Einzelbild herunterladen

Nr. 29

Freitag den 4. Februar

1887

Amts- und Anzcigkblatt für den Kreis Gießen.

Vnrei»rrr Schul st raße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher HHeiü

Betreffend: Den israelitischen Religionsunterricht in den Volksschulen des Kreises Gießen. Gießen, am 1. Februar 1887.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen

<m die Schulvorstände des Kreises.

Wir sehen Ihren Berichten innerhalb 8 Tagen entgegen, wie viele israelitische Kinder zur Zeit Ihre Schulen besuchen, in wie viel Stunden wöchentlich und in wie viel Abteilungen in denselben und von welchem Lehrer israelitischer Religionsunterricht erthellt wird und wie viel Schüler und Schülerinnen daran wirklich theilnehmen. r .

Erhalten Kinder einzelner Familien besonderen israelitischen Religionsunterricht, so wollen Sw dies angeben.

Ebenso wollen Sie uns die Zeugnisse der israelitischen Lehrer einsenden, auf deren Grund ihnen der Religionsunterricht übertragen worden ist. Dr. Boekmann.

Betreffend: Das Ersatzgeschaft für 1887. ^"ße^n, am ^-Februar 1887.

Der Civilvorsitzcnde der Großhcrzoglicheu Erslitz-Commifflon Gießen au die Großherzogliche» Bürgermeistereien des Kreises.

Sie wollen nunmehr mit Ausstellung der Stammrollen sofort beginnen und dieselben mit denjenigen für 1885 und 1886 bis längstens 10 L herbei w"ollen°Sie die dem Formulare vorgedruckte Anmerkung genau beachten, insbesondere alle Bestrafungen rc. unter RubrikBemerkungen" eintragen.^ ^ines Militärpflichtigen bei der Musterung mit zur Vorstellung kommen oder bereits im Heere dienen sollte, wollen Sie dies in

Sta^eclamationcn aus früheren Jahren, welche pro 1887 erneuert werden sollen, sind alsbald mittelst Bericht einzusordern.

Neue Reclamationen sind mit den Stammrollen vorzulegen.

Jost.

Belgien.

Brüssel, 2 Febr. I« Deputirtenkreisen verlautet, der Finanzminister dürfte binnen Kurzem einen Kredit von 50 Mill. Frei, sür die Armee, sowie für Refestigungr.Arbeiten um Antwerpen und zwischen Sambre und Meuse beanspruchen.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Brrrean.

Merlin 2 Februar. Se. Majestät der Kaiser nahm Vormittags den Vortrag Mtlninwskt'Ä entaeaen, empfing daraus im Beisein des Staatssecretär Bismarck den General Mena, welcher sein Abb-rusuna«schr-U>m überretchtE in Audien; und canserirte alsdann nach mit dem Staalss-cr-Iar Gr-l-n Rism-rck Nachmittags machte der Kaiser eine Spazierfahrl.

"öt Don aul unterrichletcr Seite wird bestätigt, daß in der klrch-npolit.sch-n ?kraae »wischen Preußen und dem Vatikan völliges Em°-rn-hm-n herrscht und daß di- Verbandlungen zu einer Vereinbarung suhrlen, deren Inhalt den sreund- schaftlichen Beziehungen zwischen der preußischen R-g.-rung und der papstl.chen Kune durchaus ^^^agsabgeordnete Er-mer verzichtet- definitiv aus eine Reichstags- crandidatur in Berlin und will für die Hauptwahlen überhaupt nicht candidtren. Für den b Berliner Wahlkreis soll ein Handwerker, wahrscheinlich Ob-rm-.,ter Brandes ausgesieM werden/ sür den 2. candtdirt Rechtsanwalt Wolfs als Compromißcand.oai, für deni 4. ^E^Febru7r"^DasJournal d-St. Petersbourg" spricht von den b-rrscke?d-n mNesorgungen und bemerkt, dieselben seien durch Z-itungsarUkel he^ nor-er^-n ohne Zweifel würden Rüstungen vorgenvmmcn dieselben seien aber durch npLtrn- allerdinas könne dadurch Mißtrauen entstehen, woraus wiederum em S ^r°°rgchenknnn° °b-rdie Einsicht der Regierungen bestehe darin, der Lage^Rechmmg^zu tragen; -'s sei wi-derholl zu Tag- getreten, daß keine R-g.-rung -in-" ^-8 wünsche. D-putirtenkamm-r. Der Ministerpräsident T-pr-tis verlas sstlaende Depesche des Generals Gens aus Massovah vom 29^v. M.: Am 24. Januar netten Nasalula Ghinda und schlug sein Lager östlich von ^aatl auf, welches er am 95 Januar angriff. Nach drei Stunden heftigen Kampfes wurde ^la.Iulah{®u^ " hpr Italiener betragen 4 Verwundete und 5 Todte, die Ver-

finb unbS Am 26. Januar wurden 3 italienische Eom- [ufte bcr ^b-sspnier sind (d «on Monkullo ausgebrochen waren, um

Z5«^°7«^s^älf, des Weges angegriffen Nach mehr-

IlÄSsSsass

suchung angeordnet. wurde heute mit der Thronrede

(Thriftiania, 2. Februar. Das Storthing über die Heeresorganl-

Aeulschlavd.

Darmstadt, 1. Februar. Schluß des Inhalt« Großh. Regierung«- Blattes (Beilage Nr. 2):

10. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 27. November 1886 dem Hosprediger Adolf Koch von Sofia die evang. Pfarr­stelle zu Pfungstadt zu übertragen; an dems. Tage den von Sr. Durchs. dem Fürsten von Solmr-Braunsel« auf die erste evang. Pfarrstelle zu Münzenberg präsentirten evang. Pfarrer Gottfried Weimar zu Albig sür diese Stelle, am 14 December den von Sr. Durchl. dem Fürsten von Ysenburg-Birstern auf erste evang. Pfarrstelle zu Offenbach präsentirten evang. Psarrer Dr. Hemrich Hager zu Offenbach sür diese Stelle, zu bestätigen. o ,

Am 9. Dccember wurde der Fuß-Gens'darm Franz Dietz au« Lampert­heim zum Steueraufseher ernannt; am 24. December wurde dem Schulamt«- aspiranten Job. David Grohe au» Dieburg die Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Sörgenloch, am 29. December wurden den Schullehrern Pcter Anton Muhl zu Neuhausen und Adam Bitz zu Appenheim Lehrerstellen an der Se- rneindeschule zu Kostheim, am 11. Januar wurde dem Schulamtsasptran en Jacob Braunewell aus Ober-Hilberrheim die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Erbes-Büdesheim übertragen.

11. Charakterertheilung.

Am ^December' wurde der Schullehrer an der G-meindeschule zu Wei»- kirchen Peter Kaiser aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langiähngen treue* Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1887 an, m den Ruhestand versetzt.

13. Concarrenzeröffnungen: ~

Erledigt sind: Die evang. Psarrstelle zu Ober-Breidenbach. Der Ge sammt-Fanillie der Freiherrn Schenk zu Schweinsberg-Rulsenrod steht da« Prä sentationrrecht zu der Stelle zu. Eine mit ernem evang. ^hrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heppenheim mit einem Gehalt von 300 Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Leh e zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reibertenrod einem Ge­halt von 900 Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstlle a der Gemeindeschule zu Hahnheim mit einem Gehalt von 900 JJiit Der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einer kalh. Lehrerin ^ besetzen Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Bretzenheim nut einem Gehalt von 900 JL.

Gestmben^sind: Am 10. December 1886 Landgerichtsdiener i. Anton Amend zu Gießen; am 12. ®ecem6er ber SofM L Slener >u Darmstadt: am 25. December der Schullehrer Franz Bogel zu Gau Algerheim; am 28. December der Rechnungsrath i. P. Georg Philipp Schnei- der zu Darmstadt.

Arankrcich.

Pari», 2. Febr. In einem allgemein sür inspirirt geltenden Entrefilet sagt dieFrance", nicht« in den Beziehungen zu den Mächten rechiserlig gegenwärtig herrschenden Beunruhigungen. Alle Gerüchte über Meinung schiedeuheiten im Ministerium seien unbegründet-