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Petersburg, 3. Februar. sPrtvatdepesche.^ Ein Kaiserlicher Erlaß untersagt bis auf Weiteres die Pferdeausfuhr über die russische und transkaukasische Grenze.

Lokales.

Gießen, 3. Februar. sElias-Concert.) Wir geben hier kurz den Gedanken­gang des Eliastextes, da seine Kenntnitz für eine gerechte Würdigung-des ganzen Werkes unbedingl nöthig ist, und es den Meisten bet der Auftührung unmöglich lein wird, ihn so rasch zu durchfliegen und seinen Zusammenhang mit der Musik zu ver­stehen und zu verfolgen. Ohne diese Kenntniß wird man blos Töne und Melodien hören, und das ist ja auch recht schön, aber zu wenig; denn sie verwehen wie der Wind mit momentanem Eindruck. Wir gehen in dieser Inhaltsangabe Nummer für Nummer vor, ihre Zahlen in Klammern nachfügend.

I. Elias verkündet des Herrn Gebot, daß weder Thau noch Regen kommen soll (Einleitung). Jammernd fleht das Volk in seiner Roth Gott um Hilfe an. (1. 2.) Obadjah mahnt zur Bekehrung; denn so .nur ende das Elend (3. 4.). Doch in seiner Angst kann eS kein Vertrauen fassen und sieht sich rettungslos verloren (5). Ein Engel geleitet Elias an den Bach Crith; der soll ihm Wasser, und die Raben ihm Brod bringen. Der Bach vertrocknet, und nun geht der Prophet auf des Engels Geheiß nach Zaparth zu einer Wittwe, die ihn versorgen soll (6. 7). Sein inbrünstiges Gebet reuet den Sohn derselben aus tödtlicher Krankheit, und dankerfüllt preisen Beide die Frömmigkeit und Furcht vor dem Herrn (8J, in gleicher Weife darauf die Schaar der Engel (9.). Er tritt vor den König Ahao und heißt ihn das Volk mit den Baals- priestsrn auf dem Berge Carmel zu versammeln. Ein Farren ohne Feuer soll auf­gelegt werden, zu ergründen, ob Baal oder Zebaoth der wahre Goll sei; wer nun mit Feuer antworte, der sei dex einzige Gott (10.). Die Baalspriester rufen ihren Götzen an, doch ohne Erfolg (11.). Elias höhnt sie (12. 13.); lauter und wilder tönt ihr Gesang keine Antwort. Da ruft Elias alles Volk zu sich heran. Heiß steigt sein Gebet zum Himmel empor (14.). Engel ermuthigen ihn und verheißen ihm Gottes Gnade (15). Noch einmal fleht er; da fällt Feuer herab, und alles Volk preist jubelnd den einzigen Gott Jehovah; aber die Baalsprtester werden auf des Propheten Befehl am Bache Eison geschlachtet (16.). Dann kündet er selbst Gotus gewaltiges Wort und Gericht über Alle, die sich nicht bekehren wollen (17). Ein Engel klagt über die Blindheit der Abtrünnigen (18.). Darauf bittet Obadjah Elias, den Herrn um Regen anzuflehen, und inbrünstig beten Elias und daS ganze Volk; endlich verkündet der auf den Berg ausgesandte Knabe, eine Wolke steige aus dem Meere empor; sie wächst, bedeckt bald den ganzen Himmel und reichlicher Regen strömt auf die Erde hernieder (19). Dankbar für seine Rettung stimmt alles Volk einen Lobgesang auf den Herrn an (20).

II. Engel trösten und ermuthigen den Propheten (21. 22 ). Wiederum tritt er vor den König, hält ihm seine Sünden vor und droht ihm mit Gottes Zorn; die Königin, gereizt durch seine Kühnheit, wiegelt das Volk zu seiner Ermordung auf (23.), und bieS stößt wilde Rufe aus (24.) Obadjah meldet Elias die Gefahr und räth ihm rasch in die Wüste zu entfliehen, er selbst bleibt auf des Propheten Geheiß daheim (25.). Elias verzweifelt fast (26.); während er ermattet ruht, tönt der Trostgesang der Engel (27.-29.). Ein Bote des Herrn weckt ihn und heißt ihn zum Berge Horeb zu wandeln, nochmals beginnt ein gewaltiger Kampf in feiner Seele (30.). Tie Engel trösten ihn wiederum (31. 32). Es wird finster um ihn, er besteigt auf des Engels Befehl die Höbe (33). Da erhebt sich ein Sturm mit Erdbeben und Blitzen; bann folgt ein Nilles, sanftes Säuseln, in ihm erscheint der Herr (34.), umgeben von Seiaphen, den Sängern seiner Heiligkeit (35). Diese gebieten ihm, nach Israel zu den siebentausend Getreuen wieder hinabzuziehen, die sich nicht vor Baal gebeugt (36.). Elias fühlt neuen Muth und die ganze Freudigkeit seiner Pflicht (36. 37.). Er erfüllt de- Herrn Wort und fährt bann in feurigem Wagen mit feurigen Rossen zum Himmel empor (38). Ein Engel preist die Gerechten und Elias Bestimmung (39), der vor dem jüngsten Gericht noch einen Versuch zur Bekehrung der Menschen machen sollte (39. 40). Tann weist prophetisch der ganze Chor der Engel auf den kommenden MesfiaS hin und singt von seiner und seines Vaters Herrlichkeit (41. 42.).

. Der heutige Tag ist der Geburtstag von Felix Mendelssohn- Bartholdy. Er ward geboren am 3. Februar 1809 und starb am 4. Novbr. 1847.

Gießen, 3. Februar. Verflossenen Dienstag wurde in der Sitzung hiesiger Strafkammer eine Frau von Grüningen wegen Verdachts des Meineids verhaftet. Dieselbe liegt bereits seit gestern in Krämpfen und wird deßhalb heute ihre Ueber- führung in das akademische Hospital erfolgen.

Universität- - Chronik.

Geh. Rath Prof. Olshausen in Halle hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Leipzig abgelehnt.

Privatdocent Dr. H. Bennecke in Marburg ist als Professor nach Gießen berufen und hat den Ruf angenommen.

Die Privatdocenten Dr. E. Schröder und Dr. I. Hoffroy in Berlin sind zu außcrord. Professoren ernannt.

Wie russische Blätter berichten, wird die Erösfnung der Universität Tomsk (Westsibirien), deren Gebäude längst vollkommen fertig ist, im Herbst erfolgen. Das Professoren-Eollegium ist bereits gebildet, und für das erste Studienjahr werden auf der Universität an 3540 Hörer eingeschrieben fein.

Der außerordentliche Professor der Philosophie, Herr Dr. Thurneysen in Jena, ist als ordentlicher Professor nach Freiburg berufen worden.

® nntU Ü?tel

Aus Berlin wird Folgendes geschrieben: Sieben Menschenleben sind in der Nacht zum vorigen Sonntag den tückischen Fluthen zum Opfer gefallen. Drei Arbeiter einer Fabrik, ein Schlosser und zwei Handarbeiter, die beiden letzteren Familien­väter, verließen Samstag in Charlottenburg ihre Arbeitsstätte, um sich in ihre Wohn­ungen nach der Müllerstraße zu begeben. Unterwegs besuchten sie mehrere Schank- statlen und in etwas angeheitertem Zustande eneichten sie das Rordufer Um sich einen Umweg zu ersparen, beschlossen sie, hier über das Eis zu gehen und so die Torfbrücke am Nordufer und die Fennstraße zu erreichen. Die beiden Verheiraiheten gingen voran. Sie hatten etwa die Mitte des Canals erreicht, als das Eis brach und Beide in deut Canal verschwanden. Der dritte Genosse lief über die nächste Brücke um vom Rordufer aus den beiden Verunglückten hilfreich beüufpringen. Kaum hatte er rndefsen das Els betreten, als dasselbe auch unter seinen Füßen verschwand und er tu die Tiefe versank. Alle drei wurden im Lause des Sonntags an denselben Stellen wo sie verunglückt, als Leichen aus dem Wasser gezogen und noch an demselben Tage von ihren Angehörigen recognoscirt. In derselben Weise sind im Spanbauer Schiff- fahrts-Canal, unroeit bes alten Steuergebändes, vier noch unbekannte Personen auf dem Eise verunglückt. Dieselben, von einem Maskenbälle kommend, sind beim Llebcr- Ureiten des Canals in eine aufgeeiste Wasserrinne gekommen und haben dort ihren Tod gefunden. Rach den Leichen wurde den ganzen Sonntag über, jedoch vergeblich gesucht.

, , ?in Trauerspiel w sich dieser Tage in Apolda abgespielt. Vor 8 Tagen

erkrankte hier ein ^abrikmadchen und der Arzt verschrieb demselben Medicin zum Ein­nehmen unb, em anderes Glas zum Einreiben. Wun hatte das Mädchen einen Schatz weid)er in (saftet der Mainz dient, diesem ließ sie durch die Flau, bei welcher sie EuÖnlsu ^rAbena bflB krank sei, er wöge kommen; zur besseren Glaubwürdigkeit lösen bte beiden Frauensleuten die Etiketten von den Gläsern und legen sie in den Bnef; hierdurch mag eine Verwechselung entstanden sein, das Mädchen trank die ium Einreiben beUimmte Dtebicin und oe, giftete sich damit, sie wurde nach dem Kranken- hause geschafft, wo sie bald verstarb; am Sonntag wurde sie begraben. Gestern Morgen langte ihr Schah ans Castel an, fand aber nur noch ihr Grab. Mittags erhielt der Getnetnbeoorstano eine Depesche aus Frankfurt a. M., daß der Soldat E sich ohne Urlaub aus seiner Garnison entfernt habe und wahrscheinlich in Apolda aufba te Nachmittags wurde er gefunden und festgenommen; da gab er gute Worte, man inöae ihn nochmals an das Grab seiner Braut lassen. Das wurde ihm unter Begleitung eines Schutzmannes gewährt. Auf dem Friedhöfe angekomnien, macht er eine rasche Wendung, läuft den Friedhof durch, überspringt das verschlossene Thor und entwl ckt so dem Schutzmann. Nachdem er einige Straßen durchlaufen hat, wendet er füh rvieder nach dem Friedhose, betritt in der Nähe einen Fleischerladen, fordert für 10

Wurst, ehe er diese bekommt, nimmt er das auf dem Tische liegende Fleischermesier nimmt seinen Weg birect auf den Friedhof an das Grab seiner Braut und schneidet sich dort die Kehle durch. Nach kurzer Zeit war auch er eine Leiche.

Gegen das DueUunwesen Hot die Berliner Universitätsbehörde folgende

Verfügung erlassen:Durch Erkenntniß des Senats vom 19. Januar sind drei Studenten wegen schwerer Gefährdung der akademischen Ordnung und Sitte, begangen durch Herausforderung von Commilitonen zum Zweikampf mit tödlichen Mafien (Säbel und Pistolen), zur Strafe der Androhung der Entferung von der Universität (Unterschrift des coneiliam abeundi) und zu einer zweiwöchentlichen Karzerhast verur- theilt worden. Desgleichen sind die Studirenden, welche bei diesen Herausforderungen als Cartellträger theilgensmmcu haben, mit der Unterschrift des coesilium abeundi unb mit oerhältnißmäßiger Karzerhaft bestraft worden. Den Studirenden wird dies mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß jede fernere Uebcrtretung der den Zwei­kampf verbietenden Bestimmungen für die Studirenden der Landes - Unioerfüät* vom 1. October 1879 auf das Nachdrücklichste geahndet werden wird."

Ein schmachbedecktes Leben hat vor Kurzem seinen Abschluß gesunden: das des Obersten Miquel Lopez, welcher den unglücklichen Kaiser Max verrathen hat Johannes Scherr bemeikt von demselben:Der Oberst Miquel Lopez, ein Oheim der Frau Marschallin Bazaine, auch Ritter der Ehrenlegion, soll den Erzherzog um 10,000 Pcsas an Escobedo verrathen und verkauft, d. h. an jenem Morgen den Be- ^6erern das Thor von La Cruz aufgethan unb sie sogar bis in das Schlafzimmer Maximilian's geführt haben. Allem nach, was man von biefem Lopez weiß, war er ganz der Mann bazu, diese Infamie zu begehen. Prinz Salm berichtet, daß nach seiner und »es Erzherzogs Gefangennahme in ihrer Gegenwart ein höherer repu­blikanischer Ossicier den Lopez laut als Verräther bezeichnet und hinzugefügt habe: Solche Leute benutzt man und gibt ihnen dann einen Fußtritt."

Marianne Brand, die Berliner Kammersängerin, befand sich auf Gastspiel in Newyork unb kam zum Postamt, um ein Packet aus der Heimath zu holen. Der Beamte verlangte ben Nachweis, baß sie die Sängerin Brand sei,sagen kann es Jeder".Sagen, ja, beweisen, nein! Ich will's beweisen!" Und nun ließ sie am Schalter ein paar schmetternde Läufe los, daß sich alle Fenster unb Thüren öffneten unb mit Staunenden füllten.Gut, gut",J sagte der Beamte dankend,Sie sind die Marianne Brand!"

poetischer Advokat.) Vor einem steierischen Gericht wurde folgender Proceß verhandelt: Ein Bauer, der sich eimn neuen Schweinestall bauen ließ, hatte seine vier Borstenthiere im Stalle seines Nachbars mit besten Bewilligung unter­gebracht. Als die Thiere getrennt werben sollten, stellte sich heraus, daß alle Thiere von der Lauskrankheit befallen waren. Jeder Bauer verlangte Entschädigung vom anderen, sie nahmen sich Rechtsbeistände und zogen vor Gericht. Der Eine der beiden Advokaten gewann dem borstigen Stoffe mit großer Gewandtheit die humoristische Seite ab und schloß seine beredten Ausführungen mit der geradezu klassischen Bitte: Der hohe Gerichtshss wolle gnädigst ermessen, auf welchem Schwein die erste LauS gesessen!" Diese gereimte Bitte rief natürlich schallende Heiterkeit hervor. Der Richter brauchte aber die schwierige Nuß nicht zu knacken, cs gelang ihm, einen Vergleich herbeizufuhren. u

Ein lustiger Zwischenfall im Gerichtssaal trug sich dieser Tage vor dem Schöffengericht einer Stadt in der Nähe Düsseldorfs zu. Der Amtsrichter richtete an einen Zeugen, der zur Eidesleistimg bereits die Hand erhoben hatte, noch die Frage: Jpaben Sie sich auch ordentlich geprüft?"Nee, Här Richter", erwiderte der Mann ganz erschrocken und ließ die Hand sinken,prüft hebbe eck noch nit."Prüfen" bedeutet am Niederrhein, was man anderwärtseinen auf die Lampe gießen" heißt, und der gute Mann dachte, eine herzhafte Schnapsstärkung sei eine zur Eidablegung gehörende Zeremonie, die er noch nachzuholen habe. Das über das ernste Gesicht des Richters, wetterleuchtende Lächeln unb bas schallenbe Gelächter des Publikums klärten ihm allmälig seinen sonderbaren Jrrthum auf.

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Landwirthschaftlich^s.

Ueber die Pflege der Kronen unserer älteren Odstbäume.

t-xenr.."^errlid)!" ruft der Laie entzückt aus, wenn er, die Fluren durchwandernd die Obstbaume sicht im vollen Schmuck ihrer Blüthen. Der Kenner möchte auch fährt Director Klee in demOesterreichischen landwirthschaftlichen Wochenblatt" fort um so eher im Anblick dieser Pracht frohlockend ausjauchzen, als er die Förderung des Obst­baues sich zum Ziele gesetzt hat doch leider kann er nur selten vollauf die Freude theilrn, denn beim Anblick der Krone gewahrt ei nur zu oft auch deren Verwahr­losung; er muß sich sagen:die Früchte werden nicht der Blüthenpracht entsprechen, weil die Krone nicht gepflegt wird." Vielleicht hat man die Baumscheibe aufgehackt auch von dem Stamme die abgestorbene Rinde unb das Moos abgescharrt aber

ist °ucd alles, damit glaubte man schon Übrig genug gethan zu haben; thun ja Viele filbst dies nicht einmal! Die Baumkrone verlangt aber, soll ber Obstbaum den höchstmöglichen Nutzen bringen, mindestens ebenso sorgsame Pflege wie Wurzel und Stamm. 0

. , . Di* Pflege der Baumkrone hat sich zunächst zu erstrecken auf das Reinigen der dickeren Aestc von abgestorbener Rinde, Moos, Flechten und Schwämmen. Wie kann man es rechtfertigen, daß diese Arbeit meist nur auf den Stamm beschränkt bleibt? Sowohl dik B- -tt,gung dcr abgcstorbenm Rinde, sowie au» di- der Schmarotzer befördert die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Bäume, die arötzere Güte der Früchte und die Vernichtung der Insekten, ihrer Larven und Eier. Es kann »war zu jeder Jahres,et diese Arbeit geschehen - nur nicht bei Frostwettrr. am besten aber geschieht es zeitig im Fruh,ahr bei seuchtcr Witterung mittelst der «aum'charre. Beim Ab­scharren der abgestorbenen Rinde achte man aber daraus, daß keine grüne Rind- ver­letzt werde. Tragt man doch mitunter kein Bedenken, dieselbe säst bis auf den Splint ju beseitigen. Wenn nun naturgemäß na» solcher unverständigen Behandlung das Wachslhum der Bäume sehr geschwächt, ,a sogar der Gefahr ausgesetzt wird, abzusterben dann pflegt man nur ,u gern dar Kind mit dem Bade auszuichulten und jegliche der- artige Pflege zu perhorresciren.

- An Bäumen s-hen wir die Aesie mit alten Wunden b-hastet, die, von falscher Pflege refultirenb, zu Höhlungen sich ausbilbcn merbin ober schon ausgebildet find. Erstere reinige man unö verstreiche sic gut mit Theer, letztere fülle man mit einem Mörtel, der, aus Theer unb Lehm bestehend, im Staube ist, die FeuLtiakeit abzuhatten unb das alte Holz vor dem Verwesen unb bem weiteren Aushöhlen zu schützen. v *

qr, , ili ttobl nicht nöthig, besonbers darauf hinzuwcisen, daß bas vom Baume Abgekratzte vorsichtig zusammengebracht unb verbrannt werde, da cs manche Insekten ihre Larven und Eier birgt Läßt man es unter ben Bäumen liegen, so macht sich dieses I ngezicser doch auf dieselben unb ber Zweck des Reinigungswcrkes wirb hier­durch nickt ganz erfüllt. *

Ein rationell wirthschaftendcr Obstbaumbesitzkr wii b bas Ausputzen seiner Pfleg­linge mchl unterlassen. Dasselbe finbet im October gleich nach der'Obsternte oder wenn die Baume keine Früchte haben, noch besser im Sommer statt, unb werden nicht nur alle diejenigen Zweige oder Aeste entfernt, welche schon beim Beschneiden der .Kronen junger Baume berücksichtigt werden müssen, sondern auch bas unfruchtbar ge­wordene Tragholz. ö

Reben letzteren also

1) alle dürren Aeste,

2) alle Aeste, die sich kreuzen oder berühren,

3) alle, welche zu dicht stehen,

4) welche senkrecht in die Krone wachsen,

5) welche zu tief berunhrbängen,

6) n lle Wasser schossen toer sogenannte Räuber, die man nur dann sichen lafjt, wenn man sie "enutzcn will, um Lücken in der Krone mit ben aus ihnen erwachsenden Acsten auszufülleu.

Das Ausputzen der Obstbäume im Sommer oder Herbst hat deßhalb den Vorzua vor dem gewöhnlich im Winter ober Frühjahr ftatlfinbenben, weil im belaubten Hu- ftanbe ber Baume bte abgestorbenen ober im Absterben begriffenen Aeste am besten ju erkennen find unb gerade im Sommer die gemachten Schnittwunden am besten vertheilen.

... Beim Aiisxutzen hat man hauptfächlich dahin zu streben, dem Baume eine schone, regelmäßige, lichtvoll- Krone zu geben. Man schneid- aber nicht, wie solches