ttae Birmarck-Büfls aufgestellt worben fei, in welchem der Fürst seinen „®5t- ttnner Mitbürgern" für diese Auszeichnung dankt und von Neuem seinem tiefen Bedauern Ausdruck gtebt, daß e» ihm nicht vergönnt gewe,en sei, der denk- würdigen Feier beizuwohnen. Am Dienstag Vormittag sand der historische Festaus.ua der Studenten statt, am Abend war große, Festbanket unter dem persönlichen Präsidium der Prinz.Regenten von Braunschweigs Die Universität hat anläßlich der Jubelfeier zahlreiche Ehren-Promotionen vollzogen.
Der Kopenhagener Familientag scheint auch in diesem Jahre zur Wirklichkeit werden zu wollen. Äußer dem griechischen KöntgSpaare und dem Kronprinzen Constantin, Herzog von Sparta, sind jetzt auch Prinz Nicolau», sowie die Prinzessinnen Alexandra und Maria von Griechenland in der däni> scheu Hauptstadt eingetroffen. Russische Blätter stgnalifiren für die zweite Auqusthälste die Ankunst der Czarenfamilie in Kopenhagen, doch liegt hierüber noch keine bestätigende Nachricht au» Petersburg vor; ebensowenig ist über die Theilnahme von Mitgliedern des englischen Königshauses an dem Kopenhagener Familientage bis jetzt etwas Näheres bekannt.
Die wichtige Frage der Verfassung«.Revision ist nunmehr im holländischen Parlamente, den sog. „Generalstaaten , im Princlp entschieden worden. Gleich der Deputirtenkammer hat auch die erste Kammer am Dienrtaa wie schon vorher dem ersten Theile der Versaffungr-Revision, nun deren zweitem Theile, der provisorischen, die Ausdehnung der Wahlrechtes au», sprechenden, Wahlordnung, zugestimmt. Hiermit ist die erste Lesung der Ver« faffungs-Revision beendigt und erwartet man binnen einigen Tagen die Aus. lölung der Generalstaaten. Im ersten Theile der VersaffungS-Revtsion handelt es sich um die Regelung der Thronfolge in 6oQano und ist demnach in Ermangelung männlicher Nachkommen aus der Ehe König Wilhelms III. mit Emma von Waldeck die 7jährige Tochter de« Königs, die Prinzessin Wilhelmine, die Erbin de« Throne«; bei der stets zunehmenden Kränklichkeit des überdies 70jährigen holländischen Monarchen ist ein Thronwechsel keine sernliegende Mög- lichkett- In die holländische Thron-Angelegenheit spielt die luxemburgische Frage hinein. König Wilhelm Ul. ist zugleich Großherzog von Luxemburg, aber diese Personal-Union zwischen Holland und Luxemburg hört mit dem Ab. leben der Königs aus, denn da« salische Gesetz, welche« auch bte weibliche Linie zur Thronfolge zuläßt, gilt in Luxemburg nicht. Es käme alsdann Herzog Adolf von Nassau als nächster Vertreter der Erbansprüche des Hauses Dramen* Nassau für die Thronfolge in Luxemburg in Betracht und verstchert die „Europ. Corresp.", die Mächte hätten die Ansprüche des Herzogs und feine» Hauses bereits anerkannt. Nur will das Blatt wissen, Herzog Adolf gedenke d,e Thronbesteigung seinem Sohne, dem Erbprinzen Wilhelm, zu überlasten; die Richtig, feit dieser Meldungen der „Europ. Corresp." muß einstweilen noch dahingestellt bleiben. _ ___
Deutschland.
Göttingen, 10. August. Die Universitäts-Jubelfeier fand mit einer heute Nachmittag in Mariaspring und mit einer heute Abend im Bursenne schen Garten veranstalteten Festlichkeit ihren Abschluß. Bei dem gestrigen Festcommers in der Festballe brachte Se. K. Hoheit der Prinz Albrecht einen Trmkspruch auf den Kaiser aus, der etwa also lautete: »Indem ich Sie, Kommilitonen der Georgia-Augusta, hier von ganzem Herzen willkommen heiße, drängt es mich, Ihnen Allen meinen Dank auszusprechen aus vollem Herzen, daß, nachdem Sie heute Morgen auf Se. Maiestät em Hoch ausgebracht, Sie auch für mich ein Hoch übrig hatten. Die Art und Weise, wie diese Klänge an mein Ohr gedrungen sind, ist so, daß dieselben unausloschl ch in meiner Erinnerung etngeprägt sind. Die hier so zahlreich versammelten Commilitonen sind ein beredtes Zeugniß, daß die Anhänglichkeit an die Alma mater Georgia Augusta lebendig ist, daß weder Zeit noch Raum die schönen Bande losen und Ihnen die Spannkraft nehmen kann, die in gemeinsamer Arbeit zwischen Lehrkörper und Studtrenden und unter den Studtrenden selber bestehen muß. Sie alle sind hier gewesen oder sind noch hier, um sich vorzubereiten zu einem Berufe, sei es zu einem ererbten, sei es zu einem selbsterwählten, nachdem Sie am Born der Wissenschaft geschöpft haben, um sie wieder zum Wohle, zum Besten der Wissenschaften zu verwenden oder um der Kirche und dem Staate zu dienen. Zum Berufe aber gehört die Pflichttreue und nun, meine Herren, wir haben, Gott sei gedankt, ein Beispiel von höchster Pflichttreue, das ist des Kaisers Majestät. Wir sind erfüllt von Dankes- gefühlen gegen Gott im Hinblick auf unfern mehr als 90jährigen Herrn; erheben wir unsere Gläser in dem Gefühle, daß, was auch kommen möge, in uns und, Gott gebe es in vielen Geschlechtern, die noch kommen mögen, dieses unerreichbare Beispiel fort und fort lebe. Lassen Sie uns rufen, Se. Majestät der Kaiser, unser allergnädigster König und Herr, der Schirmherr der Georgia Augusta, er lebe hoch!" — Der Trinkspruch wurde mit begeisterten Hochrufen ausgenommen. An denselben schloß sich ein Toast des Seniors des präsidirenden Corps „Hannooera" auf Se. K. Hoheit den Beotor magnifioentiaaimus, ein Toast des Professors Dove auf das Deutsche Reich, ein Toast des Cultusministers v. Goßler auf die Provinz Hannover, ein Toast des Landesdirectors v. Bennigsen auf die Universität Göttingen. Einem Trinkspruch auf die alten Herren folgte ein von Professor Weiland ausgebrachter, mit begeisterten Hochrufen aufgenommener Toast auf den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck und ein Toast auf die Stadt Göttingen. Oberbürgermeister Merkel brachte in seinem Schlußtoaste ein Hoch aus auf die ganze deutsche studirende Jugend.
Hefterreich.
Salzburg. 11. August Der Kaiser ist heute Abend 5 Uhr im besten Wohlsein von hier nach Babelsberg abgereist, aus den Straßen und dem Bahn- Hofe wurde er von dem Publikum mit lebhaften Hochrusen begrüßt.
Dänemark.
Kopenhagen, 11. August. Die „Berling'sche Tidende" sagt gegenüber den Aeußerungen auswärtiger Blätter betreff» der Befestigungen Kopenhagens, daß diese letzteren sich aus solche beschränkten, die schon seit 15 Jahren allen ausländischen Regierungen bekannt seien, folglich nichts Aggressives invol- virten. Augenblicklich würden nur wenige Millionen kostende Feldbesestigungen angelegt. Die Rede des Kriegsministers sei von der Oppositionspreffe unrichtig wiedergegeben und commentirt worden. Die Aeußerungen desselben stimmten vollständig mit den vom Marineminister im Laufe des März im Folkething gemachten Erklärungen überein, dahin gehend, daß die Bestrebungen Dänemark» bei eventuellen Conflicten nur darauf gerichtet seien, eine allen Mächten gegenüber gleich freundliche unparteiische Neutralität zu behaupten.
Frankreich.
Pari», 11. August. Der Kriegsminister Ferron besuchte heute die Artwerieschule in Fontainebleau und richtete an die Zöglinge eine Ansprache, worin er bemerkte, daß die Regierung den Kammern eine Borlage, betr. Ber- beffenmg der Organisation de« ArtMerie-Seniecorp«, machen werde. Er hoffe, daß di« Kammern nicht» verweigern würden, um die Desmstokräste Frankreich»
,ur höchsten Vollendung zu bringen. Die» werde doch die beste Frieden«. Garantie sein-
England.
London, 11. August. Im Oberhause erklärt Salisbury anläßlich der Diskuifion über dar Unterhaus. Amendement zur irischen Bodengesetzbill, die Regierung hätte die ursprüngliche Fassung vorgezogen, aber er wäre versehlt gewesen, die Bill zurückzuziehen. Die RUckziehung hätte leicht srüher oder später zur Parlamentrlösung sühren und die loyalen Wähler Ulsters hätten sich aus >ie Seite stellen können, die die Regierung sür absolut staatsgesährlich Halle.
— Lord Salisbury hielt gestern Abend eine Banketrede im Mansionhouse. Er betonte die Pflicht der Regierung, die ihr gewordene Ausgabe zu ersüllen und die von der Kammer bewilligten Mittel zur Erhaltung der Ordnung in Irland auf die ihr am geeignetsten erscheinende Art und Weise zu verwenden; >ie Regierung habe die Pflicht, da« Mandat der Volker, welche» verlange, daß die Einheit der Reicher aufrechterhalten werde, aurzusühren. Dar Arrangement n Betreff der asghantschen Frage sei ein durchaus billiger und mehr als man >abe wünschen dürfen; dabei fei keinerlei Opfer durch Rußland oder England gebracht worden, er fei Raum genug in Asien für beide Staaten; die Verstän- dtgung beweise, daß beide den Frieden wünschten. Trotz zahlreicher Vorschläge habe die Türkei er abgelehnt, die egyptische Convention zu ratificiren; die Pflicht der Regierung sei, jederzeit Egypten zu beschützen vor inneren und äußeren ®e< ahren; die Truppen müßten daher noch einige Zeit daselbst verbleiben. Die Gefahren für den Frieden Europar seien jetzt völlig verschwunden und er, Sali», bury, erwarte die Aufrechterhaltung einer tiefen Friedens.
Türkei.
Konstantinopel, 11. August. Einer Meldung de» „Bureau Reuter" zufolge ist der türkische Commissar Riza Bey von Sofia hierher zurückderusen worden.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau«
Berlin, 11. August. Fürst Bismarck ist heute kurz nach 6 Uhr Abends hier elngetio^n. n August. Der „Staatsanzeiger" meldet, der König habe in Friedrichshafen in den letzten zwei Monaten zur Bekämpfung feiner neuralMen Schmerzen und der Bewegungsfchwäche seines linken Beines die Knetkur des vr. Roech- ling gebraucht. Der Erfolg sei günstig, die Schmerzen haben abgenommen, die Bc» weauna habe sich gebessert. „
Pari», 11. August. Der „Agence Havas" wird aus Orsowa gerüchtweise gemeldet, der Prinz von Coburg werde bei seiner Ankunft in Wtddin ein Circularschreiben an die Mächte erlassen, worin er ausführe, daß keine Macht gegen seme Person Einwendungen erhoben habe, sondern lediglich gegen die Existenzbedingungen der Sobranje; da der Prinz diese Frage als von geringerer Bedeutung ansehe, halte er sich sür berechtigt, dem Rufe Bulgariens Folge zu leisten.
Orsowa, 11. August. Der Prinz von Coburg ist gestern Abend um 11 Uhr hier eingetroffen. Er reist noch in der Nacht nach Bulgarien weiter.
— Der Prinz von Coburg wurde bet der Ankunft im hiesigen Bahnhofe von Natschewitsch empfangen und begab sich mit mehreren Personen seines Gefolges nach dem für ihn bereit gehaltenen Absteigequartier, wo er mehrere Stunden verweilte. Heute früh um 5 Uhr setzte der Prinz auf einem kleinen Schiffe die Reise nach einrnr in der Nähe des rumänischen Gebietes geankerten gemietheten Dampfer fon, welcher im Laufe des heutigen Tages mit der der bulgarischen Regierung gehörigen iW, au, welcher sich die Regenten und Minister befinden, zusammentreffen soll. t.
Brüssel, 11. August. In vergangener stacht brach im Laboratorium der Industrieschule im Palais Medi eine Feuersbrunst aus, welche das Gebäude, worm sich die Schule befand, in einer Ausdehnung von etwa 60 Meter in Asche legte unr alle Geräthschaften und Apparate des Laboratoriums zerstörte. Auch das benachbarte städtische Laboratorium hat stark gelitten. Der Schaden ist beträchtlich. Niemand ist v^^^tzt Petersburg, 11. August. Das „Journal de St. Petersbourg" sagt anlMch der Nachricht, daß der Prinz von Coburg nach Bulgarien abgeretst sei: Wir yavn diese Reise bereits als Abenteuer bezeichnet, als davon erstmalig die Rede war; wr können die Bezeichnung nur wiederholen. Der Prinz definirte bei dem Empfange oe bulgarischen Deputation die unerläßlichen Bedingungen, unter denen allein letn« wählung stattgegeben werden könne, so vollkommen, daß es müßig wäre, dieselben z. wiederholen. Man könne nur erstaunen und es ist in erster Linie für den Prinz« selbst zu bedauern, daß er dieselben so schnell vergessen habe, sicherlich»kann sich unstr> Erachtens Rußland durch dieses Vergessen aller Bedingungen der Gesetzlichkeit, im- aller Rücksichten nicht veranlaßt fühlen, seine Anschauungen über die Wahl zu anoer^ die eine Versammlung vollzogen, deren Gesetzlichkeit Rußland stets bestritten hat. ä die anderen Großmächte und die Pforte angehe, so lägen die Ungesetzlichkeit um> i zukömmlichkeit der Entschließung des Prinzen gegenüber diesen Mächten so offen Tage, daß keine dieser Regierungen dieselbe billigen könne. GS scheint uns daher, o»s die soeben angetretene Reise des Prinzen einen bedauerlichen Zwischenfall bildet, weuwi allen denjenigen anzureihen ist, an denen die neuere Geschichte Bulgariens bereut reich ist. Derselbe bildet von keinem Gesichtspunkte aus eine Losung; ®®n 3® übrigens die Entwickelung der Ereignisse in diesem so sehr geprüften Lande abwa - Auch die übrigen hiesigen Blätter bezeichnen die Reise des Prinzen von Coburg Bulgarien als ein Abenteuer; sie werde demselben nur Unannehmlichkeiten uno - täuschungen bereiten. Die „Neue Zeit" meint, ein Eingreifen Rußlands werde n • eintreten, da der Aufenthalt des Coburger Usurpators in Bulgarien ohnehin lange dauern werde. Der „Graßdanin" äußert: Gottbewahre uns vor dem germgii- Schritte für oder gegen den Coburger Abenteurer. Ä n .. M,r
Petersburg, 11. August. Der Botschafter Nelldoff ist aus Konstantinopel eingetroffen. Der hiesige französische Botschafter Laboulaye ist mit feiner Famtlt - Helsingfors nach Stockholm gereist und wird sich von da aus fpäter nach Kopeny w und Frankreich begeben. ..
Hrrll, 11. August. Heute Nachmittag brach in der der Firma Lavenik u. daid gehörigen Sägemühle Feuer aus, das, sich schnell ausbreitend, sechsundz o angrenzende Wohnhäuser der Albert Street theils gänzlich zerstörte, thetls . ^'^etodtjohn, n. August. Aus bet Festung Daxholm wurden heute durch die Explosion einer Granate 19 Soldaten getöbtet, viele andere verwunde, letzteren auch drei Officiere. x sgi
Athen, 11. August. In den Tannenwäldern am Pentellkon hat mehrere hindurch eine große Feuersbrunst gewüthet, deren Bewältigung erst gestern gelang. Wälder sind zerstört. „ m
Newyork, 11. August. Unter der landwlrthschaftlichen Bevölkerung de und Weststaaten gab man sich in Folge der anhaltenden Drnre und des R tz der Futterkräuter großen Besorgnissen hin. In einigen Gegenden hat sich g endlich Regen eingestellt.
Rewyork, 12. August. (Privatdepesche.), Durch einen Unfall, wel-hn £*» Eisenbahnzuge zustieß, als derselbe über den Niagara fuhr, fing die w w Der Zug stürzte in den Strom. Bisher sind 70 Leichen aufgefunden.
Todten und Verwundeten wird als sehr erheblich angenommen.


