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kfer Ansprache des Obmanns des Kampfgerichts, Herrn C. Jo ft, hervorgehoben Iittoe: Das Turnen solle nicht glänzende Einzelletstungen, sondern tüchtige Gesammt- i^mlaen erzielen; nur dann erfülle es seine nationale Aufgabe.

Nach vollbrachter ernster Arbeit traten Fest-Jubel und fröhliches Festtreiben voll j Ifore Rechte.

A Mainz, 1. August. Vier Burschen der hiesigen Acttenbrauerei machten ,,ixn Avend eine Nachenfahrt auf dem Rhein. Des Fahrens nur wenig kundig, wurde S dichtes Fahrzeug von den Wellen eines Trajectbootes ersaht und schlug um. jLjg der Burschen konnten sich mit knapper Noth retten, während ein dritter sofort sl«gtng und in den Wellen verschwand. Der vierte der Burschen machte vergeb­et Anstrengungen, sich über Wasser zu halten, wurde aber immer mehr von dm erfaßt; da gewahrte plötzlich von der Nheinbrücke aus ein Pionier den Kampf ^Ertrinkenden; rasch entschlossen warf er Seitengewehr, Rock und Mütze ab und H2U0 von der hohen Brücke in die Fluthen, gerade noch rechtzeitig genug, um den rirben Wellen Kämpfenden vor dem sicheren Tode zu retten. Stürmische Zurufe MM der einstweilige Dank, der dem wackeren Menschenretter von den zahlreichen Dauern, welche die Reltungsscene von der Brücke und den Ufern aus mit an- &tn, wurde.

Mainz, 2. August. Der kühne Schwimmer, der seine eigene Person ver- .«ifltb am Sonntag Abend den hohen Sprung von der Straßenbrücke in den Rhein viele, um ein Menschenleben zu retten, ist hier der Held des Tages. Mit Recht schätzt ei«: hier in allen Kreisen die That des unerschrockenen Mannes Louis Glöckner dessen Name höher als so viele nutz- und brodlose Bravourstückchen, die in der IiM Zeit von verschiedenen tollkühnen Müßiggängern hier und dort ausgeführt Eilten. Obwohl es unzweifelhaft ist, daß dem Braven eine staatliche Anerkennung in Theil wird, erheben sich in der Presse Stimmen, die zur Sammlung von Beiträgen eiiftordern, um dem edlen Menschenretter durch ein Geschenk die Anerkennung und den rauk der Allgemeinheit öffentlich zu bethätigen.

A Aus dem Rheingau. Mit Rücksicht auf das Vorsinden der Reblaus in rimm Garten in Biebrich ist von dem Regierungspräsidenten von Wiesbaden eine Bymaüge sorgsame Untersuchung aller Weinpflanzungen im ganzen Rheingau an- mrdnet worden. Die Untersuchung erfolgt durch eine eigens ernannte Commission, .^ welcher die Bürgermeister der jeweils untersuchenden Gemeinde, sowie Sachver- HLndige aus verschiedenen Weinbau treibenden Gegenden Deutschlands zugezogen sind. Zr Rheinhessen ist man eben mit der alljährlichen Besichtigung der Weinberge zu Me. Allenthalben wurde constattrt, daß die Rebstöcke ein gesundes Aussehen zeigen M nirgendwie verdächtige Anzeichen vorhanden sind.

:r.

Gingesandt.

Gießen, 3. August.

Am vorigen Samstag Mittag etwa um 2 Uhr fand an der Ecke der Licher- urfo Grünbergerstratze ein Auflauf statt. Ein Mann, der aus Ltch sein soll und an Mktlagen mit einem kleinen Pferdchen hierherfährt, gab seinen Zärtlichkeitsgefühlen sii seine Frau mit der (eigentlich für das Pferdchen bestimmten) Peitsche so lebhaften ÄlÄdruck, daß der Eindruck, den diese eigenthümlichen Liebesbetheuerungen auf die ßhsgatttn machten, bis nach derGermania" schallte.Gott sei Dank", soll eine in tetr Zuschauermenge stehende Frau gerufen haben,datz meine Schwester tobt und bei Mißhandlungen dieses Menschen entgangen ist!"

Der Brave probirte nämlich an diesem Samstag seine Peitsche an seiner zweiten grau. Begleitet von einerSchaar von Gaffern groß und klein" ging die M die Licherstraße hinauf bis zum letzten Hause, Wirthschaft von Külbach. Hier Me sich der Biedermann durch einigeSpirituosen", die seine Zärtlichkeit zu ntEtn Beweisen anregten, daß man es weit hin hören konnte.

Müssen derartige Vorgänge auf offener Straße und vor vielen Menschen nicht MheiUg wirken? Hat Geistlichkeit, Gericht, Schutzmannschast, Gensdarmerie u. s. w.

und reine Gewalt - und sind sie alle nicht im Stande, einer armen Frau gegen brutale Gewalt zu helfen?

Eiland, wo die Weiber bekanntermaßen von ihren rohen Männern mehr als in irgend einem Lande der Welt, hat man im Parlamente den Antrag etngebracht, die Frauen doch wenigstens unter den Schutz des Thierschutz- veretns zu stellen.

m.hr Ask A3" England hat jedes Thier mehr gesetzlichen Schutz und mehr Hilfe gegen Mißhandlung als eine Frau. Und wir sollten so wett zurück sein, wir trotz der vielen Gesetze, trotz der behaupteten hohen Bildung nicht einmal im NN?, einer schwachen Frau zu helfen. Ist es nicht ein Zustand von gründ« ein Lehrer, wenn er einen ungezogenen und unerzogenen Jungen straft, sich der Gefahr aussetzt, vor Gerichl gestellt zu werden; daß aber ein roher Mann seine Frau ganz furchtbar mißhandeln kann und kein Gericht das Recht haben soll, sich da hinein zu mischen?

Literarische-.

~ ^ie Sonnenfinsterniß am 19. August 1887.] Deutschland sieht in der Zeit vom Jahre 1700 bis 2000 keine so große Sonnenfinsterniß als die bevorstehende, und es wird daher sehr erwünscht sein, wenn wir auf eine Veranschaulichung dieses hoch­wichtigen Ereignisses aufmerksam machen, wie sie besser und erschöpfender nicht gedacht werden kann. Es ist dies eine höchst elegante, von Rich. Schurig bearbeitete, in dem rühmlichst bekannten graphischen Institut von Ed. Gäbler in Neustadt aus- gefuhrte und in der Verlagsbuchhandlung von Karl Fr. Pfau in Leipzig erschienene Karte unter dem Titel: »Die große Sonnenfinsterniß am Morgen des Ist. August 1887". Die Größe (75 zu 64 Zentimeter) und die Einrichtung derselben ermöglicht es, daß jeder Deutsche seinen Wohn- bezw. Beobachtungsort auffinden und sich über die näheren Umstände des daselbst sichtbaren Ereignisses Aufgang der Sonne, Zeit und Größe der größten Verfinsterung und Ende der Finsterniß in verständlichster und ausführlichster Weise unterrichten kann. Die blauen Linien und die beigegebene Tabelle von 191 Orten belehren uns, datz die Sonnenfinsterniß in einem sich mitten durch ganz Deutschland ziehenden, 180184 Kilometer breiten, auf der Karte blau schraffirten Streifen total ist, die Sonne für die Orte dieses Streifens also auf einige Zeit bis 2.3 Min. ganz verdeckt wird, und daß die Sonne zur Zeit der größten Verfinsterung auch für die von diesem Streifen entferntesten Orte fast ganz verschwindet. Zugleich verbreitet sich die Karte über die bei der Finsterniß auftretenden eigenartigen Erscheinungen und über die Art der besten Beobachtung. Zugleich kann dieselbe als sehr specielle Karte von Deutschland benutzt werden und darum ist der Preis 40 Pfg. ein wunderbar billiger.

Temperatur in Gießen.

Juli 1887.

Niederste.......

+

3,0

OB.

Mittlere.......

+

15,87

Mittel früherer Jahre.....

+

14,46

1874 .......

+

16,41

1859 .......

+

16,79

Höchste........

+

26,5

Niederschlag an 8 Tagen ....

3,93

Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen

2,81

H ff

Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 3. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17Vs Grad, Luft im Schatten 15 Grad.

L. Ehr. Rübsarnen.

5Die Anfertigung von Baumgruben

<mben Staatsstraßen des Baubezirks lZmtzen foll an den nachbenannten

Aiagen und Orten versteigert werden: 1. Montag den 8. d. Ms., Nach- mittags 3 Uhr, in der Wirth- schaft zur Wellersburg bei Wieseck für die Straße GießenMarburg, Abth. 5-22, ca. 140 Stück.

2. An demselben Tage, Nachmittags ' 5 Uhr, bei Gastwirth Geißler in

Kirchberg für dies. Straße, Abth. iif 22-46, ca. 200 Stück.

i- 3. Dienstag den 9. d. Mts., Nach­mittags 3 Uhr, in der Wirthschaft X Zur Gansenburg für die Straße Gießen-Hersfeld, Abth. 5-32, l- ca. 130 Stück.

ff

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1 ?n demselben Tage, Nachmittags 5 Uhr, in Steinbach in der Wirth- schast zum Ritter für die Straße Gießen-Gelnhausen, Abth. 845, ca. 230 Stück.

ß Versteigerung.

1 , Ochsten Donnerstag den ;! Nachm. 3 Ubr,

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*,c" W.rthschnft in der gegen baare Iah-

5-* Mittwoch den 10. d. Mts, Vor- ^ttags 9 Uhr, aus dem Windhof bei Heuchelheim für die Straße HetzenBromskirchen, Abth. 13 bis 19, ca. 225 Stück.

I 0 ^ demselben Tage, Nachmittags * "hr, auf der Schönen Aussicht pi; der Gambach für die Straße Lich ^Butzbach, Abth. 74110, ca. »130 Stück.

den 1. August 1887. ^-oßherzogliches Kreisbauamt Gießen. ____ Walter. 5797

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Bekanntmachung.

Die Holzversteigerung von Eichen- Schnitt- und Bauholz vom 27. v. M. im Licher Gemeindewald ist nicht ge­nehmigt und kann das Eichen-Schnitt- holz nach einem von dem Stadtvor­stande nach Qualität festgesetzten Preise per Festm. im Einzelnen abgegeben werden.

Lich, den 2. August 1887.

Großh. Bürgermeisterei Lich.

Walz.5782

Freitag Öen 5. d. Mts.

werde ich gegen Baarzahlung versteigern: I. auf meinem Bureau, Bahnhofstraße 5, Mittags 12 Uhr:

Die Kartoffel- und Gemüse-Erndte von einem Acker am Schiffenberger- weg,

1J. in der Bramm'schen Hofraithe da­hier Nachmittags 2 Uhr:

1 Kuh, 1 Partbie Wein, Schnavs und Cigarren, 1 Pianino, 1 neuen Schreibtisch, 1 ditto Kommode, 1 Cassaschrank, 1 Parthie Uhren, 3 Kleider-, 2 Kuchenschränke, 2 Commoden, 2 Sopba's, Spiegel, 10 Bände Brehm's Thierleben rc. ferner 1 Theodolit u. einige Zeichen- utenfilien.

Die Versteigerung findet theilweise be­stimmt statt, namentl. betr. drs Theo­dolits und diverser Möbelstücke.

Gießen, den 3. August 1887.

Engel, 5796 Gr. Gerichtsvollzieher.

Samstag dm 6. August, Vormittags 11 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die den Gg. Fdch. Plank's Erben gehörigen Grundstücke:

Flur IX Nr. 47: 1712 Meter Acker auf der großen Weide,

IX Nr. 48: 725 Mtr- Ack.r daselbst versteigert und wird dem letzten Gebot der Zuschlag sofort ertbeilt-

Gießen, Juli 1887.

Großh- Ortsgencht-

Lüdeking.5777

5794] Schönes Kornfiroh verkauft Earl Euler, Harnmstraße_5^_ ^5785] Schöne frisch gepflückte Stachel- beeren, pr- Schopp, 6 Marburgerftr.