Deutschland.
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Unruhen nicht in Zusammenhang gebracht werde mit dem Verhallen der Regierung in Irland.
o*nmwktidtt für die Zukunft eröffnen, den Rath seines bewährten ersten
M-' c Ääss'te * ft““-» ÖXl l W-Z«! &« Wilhelm, mit dem Lzaren bei- wobnt'und hierdurch erhält dieselbe äußerlich allerdings einen gröberen Anstrich, als wenn ihr der leitende Staatsmann des Reiches sern geblieben wäre. Ob
""“SSM Ä* .»bl; «<X‘SJ feine russischen Werthpapiere mehr zu beleihen, ist eine weitere Ver fügung an bte preußiichenMtnisterien gesolgt wonach die untergeordneten B.
m her Nerwaltuna bei ihnen deponirter Vermögen und Gelder, Ent aeaennabme^von Lautionen ms. w. nur deutsche Werth- zuloffen dürsen. Wie üideffen die „Nat.'Ztg." versichert, haben die beiden hier in Frage kommenden
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bet vreaßische Bolk.wirlhschast.rath -inberusen werden sollte, um sein Gutacht n über di- Grunozüge der Arbeiter., Mer», und JnvaltdemVer. Lx-rnnn ahiuotbeit bestätigt sich nicht. Dieselben füllen vielmehr nur noch dem vttubiiLen Staat-Ministerium zugehen und von deffen Beschlüssen hängt er ab, ob die ^nvalidität.'Vorlage wirklich noch dem Volktwirthschastrrathe vor ihrer weiteren Behandlung unterbreitet werden wird. Ein Termin für den Zusammentritt der genannten Körperschaft ist überhaupt noch nicht b-kannt , ,, .
In Chicago sind am Sonntag bte gehenkten Anarchisten beenügt wordem Man hatte hierbei Kundgebungen ihrer Gesinnungrgenoffen besürchtet, aber -« ist nicht» dergleichen passtrt, denn die Stadt blieb ruhig und sand keinerlei Störung der Ordnung statt._____________________
Telegraphische Depeschen.
W*lN'» Ultet. Ctrttfpondtn,. ®t»fe*».
Berlin/ 15. November. Se. Majestät der Kaiser, der sich gestern Nbend um 9 Ubr zur Ruhe begab, hat recht gut geschlafen. ,
. Heute Nachmittag findet eine Bundesrathsfitzung statt, worin vorwiegend Svecialetattz und Eingaben über Zollsachen zur Beratung kommen.
Berlin, 15. November. Seine Majestät der Kaiser stand um 11 Uhr auf und nahm später die Vorträge Perponcher's und Albedyll'S entgegen.
9 Se. Kgl. Hoheit der Prinz Wilhelm wird dem Kaiser von Rußland bis zur Grenze nach Wittenberge entgegenfahren. : . , . .. .
_ Sc. K. u. K. Hoheit der Kronprinz wird nach fbis letzt getroffener Disposition vorläufia in San Remo verbleiben.
P ' ^ ürst Bismarck ist in Begleitung seiner Gemahlin und detz Grafen Rantzau
heute Abend 9 Uhr hier eingetroffen. Prinz Wilhelm erwartete den Reichskanzler in dessen Palais ^0Dcmbcr. In dem dem BundeSrathe wieder zugegangenen Gesetzentwurf, bctr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkett
lungen ist den Beschlüssen der früheren Reichstags-Commission überall thunlichst Rechnung getragen worden. Die Hauptabwcichung betrifft das Verbot der Veröffentlichung der Preßberichte, indem daffelbe nur für diejenigen Falle^ausgefprpchm wird, wo das Gericht die Oeffentlichkett aus Gründen der Staatssicherheit ausschlteßt.
— Die verhafteten Mitglieder des hiesigen soctaltstlschen Centralcomits s haben die geforderte Caution von je 1000 JL erlegt und sind darauf aus der Haft entlassen öOr5cnmn*ett, 15. November. In der heutigen Festsitzung der Akademie der Wissenschaften wurden zu auswärtigen Mitgliedern ernannt: Gehermräthe Pros. A- Aibbeck, Dr. D. Boctbltngk, Professor Dr. Lechler-Letpztg, Dr. Fritzner-Christiania, Geheimrath v. Kokscharow-PeterSburg und die Geschichtsprofessoren de Lerh-Padua, Baumgarten- Straßburg. Zu correspondtrenden Mitgliedern wurden ernannt die Professoren Harrp- BreSiau (Berlin), Dr. Simson-Freiburg, Dr. West (England).
Köln, 15. November. Die englische Post von gestern früh ist ausgeblreben, weil In Folge verspäteter Landung des Schiffes in Belgien eine Zugverspätung statt- gesundens November. Der Fürstbischof Dr. Kopp ist heule früh aus Breslau angekommen und im erzbtschöfiichen Palast abgcstiegen. .
Petersburg, 15. November. Die Handelsschiffe verlaffen Petersburg, da Frost eingetreten xft. :
Dr. M. Schmidt über die Krankheit de» Kronprinzen.
Herr Dr. Moritz Schmidt hatte die Freundlichkeit, heute Bormittas nach seiner Rückkehr von Berlin mehreren Vertretern der Frankfurter Presse Mittheilungen über seine Miffion und deren Ergebnisse zu machen. Wir lassen dieselben hier nach steno- graphitch^^^eichnung^gen.^ verpflichtet, über das Leiden deS Kronprinzen, nichts an die Oeffentlichkett zu bringen. In Berlin entschied man sich dann für ruc^ haltlose Offenheit; man hielt cS für nützlich, dle Sache richtig und offen zu sagen. Ich bitte die Vertreter der Presse, in ihren Zeitungen dahin zu wirken, daß das über Opcriren oder Ntchioperiren aushörl. Prinz Wilhelm, dem ich mich auf der Reise nach San Remo am Montag Abend hier anschlvß, machte mir unterwegs Mtttheimng von Allem, was vorher geschehen war. Dienstag Abend 61/» Uhr kamen wir m San Remo an, Prinz Wilhelm rief die Aerzle zu einer Besprechung zusammen und wir conferirten dort den Abend über. Den anderen Morgen um 10 Uhr sah ich den Kronprinzen zuerst. Der Kehlkopf war durch ein Oedem so geschwollen, daß man die innere kranke Stelle nicht oder kaum sehen konnte. Der Patient klagte nicht über Schmerzen und sah lehr wohl aus. Ich hatte ihn zwei Jahre nicht gesehen und fand ihn absolut unverändert; bei der Consultatton war er unendlich liebenswürdig und leutselig. Es wurde Eis angewandt, am anderen Tage war darauf, wie vorauszusehen»bte Abschwellung des Oedems eingetreten und man konnte den Kehlkopf fast ganz uderschen. Dabei stellte sich die traurige Gewißheit heraus, daß die Neubildung unter dem linken Stimmbande saß und sogar in kleinen Anfängen sich auch aus der rechten Seite zeigte. Wir zogen uns darauf in's Nebenzimmer zurück, um noch einmal lüe Uebereinstimmung der Aerzte zu constatiren, und dann wurde, wie schon bekannt, durch Professor Schrötter dem Kronprinzen der Sachverhalt in schonender Weise mitgetheilt, daß nämlich die augenblickliche Kehlkopfhaut-Entzündung veranlaßt sei durch eine Neubildung. Der Kronp.inz, der merkwürdig gefaßt war, entließ uns bann, und auch die Kronprinzessin verabschiedete uns mit Thränen in den Augen, dock in überaus freundlicher Weise. D-r Kronprinz schickt- uns nachher ben schriftlichen B-lch-id. daß er di-Vornahme der Operation nicht wünscht. Dies ist sein eigener Entschluß, der Kaiser hat, wie mir dessen Leibarzt mitthetlic, keine Einwirkung darauf gehabt. Es wurde dann ein Telegramm an das Slaatsmtniftertum ausgesetzt, unterzeichnet von sammtlichen Aerzten; der Inhalt desselben ist im Wesentlichen im „R-tchsonzciger" veröffentlicht worden., Prinz Wilhelm drückte mir den Wunsch aus, daß ich persönlich nach Berlin gehen möge, um dem Kaiser Bericht zu erstatten. Nach meiner Abreise kam noch ein Telegramm des Kaisers an, des Inhalts, daß er mich zu sprechen wünsche. Ich war in anderer Stellung zum Kronprinzen berufen als die Herren Schrötter und Krause. Diese waren am Sonntag schon von Mackenzie citirt worden, während ich im Auftrage des Kaisers binaing. Sonntag Nachmittag 2 Uhr wurde ich vom Kaiser in Audienz empfangen, gemeinsam mit Geh. Rath Bergmann und dem Leibarzt Generalarzt Leuthold. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Der Kaiser war ganz unterrichtet davon, daß die Krankheit Krebs sei, und ließ sich von uns nochmals Vortrag halten. Der Kaiser war tief ergriffen. Vorher war ich auch von der Prinzessin Wilhelm empfangen worden. Nachher fand eine Sitzung im Staatsministerium des königlichen Hauses statt unter Beiziehung der Aerzte, welche den Kronprinzen früher behandelt haben, Dr. Ge'. Hardt, Bergmann, Todold, Wegener und Dr. Landgraf, welcher letztere ben Kronprinzen nach England begleitet hatte. Dort mußte ich Bericht erstatten, welcher zu Protokoll genommen und in die Akten des königlichen Hauses niedergelegt wurde. Auch die Aerzte, welche früher die Behandlung geführt hatten, wurden um ihre Ansicht gefragt unb erklärten ihre Uebereinsttrnmung. c w 3ie _£
lieber das, was jetzt geschehen wirb, gab Dr. Schmibt folgende Auskunft. Der Kronprinz bleibt in San Remo, weil die Hauptsache ist, sein Allgemeinbefinden so lange wie möglich so gut zu erhalten, wie es jetzt ist. Darum soll er in der prächtigen Luft von San Remo bleiben, wo er außerordentlich gut untergebracht ist. Von einer halbseitigen Exttrpation kann gar keine Rede sein; wenn man opertrt, so müßte man den ganzen Kehlkopf herausnehmen, eine Operation, die an und für sich recht gefadruch ist indem ein Viertel der Patienten bireet an ben Folgen der Operation sterben; dieselbe schützt aber auch nicht gegen Rezidive. Die Stimme würde auch nach der Operation durch einen künstlichen Kehlkopf ziemlich leidlich zu machen sein, aber das Tragen des Apparats ist unangenehm. Wenn die Athemnoth zunehmen sollte, so wird man genöthigt sein, b-n Luftröhrenschnitt zu machen. Wann diese Nothwendigkeit etntritt, das ist nicht zu bestimmen, cs kann sein, daß sie in wenigen Tagen eintritt vielleicht auch erst in fünf bis sechs Monaten. Wenn die Verschlintmerung eine so allmälige ist, daß man die Nothwendigkeit der Operation vorhersehen kann, so wild auf Wunsch der kronprinzlichen Herrschaften Prof. v. Bergmann dre Operation ausführen. Ein Assistent des Genannten, Herr Dr. Bramann, geht, nachdem gestern die Genehmigung hierfür von San Remo eingetroffen ist, dorthin, um im Falle einer plötzlich eintretenben Nothwenbigkeit bie Operation zu machen. Schwellungen, wie sie in Toblach zuerst da waren und vorige Woche sich wiederholten, können wieder auf-
Lovdon, 15. November. Gladstone erwiderte auf eine Resolution der radikalen Clubs zu Bermondsey, welche sich gegen das Vorgehen der Polizei am Sonntag auf dem Trafalgar Square aussprach, er erkenne nicht die Wichtigkeit der Frage bezüglich der Gesetzlichkeit des Verbots von Versammlungen auf dem ^Älchen Gesches' genau"klaMlegt wsr^müsiStaber ^fti^dis Pfli<A°aller | trekn“unb einen ,-hr"rllfchen"°pe7ati°enUngrtfs- innerhalb weniger Sinnden - BürL stch jedes Widerstandes gegen die Anordnungen der Exeeuttngewalt zu MderUch^ machen. ^Darum &ÄÄ
enthalten, bi» die richterliche Gewalt sich über die Frage der Gesetzmäßigkeit I sind Falle bekannt, die viel- Jahr- gedauert haben, manche ende»
ausaesvrochen habe. Gladstone rühmt dar Borgehen der Londoner Polizei und I schneller, das entzieht sich der Berechnung. Doch kann man sagen, d-ß eine akute spricht hi« Erwartung au», daß die Frage wegen der in London vorgekommenen » Gefahr momentan nicht vorliegt und das Allgemeinbefinden des Patienten bisher et»
Damia, 15. November. Der W-stpreußischen Synode ist aus ihre an e- m,»i den Kaiser gerichtete Adreffe solgevde Antwort zug-gangen. „Der Zro^Msmode von W-stpreußen danke JÄ verbindlich für den Ausdruck der Treue und Ergebenheit, mit welchem dieselbe aus Anlaß ihre» erfi-r> Z»sam- „t,Etens Mich begrüßt hat. Ich bin Mir bewußt, daß bte Synode unter Rpfnnhprt sckwieriaen Verhältnissen zu wirken bestimmt ist, Ich vertraue aber ih^er ernsten und warmen Hingebung an ihren B-rus, daß ft-di-ihrzugewie- lenen Qiele mit Gottes Hilfe zum Segen der Kirche erfolgreich erstreben wird. Die f-ommen Wünsche, welche die Synode für Meinen fchwererkranklen Herrn Sobn des Kronprinzen Kaiserl. und Königl. Hobest ausgesprochen hat, haben gn.j- tiefbetrübtes ßen wohlthuend berührt. Möchte diese» für Mem 6au», nie für Unser Vaterland schwere Verhängntß durch Gotte» Allmacht und Gnade bald von Uns genommen werden!
Berlin, 14. November 1887. Sßllijetm.
Hesterreich.
Wie», 15. November. Professor Schrötter wurde heute Mittag vom »ais-r empfangen. In mehr al» viertelstündiger Audienz ließ fich der Kaiser einen eingehenden Bericht über den Verlauf bet Krankheit de» deutschen Kron, prinz-n und über die Ergebnisse bet Untersuchung erstatten und zeigte eine leb. hafte Th-ilnahme für ben hohen Patienten. Sofort nach Schrötter wurde Graf Kalnoky vom Kaifer empfangen. U5r' ä
Irankreich.
15. November. „Paix", dar Organ Grövy^, lagt gegen- «bet dn Ansicht einiger Blätter, daß Grövy zurücktteten sollte: „§etr Gr^vy Nuß bleiben. Wir können behaupten, ohne besürchten zu müssen, durch die ®r< »ianiffe dementiit zu werden, daß er bleiben wird."
— Dem Vernehmen nach wird heute von der Kammer die Genehmigung tot gerichtlichen Verfolgung Wilfon'» nachgesucht werben. Bezüglich der An- schuldigungen Laurent'» verlautet, Laurent wolle Nachweisen, daß Wils°" tm «uvernehmen mit d'Andlau einem großen Grundbesitzer gegen 80,000 Ftc». tiaen Pari»^15^November. Die Enquete-Lommisfion vernahm heute bie Barons Reymond Setlliere. Dieselbe erklärte, von ihrem Manne gehört zu haben, baß er Wilson ungesähr 2 Mill. Frc«. gezahlt habe, um Ltesernngen zu erhalten, daß er aber niemole etwa« N-nnen»werthe» dieser Art bekommen. Eie brachte noch andere belastende Momente vor, jedoch nur nach den Aeuße- runaen ihre» Manne». — Den Blättern zufolge beschloß der Untersuchung», richter, da» Verfahren auch aus den Polizeipräs-kten Gragnva und den Sourch-s der Sicherheitspolizei Goron auszudehnen, da diese sür d,e Unterschiebung der Wtlson'schen Briese verantwortlich zu machen seien. — Die Enquet-.Commission vernahm weiter den Banquier Seilliere-Demachy, welcher erklärte, er habe nie- mal» gehört, daß Baron Setlliere in irgendwelchen geschästlichen Be,»Hungen zu Wilson gestanden habe. Der „Kempe" will wissen, Wilson würde nur al» Mit. schuldiger gerichtlich verfolgt werden, während Gragnon und Goron al« Haupt- schuldige wegen Unterschiebung der Briese zur Verantwortung gezogen würden.
— Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, würde der Antrag aus Ermächtigung zur gerichtlichen Versolgung Wilson'» erst am Donnerstag in der Kammer eingebracht werden.
Httgkavd.


