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17. Armee-Corps das Object der Probemobilisirung ist, bewenden. Jedenfalls müßte dieselbe, nachdem schon so lange von ihr die Rede gewesen ist und alle Vorbereitungen bis zum „Tüpfelchen aus dem i" getroffen werden könnten, ganz brillant aussallen, aber selbst in diesem Falle würde der praktische Werth der Probe doch nur ein fraglicher bleiben, da der Ausfall derselben nur einen höchst unstchern Schluß daraus gestattet, wie die Sache wohl ausschauen würde, wenn alle 20 französischen Armee-Corps mit einem Schlage mobilistrt werden sollten.
Prinz Ferdinand inspicirte am vorigen Sonntag die Truppen der Garnison von Sofia.
Deutschland. t
Stuttgart, 30. August. Der Minister des Innern, Julius v. Hölder, welcher erst vor kurzer Zeit von einem Kuraufenthalt aus Stachelberg zurückgekehrt war, ist heute Vormittag im Alter von 66 Jahren gestorben.
Trier, 30. August. Beim Katholikentag ist folgende Resolution eingegangen : „Die Katholiken Deutschlands gedenken mit größter Dankbarkeit der Verdienste de» Centrums um die Vertheidigung der Freiheit und Rechte der Kirche. Sie fordern die volle Selbstständigkeit der Kirche, ihres Oberhauptes der Bischöse und Priester. Sie werden mit allen Kräften dafür antreten, daß endlich im deutschen Reiche die vollständige Wiederherstellung des religiösen Friedens erfolge, daß alle katholischen klösterlichen Genoffenschaften aus ihrer Verbannung zurückberusen und nach den örtlichen Bedürfnissen verwendet werden Bnnen/ (Fr. Ztg.)
England.
London, 30. August. Im Unterhaus- erklärt Ferguffon, die Vereinig, len Staaten willigten ein, eine neue Commission zur Berathung über die nord- amerikanischen Fischereien etnzusetzen. Als Hauptcommtffar England, werde Chamberlain fungiren. Ferner theilt Ferguffon mit, der Emir von Afghanistan habe seinerseits das jüngste englisch-russtsche Abkommen bezüglich der afghanischen Grenze angenommen. Hamilton erklärt, fall« das verstärkte Nordsee-Geschwader zum Schutze der englischen Fischer auf der Nordsee unzureichend sei, müßten weitere Maßregeln erwogen werden.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. «Korrespondenz »Bnrearr.
30. August. Gestern waren der Prinz und die Prinzessin Wilhelm bet dem kaüerlichen Paare zum Thee. Heute hörte der Kaiser die Vorträae Perponcher's, des Oberstallmeisters Rauch und Albedyll's. Nachmittags 1 Uhr empsina Kaiserin Herren und Damen aus der Potsdamer Gesellschaft. Zum Din7r um w b,ä r-1-- M« di- SM.
S»‘Ä a5\SC?KCmbCr Ertrag gebunden erklären. Das Ftnanzconsortium würde seine Entscheidung nach Maßgabe des Resultats am 15. September Vorbehalten
30- August. Der astronomische Congreß setzte heute seine wissenschalt- fort unb wählte Brüssel für die nächste 1889 stattfindende Ver- ^gaben sich die Congreßmitglieder auf dem Postdampfer gcht he.7e naa»8®Ätrfe.C' "° 5eftbincr ftol,fiuib- ~ 3)08 Manövkrgeschwaber , . Pari», 30. August. Der Befehl zur Mobiltsirung des 17. Armee-Corvs wurde fccute ielegraphtsch erlassen. Die Mobilmachung beginnt morgen.
, , London, 30. August. Der Kronprinz traf Abends 8 Uhr in London ein nnh begab sich nach dem Bukingham - Palaste. Morgen treffen der Kronvrinr nnh hu ta^ab^61 m l” ^ueensbourough zusammen und reisen von dort nach Deutsch- d^Srad, 30. August. Der serbische Gesandte in Konstantinopel überreichte der ^m Setfelr übergeben »erb' 9 ' b“8 b“ £lnlc Vranje - Saloniki eröffnet unb
c , , 31. August. sTurnerisches.j Nach dem bereits Berossentli^iUn
findet das 41. Stiftungsfest des hiesigen Turnvereins (gegründet 1846) nächsten Sonntag, den 4. September, in Stein's Garten statt Wie wir hör™
.-bezüglich der Erlangung einer guten Musikkapelle jetzt gehoben indem Tbeü9hTciCn4pfua hin bei?aKen Kapelle abgeschlossen worden ist.' Der turnerische des Festes besteht, wie schon erwähnt, in: Vormittags 9 Uhr: Wettturnen der Nachmittags: Vorführung von Freiübungen, Schauturnen der Musterrieaen
611,1 ^abubungen und allgemeines Schau- und Kürturnen. Abends wird WWMMMNW
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Arztes war allzu enges Schnüren esire Ü"b^- Aussage bes
außerdem auch ein organisches Leiden vor roelrb^ Hhlr^ Unfatle3' doch liege scheinungen zu Tage gefördert Haden würde. $* 6 fur5 ober lan9 ähnliche Er- 53 WenYn ueXffen« IX^geftÄn.™'61''1"“11“'8 Dr" 3‘W6net tft ftn/Iter von Stabttheater ein oertleftef D^fter^äbnfi^mie Vn bem bat^unser
Gestern fanb eine Musikprobe statt'unb w7r man oll Baireuth.
und nur in der Nähe des Orchesters auf den Sverr^nL"11 bcik:®&ct zufrieden verändert gefunden haben. perrfitzen will man die Akustik etwas
Gestern^Abend traf^das' erste/'^Ewald B"rnfirghaus"^ benannt auS Salonboote, dasselbe gebaut ist, in Coblenz an. Das fdbmucfe (Schiff ^murb» D02 Duisburg, wo Ufer befindlichen Personen mit lebhaftem ^urrab Hunderten an dem
Schiff die erste fahrplanmäßige Reise nach Trarbach^unternommen9‘ °r0en bat ba§
A Aus Rheinhessen, 30. August, lieber ein frfirpt-fnfh/g m »
sich, verflossene Nacht in TOo ntmenbeim(«rrts OoDenbeim^t8 ^°^ommniß, bas «Um. S*»b« -W. D.« rfriÄtfÄS
ein großer Sttohhaufen verbrannt und am Morgen bade mnn v kohlten lleberrefte zweier menschlicher Körper vorgefunden Entmeh-r die ■.. Unachtsamkeit der Verbrannten das Stroh in Flammen geratben^h «x bur&K ) dritte absichtlich in Brand gesteckt worden und d^ beiden dar n s^?°^e sei^ hätten so ihren Tod gefunden. 0CWcn Dann Wenden
_ , — „In Kastel ist gestern ein Soldat des PionierbataiNcns m . 3
Straßenbrücke^ aus in den Rhein gesprungen und ertränkte sich 11 Donit.
erwartenden etrare soll das Motiv sein. d3‘ furcht vor einr 1
— Noch nehmen die Brände bei uns kein Ende- so mirh «„a c>- Wollstein) gemeldet, daß dort vorverflossene Nacht 3 Wohnhäuser 3 Ltürr/feIb fid und mehrere Stalle niedergebrannt sind. ' Ö^fuHte
r ~ In Dexheim rutschte am Samstag ein 14jähriaer Dreschwagen m die sogenannte Trommel der Dreschmaschine und DOn
I ^^b'n Räderwerke beide Beine vollständig zerfleischt vom Rumpf losa^-m ' I Ä4 SuIbc Junge von den Arbeitern noch rechtzeitig erfaßt onst^^' I falls als formlose Masse zum Vorschein gekommen. ° B ' 'onft wäre erje^ I t; - Durchsuchungen der Weinberge in den Gemarkungen Rntux t
l)el?rbend,b^^tWb,aU8 QUf 2ßUn,d’ ber Aschen R-gf-ruLT'^k,,, W-tzlar, 29. August. Ein Unglückssall, bcsftn Ursache mit ’
n'-"-als,u ermitteln fein wirb, ist heute Morgen bei Ankunft bes um «
hierfelbst eintrellenbMZuges ber Strecke Berlin-Metz entbot 8 Bt'- b-r Decke eines ber Waggons^iLbe nämlich bie Leiche bes Bremsers l.i I 8e6t,Cr A^mege aufgefunben. Wie bie ärztliche Untersuchmw I ?-“Äe ,b e na» nicht erkaltet war, herausstellte, hatte ber
Schäbelwunbe, aus welcher noch unablässig bas warme Blut heroorsi^ ' S|i‘ I aus ber Strecke Wetzlar-Lollar ein Tunnel nicht befinbet, so bleibt »57- - £a M Annahme übrig bafi ber Mann ausrecht auf ber Waggonbccke geftanbm h81,nur f“ bei einem pUchen Ruck bes Zuges gefallen fein muß, wobei er an rinTr l"6"' ll* Ä bukr Ä * etUt,m I,a6m biitffe- D-r Verunglückte ist
Berlin, 29. August. Ein entsetzliches Verbrechen ist aeftern t„ Z-) I kannten Miethskasernen im Norben ber Stabt verübt worben 9 ein Hamill,"" ll:
fT.5r»U.’ m“ d-r er lange Jahre zusämmengelebt unb bie mit ibmS?Mt?> I getheilt hat, meuchlings erschossen. Im Hause Hochstraße 37 bat basTl'i^^ p?°r eine Kellerwohnung inne. Der Mann, ist, nach bem Berichte dez«t s° Schmieb, bie Frau wirb als musterhafte Gattin gefdjtlbert, die ben ÖT1' I Mannes zusammenhielt unb ben eiben nach Kräften zu ocraröftern t^. ^nfl w inb zwei Kinder 6 unb 8 Jahre alt, entsprossen. ’ Vm S «e
I na* Häuf- zurück, bie übrigen S»mSberoo6ner Mrk 6 ?
baß zwischen den Gatten irgend welche lebhafte Auseinanderfetiung statsiand I M"tag kam Pohl in hie im Parterre bes Hauses benndliche Destillation I aller Ruhe ein Glas Bier, keine Spur von Ausreauna war nn ihm '
®r erzählte ben Gästen, baß er sein gutes Auskommen habe unb^tobTe^Ö*' I "b- Gegen 1«/, Uhr verließ er bie Destillation unb ging nach feinw m ? I Frau Pohl war eben habet, bas Mittagessen herzurichten9 Die sijs.
falls in ber Stube anwesenb. Das eine hörte wie b?e Sbür Ms es sich umkehrte, sah es, baß ber Vater ben Kopf zur TWr ber nf® aber nachbem er gesehen hatte, baß ihm bie grau, am Herbe beschästiat ^nV?
Hufebre, fofort roieber zuruckzog unb bie Thüre wieder schloß. Der Mrd^^ I silnen Plan gefaßt: er nahm einen Revolver aus der Tasche und Inh I Patronen. Plötzlich wurde bie Thür heftig ausgerissem Pohl stürmte herein" U R-"°l°-r °uf feine Frau gerichtet. Ehe biefelbe sich noch umbre en fn„n
I a.Uf Schutz burch ben engen Raum. Von mehreren Kugeln in den «Ück» ? I baä,“rme Opfer blutüberströmt über ben Herb zusammen Der
I stürzte aus dem Zimmer, ben rauchenben Revolver noch in ber Hand bieT,™ ^"aus na» ber «traße unb rannte gerabewegs einem eben vassirenden Echuhm-m in bie Hanbe ber ben Elenben fosort bingfest machte. Hausbewohner ellnn herbei, sie anben Frau Pohl, noch schwache Lebenszeichen von " 5^'
Blut-li-g-n Der Morbe! wurd?
^"kersuchung des Revolvers stellte es sich heraus daß aus bemfdh n «SÄ Ä“7, ‘"‘■“x» "«>- w»
«x- BStäS “jaiSÄWS 20 9d^ Mb"q?ochmlltnns^^ Bergsteiger, begaben sich Samstag tn !
20. D. M., Nachmittags, nach Saalfelden und stiegen am folgenden Taae bei aünftir > ^»ihprUn0rh 4r rU<? H^kerthal auf den Hochseiler. Vom Hochseiler begaben ft
gelbe nach bem Hochkönig. Schon aus bem Firn (Ueberaoüene älOe) fiel »
dn' fSTaHä6 ®*n7earft-h! “nb, bald begann es zu schneien, bis das Wetter ii S/hueegestober au^arkte. Gaugler und Schreier verfolgten auf itm taiacr ^rHen*fhi«9 f , »ur Schrarnbachscharte zuerst bie Spuren io: bichteste^ÄbÄ'nnb ^»b infolge Verwehungen verloren. Nun kamen sie in ! rar .cLUn« Schneegestöber von ber Richtung ab unb irrten bis 12 Uhr NM Sbüttenbm? diese Zeit fanben sie zusällig ein vom projectita
Huttenbau aus bem Hochkönig herrührmbes Bretterbreieck, bas sie nothdürftia alt nnmbn^nhC,C @:u*bultc d/rsicllten. lieber ihren Köpfen schloß sich bald die imm U und als es* (Aon Sc6n=e™affe- So verbrachten sie bie schauerlichen Nachtstuntei, Scknee mt?nr?bi^ Tag geworben, bohrte Schreyer burch ben 2 fOletcr titra , ^4 itnmrtfrr e n AOtr'r“m tn’ä Sreie zu gelangen unb sich zu orientta
Muämen” mnr niAt \e„ s nachgelasien, unaufhörlich stöberte es fort unb an eta sSnlnh nrrürf L’h? 1Jten'tJ.®'Äre9CrJ^rte daher nach einiger Zeit in ben eletßa
Mb te ctto°«pftt °°n der Anstrengung, Kälte unb Hunger, zujamne:. Gaugler wenbete sein Wissen unb seine ganze Kraft auf, Schreyer zu sich zu britts. ' naf*^mn?Uwh?vIan0h letzte Chocolabe-Täfelchen überließ er Schreyer, bie " Ö r^br 1 zerbrochen unb ber Rum ausgeronnen. Etwas Anderes hattenst Lane S '? qualvollen Zustanbe brachten sie, bewußt ihrer schre-klkio
(con Montag auf Dienstag) auf bem Gletscher zu. Der Main “I snbrÄe,a angebrochen. Beibe nahmen ihre letzten Stift , in-a^hn?’ bur4 r6?1 stellenweise zwei Meter tiefen Schnee burchzuarbeiten rt oLu (®e‘Aße,n/( flcb iu retten. Schreyer bat Gangler, vorauszugeben. 8>-
Weaes DSom finAfünt? ^"em Freunbe Muth zu. Es mochte bie Hälfte 8 n..ß ra 8 iur Schrambachscharte (ca. l>/2 Stunbe Gebzeit) jurf fräften fe'hHe brmerkte Gang er, baß Schreyer ihm nicht nachsolgte: lr riesausr-M ner m "r"b Ju,?r*e Ergebens seinen Gefährten - dieser war unb b.®
unbtobm k rur Bewußtlosigkeit erschöpft, von Saite, tl
-Vn breunb verloren zu haben, gequält, trachtete nun mtt äfi- hfj * ^ra,tci. etwas gestärkt durch bie märmenben Sonnenftr°hll ,
bie Schrarnbachscharte unb bie Mittelfelb-Alpe zu erreichen, was ihm, tbeilmeifc >t ™nÄj! schind unb oft bis über ben Kopf im Schnee, gegen SUbrMmittaz wLK i l Üblich gelang. Mit ber Unglücksnachricht würbe ein Treiber tu» (nbet' T« Bergmeister sofort eine Expebition von Knappen utl ||i| ?nn9wttMf rh* a'?tne c' vrocl*e am Mittwoch (24. August) um 1 Uhr Morgp E ffl,fi*tl trtiHibhrtUf?ra*cn “Sb Schreyer 6 bis 7 Schritte vor ber Nothhätte, am D- . /rsroren auffanben. Schreyer war also aus bem Wege zur Schr-m .
vielleicht in ber Hoffnung, in ber Nothhütte es noch auszuhaiüt raL«r„! iH ? Schreyer's Leiche würbe über Mühlbach nach Salzburg gebroci; (■ brnudet sich tm Ganzen verhältnißmäßig wohl, boch finb beide Füße zietn-b heftig bas Schneegestöber unb wie groß bie Kälte hort eben war, i# ,. n«H.,b“saU§ ^rtDr5 daß Beibc an ben Kopshaaren unb am Gesicht große Eisklunisa « ( zu entlebigen vermochten." Damit übrigens kein
«,,a . b°*Wnft aus ben Alpen vergehe, melbet das „Neue Wiener Tagbl-Ä' M;
a>^^E.ublut vom 25. b.: Bankbireetor Richarb List aus Leipzig ilt heute -
ck trii »?Tlta0B °brrhalb ber Franz-Josephshöhe beim gbetoeifcpflüdfai »bjeftu fl ?rrfelbe ist schwer jebod) nicht lebensgefährlich verletzt. Professor Dr. Sattler, der- ber Nahe anwesenb war, leistete bem Abgestürzten bie erste ärztliche Hilft- ®el 07 Ä ungluckte wirb nach Heiligenblut transportirt. .
- sEin chinesisches Geschwaber.s Bei Spiteheab wirb sich » den naM' j Mafien em aus den kürzlich in Europa gebauten Schiffen bestehendes starkes chmes l ||jg


