genug, um die Sätze für Gießen feststellen zu können. Herr Grüneberg spricht ebenfalls für nochmalige Verweisung an die Commission, desgl. Herr Gnau tb welcher Lie angeführten Gebührensätze von Marburg. Stuttgart und München-Gladbach nicht als Maßstab für Gießen betrachten könne, das Marburger Schlachthaus z B sei in Verwaltung der Metzger, dasjenige in Stuttgart sogar eine Art Actienuntern'ehmen Ueber die Amortisation durften wohl noch Erhebungen anzuftellen sein darüber' wieviel Procent auf die Gebäude und wieviel auf die Maschinen rc kommen' Herr Baist warnt namentlich davor, die Amortisation hinsichtlich der'Maschinen zu niedrig zu bemessen, mit 5 pCt. komme man nicht aus, gewöhnlich betrage die Abschreibung auf Maschinen 10 vCt. Herr Vogt stellt den Antrag auf Herabsetzung der Amortisation von 2 auf l'/z pCt. und wünscht diese Frage in heutiger Sitzung erledigt ru sehen. Der Antrag wird abgelehnt, worauf die ganze Vorlage nochmals an die Fmanzcommtssion zurückverwiesen wird, an deren Berathungen Herr Vogt sowie einige Mitglieder der Metzger-Innung und ein Nichtinnungsmitglted thellnehmen sollen desgleichen soll durch Anfrage in Cassel, Frankfurt und Wiesbaden weiteres Material für die Festsetzung der Gebühren beschafft werden. — Im weiteren Verlaufe der Tagesordnung wird noch die Anschaffung diverser Geräthe für das Schlachthaus, u. A. Cal- daunenwagen, Schrägen, Schlachtböcke rc. beschlossen und die hierzu nöthigen 1600 bewilligt. — Unter „Vergebung der Holzhauer- und Waldkulturlöhne" werden die Lohnsätze über Waldarbeit und Fuhren genehmigt, dieselben betragen im Sommer (1 April bis 1. October) für einen Arbeiter 2 JL, im Winter (1. October bis 1. April) 1 60 H
für eine Arbeiterin 1 bis 1 20 H pro Tag für das ganze Jahr, für einspänniges
Fuhrwerk 6 X, für zweispänniges 10 JL pro Tag. — Die Holzversteigerung vom 14. Februar, deren Erlös 15 je hinter dem 6929 JL betragenden Tarifpreis zurückgeblieben, wird genehmigt. — Behufs Behebung des schlechten Zustandes des Weges nach dem Hardtberge, über welchen Seitens der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim bei Großh. Kreisamt Beschwerde geführt wurde, wird der Baudeputation die Ermächtigung ertheilt, die bis zum Herbst d. I. verschobenen Verhandlungen über Geländeerwerb rc. wieder aufzunehmen und zwar auch hinsichtlich des oberen Theiles dieses Weges. Dieselbe Ermächtigung wird der Baudeputation ertheilt bezüglich Geländeerwerbs zum Zwecke der Legung des Fluthgrabens an den Hardthöten in eine Steinsohle, zu deren Anlage Herr Textor mit entsprechendem Beitrage sich ebenfalls bereit erklärt hat. — Zum Ausbau der Wodestraße hat die Baudeputation die Aufstellung eines Voranschlags nach dem vorgelegten Plan beantragt, die Versammlung stimmt dem Anträge zu. — Unter „Quellwasserleitung" wird beschlossen, das Wasser auch in das alte Rathhaus am Markt einzuführen, nachdem Rathsdiener Moll erklärt hat, für die übliche Abgabe aufzukommen. Ferner soll anläßlich eines Gesuches der zwischen der Ludwigstraße und der Wieseck liegende Thetl der Göthestraße angeschlossen werden. Der früher gefaßte Beschluß betr. den Anschluß des Burggrabens, der Lowengasse und der Weidengasse wird dahin abgeändert, daß nicht die Anzahl der Anschluß beantragenden Hausbesitzer zur Ausführung des Anschlusses dieser Straßen maßgebend sein soll, sondern der aus diesem sich ergebende Mindeftbetrag. Dieser wurde auf 10 pCt. des betr. Baukapitals festgesetzt und werden sonach die genannten Straßen Wasserleitung erhalten, wenn sich aus derselben für die Burggrabengasse 70 «^L, für die Löwengasse 80 JL und für die Weidengasse 40 JL Wassererlös jährlich ölehen laßt. Der für den Brandplatz vorgesehene Röhrenbrunnen soll seinen Standort in der Mitte des zwischen der Ecke der Schloßgasse und dem Eingang zum Hoch- statter schen Garten gelegenen Straßentheils erhalten. Herr Gnauth theilt schließlich mit, daß er sich in voriger Sitzung in seinem Referat über die Höhenlage der frankfurter Straße insofern versprochen habe, als nicht der höchste Punkt der Frank- furter Straße 6 Meter über dem Spiegel des Reservoirs am Lutherberg, sondern letzterer 6 Meter über dem höchsten Punkte der Frankfurter Straße liege. — Gegen das Gesuch der Firma Heiligenstädt u. Comp. um Erlaubniß zur Aufstellung eines Dampfkessels hat die Baudeputatton nichts zu erinnern gefunden, es wird dasselbe demnach befürwortet. -Ueber die eingegangene Beschwerde, daß durch die Main- Weser-Bahn der Wetzlarer Weg versperrt werde, soll Herr Geometer Euler um Abgabe eines Gutachtens über das Sachverhältriiß und darüber, inwieweit hierbei die Stadt bezüglich ihrer Eigenthumsverhältnisse interessirt sei, ersucht werden — Ru dem Gesuche des Herrn Bauaufseher Schmitt um Bauerlaubniß wird die behufs Er- langung des Dispenses von dem § 18 der Lokaldauordnung an Großh. Ministerium gerichtete Eingabe nicht befürwortet.
vermischte-.
Buseck, 2. September. Gestern wurde unserem Orte eine seltene lrhre zu Theil. Seine Königliche Hoheit unser allverehrter Großherzog kamen hierher um sich in dem Schlosse des Herrn Oberstallmeisters v. Rabenau auf kurze Reit aufzuhalten. Leider zu spät wurde den Bürgern diese Nachricht bekannt. Dieselben wollten sich aber trotzdem die Ehre nicht nehmen lassen, ihren hochverehrten Landes- sursten festlich zu empfangen. So schnell wie möglich wurden die nöthigen Vorbereitungen getroffen. Am Eingänge des Ortes wurde eine stattliche Ehrenpforte mit dem verschlungenen Namenszeichen des Landesherrn errichtet, die Straßen festlich deko- £rt ^"0 Alt und Jung eilten herbei, um unseren Landesfürsten huldvollst zu begrüßen An der Ehrenpforte hatten der gesammte Ortsvorstand, der Schul- und Kirchenvorstand der Vorstand der israelitischen Gemeinde, der Krieger, und Gesangverein mit ihren Fahnen, sowie sammtltche Schulklassen unter Führung ihrer Lehrer, Aufstellung ge- nommen. Die Schulkinder bildeten vom Beginn der Ehrenpforte bis zum Eingang in den Schloßgarten Spalier. Gegen 2 Uhr Nachmittags kamen Se. Königl. Hoheit an- aefahren und wurden an der Ehrenpforte unter brausenden Hurrahrufen der zahlreich Versammelten empfangen. Der Großh. Wagen machte nun Halt, worauf der Großh. Bürgermeister im Namen der ganzen Gemeinde Se. Königliche Hoheit freundlich willkommen hieß und den loyalen Gefühlen der Einwohnerschaft durch eine kurze Ansprache Ausdruck verlieh. Seine Königl. Hoheit waren sichtlich erfreut über den ihm unerwartet bereiteten herzlichen Empfang, unterhielten sich aufs Freundlichste mit dem t5r,a^0ID Lm 1 Pet Arabern des eisernen Kreuzes, Mitgliedern des hiesigen Kriegervereins. Hinauf ertönte ein lebhaftes Hoch auf Se. Königl. Hoheit. Unter allgemeinem Hurrahrufen fuhren Se. Königl. Hoheit durch die Spalter bildende Schuliugend, sichtlich erfreut und nach allen Seiten freundlichst grüßend. Bei dieser stÄm zu b-z'ugm d’£n nid)t' il?rc Huldigung durch Znw-rs-n von Blumen- trcutc m?? sich über das gesunde Aussehen unseres vielgeliebten Landesfürsten forote ganz besonders über sein freundliches, liebevolles Wesen und wir dürfen wohl hoffen daß unser allverehrter Großherzog die Überzeugung bekam daß auch im hiesigen Orte die Herzen der Bevölkerung ihm dankbar entgegenschlagen '
.Von allen Vögeln, welche den großen Rüg gen Süden m tmadjen, sind die (Staate die etlferitgfien. Noch glauben wir uns in des Sommers Glanzepoche, noch reiften nicht einmal die Früchte und das Kürzerwerden der Taae ^cr glückseligen Nonchalance, zu welcher uns die Unmerklichkeit jener rrthiiU?*^Ct On,«I?lrYCtTnc^cn berechtigt, da gemahnt uns mit rauher Auffälligkeit der Uetne schwarze Geselle dem wir im März fürsorglich die Dtefte bauten unb hpffpn ÄÄ" S Ä ÄS ’Ä'SÄÄÄ LL Mr«® ä'&
des September um Maria Geburt „ziehen", so heißt es im drittel
n,crbcn meift mc6r beachtet, ihr Abschied" wird in
„Wenn die Rosen nicht mehr blühn Und die Schwalben heimwärts ziehn" —
„ Dennoch sind sie nicht die ersten Mahnerinnen zu H-rbststimmuna sondern dieses Amtes walten die Staate. Es ist sehr inieressant und lehrreich °die Re se rustungen zu beobachten Nicht nur unsere Sportswelt, sondern auch das Thiem ch „tratnirt". In gewaltigen Dauerflugen üben sich ganze Vogelvölker die Schwingen zur großen Krastleistung ein und die dtesiahrigen Hiergeborenen, denen der Mmssina Zum ersten Male beoorsteht müssen sich der straffen Dtseipltn gewöhnen, welche während der Reffe herrscht und an der em Milizheer mindestens noch lernen könnte Ktn Etlicher Wille „beflügelt" Alle, die kundige Ersahrung eines Wegeweisenden leitet den
•00, Milch
04 Kalbfleisch 40—45 Kartoffeln per 100
12—18 Zwiebeln per Centner X 6 00—7.00.
Zug und eben jetzt sind die Herbstmanöver der Ruavöael t
munteren Gesellen und srohe Wiederkehr üb-r's Jahr wenn die Saalen svrÄ? bo die Knospen schwellen! cu 'preßen um
*anBcl «l» -jss
Gießen, 3. September. Auf dem heutigen Markt
X 0-85—0.90, Hühnereier 2 St. 11-0^, Enteneier St. V-O ^ KLs^r^?.
Käsematte 3-0 Erbsen pr. Liter 16 Linsen W Vlauben per
60 4», Hühner per Stück JL 0.80-1.00, Hahnen pr. Stück ^ 050 im bis per Stück JL 1.20-1.80, Gänse per Pfund 00-00 Ochsenflttsch Lntm
64 Kuh- und Rindfleisch 54-56 Schweinefleisch 54-60 62 big
Temperatur in G i HH
August 1887.
Niederste am Thermometer . 4- 2 7 oß*\
Mittlere . . . ... 4. 12' 63 1
Mittel früherer Jahre.....4- 13'05 "
Höchste........4- 23,7 *
Niederschlag an 7 Tagen . . . . ' 1,43 Par
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,32
„ vom Januar bis August . . 11,62 "
m 11 „ „ „ im Mittel
früherer Jahre .... 16,08
*) Reif im Freien am 13.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde.
Odaufte.
Marie,geboren dm 24. Julll' 58ä‘fer 3afoB Klingelhöffer eine Tochter, ßulfe mat6Ubt Emlli-İ«7d-n^ Karl Wehn -in- Tochter, Matgarllh.
. „Denselben. Dem Maschinenschlosser Wilhelm Rau ein Sohn, Theodor, gebotm Den 14. Juli.
Auszug aus den Standesamtsregistern des «Standesamts (Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet l „ Aufgebote. *'
August: 27. Karl Weller, Hülfsplockwärter an der Main M-t^« Gießen mit Auguste Karoline Christine Volp von Alten-Buseck. 29 ßehiru ju Fabrikarbeiter zu Gießen, ein Wittwer, mit Katharine Molsberge'r 31. Max Friedrich Adolf Hofmeier Professor zu Gießen, XfefÄ Emma Schroder zu Pankow. September: 1. Jacob Verlach Gundermann zu Frankfurt a. M., mit Katharina Barbara Schäfer daselbst. 1 ?4nctbci Schneider zu Gießen, mit Marie Weller zu Wieseck. ' 9 lm ^onnann,
r «hefchlietzunge«.
August: 31. Johann Becht von Breidenbach, Schneider dahier, mit Ena ßnut. iL Schwab von Unter-Schönmattenwag, wohnhaft dahier. '-oa Eüsabetha
r Geborene.
August: 20. Dem Landwirlh Rudolf Burg eine Tochter. 25 Dem mw, . Lackirer Ernst Aßmann eine Tochter, Helene Julie. 26. Dem Fruchtbä-chle^ä^s- Rosenbaum ein Sohn, Isidor. 26. Dem Barbier und Friseur ^altbafar Tochter 27. Dem Taglöhner Friedrich Bechthold eine Tochter, Mathilde Gerbereibcsitzer Wilhelm Plank II. -in Sohn. 28. Dem Schr inermeist-' M ein Sohn. 29. Dem Kaufmann Wilhelm Fritsch eine Tochter 29 Philipp Fischer ein Sohn. 29. Dem Kaufmann Christoph Bicker^ein S^bn
Teflorbene.
August: 26. Marie Zimmermann, 63 Jahre alt, ledig, dabier 27
W J°hrc alt, ledig, Kaufmann dahier. 28. Heinrich Konrad Ernst Älb^Heilmann alt'rt@<?6n,-?on Schaffner Heinrich Heilmann dahier. 28. CasoafN 60 Jahre alt, Taglohn^ von Londorf. 29. Anna Katharine Häuser, geb W 75 Jahre alt, dahier, Wtttwe von Landwirth Jacob Häuser. 30 Robanna (51™™ aItrt ^"O.^er des Händlers David Simon zu Wieseck. 30. Wilhelm Körbe?
??'4ec 0' S^^mer von Alten-Buseck. September: 1. Karl Friedrich Seth' 1 ^ranr ^^a§b bei der Oberhessischen Eisenbahn Johannes Seth dahier'.
is> c??* ur- PtuQer' ,63 .Jahre alt, Stationsvorsteher dahier. 1. Louis Katz 12 Jahre alt, Sohn von Handelsmann Benzian Katz von Steinbach.
ilMlirjrTMIiTWlLMillllUIH f i>1 lilMIWliiIiümi
Denselben. Dem Scribent Georg Eidmann eine Tochter, Henriette Matte Antonie, geboren den 14. August.
Denselben. Dem Schaffner Heinrich Keller eine Tochter, Frieda Johamietle, geboren den 9. August. ' u e
Denselben. Dem Telegraphen-Vorarbeiier Eduard Bruns -in Sohn, August Wilhelm, geboren den 28. Jult.
q k i ^ln^Cr?cn\ ®ei? ^nj^^emfer Johannes George ein Sohn, Karl HttnriÄ Ludwig Ernst, geboren den 24. Juli.
Denselben. Dem Postschaffner Andreas Emll Keßler -in Sohn, Otto Christian, geboren den 5. August.
Denselben. Dem Möbelfabrik-nt-n Georg Reiber ein- Tochter, Lina M-ff-, geboren den 12. Juli.
Beerdigte.
OA ^9uft. Luise Bötz, des Postschaffners Philipp Bötz ledige Tochter., alt 24 Jahre, gestorben den 25. August.
Den 28. August. Marie Zimmermann, des verstorbenen Professors Dr. Fttedttcho Zimmermann in Gießen ledige Tochter, alt 63 Jahre, gestorben den 26. August, den 96 21 uguft U9URoloff, Kaufmann, unverheirathet, alt 38 Jahre, gestorbm: , Den 31. August. Anna Katharine Häuser, geb. Wahl, Wittwe des zu Garbenteich verstorbenen Landwtrths Jakob Häuser, alt 75 Jahre, gestorben den
Wärmegrade der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 3. September, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15 Grad, Luft im Schatten 18 Grad.
_________ L. Cbr. Rüb sanier __
Bvodpreise
vom 4. bis 18. September 1887.
1
2
1
2
1
2
3
der Bäcker
*
der Brodverkäufer
Kgr. (2 Pfd.
'4 Pfd/
n
'4 Pfd/
.2 Pfd.'
1
2
1
2
3
1
2
Weißbrod .... 27
>- Weißbrod .... 54
2 Md.) Schwarzbrod 1. Sorte 24
Schwarzbrod 1. Sorte 48
.. >, -m. < Schwarzbrod 2. Sorte 21
w zV W-) Schwarzbrod 2. Sorte 42
,(v Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bet K- Haas, L-Keil, J.Lein ... 63
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Pfd.) Weißbrod . - - -
” ] Schwarzbrod 1. Sötte m ) Schwarzbrod L Sötte 486 ) Schwarzbrod 1. Sorte
„ ) Schwarzbrod 2. Sorte 2U r ) Schwarzbrod 2. ©orte 4^ , ) Schwarzbrod 2. Sorte 6$
Kgr. (2 „ (4 ; g w (6 * l2 „ (4 r (6
- T -....., ... 63 3
Gießen, den 3. September 1887.


