegen beabsichtigen.

Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß mit dem Bemerken, ! daß es sich für Waldbesucher empfehlen dürfte, etwa mitgenommene Hunde, \ um diese vor Schaden zu bewahren, innerhalb des Waldes stets an der Leine I zu führen.

Gießen, den 17. Mai 1887.

Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg.

Heyer. |

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|trinken will, KW Neuen Baue 5 der gehe in den bei 3546

Kühlen «rund AM z. Albold.

3546

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oder Schutzhüte empfehle in großer Auswahl und neuesten Formen. 3942 PhiEEIinger.

Stenographie - Unterricht,

Der unterzeichnete Verein läßt in diesem Sommersemester durch seinen II. Vorstand

öffentlichen Unterricht in Gabelsbergerscher Stenographie in 2 Kursen, für Anfänger und Vorgeschrittene ertheilen. Der Anfänger- Kursus findet zweimal wöchentlich, Montag und Donnerstag, Abends 89 Uhr, der Fortbildungskursus Donnerstag, Abends 910 Uhr im Vereinslokal (Caf6 Ebel, oberes Zimmer) statt.

Beginn; Montag, 23. Mai Abends 8 Uhr bezw. Donnerstag 26. Mai Abends 9 Uhr. Anmeldungen werden in der Ferber'scheu Universitäts- Buchhandlung sowie auch am Eröffnungsabend im Vereinslokal entgegen­genommen. Das Honorar beträgt für Nichtmitglieder im ersten Kursus 5 Mk., im Zweiten 3 Mk. pränumerando. Für Mitglieder unseres Vereins, denen außerdem die Bibliothek und der stenographische Lesezirkel zur Verfügung steht, ist der Unterricht unentgeltlich und sind Anmeldungen zur Aufnahme schriftlich an den unterzeichneten L Vorstand (Wolsstr. 8) zu richten.

Der (Babels bet^rr Sleiwgraphen-Verein ju Gießen.

Albach, Reallehrer Wagner

3926__I. Vorstand. _________________Schriftführer._________

O.L....:... öl' I - in solidester Ausführung, ohne Apprvt, Handarbeit uCllWßlZßr utlCKßrßlßn vollständig ersetzend, habe ich von einem der UUIIIIUILGI UlluKul GIG» l-istungss°higst-n Fabrikanten in Commission, und verkaufe dieselben in Stücken von 4,20 Meter zu Fabrikpreisen.

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