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des wohlverstandenen Interesses führte ihn zu dem Anschluß Italiens an die deutsche und österr. Friedenspolitik, und seine große administrative Begabung, die er als Minister in sehr verschiedenartigen Refforts (Finanzen, Marine, Inneres re.) bethätigte, ließ seine Intelligenz und Arbeitskrast als saft unentbehrlich für das Wohl des Lande- auch in den Augen mancher Gegner erscheinen. König Hum­bert ließ sich den Rath Depretis in allen entscheidenden Fragen zur Richtschnur dienen und er verweilte noch Stunden lang am Krankenbette,ves sterbenden Staatsmannes. Depretis hat Schule gemacht. Die persönliche Neigung dem Staatsinteresse zu opfern ist in Italien heute eine anerkannte Maxime des Patrioten. Findet er würdige Nachfolger im Cabinet, so wird dies sein eigenes Verdienst sein. Um Italien hat sich Depretis hoch verdient gemacht.

14. Juli 1887.

Entscheidung Großh. Verwaltungsgerichtshofes betr. Anzeige gegen dcn

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Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau«

Gastein, 2. August. Der Kaiser nahm Morgens ein Bad und hörte Vortrage. Zum Diner waren Feldzeugmeister Abele und General Ritter gelabt® Am gestrigen Diner nahmen Theil Fürst und Fürstin Hohenlohe, (Stattbaltn Thun, die Gräfinnen Grünne und Lehndorff. ?rFu,1lSa

Pforten zum lebhaften Ausdruck brachte; ein schön gewählter Festplatz mit hnruq Aussicht; die starke Betheiligung der eingeladenen Turnvereine (Gießen, Laubach, r Nidda und Wteseck waren erschienen; die ebenfalls eingeladenen Turnvereine Grünberg und Krofdorf hatten lokaler Festlichkeiten wegen nicht kommen können)-

Programmmäßig setzte sich der Festzug um V/z Uhr von der Langsdorser vir» aus in Bewegung; voran Festreiter mit dem Stadlwappen, dann ein Mustkcorps j der anziehendste Theil des Zuges, die lieblichen Festjungfrauen mit der noch veryi'^ Fahne; es folgen die fremden TuLn- und die verschiedenen hiesigen Vereine W

Gießen, 3. August. (Landtagswähl). Gewählt wurde gestern in Gießen'Land: Dr. Gutfleisch, Lich-Hungen: Forstmeister Theobald, Nidda: Müller Erk, Romrod: Oeconom Schade, Büdingen-Altenstadt: Pachter Westernacher, Bad Nauheim: Gutsbes. Weith, Vilbel: Gras Oriola. Prov. Starkenburg: Groß-Gerau: Dr. Osann, Gernsheim: Kreisrath Haas, Heppenheim: Oberlandesgerichtsrath Franck, Seligenstadt: Bürgermeister Wolz, Langen: Director Kugler, Bensheim: Oberlandesgerichtsrath Hein- zerling, Bessungen: Gymnasiallehrer Friedrich, Beerfelden-Hirschhorn: Rent­ner Voerg, Lindenfels: Rendant Hermann, Höchst: Buchhändler Berg- sträßer. Provinz Rheinhessen: Alzey: Gutsbesitzer Karl Römer, Castel- Hechtsheim: Bürgermstr. Möhn, Gau-Algesheim: Kaufm. Rgckö, Nieder-Olm: Gutsbesitzer Wilh Wern her II., Osthofen: Kaufm. Stephan, Wöllstein: Bürgermeister Michel, Wörrstadt: Mühlenbesitzer Matthäi.

Darmstadt, 2. August. Auf Grund Allerhöchster Entschließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs vom 30. Juli ist dem Herrn Friedrich Feld­heim das Exequatur als Consul der Vereinigten Staaten von Mexiko in Mainz ertheilt worden.

Se. Durch!. Prinz Ludwig von Battenberg ist zum ersten Osficier an Bord des englischen PanzerschiffesDreadnought" ernannt und reist Samstag

den 6. August über England nach Gibraltar, wo sich das Mittelmeergeschva!^ unter dem Befehl Sr. Königl. Hoheit de» Herzogs von Edinburgh, iu rotl6^ derDreadnought" gehört, demnächst aushalten wird.

Gießen, 3. August. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 8 der Verwal­tungsblätter hat folgenden Inhalt:

1. Zwanzigste öffentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen vom

Paris, 2. August. Der Schwurgerichtshof in Korsika sprach die Gebrüder Landrt wegen des von ihnen Ende Februar erlassenen aufrührerischen Ausrufs frei Die Angeklagten erklärten, sie hätten nicht zum Bürgerkriege auffordern, sondern ledig­lich auf Mißbräuche bei den Gerichten und Behörden Korsikas aufmerksam machen wollen. Die Bevölkerung bereitete den Freigesprochenen Ovationen.

London, 2. August. Im Oberhause erklärt Salisbury, Deutschland, Cyanien und Belgien halten sich unter gewissen Bedingungen bereit erklärt, die beabsichtigte Zuckerprämienkonferenz zu beschicken. Hinsichtlich Frankreichs konnte er noch nichts Bestimmtes sagen. Im weiteren Verlaufe erfolgte in dritter Lesung die Annahmt da Novelle zum Handelsmarkenschutzgesetze.

Im Untcrhause erklärte der Handelsamts - Secretär Worms aus eine bezügliche Anfrage, daß die Beschlagnahme der FtschersmackLady Godiva" innerhalb der deutschen Gewässer erfolgt sein soll. Die Bestimmungen der Nordseefischerei-bon- vention berührten den Fall nicht. Ein Bericht über den Proceß, der mit der Frei­sprechung des Capitäns geendigt habe, liege dem Handelsamte noch nicht vor, daher könnten vorher etwaige Schritte hinsichtlich einer Entschädigung nicht erfolgen, otnn solche überhaupt gethan werden.

Die amtlicheLondon Gazette" meldet die Einverleibung des GebietsRode Valley" (Südafrika) in die Kapkolonie.

Belgrad, 2. August. Die Königin ist Morgens aus Arangyelovacj jinüfc gekehrt, um sich von dem Könige und dem Kronprinzen zu verabschieden, welch letztere am Freitag über Pesth abreisen.

Zur Ausarbeitung des Verfassungsentwurfs ist eine 16gliederige Commission eingesetzt, in der alle Parteien vertreten sind.

Vermischte-.

Hungen, 2. August. Prächtig und so recht im Sinne echter, deutscher Turnrni verlief das am Sonntag hier gefeierte Fest der Wethe der Fahne, welche Hungens- Frauen und Jungfrauen ihrem vaterstädtischen Turnverein gestiftet und vorgestern überreicht haben. Alle Bedingungen für einen schönen Verlauf waren ja auch gegeben - Herrliches Wetter (nur vorübergehend drohte ein Gewitter bei Aufstellung des tfWj zuges dem Feste ein frühes Ende zu bereiten); die Sympathien der ganzen Levolkerun« unseres hübschen Städtchens, welches dieselben durch seinen reichen

Lehrer Otto Hahn zu Pfaffen-Beerfurth wegen Körperverletzung.

5. Entscheidung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz bdr. dir Beanstandung eines Beschlusses des Gemeinderathes zu Holzheim wegen der Gemeindejagd durch Großh. Kreisamt Gießen.

6. Oeffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses der Provinz Oberhessen vom

4. Juni 1887. iSchluß.) ,

Abonnements auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des Gießener Anzeiger entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum ermäßigten Preise von 50 pro Quartal.

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Schulverwalter Lorey zu Bonswether wegen Mißhandlung.

3. Entscheidung Großh. Verwaltungsgerichtshofes betr. Anzeige gegen die Lehrer Eckhard und Rothmann zu Ober-Saulheim wegen Mißhandlung. Entscheidung Großh. Verwaltungsgerichtshofes betr. Strafsache gegen den

die freiheitlichste Gesinnung zugetraut hätte, aber eben so gewiß ist es, daß in dieser bewegten Zeit, wie später in ruhigeren Perioden, die große Klugheit, und versöhnliche Mäßigung des Staatsmannes aus Stradella den Ausschlag gab. Er wußte diese Mäßigung auch andern fortgeschrittenen Elementen der Linken einzuflößen und so eine parlamentarische Regierung zu bilden, die unter dem « Ull|VtV9 yuv|u#v*l kuitvyt» V»|WVWI VUliy |(UKU

habenden Opferrnuth patriotischer Könige dar große Werk der Consoltdirung Flaggen, Gnirlanden, Kränzen, turnerischen Inschriften und Emblemen und 7 ° , r' r T , . r rr V n n r. rrsa cn ...'M ttfnrf<>n mm iphnnfft-n 9Tii8nritrf hrnmtp- Ptn frhnn npmnhlfpr SfeMtnlflH MU

des neuen Staatswesens mehr und mehr sicher zu stellen wußte. Die Politik

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Lehndorff ein.

Berlin, 2. August. . ______w Mtul.

Mittag ihren Stiftungstag. Der Feier wohnten der Gouverneur von Berlin, ®rof Schlieffen, bei, ferner Mtnisterialdirector Greiff, die Generalärzte Köhler und Zarde- leben, Generalmajor Blume, die Professoren Helmholtz, Dubois Reymond, Hofmarm Leyden und Koch, ebenso die Garnisonsärzte Berlins und zahlreiche OberstabS- und Stabsärzte.

Freiburg i. B., 2. August. Der Großherzog und die Frau GroßhnzoM welche gestern hier eintrafen, besuchten heute Vormittag die Gewerdeausstellung M werden derselben morgen einen zweiten Besuch abstatten. Heute Abend findet zu Ehrtn des Großh. Paares ein Gartenfest im Ausstellungsparke statt.

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Lfludd Wi: _______ M? Abends nahm der Kaiser

Die militärärztlichen Bildungsanstalten feierten heule tin )er Feier wohnten der Gouverneur von Berlin ra,.r

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stische Deputation bei Boulanger erschienen, um ihm einen Staatsstreich vorzu- j schlagen, verschiedene zweifelhafte Ehrentitel an den Kopf geworfen, wofür Caffagnac von Laur gefordert wurde. Caffagnac nahm aber nicht an und erklärte, fo lange Laur keinen Namen nenne, werde er ihn al» einen Verleumder betrachten und mit einem solchen schlage er sich nicht. Jedenfalls findet die politische Klatschwelt der französischen Hauptstadt in diesen scandalösen Vor­gängen hinreichend Stoff für pikante Erörterungen.

In Pari» kam es am Samstag Abend in einer politischen Versamm­lung der Radikalen, welcher der ehemalige Handelsminister Lockroy prästdtrte, zu einem großartigen Scandal. Die anwesenden Anarchisten griffen aus ihre Weise in die Debatte ein, woraus sich schließlich eine allgemeineHolzerei" entwickelte, bei der es nicht wenig blutige Köpfe gab. DieSchlacht" endete mit dem Siege der Anarchisten, welche die gemäßigteren Elemente zum Saale hinauswarsen. Die Anarchisten hatten es eigentlich auf Lockroy abgesehen, doch entkam derselbe noch rechtzeitig aus dem Tumulte; übel wurde der Führer der anarchistischen Störenfriede, ein gewisser Sondey, zugerichtet. Derselbe mußte sich seine Wunden in der nächsten Apotheke zubinden lassen und wurde dann von der Polizei zum Ueberfluß noch verhaftet.

ZurErleichterung des Geldverkehres" ordnet ein Ukas des Czaren an den Finanzmintster an, daß zur Tilgung der Schuld der Reichsbank für die provisorisch emtttirte Creditbillets im Betrage von 330 Mill. Rubel dem Um- wechslungssonds 40 Mill. Gold aus der Betriebskaffe der Bank zu überweisen sind. Weiter verfügt der Ukas, daß die fernere Tilgung der Schuld durch Ein- zahlung von Gold in den Umwechslungsfonds oder durch Vernichtung von i Credit-Rubelbillets ohne Störung des Geldverkehres zu bewirken ist. Es fragt ! sich nur, wie lange die Betriebskaffe der russischen Reichsbank diese Goldab- zapsung aushalten wird!

Da« Hinscheiden des italienischen Ministerpräsidenten Depretis hat ganz Italien in tiefe Trauer versetzt. Auf allen öffentlichen Gebäuden hängen als äußeres Zeichen der Landestrauer schwarze Flaggen aus. In Rom und Neapel wurden am Samstag beim Bekanntwerden der Trauerkunde die Börsen, in Turin alle größeren Geschäfte, in Messina die Theater geschloffen. Das Leichenbegängniß Depretis' findet am 4. August auf Staatskosten statt, und zwar in Stradella, der Vaterstadt Depretis.

lieber das Ableben Depretis' schreibt man aus Rom: Italien ist durch den Tod feines leitenden Staatsmannes, des 74jähriaen Premier-Ministers Depretis in Trauer versetzt. Bis zum letzten Augenblicke hat der patriotische und scharfsinnige Politiker, welcher auf seiner Besitzung in Stradella vom Leben geschieden ist, seine Gaben und Kräfte eifrigst dem Vaterlande gewidmet und sich so den Anspruch aus ein ehrendes Andenken bei Allen, auf einen hervor­ragenden Platz in der Geschichte seiner Nation gesichert. Gleich wie Crispi, der ihm in der jüngsten Zeit zur Seite stand und vermuthlich fein Nachfolger als leitender Minister fein wird, (wenn auch das ganze Cabinet aus Anlaß des Todesfalles feine Demission aus Ehrerbietung vor den freien Entschlüssen der Krone einreichte), hatte Depretis die weitestgehenden freisinnigen Tendenzen, die ihn zu Garibaldi'» Freund und Arbeitsgenoffen machten, mit der größten Um­sicht und Klugheit im Dienste de» Landes zu vereinigen gewußt. Er war kein Fanatiker. Man könnte eher sagen, daß er zu den Enkeln eines Macchiaoelli zu rechnen wäre, was die Unterordnung der persönlichen Neigung unter, »bic. Nothwendigkeit und die kühle kritische Würdigung der realen Sachlage, den rückhaltlosen Gebrauch der zum öffentlichen Wohl dienenden Mittel betrifft. Die Vaterlandsliebe war ihm der Boden, auf dem sich ehrliche Männer verschiedener Parteifarbe zusammenfinden und verbinden können, und nie fehlte es an Depretis Gewandtheit und gutem Willen, wo es eine solche Combtnation zu Stande zu bringen galt. Sicher war der Mann, der zur 1848er Zeit das gegen Oester­reich ausgesiandene Bosnien verwaltete, ein kühner und freihettsbegeisterter Poli­tiker, gewiß auch hätte Garibaldi, der ihm die dictatorifche Gewalt über Sicilien, bei der Einverleibung dieser Insel in« neue Königreich Italien übertrug, solche nicht einem Manne übergeben, dem er nicht den wärmsten Patriotismus und

wehr, Gesangs-, Krieger-, zuletzt Turnverein). ir! .

Bei dem Marsche durch die Stadt äußerten sich die Sympathien der Emw y für die turnerischen Bestrebungen recht ansprechend in den vielen, vielen # sträußchen und Willkommrufen, welche allenthalben den Turnern zu Theil wur

Nach Ankunft auf dem Festplatze fand unter entsprechenden Ansprache hüllung und Uebergabe der Fahne statt. Und hierauf entwickelte sich em turn i Treiben, an dem jeder wahre und einsichtige Turnersmann und Tur^sreui innige Freude haben konnte. Alles, was vorgeführt wurde, war umtteryas. i einem hiesigen Freunde unseres Blattes wird uns dies bestätigt und besonoe gehoben, daß gerade der noch junge Hungener Turnverein sich in ganz ausg z Weise vorstellte. Anm. der Red.) .. . M q-nrN

Das Turnen bestand in Freiübungen, Wettturnen von Musternegen, * der Hungener Zöglinge. Zum Musterriegenturnen traten 6 Riegen an, den 6 genannten Vereinen; eine derselben (die Gießener), welche durcy oa^ die letzte Stelle verwiesen war, mußte auf den Mitbewerb verzichten, oa 1 dem Abendzug nach Hause zurückfahren wollte; die Uebrigen iuntten an _ Pferd und erhielten jede einen Preis und zwar in der Reihemolg . - 2. Nidda, 3. Wteseck, 4. Laubach, 5. Lich. Hieran reihten sich bk Uebunßen v linge; Turnwart Frutig zeigte eine recht hübsche Gruppe brillant zur Ausführung kamen. Turnlehrer Bender stellte bk ersteZ g en klasse in Marschbewegungen (Reihen- und Frontmarsch, Schwenkungen, vor und erntete damit den lebhaftesten Beifall der zahlreichenunb PfM

turnte die kleine (klein an Wuchs, gezählt warens 50) Schaar an ^drückt

Viele der fremden Turner sollen ihr Erstaunen über diese Leistungen » tn ein«

versprochen haben, zu Hause davon zu erzählen und zu betonen,. ® ueüetücbt'P . solchen Stamme von gut ausgebildeten Zöglingen eine nicht versiege herein Turnermateriales für jeden Turnverein liege. Im Ganzen: 9 jLe|lien ge,;« W'TU

zufrieden sein mit dem Verlaufe des Festes; er hat sich den o streben hat * tz über als ebenbürtig erwiesen; sein redliches, ernstes hn^n bk aiid) von verschied^ gebührenden Lohn und wohlverdiente Anerkennung gefunden, d e Effolgei l» »

Rednern ausgesprochen würbe. Und wem verdank' der Ber in 6er

Allem jenem von seinen Gründern und Förderern hochgehaltener il,