Allgemeiner Anzeiger
Ortskrankenkasse Gießen
Aeikgeöotenes
36. Jahrgang (1888).
größt Folio.
J- Kaan jun
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Alle 14 Tage ein Heft v. 24 Seiten größt Folio.
Orummetgras- Bersteigerung.
Das Grummetgras von den hiessen Pfarrwiesen wird nächsten TamStag den 3. September, Vormittags 10 Uhr,
M Dorfeld'schon Garten versteigert.
Wieseck, den 31. August 1887.
Sommerlad,
ti492 Großh. Bürgermeister.
Wärmegrade der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 31. August, Mittags Mischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15V, Grad, Luft im Schatten 18 Grad.
L. Ehr. Rübsamen.
6317] Pensionäre finden freundliche Aufnahme in einer gebildeten Familie.
Wo? sagt die Exped. d. Bl.
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Mehrere Morgen schönes Grummet- eiras abzugeben.
W. Löber, Brandgasse.
E,t64?0 Ein Bursche von 15—16 Jahren für leichte Arbeit nach Gießen, Riegelpfad 12, gesucht.
An-und Abmeldungen sind von heute an schriftlich nur bei dem Rechner Gg. Mtnoprio, Asterweg 26, erster Stock, einzureichen, (Sin* Weisungen in die Klinik und Krankengeld ebendaselbst in Empfang zu nehmen.
Landwirthfchaftliche Nachrichten.
Qnnpn ZZ Aussaat des Raps.] Die Aussaat dieser Frucht wird auch in warmen 2" r i vorgenommen, was mancherlei Uebelstände im Gefolge hat. Je
Fnmmf ^,Naps aufgeht, desto mehr hat er vom Insekt zu leiden, oft genug ps m°r' i ^5 Erdflöhe frühe Augustsaaten ganz und gar vernichten, so daß -L n* 9 e!*?e Ärocite Aussaat oorzunehmen. Um sich davor zu bewahren, empfiehlt
an-8«?? n 0ar ungünstig ist, die Aussaat Anfangs September vorzunehmen. Wird der Raps um diese Zeit, bei trockenem Wetter circa 3—4 Ctm., ungefähr l1/, Ctm. tief untergebracht, so wird, falls nicht widrige Umstände rnrnm, ' IQk Ebenso der den früheren Aussaaten geschehen kann, auf eine voll-
L Genuqenbe Entwickelung des Rapses vor dem Winter gerechnet werden können. Zjl. r’1, uoch bemerkt, daß sich das noch vielfach gebräuchliche breitwürfige Aussäen wif Drillen des Rapses, denn beim Drillen wird schon uw die Hälfte weniger Saat gebraucht. Es ist natürlich beim Drillen auf die ^Ülbubbschafienhett zu achten, bet geringerem Boden wird enger gedrillt als bei Achtem z. B. in Entfernungen von 30-40 Ctm., bei schwerem in Entfernungen von 50 -60 Ctm.
. 6 ~ (Huspflege bei dm Pferden.) Trotzdem es hinlänglich bekannt sein durfte,
daß eines der wesevtlichften Erfordernisse eines tüchtigen brauchbaren Pferdes ein ge- wnoer vuf tst, wird doch noch viel in der Hufpflege versäumt, wenn auch weniger aus Mangel an gutem Willen als aus Unkenntntß. Das sollte aber doch schon all- 9«nsn* C;f?nn! ^in und allgemein beachtet werden, daß der Huf, trotzdem er unempfindlich ist, einer sorgfältigen Reinhaltung bedarf. Auf dem Lande wird dagegen E/sAAfcA9 Amtlich wird der Huf der Pferde ab und zu gewaschen, das genügt fedoch durchaus nicht. Denn diese Art der Hufreinigung, bei der der Huf außen benetzt wird, fuhrt in der tfolge nur zu einer übermäßigen Austrocknung und Sprödigkeit des Hufes. Die nothwendrge Reinigung der Sohle und der Strahlgruben unterbleibt tndeß meistens. Sie sollte so oft als angänglich durch Auskratzen der genannten Theile bewerkstelligt werden, worauf dann ein Auswaschen dieser Theile mit kaltem Wasser zu folgen hat. Wenn dann die Hufe wieder trocken geworden sind, empfiehlt es sich, die Außenflächen etwas einzufetten.
Den verehrten Herren Dampfmaschinen-Besitzern empfehle hiermit, die als vorzüglich bewährten StopfbüchSdichtungSringe in allen fotzen fertig auf Maß, bei Abnahme von 5 Kllo ä Kilo X 3.50, größere wen ä Kilo X 3.30.
Dieselben bewähren sich besser als die bedeutend theurere Asbestschnur, ^ugeben Ballungen bitte äußere und innere Maße der Stopfbüchsen in mm
Lollar, im September 1887. Achtungsvoll
W5 A. Simon, Schlossermeister.
Neuheiten in Knopf- und'Besatzartikeln
^pfmg in reicher Auswahl und empfiehlt zu billigsten Preisen
Moclmd rn1n -ni,(6t "khr fern fein. Die mit dem B.'fchen Damxf-
^uetoctpep ang-st-llt-n Versuche fielen sehr befriedigend aus.
ffl,r*niaber unter dem Befehle des Admirals Lang versammeln. Dasselbe umfaßt kstnl Schiffe, zwei von der Firma Armstrong gebaute gepanzerte Schnellkreuzer, zwei in Stettin gebaute Kreuzer und em in der Themse gebautes Torpedoboot. Das Tor- ^doboot hat eine englische Mannschaft. Die übrigen vier Schiffe sind mit sechshundert chinesischen Matrosen bemannt und werden von chinesischen Cgpitänen befehligt, welche >>te Navigationsschule tn Greenwich besucht haben und an Bord britischer Panzer- schiffe ausgebildet worden find. Dem Admiral Lang stehen verschiedene britische -Mineofficiere zur Seite und wird sich mindestens einer an Bord jedes der Schiffe WDen Bahnhofswirtschaften sämmtlicher preußischer Staatsbahnen ist die Wrisuna zugekommen, vom 15. September ab in den Wartesälen 3. und 4. Klasse eine lasst guten warmen Kaffee ohne Milch und Zucker zum Preise von 5 H und mit Milch und Zucker zum Preise von 10 H an das Publikum abzugeben. Ferner ist den Mtaurateuren zur Pflicht gemacht worden, nur noch guten reinen Kornbranntwein zu Uhren. Geringwerthtge Branntweine, Fusel rc. zu halten, bezw. auszuschenken, ist iilrcngstens verboten. Die Reisenden sollen durch große, in die Augett fallende Anzeigen JJuj diese Anordnungen hmgewiesen werden.
- (Vor dem Militärgerichte.] Vor dem Wiener Garnisonsgericht spielte sich Weier Tage eine ergreifende Scene ab. Ein junger Mann von 22 Jahren, dem ein 'Zein amputirt werden mußte, während das andere in schwer leidendem Zustande sich Ihefindet und der mit Soldatenmontur bekleidet ist, wurde auf einer Tragbahre in den i&ial gebracht, um sich wegen des ihm zur Last gelegten Vergehens gegen die Sicherheit Ihrs gebens zu verantworten. Er ist actio dienender Soldat eines in Wien garnisonirenden Znsaalerie-Regiments und hat im December vorigen Jahres einen Kameraden unoor- Migenoeise erschossen, indem er mit seinem scharf geladenen Gewehre die bei der Rekrulenabrichtung erlernten Handgriffe producirte, wobei das Gewehr sich entlud und die Ladung den erwähnten Kameraden so unglücklich traf, daß er nach wenigen Minuten verschied. Der Infanterist verkroch sich vor Angst und Verzweiflung auf den Boden der Caserne und verblieb dort in der grimmigsten Kälte drei Tage, bis ihm beide vollständig abfroten. Er wurde in das Garnisons-Spital überführt, zu gleicher Zeit aber wegen unvorsichtiger Tödtung sttafgerichtlich verfolgt. In der vergangenen Äoche erst konnte in Folge seiner Krankheit die Verhandlung stattfinden. Der arme $ruppd, der mit schwacher Stimme alle Einzelheiten jenes unglücklichen Vorfalles ein- ggestand, machte einen herzergreifenden Eindruck. Man mußte ihn verurtheilen, machte fjedocd vom Strafmilderungsrechte umfassendsten Gebrauch und verurtheilte den Armen yu acht Tagen verschärften Arrests. Eine härtere Strafe seiner Unvorsichtigkeit hat er j freilich für sein ganzes Leben erlitten.
Prag, 25. August. Ein eigenthümlicher Patient hat vorgestern um 3 Uhr Machmittags auf der böhmischen chirurgischen Klinik sich gemeldet. Der Patient heißt Wenzel Kmansky und ist 25 Jahre alt. Derselbe erzählte den Aerzten, er sei Sonntag L*or acht Tagen als Wanderbursche in das Adelmann'sche Gasthaus in München gekommen und habe sich mit den Gästen unterhalten, wobei allerlei Scherz getrieben mrde. Ein Gast habe ihm, während er auf einige Augenblicke hinausging, eine kleine ÜÄchenuhr aus Blech sammt kurzer Kette in das Bier geworfen und es sei ihm beides Kim Trinken in den Schlund gerathen. Nun habe er die Uhr nicht herausziehen kiMM und so sei er in das Münchener Krankenhaus gegangen, wo man ihm zwar die Kette herausgezogen habe, was aber zur Folge hatte, daß er nun die Uhr vollends rrfdjhicfen mußte. Darauf habe er sich auf den Weg nach Prag gemacht, um hier »OR feinem Leiden befreit zu werden, denn die Uhr verursachte ihm im Magen große bchmerzen und er habe keinen Appetit. Professor vr. Weiß hat dm seltsamen Patienten vi Behandlung genommen.
Ein Dampf-Velociped, welches jüngst in der Maschinenfabrik von G. Bausch t: 6ann|tatt fertiggestellt worden, durfte das Problem eines leicht lenkbaren mit Dampf H-rriebenen ^-traßengefährts gelöst haben. Das Bansch'sche Dampf-Velociped ist vier- vimg, sehr leicht lenkbar, beliebig umzuwenden und anzuhalten, der Gang ist fast fMichlos. Der Fahrende sitzt vorne und hat die zur Inbetriebsetzung und Lenkung ^sorderlichen Hebel vor und. neben sich. Ein mit Petroleum zu heizender Siederöhren- ii.Mvikessel befindet sich hinten zwischen den beiden großen Rädern schief angebracht. Die Kraftübertragung auf die Räder geschieht durch eine Kette. Mittelst einer Vorrichtung kann die Geschwindigkeit der Fortbewegung für Berg- und Thalfahrt auf drei Eiedene Grade geregelt werden: die geringste Geschwindigkeit beträgt 4Vr Kilometer Stunde, die höchste dagegen bis 20 Kilometer per Stunde. Die Maschine besitzt \Wrbetraft und ist von sehr solider Construction. Die Zeit, in welcher $cr= MUgungs- ober Geschäftsreisende sich des ein- oder mehrsitzigen Dampf-Velocipeds
Literarische-.
iebenen-bcJtcn billigsten unter den mit Bilderschmuck ver- Verlabas'AnstnM Deutschlands, die ^Jllustrirte Welt" (Stuttgart, Deutsche Rosentbal'N^?^ ^eben ihren sechsunddreißigsten Jahrgang glänzend begonnen. Die Tockter brillante Erzähler, eröffnet ihn mit seinem neuesten Roman:
Les Lesers n 9 »Ä änt ' /inkm ^e, das von vornherein das ganze Interesse herlausenden nimmt. In nicht geringerem Grade gilt dies von dem daneben
si^^»"ben zweiten Roman: „Das einsame Haus" von Adolf Streckfuß dem flott flefffiviph. c... , e (*T*s ? von L. Maurice, sowie eine frisch und
bk diawfttttftKrfiftp ö"Sft: erfte, .°/tob'r ’ «"schließt. £>etnricb No« schildert
S, "! n Zuge „Aus dem Hirtenleben der Tiroler Alpen", Ernst Baum- cine ann Ubc\ diesjährige totale Sonnenfinsterniß" und so finden wir noch »iätbfel unbi@inCi,iAntfr6k tenmr betcbVn^r 2lrtitcI au§ Q[ten Gebieten b-s Wissens! ^ralyier und Spielaufgaben, Anekdoten und Witze, bunte Blätter aus der Tnneschrnnik fchmL"m.".°"bbw°»"°n Bdttorlft -inen stets ich
& F^e trefflicher Holzschnitte bestehenb, ist nunmehr noch
eÄlb7ur^ tes farbiges Sunftblatt: „Tas kleine Fräulein",'nach einem Pastell- ?on I. Koppay, vermehrt. In der That, es bedurfte dieser reizenden Beigabe kaum, um den Gesarnrnteindruck, den die ersten beiden Hefte des neu beaonnenen fta(teSanX?r /^auftrirtenJKelt" hervorbringen, so farbenreich als mögUch zu ge- non nur 30 ffi 'Ä roir i!0* "icht, ben ungemein billigln Preis
H^t noch ganz besonders heroorzuheben, der im Hinblick auf die Reichhaltigkeit des Gebotenen wohl einzig dastehen dürfte.
Ludwigsstraße 57 werden verschiedene 6496
Möbel,
als: vollständige Betten, Schränke, Küchenschrank, Schreibpult, Einmach- sässer und sonstige
räthe unter der Hand verkauft.
6441] Gut gebrannte Ruffensteine werden abgegeben. S. Katzenftein.
Seit Jahrzehnten hat sich die „Jlluftrirte Welt" als ein treuer und lieber <?rrefunLbcr Aamttie bewahrt und sie war immer bestrebt, den fortschreitenden Ansprüchen der Zelt gerecht zu werden.
Der soeben beginnende neue Jahrgang wird von zwei spannenden, um- sangreichen Romanen eröffnet: .Die Tochter des Kapitäns" von H. Rosen- hal-Bomn und »Das einsame Hans" von Adolf Streckfuß. Diesen großen fortlaufenden Romanen wird sich eine reiche Auswahl interessanter Novellen
s prächtiger Illustrationen wird das Journal schmücken
und der Preis bleibt der seitherige, nämlich
nur 30 Pfennig pro Heft
(also wöchentlich eine Ausgabe von nur 15 Pfennig).
Jedem Lesefreund sei daher die Anschaffung der „Jllustrirten Welt" an- gelegentlichst empfohlen.
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