160,000 Bände, welche alle Zweige de» Wlffens uud selbst der schönen Literatur umfassen. Die Neuordnung der Büchersammlung hat volle ’5 Jahre eines eigens hierzu verwendeten, rastlos thätigen und um die Sache gewiß höchst verdienten Bibliothekars, des Herrn Kaplan Stillbauer, in Anspruch genommen und ist noch nicht vollständig beendet. Während noch vor anderthalb Jahrzehnten die Gesammtbibliothek des bischöflichen Seminars stch auf einen einzigen großen Saal beschränkte, umfaßt dieser mit einem schönen Deckengemälde gezierte Saal heute nur die Prosangeschtchte. Die übrige Bibliothek ist in zwei übereinander laufenden und miteinander verbundenen, die ganze Ostseite des Kreuzganges umfassenden gewaltigen Räumen mit Dutzenden von durch zahllose bis z-rr Decke reichenden Repositorien gebildeten, ineinandergehenden Einzelgelassen untergebracht. [(gi. Journ.)
Bulgarien.
Tirnowa, 14. August. Vormittags fand in der Kathedrale ein Tedeum und danach die Eidesleistung des Prinzen auf die Verfassung statt. Der Prinz begab sich mit den Regenten und Ministern und einem zahlreichen Gefolge, unterwegs von enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung begrüßt, nach der Kirche und nahm aus dem Fürstenstuhl Platz. Der Kleru» hatte in der Nähe des Prinzen vor einer Tafel, worauf die heiligen Bücher lagen, Ausstellung genommen. Nach dem Tedeum fuhr der Prinz, gefolgt von der Leibgarde aus Sofia, nach der Sobranje. Beim Eintritt wurde derselbe von stürmischen Hurrahs begrüßt. Er nahm auf der Estrade Platz, zu seiner Rechten standen Stambulow und Stoilow, links die Osficiere und anderen Regierungsmitglieder. Das Gefolge des Prinzen bildete Spalier. Der Exarch, mit dem Kreuze in der Hand, richtete eine Ansprache an den Prinzen, worin er denselben beglückwünschte, daß er den Wünschen der Sobranje gefolgt sei. Darauf sprach ein Pope mehrere Gebete und verlas die aus die Eidesleistung bezüglichen Bestimmungen der Verfassung. Der Prinz hatte inzwischen den Handschuh von der rechten Hand gezogen und ein Schriftstück in die Linke genommen, wovon er die Antworten aus die Fragen des Exarchen bulgarisch vorlas. Hierauf küßte der Prinz das vom Popen dargereichte Kreuz, trat an den Tisch, wo sich die Textesworte des Eides auf die Verfassung befanden und unterzeichnete dieselben, woraus Stambulow gegenzeichnete. Nachdem der Prinz auf dem Sessel wieder Platz genommen, verlas Stoilow eine an die Versammlung gerichtete Proklamation, welche die Versammlung mit begeisterten Zurufen aufnahm. Der Prinz erhob stch und ries: „Es lebe die bulgarische Nation!" Hieraus verließ der Prinz die Versammlung unter unausgesetzten Hurrahrufen der Deputirten. Abends sand ein großes Festbanket statt.
Dem Vernehmen nach wird morgen das neue Cabinet gebildet und übermorgen soll der Prinz nach Philippopel abreisen.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz - Bureau.
. m Babelsberg, 15. August. Se. Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag den Grasen Perponcher und den Geh. Oberregierungsrath Anders zum Vortrag, ßum Dmer sind die in Berlin weilenden activen Generale, sowie die Kommandeure der Potsdamer Regimenter geladen. Gestern machte Se. Majestät eine Spazierfahrt durch den Park, nahm später einen Vortrag des Grafen Berchem entgegen und erschien sodann beim Familiendiner.
Homburg v. d. Höhe, 15. August. Ihre Majestät die Kaiserin ist heute Morgen 9V2 Uhr mittelst L-onderzuges bei bestem Wohlsein von hier abgereist.
. T Der Prinz von Wales traf gestern Abend 7 Uhr zur Kur hier ein. Später machte derselbe Ihrer Maiestät der Kaiserin einen Besuch.
, August. Ihre Majestät die Kaiserin ist heute Nachmittag kurz
nach 2i/a Uhr hier etngetrossen und hat sich alsbald mit dem Großherzog, der bis nach Bebra entgegengefahren war, nach Schloß Wilhelmsthal begeben. Ihre Majestät wurde von dem Publikum, das sich am Bahnhose und in den Straßen in großer Menge angesammelt hatte, mit brausenden Hochrufen begrüßt.
.f. t .Leipzig, ^-August. Die Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure rst heute un Krystallpalaste durch den Vorsitzenden Commerzienrath Wolf aus Magde- ^6,erostnet worden. Die zahlreich besuchte Versammlung wurde Namens der sachinchen Staatsregrerung durch den Geheimrath Gumbrecht, Namens der Stadt durch den Bürgermeister Trondlin, Namens des Ministeriums des Innern durch den Re- gurungsrath M^z, Namens des sächsischen Ingenieur- und Archttectenvercins durch den Ingenieur Bach begrüßt. Der Vorsitzende dankte für die freundliche Bewillkommnung und knüpfte daran einen übersichtlichen Rückblick auf das letzte Vereinsjahr, ??rder Vortrag des Geschäftsberichts durch den Generalsecretär Peters Ichtotz. Nachdem die Versammlung das Andenken an den verstorbenen Geh. Com- merzienrath Krupp durch Erheben von den Sitzen geehrt hatte, begannen die Vorträge.
i cft&ff' 1?' August. Professor Adolf Pantsch, Prorector der hiesigen Universität LNim ftieta'^°rdp°l-Exp-dition in 1869, ertrank gestern bei einer Segel- . -London, 15. August. Bei der Parlaments-Nachwahl in Northwich (Cheshire) siegte der Gladttonianer Brunner mit 5112 Stimmen. Der liberale Unionist Lord PaUamentssttz? nUt 3983 Die Unionisten verlieren sonach einen
<T uuf der Insel Wight ist am Samstag unter dem Verdachte
gegen die Residenz der Königin in Osborne ein Attentat beabsichtigt zu haben eine Aranzöstn verhaftet worden, welche Stoffe besaß, die man für Sprengstoffe hält Die Nam-n? nad' ®n° b BCfommcn und will eine Pariser Putzmacherin
™rf*Tn«On6<>Tk"151 August. Die in Cowes verhaftete Französin wurde heute bei e len ?duren vor dem Polizeigerichte verhört, die Angelegenheit sodann aus sna(lC r.veJtü0t* Inzwischen sollen die vorgefundenen Stoffe untersucht werden
CtC nann?M Mathilde Drouin, Gouoernannte, und bezog sich auf Per- ®n ®e6eim$Otiiift wurde dorthin abUond?, Ä August. Die Auflösung der beiden Kammern ist auf den 17 Auaust inr9prftpn Neuwahlen zur zweiten Kammer finden am 1. September und dteieniaen am S-m-mb-r 8-@eptcmbct ftatL Die Eröffnung der neuen Kammern erfolgt
erinnerte an das Auftreten Breydel's und Coninc's. welche, mächtig durch Mutb^ und Vertrauen, den Herzen der Mitbürger h-idenmüihigen Geist einflü^eu, welcher sie ,eU>er der surchtbarftcn der seiiidlichen Anstürme trotzen, den Sieg errinaen und dadurch die Unabhaugtgkei uud Freiheit Flanderns reiten ließ. Bringen wir" sagte der König, den bürgerlichen kriegerischen Tugenden dieser tapferen Boriabren unsere Huldigung dar. Indem die Flamländer die Thaten derselben v-rh-rrltch-n bezeugen sie laut, daß dieselben Ge uhle sie beleben, daß sie zu denselben Ä
Mig s-in werden. D-n hestigen, aber sruchtbar-7^Mrm-n ds-^o°n s7^ wahrenden Kriegen heimgcsuchten Zeit sind Freiheit, Unabhängigkeit und ein tünhln- zähriger Friede gefolgt. Niemals hat Belgien eine Lag- gekannt, welche mit derien aen tu vergleichen ist deren sich das Land heute erfreut, aber ein langer Frieden bat auch Gefahren. Das Leben der Nation ist Kampf, di-Gefahren, wclch- sie eh-mals be-
drohten, sind nicht alle verschwunden, die politischen Schwankungen der modernen qn»r* sind bedrohlicher in ihren Folgen, Kriege zermalmender; Diejenigen, welche ihnen überraschen lassen, sind verloren. Erinnern wir uns, daß der TlanbrifA, o- nicht schlafen darf. Alle Freiheit entsteht und vergeht mit der UnabhängigkeitKLr!a’e wir daher unsere Herzen zur Höhe dieser großen, von unseren Vorfahren uns'a^.» Beispiele und verpflichten uns Alle feierlich, vor keinem Opfer zurückzuschrecken n» m12 Rechte des Vaterlandes zu erhalten und ihm das Schicksal zu sichern, roelcheatL- ruhmreichen Vergangenheit würdig ist." ’0ner
Zürich, 15. August. Der Fabrikant Sulzer von hier, ein geübter Bergstein strauchelle am Sanetsch - Paß und stürzte in einen Abgrund, wobei er den Tod fonk Der Unfall ereignete sich vor den Augen seines Begleiters, des Professors Ritt^ IT hiesigen Polytechnikum. cr Dont
Sofia, 15. August. Natschowitsch, der Minister des Auswärtigen, ist M,r nn gekommen. M ans
— Die Regenten und Minister gaben nunmehr ihre Entlassung. Die der hiesigen Garnison legten den Eid für den Prinzen in die Hände des Metroooli?^ ab. Die Staatsbeamten wurden in der Kathedrale vereidigt. v uen
Konstantinopel, 15. August. Gestern Abend brannten in Skutari 1200 m-i» hölzerne Häuser nieder, auch die griechische und armenische Kirche wurden ein »Z.? der Flammen. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. aut?
Konstantinopel, 15. August. Die Pforte richtete dem Vernehmen nack rin Rundschreiben an die Mächte, in welchem sie ausführt, daß sie sich nach der feiedithm Erklärung des Koburgers, nicht eher nach Bulgarien zu gehen, bis das Einoerstandnib der Pforte und der Mächte erfolgt sei, zwar jeglicher officiellen Beziehungen »um Prinzen enthalte, jedoch zu erfahren wünsche, welches die Ansichten der Mächte bin- sichtlich der Haltung des Prinzen seien, welche Instructionen dieselben ihren Agenten in Sofia erteilen würden, und welche Anschauungen sie bezüglich der Mittel zur Lölun» der Frage hegten. 1 H
Lokales.
Gießen, 16. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzuna am ' Donnerstag den 18. August 1887, Nachmittags 4 Uhr. 0 ™
1. Entwurf eines Ortsbaustatuts zur allgemeinen Bauordnung.
2. Gesuch des Josef Haggenmüller um Erlaubniß zum Betrieb einer Zapfwirthschaft.
3. Die Feier des 2. September im Jahre 1887.
4. Umbau der alten Militärschießstände.
5. Gesuch des Konr. Atz buch wegen Sandförderung im Stadtwalde.
6. Erbauung eines Schlachthauses, hier Anschaffung einer Pumpe.
7. Die Quellwasserleitung, hier Ableitung des Wassers aus dem Brunnen am verlängerten Asterweg.
8. Baugesuch des Kaufmanns Johannes Hainbach.
9. Reparatur des städtischen Pflasters, hier Beschwerde des Friedricb Müller IV. um Herftellungsarbeiten in der Löwengasse.
10. Umpflasterung des Brandplatzes.
11- Gesuch des Bauunternehmers Heinr. Adami um Wasserabführung.
12. Gesuch des Gießener Eisvereins um Erlaubniß zum Einsehen einer eisernen Schleuse.
13. Den Fluthgraben in den Eichgärten. :-
14. Gesuch des Dr. Jett um Abhaltung des Regenwassers aus seinerHofraithe j an der Grunbergerstraße.
15. Die Straßenbeleuchtung, hier Gesuch um Aufstellung einer weiteren Laterne , in der Loberftraße.
16. Gesuch des Architecten I. Stein um Erlaubniß zur Wasserableituna nach der Bahnhofstraße.
17. Anschaffungen für die höhere Mädchenschule. ।
18. Die periodische Untersuchung der Blitzableiter.
E. Gießen, 16. August. Der in diesem Sommer von dem Gabelsberger Stenograph en-verein zu Gießen abgehaltene Unterrichtscursus in der Gabels- berger schen Stenographie wurde gestern Abend mit gutem Erfolg beendigt. Wie eifrige Junger der Kunst Gabelsbergers die Theilnehmer geworden sind, beweist der Umstand, daß sie sammtlich dem Verein als ordentliche Milglieder beitreten.
. , 10- August. Wie wir bereits erwähnten, trifft der Circus Hagen
de ck mittelst Extrazug bestimmt Donnerstag den 18. früh hier ein, wo sofort die Aus- cr'0[ö* und der ganze Train nach Oswald's Garten transportirt und die
Aufstellung des Circus, sowie des Singhalesen-Zeltes binnen 51/» Stunden vollendet fein wird, so daß Abends die Eröffnungsvorstellung zur bestimmten Zeit stattstndm c?nn’ tj ourfte für viele unserer Leser von Interesse fein, zu hören, daß der Henn Hagenbeck von der Staatsbahn-Verwaltung überlassene Extrazug ganz für die Dauer
/ 2 Slonaten zu feiner Verfügung steht, wofür er die Pauschalsumme von 80,000 bezahlt. Zu berichten wäre noch, daß in unserem Localbericht in Nr. 183 |
Die Zahl der Pferde auf nur 5 angegeben ist, während dessen es 50 sind.
Verwischte-.
ci r. Ma. i" z, 15. August. Unseren gestrigen Mittheilungen über die Gutenbergs-- feier haben wir noch einige Worte über die am Abend an dem Gutenbergsmonumente
t; £?a\on nachzutragen, die sich ohne besonderes Zuthun zu einer großartiger» - Kundgebung für den Erfinder der Buchdruckerkunst gestaltete. Bei Eintritt der Dunkel- 1 ™Cr°,pore Buchdrucker und Verleger nebst ihren Gehülfen im J r !un®-m nc^ ^^"fl^orps nach dem auf das Festlichste geschmückten und reich be- ' leuchteten ^Nbnument, wo sich bereits Tausende von Menschen eingefunden hatten. Hier |t wurde zunächst ein Choral gespielt und hierauf von Reallehrer Dr. Keller die Festrede k gehalten, letztere^ behandelte eingehend die Bedeutung der Buchdruckerkunst und specielll Die Verdienste, die sich Gutenberg durch deren Erfindung erworben. Dieser miti U brausendem Bestall aufgenommenen Rede folgte ein Liedervortrag durch Mitglieder de» -■ Typographia, dem sich noch zwei Musikoorlräge anreihten. 9kach Beendigung den Ovation an dem Monument begaben sich 200-300 Festgenossen nach dem „Casinc: -um Gutenberg", wo man sich der geselligen Freude hingab. '
I5* August. Die staatliche Reblaus-Commission hat verflossen« Woche auch die hiesigen Weinberge untersucht. Das Resultat war, daß unsere Gemeind« von dem gefährlichen Feind vollständig verschont ist.
aJ* 14. August. Jüngster Tage sind wieder verschiedentlich Mist- theilungen durch die Presse gegangen, die sich mit dem Ankauf der hessischen Ludwigs« D bahn durch den preußstchen Staat befaßten. Diese sammtlich einer Quelle ent- ; stammenden Mittheilungen sind insoweit richtig, daß die Verwaltung der hessischem Ludwigsbahn vor einigen Wochen in einem von Minister Maybach unterzeichnetem Schreiben erinnert wurde, daß mit dem 3. Januar 1888 die preußisches Gebiet be-- ; rührende Strecke der Mainz-Frankfurter Linie — von Frankfurt bis Kelsterbach 7- 1,» concessronsgemaß in staatlichen Besitz überzugehen habe und dementsprechend die fun tiefen Sau ftrpulirten Vorbedingungen nunmehr in's Auge zu fassen seien. Von . einflußreicher Seite aus dem Verwaltungsrathe der Ludwigsbahn wird uns mitgetheiltt daß das Schreiben des Herrn v. Maybach weder überrascht noch im Geringsten bin Situation geändert habe und zwar sei der Zuschrift bei preußischen Regierung M wenig eine besondere Bedeutung beigelegt worden, daß bis jetzt eine Antwort darau.' t noch nicht einmal erfolgt sei und erst zur nächsten Verwaltungsrathssitzung, deren u Termin noch gar nicht fixirt ist, die Sache auf die Tagesordnung kommen soll. Im V mitten des Verwaltungsraths faßt man nach Lage der Verhältnisse die Angelegenye« , im ©ntfernteiten dahin auf, als ob Preußen die Gelegenheit zu einer Pressiov jum Ankauf der Ludwigsbahn benutzen wolle, und nur ganz vereinzelt ist in Bahr» v freifen die Ansicht aufgetaucht, daß hinter der etmaß frühzeitigen Miltheilun k 2 Preußens vielleicht die Absicht verborgen sein könne, wieder Erwerdsoerhandlungev g anzubahnen. ,1
Passau, 9. August. Ein gräßliches Brandunglück hat sich der „Pass. Ztg.' 1 zufolge in vergangener Nacht im benachbarten Auerbach ereignet. Zweifelsohne oov p ruchloser Hand war in dem Stadel des Gastwirths Stadler Feuer gelegt worden, dm; $ sich rasch über diesen, den Stall sowie das Wohnhaus verbreitete und alle 3 Gebauo^ in Asche legte. In dem Stadel hatte eine größere Anzahl von Eisenbahnardeiter» 11 9lachtquartier genommen; da aber die Flammen, welche in den eben emgebeiniiiem


