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-,.3" §^"?reich hat die Eröffnung der neuen Parlaments-Session am Dienstag in beiden Häusern bemerkenswerthe Kundgebungen gebracht. Im Se­nate bezeichnete Präsident Carnot den Wohlstand Frankreichs als von zwei Be­dingungen abhängig, von der Festigkeit im Innern und dem Frieden nach Außen. Ein Krieg würde nur den allgemeinen Mißstand vergrößern, Frankreich wifle und wünsche den Frieden, zumal c» ein verständiges Land sei und sich nicht dmrch die Furcht vor dem Auslände beeinflussen lasse. (?) Etwas prahlerW 2 ft"8' 5cQn,rel1! *m andern Falle beweisen würde daß

es die letzten 15 Jahre nicht unbenutzt habe vorüberstreichen lassen und würde im vergangenen Jahrhundert Legionen zu seiner Vertheidigung zu schaffen S der Kammer betonte der Alterspräsident Blanc mehr die Nothwen- taSmE "W b-I.,»,,- WM

een der opposi wnellen Presse zu sprechen, Deutschland Bulgarien wegen in einen Krieg mit Rußland zu verwickeln. Fast wörtlich äußerte der Fürst:Ich Bütte

Landerverrath vorwerfen n.üssen, hätte ich mich auch nur auf einen Augen- blick auf solche Dummheiten eingelassen." "

_ .rZ^gl'L der bulgarischen Frage meinte Fürst Bismarck hierbei, daß es .ulichland völlig gleichgültig sei, wer in Bulgarien regiere, die Freundschaft mit Rußland sei un« wichtiger, als mit Bulgarien. Nach einer kurzen, aber scharfen Kritik der gegen die Olientpolitik der deutschen Regierung gerichteten lournalistüchen und parlamentarischen Angriffe ging der Redner zu einer Be- sprechung der deutsch-,ranzös. Beziehungen über und ließ er hierbei durchblicken, daß d-e Revanchepolitiker die Erhaltung eines erträglichen Verhältnisses immer schwieriger gestalteten. Fürst Bismarck sprach sein Vertrauen zu den friedlichen Gesinnungen der französischen Regierung und eines Theiles der französischen Nation aus, hob aber die Unbeständigkeit in den inneren Verhältnissen Frank­reich« hervor, die für Deutschland eine stete Kriegsgefahr bilde und deshalb müßten wir immer gerüstet fein. Der Kanzler erinnerte daran, daß jenseits der Vogesen Niemand auf Elsaß-Lothringen verzichte und dem gegenüber könne die Reg'erung auf das Septennat nicht verzichten. Zum Schluffe erklärte Bis- marck, daß der Kaiser das Werk seines Lebens nicht aufgeben könne; von der Annahme der Vorlage fei die Wehrkraft Deutschlands abhängig und stellte der ^sichere Aussicht" 3Ib[^nun9 ber Vorlage die Auflösung des Reichstages

Aus diesen Darlegungen Bismarck'- erhellt vor Allem die Thatsache, vaß

Regierung unter allen Umständen entschlossen ist, am Septennat sestzuhalten und im Falle der Nichlbewilligung desselben den Reichstag aufzulösen. Hiermit vereinfacht sich die Sachlage ungemein, denn die Dauer der Friedens-Präsenz- stärke bildet den Kernpunkt der ganzen Frage, nachdem über die Geneigtheit der Oppositionsparteien, die volle Friedensstärke zu bewilligen, kaum mehr ein Zweyel obwalten kann. Die Reden der Parteiführer des Centrums und der Freisinnigen im Laufe der zweiten Lesung werden, als Antwort auf die Erklä- rungen de» Kanzlers, wohl erkennen haben lassen, ob der Regierung die Roth- wend gkelt einer Reichstags-Auflösung in der That nicht erspart bleiben kann Im Uebrigen vermied es der Kanzler, auf die militärisch iechnifchen Einzelheiten der Vorlage einzugehen und will er deren Vertretung in dieser Beziehung offen- bar auch ferner oem KriegSminister überlassen. Dafür hielt sich Fürst Bismarck umsomehr an den politischen Thetl der Vorlage und lassen seine Darlegungen I ttar erkennen, daß trotz unserer jetzt wieder hergestellten guten Beziehungen zu Rußland und unseres nach wie vor ungetrübten innigen Verhältnisses zu Oesterreich ein starkes, für jebe Eventualität gerüstetes Deutschland die beste I Friedensgewähr sei. Im weiteren Verlaufe der Sitzung griff Fürst Bismarck I nochmals wiederholt in die Debatte ein, theils um die Regierung zu rechtferti- I

° sie das Septennat von 1880 nicht vollständig abgewartet habe theils um feiner unverhohlenen Entrüstung über die Nörgeleien der Opposition selbst

hochwichtigen Frage Ausdruck zu verleihen. Mit letzteren Erklärungen I be» Kanzlers wurde die Dienstagrsitzung de« Reichstages beschlossen I

wichtigen Berathungen des Reichstages muß tU?flfAÜÄe» bie cbri0en Vorgänge auf innerpolitischem Ge- mete auf s Aeußerste beschränken und ist da nur das in Berlin am Dienstao I Vormittag erfolgte vlötzliche Ableben des ReichrtagS-Abgeordneten für Landshut- I 0«* Dirrchlet, zu verzeichnen. Dirichlet war ein eifriges Mitglied der I Fortschritts-, resp. der freisinnigen Partei und gehörte dem preußischen Abge- ordnetenhause seit 1877, dem Reichstage seit 1881 an. ' 9 I

Auf dem Felde der auswärtigen Politik ist zur allgemeinen Lage die erfreuliche Meldung zu verzeichnen, daß der von Petersburg nach Berlin abgereisie Graf Peter schuwaloff als der Ueberbrinaer von I mnn B9/b"r? welche die feit einiger Zeit hervortretende friedliche Strö- I XKCrbeiL bf?rfte' b der genannte Diplomat unmittelbar n Sr ^d^ise noch eine Audienz beim Czaren hatte. Diese Auffassung von I deckt sich demnach Mit dem L der

Beziehungen^^ 33180101:5 8 ent6aItenen Passus über die deutsch - russischen

^-Avedition nach dem Sudan gelte lediglich der Befreiung Emir Bey'« und er hoffe, diese Aufgabe binnen 3 Monaten zu lösen.

Rußland.

. . Petersburg, 13. Januar. DasJournal de St. Pöterrbourg" siebt be® Sofien Bismarck und Carnot'« friedliche Tendenzen, welche t rf rnL.h\ en Me0lern0e" bestätigt und bekräftigt werden. Dar Blatt c rl lobend bie correcten Aeußerungen Goblet's und Flourens' gegenüber der ifnnOb ^e5 ^bvulation, und ist glücklich, alle diese Frievenr-Sympkome bei Be­ginn be« Jahre« verzeichnen zu können.

g3n?il)ii:bnek9rabm. ^Ulbe ,um Verweser beä Finanznünisteriums, Bunge zum Präsidenten des Mmister'ComiLös ernannt. B

Seröien.

.... I? Januar. Anläßlich des Neujahrsfestes nahm bas Königs-

«mL»6 ^^^wün>che beä diplomatischen Corps der Minister und Generale emgegen.

Arankreich.

m t3. Januar. Deputirtenkammer. Floquet sprach in seiner

Rede bei Uebernahme de« Präsidiums den Wunsch aus, daß die Kammer RA ber Nothwendigkeit der Eintracht durchdringen lasse und daß stch die Par­teien verständigen möchten; er wünschte ferner, daß der patriotische Wetteifer für den Fortschrrtt und die großen nationalen Einrichtungen zu arbeiten unter b°n-n die Armee obenan zu stellen fei, nicht erlahmen möge. Wenn die Kamme!

°b ber ^artei?n wlt dem gleichen eifrigen Bemühen der tapferen Jugend folge, wenn sie mit einstimmiger Begeisterung alle zur Vergrößeruna Kraft erforderlichen Opfer bringe, so werde sie sich nicht durch Umübe oder Ungeduld erregen lassen.Wir wollen uns durch ruhige», stetige« Stre- ben lediglich in die Lage versetzen, alle unsere Pflichten erfüllen in .1Mu E---E di- Mlun,», ,°u fünS £ Äl ilSw rnt«"« to Ä- 'b"'° I-h- -i- 4» SB h

g,06 SD,putol0 d-I 16« »b«is- «ach s.m «uf »,«<«

England.

SottboH, 13. Januar. Heute wurde Stanley ber Brief mit ber 6t« ®Örenbßt0erMetre^t; darauf wurde ein Dejeuner im Manflon- House abgehalten, wobei Stanley auf den Toast bei Lord-Mayor« erwiderte,

Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung.

die Debattt ^«'umirenden Bemerkungen des Abg. Dr. Bamberger (bfr.) wird Die Abstimmung findet morgen statt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz - Bureau, »wr"'««».»"' 5' mI'"" »»«'"«« «. ust h.

ÄSM LL stutzung Napoleons bezüglichen diplomatischen Aktenstücke nochmals zum Abdruck.

& i ® (uatlib.) bittet die Vorlage unverändert anzunehmen Der

Könne^hpsspr Cr m ausgeführt, daß uns ein Revanchekrieg mit Frankreich drohe, begründet werden? Schon die Worte des Grafen Moltke mußten^bestimmend sein, das septennat anzunehmen.

JBiämard kam auf die Aeußerungen des Abg. Richter bezüglich Bulaariens zuruck, dce ihn zwangen, die kostbare und bemessene Zeit (Heiterkeit) des Reichstages §bhmen. Der Kanzler verlas den Depeschenwechsel mit den deutschen hfl e cr an®ieä; bie Sache möglichst in friedlichstem Sinne zu regeln 9h,af»U -tt C d^butung von Hinrichtungen hinzuwirken. Er verlas danach eine Menge fretftnntgen Zeitungen, damit seine Behauptung zu erweisen suchend daß diese Presse zum Kriege mit Rußland wegen Bulgarien gehetzt habe Auch aeaen °-rtheidigen, denn besser mit Ehren untergeben als mit mitWunderbar ist es, daß^ieselben Parteien die uns in -wen Kampf mit Rußland treiben wollen, uns die Mittel dazu gar nicht oder doch nur auf in

mntudln Reichskanzler erörterte schließlich nochmals d^ie

npfinht hx»» b k Niederlage im französischen Kriege für Deutschland zur ä5S1£ roale ln dem Bündniß des Kaisers Napoleon mit den

Welfen aushruckllch die Abtretung deutschen Landes, des ganzen linken Rbeinufers an Sünbni66n?^8beT^ILenC m' MebnIi*c8 *°ar itl bem preußisch-italienischen

Abg. vr. Windthorst betont wiederholt, daß Deutschland in Bulgarien dock 9nt,cre^c daben müsse, da es dteserhalb mit Oesterreich einen Vertrag abat- 'S« & ÄÄ'äÄa ÄllXS S

^^Echskanzler Fürst Bism arck bemerkt in Erwiderung auf entsprechende Aus­führungen deo Vorredners, daß die Regierung am Sevtennate feftßalfp unh Kats-r, wenn ber Reichstag bie Mittel ne«, WS'neuf L IX hrthpbt(^LmC!^ getauscht zu sehen hoffe. Die Regierung will lediglich behalten was sie

PtnpCr "^0^.Zobern und Ihre Macht erweitern. Für das Septennat habe einen persönlichen Grund. Nach 3 Jahren hoffe ich noch »u Leben nnA 7 Jahren nicht mehr. Dem Abg. Winbth°rst^ünscheb°ch, wenn e? auch mi mir in d-ws^-n Alter, noch 10 Jahre zu leben. Vielleicht aber wird es b sser werden wenn wir Beide nicht mehr da sind. (Große Bewegung) '

k4nHd)erSnKen®bie0S^füörun®^^ X";Lr bi Erweiterung^ Wusses streitet et^elne^Üsfüh^n^n T gr^t'°^°!u?allgEL°'L d/s Treffen am b°" eIfaffiWcn Abgeordneten Antoine als Vertreter sranzösffcher9 Jn-

Keichstag.

.. n r E' R- Berlin, 13. Januar 1887.

®ie zweite Lesung der Militärvorlage wird fortgesetzt.

« ^ra ^,0tk e (conf.): Allerdings rechne er, wie ihm mehrfach in der Debatte entgegengehalten sei, auf den Patriotismus aller Parteien im Hause er habe fönneaU^6rft^1m1>£aufe 'her ®Eiai8u"9uf ein °der drei Jahre gar nichts nützen Swbllität und k?-/ 2"s>re könne der Vorthell neuer Kadres wirksam werden.

Abg. Richter (dfr.): Die freisinnige Presse-ist bezüglich Bulgariens nur deü-

ässs auf M ntfa b n SiÄ tnh(I1 weü ber Reichskanzler bie Verantwortung (Ln r V letzt wegen der Frage, ob 3 oder 7 Jahre aufzulösen

Auslaube ^berabae^it" ^'£ 5ürkft B-smarck das eigene Parlament vor dem

n r5era«?Sf gegenüber den anderen Parlamenten, dagegen müsse protestirt

wsrd-n. Deut chland ist nicht wehrlos, bie Volksvertreter haben alle AuSgaden be-

^"^sbkuch bes Grasen Moltke vom Vertrauen zu unserem Patriotismus r» *tCr,ÄU",äUb ^"kr offenen militärischen Seele, klügelnde Parteitaktik hätte ibn viel- eiebt anders reden lassen. Der Reichskanzler hätte hier gar nicht anders vrechen heer^'betreffe" so feTbo*6e®iU,9 betommen rooüen. Was dasParlaments-- hnhntrnnn c doch einjährige Bewilligung vorhanden bei den Pionieren, Eisen­bahntruppen, ja sogar berm Generalstab. Also, mit dem Kanzler ru reden e n §bueralstab der Herren Windthorst, Richter und Grillenberger. (Stürmische ^Jeiterkeit )

nf 8CÄa^e $Iätt£ar,eu ßenBU der Ansicht und der Taktik^^"er Freffinnigen- ols die Parole vom Reichskamler kam, enirüsteten sie sich. Der Reichskanzler bat gesagt, wenn die Neuwahlen für die Regierung ungünstig ausfallen so werde diese )«n,f)roaa-he gut finde. Das sei die einfache Tb oriei Gewal geht vor Recht ®r°6ke.r Lärm rechts.) Dieses System bedeute ein Mißtrauen gegen das Volk das ftaniler dncS absolutistischen Geistes. Ter Reichstag ist nicht, wie der

k6, mcinte' DOn ihm aus Gutmüthigkeit inftituirt, er war vielmehr eine

Wendigkeit, er war eine Klammer der deutschen Einheit kein Ornament dos ?^lleicht etwas K.othisch oder byzantinisch sei. (Große Heiterkeit.) Das Hineinziehen der Krone Dieb^^Ar?°wie°de."^h b-n Parteikampf dient nicht zur Erhöhung des Ansehens fte ^7 der Kanzler vorgehe und die Auflösung suche, sei ein Reichen rtnl^rrpnbinbhn e ne§ bereits unterwühlt sehe. Wir werden aber

kommen werd? Überzeugung, daß auch für unsere Sache einst der Tag des Sieges