galen Ordnung schaffe die wichtigste Voraussetzung für die Wahrung des Orientfrie- 'dens. Die „Presse" legt die Unmöglichkeit dar, heute zu emscherden, ob die Rückkehr des Fürsten Alexander auch ein Akt staatsmännischer Einsicht und Klugheit war, und gelangt zu dem Schlüsse, daß die politische Situation tu Sofia heute genau dieselbe geworden sei, wie sie vor 8 Tagen war, als von Zankow und Grujew die Revolution geplant wurde und als Fürst Alexander selber gestanden habe, daß er nur auf eine Gelegenheit warte, sich mit Ehren vom bulgarischen Throne zurückzuziehen. Die „Reue Freie Presse" besorgt nicht, daß die Rückkehr des Fürsten das Signal zu schweren Verwickelungen bilden werde, glaubt aber, daß der Fürst eine schwere Stellung haben und vielleicht große Stürme werde bestehen müssen, indeß sei auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß er sich mit Rußland versöhne.
Czernowitz, 29. August. Fürst Alexander passirte die hiesige Eisenbahnstation gestern Abend 6 Uhr. Der Zug hielt nur wenige Minuten, während derselben wurden dem Fürsten aber von der auf dem Bahnhof versammelten zahlreichen Menschenmenge unausgesetzt Ovationen dargebracht. _ , t ,
Pest, 29. August. Der „Pester Lloyd" meldet aus Belgrad, König Mtlan betrachte die Rückkehr des Fürsten Alexander mit der größten Befriedigung und habe einer hohen Persönlichkeit gegenüber geäußert, die Rückkehr des Fürsten bedeute eine Garantie der Konsolidirung der Zustände im Orient.
Bukarest, 29. August. Fürst Alexander ist Vormittags 10 Uhr hier angenommen und am Bahnhof von dem Ministerpräsidenten Bratiano, sowie den anderen Ministern und dem englischen Gesandten White begrüßt worden. Auch die hier weilenden Bulgaren waren zum Empfange des Fürsten auf dem Bahnhof erschienen. Seitens der provisorischen bulgarischen Regierung ist der Minister des Auswärtigen, Natchevitch, zur Begrüßung entsandt worden. Der Fürst und sein Bruder unterhielten sich mit mehreren Persönlichkeiten einige Zeit. Um 11 Uhr wurde die Weiterreise angetreten. Sowohl bei der Ankunft wie bei der Abfahrt wurden dem Fürsten von der zahlreich versammelten Menge Ovationen dargebracht.
Petersburg, 29. August. Die Flottenmanöver in den finnischen Scheeren beginnen morgen und sollen bis zum nächsten Donnerstag dauern.
Giurgewo, 29. August. Fürst Alexander ist Nachmittags 1 Uhr in Smarda (Giurgewo) eingetroffen.
Giurgewo, 29. August. (Telegramm der „Agence Havas".) Heber die gegenwärtige Situation Bulgariens hat Stambulow einem Korrespondenten der „Agence Havas" .folgende Aufklärung gegeben: Es beständen zur Zeit zwei Regierungen im Lande, eine in Sofia unter Leitung Karawelow's, die andere für das übrige Bulgarien und Rumelien unter Vorsitz Stambulow's. Letzterer babe sich von Karawelow getrennt, weil dieser der Absendung eines russischen Engußtekommissärs zugestimmt habe, während Stambulow die Situation ohne Theilnahme eines solchen wiederherstellen wolle. Demnach sei die durch die gestrige Proklamation Stambulow's designirte Regierung als wirkliche Regierung zu betrachten, welche mindestens bis zur Rückkehr des Fürsten nach Sofia von diesem als solche acceptirt werden dürfte. Major Grujew ist in Rahowa, mehrere andere Offiziere sind in Widdin internirt. Zankow befindet sich noch, ohne verhaftet zu sein, in Sofia, wird jedoch streng überwacht.
London, 29. August. Die anläßlich der Verurtheilung des Sozialisten Williams angekündigte Monstreversammlung hat heute Nachmittag 5 Uhr auf dem „Trafalgar Square" stattgefunden. Zu derselben trafen aus verschiedenen Stadttheilen Züge von Sozialisten ein, wobei die Musik die Marseillaise spielte. Mehrere Reden wurden gehalten und Resolutionen angenommen, in welchen die Freilassung Williams gefordert und die Nothwendigkeit der Emanzipation der Arbeit, sowie das Recht der Arbeiter, die Mittel zur Produktion selbst zu besitzen, verlangt wurden. Die Polizei war zu Fuß und zu Pferde in großer Zahl in der Umgebung des „Trafalgar Squares" aufgeboten, es kam jedoch keine Unordnung vor.
Bulgarien.
Nach einer von uns am Samstag Abend mittelst Extrablatt veröffentlichten Depesche ist Fürst Alexander am Samstag Nachmittag mittelst Separatzuges nach Rumänien, resp. Bulgarien abgereist. — Ein Extrablatt der „N. Hess. D" vom Samstag Abend meldet:
Nach heute Nachmittag 3 Uhr hier eingetroffenem authentischem Telegramm ist Fürst Alexander von Bulgarien, nachdem ihm sein Bruder, Prinz Ludwig von Battenberg, in Lemberg die für ihn mitgebrachten Depeschen behändigt hatte, sofort mit Extrazug über Czernowitz und Bukarest nach Bulgarien abgereist, wo er morgen Nachmittag eintreffen wird. Ein großartiger Empfang steht ihm daselbst bevor und dürfte hiermit die Verschwörung ihr Ende gesunden haben.
Die „N. Fr. Pr." meldet aus Kalafat: Die Verschwörer Major Grujew, Capitän Bendexew und zwei Complicen wurden, als sie zwischen Rahova und Lompalanka flüchtend auf einer Barke über die Donau übersetzen wollten, von bulgarischen Grenzsoldaten arretirt und über Lompalanka nach Widdin geführt. — Der Hofprediger Koch telegraphirt demselben Blatte: „Die Revolution wurde vom russischen Militär- Attachö Oberst Zacharew gemacht, der den Officieren für die Verjagung Alexander's im Namen des Czaren die Uedernahme in die russische Armee mit dem gleichen Range versprach. Die Verschwörung war seit fünf Monaten im Gange, in die über 60 bulgarische Officiere verwickelt waren.
Wien, 28. Augnst. Der „F. Z." wird telegraphisch gemeldet: Die Abreise des Fürsten Alexander nach Bulgarien erfolgte ohne irgend eine Ermuthigung Seitens der Mächte. Die plötzliche Entschließung des Fürsten kam hier überraschend. Man glaubt indeß nicht, daß Rußland, wenn der Fürst sich behauptet, eine direcle Action unternimmt.
Meldung aus Czernowitz: Der Fürst von Bulgarien passirte hier um 7 Uhr 30 Min. und wurde auf dem Bahnhofe mit stürmischen Rufen empfangen; er dankte lächelnd für die Ovationen und sah überhaupt sehr heiter aus. Zahlreiche Telegramme wurden in fein Coupe gegeben. — Officielle Persönlichkeiten waren nicht anwesend.
Die „N. Fr. Pr." meldet aus Kalafat: Grujew und Bendcrew befinden sich bereits im Widdiner Gefangniß. Man fand bei ihnen große Beträge von Imperials und Rubelscheinen vor. Nach einem Bericht aus Bukarest trifft Fürst Alexander Sonntag um 6 Uhr früh dort ein und reist nach Giurgewo weiter. In Bukarest sind zahlreiche Deputationen zu seinem Empfang bereit. Alle bulgarischen Städte treffen Vorbereitungen zu seinem Empfange und zeigen Enthusiasmus.
— Zankow soll, der „N. Fr. Pr." zufolge, vom Volke gelyncht worden fein. Bukarester Meldungen besagen, Zankow und Grujew seien zum Tode, der Metropolit Clement zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt. — Die „Pol. C." meldet, in Sofia herrsche andauernd Besorgniß wegen angeblicher serbischer Rüstungen, diese Beunruhigung werde auf die Umtriebe der russischen Agenten zurückgeführt, die zugleich versicherten, Rußland sei bereit, das Land vor äußeren Gefahren zu schützen. Demgegenüber erklärt die „Pol. C.", an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen zu haben, welche diese Ausstreuungen, deren Absicht allzu durchsichtig sei, völlig unbegründet erscheinen lassen.
— Der „F. Z." wird aus Berlin, 28. August, Abends, telegraphirt: Fürst Alexander von Bulgarien ist seit heute Mittag bereits wieder auf dem Wege nach Sofia. <£r hat, sobald er in Lemberg zum ersten Male über den Verlauf der Dinge seit feiner Verhaftung unterrichtet worden ist, sofort den Entschluß gefaßt, in sein Land zurück- zukehren, und ist dabei wohl in erster Linie der Stimme der persönlichen militärischen Ehre gefolgt. Einem Theile der hiesigen Abendblätter ist diese Thatsache noch unbekannt und sie gehen bei ihren Betrachtungen über die Situation noch von der Möglichkeit aus, daß der Fürst es vorziehen werde, nicht nach Bulgarien zurückzukehren. — Nach einer Meldung der „Post" hat der Fürst gestern zwei Telegramme aus Franzensbad erhalten. Ob diese für seinen Entschluß bestimmend waren, muß dahingestellt bleiben.
Das „Berliner Tageblatt" erhält aus Lemberg eine Darstellung des Staatsstreiches und der Reise des Fürsten, die der Bruder desselben, Prinz Ludwig, dem Korrespondenten mit dem Wunsche mitgetheilt hat, daß er als Quelle genannt werde. Diese Darstellung, welche die bisherigen Mittheilungen wesentlich ergänzt und berichtigt, zeigt, daß der Fürst bis zu dem Augenblick, wo er österreichischen Boden betreten hat, ganz niederträchtig behandelt worden ist. Danach war bei dem Staatsstreich das Militär weit mehr, als bisher bekannt geworden, beteiligt. Das erste Regiment, Welches die Hauptwache hatte, handelte im Etnverstandniß mit dem Kustendiler Bataillon
und marschirte heimlich ab. Um 2 Uhr stürzte die Palastwache in des Fürsten Schlafzimmer, drückte ihm einen Revolver in die Hand und flüsterte ihm zu: Rette Dich! Der Fürst eilte die Treppe hinunter, die in den Wintergarten führt, doch schon auf der Treppe traten ihm zwei Soldaten mit Bajonnetten entgegen. Der Fürst eilte in das Schlafzimmer zurück und fand dort bereits eine große Anzahl Offiziere, die ihm mit gespannten Revolvern entgegentraten. Einer riß ein Blatt aus einem Einschreibebuch und schrieb darauf unleserliche Worte; die übrigen nöthigten den Fürsten an einen Tisch, hielten ihm das Blatt vor und schrieen: Unterzeichne! Unterzeichne! Von allen Seiten dicht gedrängt, unter mehr als 20 auf seinen Kopf gerichteten Revolvern, schrieb der Fürst unter das unleserliche Gekritzel auf dem Papierfetzen nur die Worte: Alexander. Gott schütze Bulgarien! Dann wurde der Fürst in das Kriegsministerium geschleppt, wohin in gleicher Weise der überrumpelte Prinz Franz Joseph schon gebracht war. Nach einem Aufenthalt von zwei Stunden wurden beide Brüder getrennt fort' transportirt, jeder in einem besonderen Wagen, jeder zwei Offiziere neben sich, die ununterbrochen die Revolver nach dem Kopf des Transportirten richteten. Auf dem Bock neben dem Kutscher saß je ein Zögling der Junkerschule. Als der Fürst von dem Kriegsministerium abfuhr, standen dort nttndestens 40 Offiziere in Uniform, mit den Händen in den Hosentaschen ihn angrinsend. Hauptmann Benderow hatte, als dem Fürsten der besagte zu unterschreibende Papierfetzen bei der Scene im Schlafzimmer vorgehalten wurde, ihm fortwährend mit gespannter Pistole unmittelbar vor dem Gesicht herumgefuchtelt und gerufen: Siehst Du, das kommt davon, daß Du mich nicht zum Major gemacht hast! Betheiligt waren sämmtliche Offiziere der Junkerschule und des- 1. Artillerie-Regiments, viele Ingenieur-Offiziere, mehrere Offiziere vom 1. Infanterie- Regiment. Letzteres hatte der Fürst Tags zuvor inspizirt und dieselben Offiziere, welche um 2 Uhr Morgens mit Revolvern in's Schlafzimmer drangen, hatten Abends bei ihm gespeist. Die erste Nacht brachte der Fürst in einem Kloster, 25 Kilometer von Sofia entfernt, zu. Auf dem ganzen Wege nach der Donau schrieen jedesmal, wenn der Fürst den Mund öffnete, um eine Frage auszusprechen, die Offiziere: Schweig, sonst bist Du tobt! Auf dem Schiffe waren beide Brüder zusammen in die Kajüte gesperrt; zwei Offiziere mit gezogenen Säbeln standen vor der Thür, die Hitze war so furchtbar, daß schließlich der Fürst den Kopf zum Fenster hinaussteckte, worauf ihn zwei Soldaten mit dem Bajonnett zurückstießen und sofort die Wache alarmirten. Die Bitte, nur wenige Minuten frische Luft schöpfen zu dürfen, wurde rundweg abgeschlagen. Die Schiffswache bestand aus der zweiten Compagnie des Donauregiments mit sämmtlichen Offizieren. Am Dienstag Nachmittag um 4 Uhr erfolgte die Ankunft in Reni. Die Offiziere versuchten Jemand am Land zu finden, dem sie die beiden Prinzen ausliefern könnten. Als dies mißglückte, ging das Schiff zur Nacht wieder in den Fluß zurück. Am folgenden Morgen um 8 Uhr wurde wieder gelandet. Mittlerweile war der russische Truppen-Commandeur, ein Oberstlieutenant, zur Stelle. Nun wurden beide Brüder unter scharfer Bedeckung an's Land und auf das Bürgermeisteramt gebracht. Der Fürst bat, ihn die Donau abwärts reifen zu lassen, worauf man antwortete, das ginge nicht; er würde sein Leben riskiren; denn längs der Donau seien in allen Städten gedungene Mörder, ihn niederzustechen ober niederzuschießen. Ganze Räuberbanben seien aufgeboten, ihn einzufangen. Der Fürst entgegnete, es riskiren zu wollen; ba ward ihm ein Telegramm, batirt aus Petersburg, unterzeichnet: Minister Obrutschew, vorgewiesen, welches lautete: „Prinz Alexanber Battenberg — nur bieser Ausdruck war gewählt — barf nur über Lemberg ober Warschau reifen." So würbe am Donnerstag früh um 8 Uhr bie Reife angetreten. Ein Extrazug war von ber russischen Regierung bestellt, ba man bem Fürsten nicht erlauben wollte, einen gewöhnlichen Zug zu benutzen. In bem Zug waren ein Polizei-Lieutenant unb mehrere Gensbarnten. An der zweiten Station hielt ber Zug; ein höherer Beamter, Staatsrath unb Vertreter bes Gouverneurs, trat zu bem Fürsten unb verlangte bie Bezahlung (!) bes Extrazuges mit sechshundert Rubeln, sonst werbe nicht weiter gefahren. Der Fürst hatte ungefähr soviel gerade noch zufällig bei sich unb zahlte. In Bender hielt ber Zug anderthalb Stunden. Vor jeher CoupSthür staub ein Gensbarm mit aufgepflanztem Bajonnett. Außer einer großen Menge Publikums, das den Fürsten zum Fenster hinein verhöhnte, waren sämmtliche Offiziere des Dragoner-Regiments, besten, Chef Prinz Alexanber von Hessen, ber Vater oes Fürsten, ist unb ä la suite besten Fürst Alexanber bis zur Streichung aus ben russischen Armeelisten stand, auf bem Bahnhof zugegen unb beteiligten sich an ber allgemeinen Verhöhnung. Trotz ber Bitten bes Fürsten, den Wagen bei Seite schieben zu lassen bis zur Abfahrt, geschah dies nicht. Der besagte Beamte, welchem der Fürst 600 Rubel zahlen mußte, benahm sich sonst sehr höflich unb leistete gewissermaßen Abjutantenbienste.
Girugewo, 30. August, [fßrwatbepefdje.] Die gestern Abend erfolgte Ueberfahrt Alexander's nach, sowie seine Ankunft in Rustschuk erfolgte unter unbeschreiblichem Enthusiasmus. Auf der Landungsbrücke vor Rustschuk begrüßte den Fürsten der Metropolit, die Consuln, sowie eine von Stambulow geführte Deputation. Die Weiterreise nach Sistowo erfolgte heute früh.
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Gießen, 30. August. Das gestern unb vorgestern abgehaltene 40. Stiftungsfest bes hiesigen Turnvereins verlief in einer Weise, bie selbst die kühnsten Erwartungen des Vorstandes bei weitern übertrafen. Der am Samstag Abend abgehaltene Commers war von über 1000 Personen besucht unb verlief äußerst würbig. Mehrere Gesangvereine, welche in liebenswürdigster Weise ihre Mitwirkung zusagten, bildeten einen combinirten kräftigen Männerchor, welcher nicht wenig zur Verherrlichung der schonen Feier beitrug. Von bem gegenwärtig schon einige Tage anhaltenb schönen Wetter aufs Beste begünstigt, entwickelte sich bann auch bie gestrige eigentliche Feier unter nie geahnter Betheiligung, nachbem dieselbe durch einen imposanten Festzug nach Stein's Garten eröffnet worden war und welche aufs Herrlichste verlief. Ausführlicher Bericht folgt in nächster Nummer.
— Gestern Mittag wurden von einem Herrn aus Cöln auf hiesigem Bahnhofe 1500 unb heute Vormittag 50 Brieftauben in Freiheit gesetzt; sie erhoben sich sofort in bie Lüfte unb flogen dann in nordwestlicher Richtung davon.
Vermischte-.
][ Darmstadt, 29. August. Der commanbirenbe General bes 11. Armee- Corps, General ber Kavallerie Frhr. v. Schlotheim, ist gestern Abend hier eingetroffen unb im Hotel zur Traube abgestiegen. Der General beginnt morgen die hiesigen Besichtigungen. — Als eine Eigenthümlichkeit der diesmaligen Herbstübungen ber Großh. (25.) Division oerbient hervorgehoben zu werben, baß die Verpflegung ber Mannschaften währenb berfelben fast ausschließlich aus Magazinen erfolgen soll, bie Leute also ohne Verpflegung in ben Bürgerquartieren untergebracht werben; es be- beutet bies eine kriegsgemäße Hebung für das Gesammtpersonal ber Divisions-Jnten- bantur. — Der Ausschuß ber Vereinigten Gesellschaft hatte der Generalversammlung feiner Mitglieder den Antrag unterbreitet, das Osficiercorps des Großh. Feld-Artillerie- Regiments Nr. 25 in seiner Gesammtheit gegen Entrichtung einer Pauschalsumme aufzunehmen. Die Absicht des Antrags ging dahin, ben Officieren bebeutenbe Vergünstigungen bezüglich bes Jahresbeitrags (12 JL statt 51) zu gewähren unb dadurch mehr tanzenbe Herren herbeizuziehen. Die Generalversammlung lehnte inbessen ben Antrag mit 39 gegen 38 Stimmen ab. Man ist nun einigermaßen gespannt, was ber Ausschuß thun, bezw. ob er in Funktion bleiben wirb.
— Ein schlechter Witz war bie Nachricht, in Casale in Italien sollte sich ein Komiker auf offener Bühne erschossen haben. In ber Rolle, welche ber Schauspieler barstellte, kam ber Selbstmorb vor unb daraus hat ein italienisches Blatt bann bie schauerliche Nachricht fabrlcirt.
Rom, 28. August. Nach hier eingegangenen Melbungen fanben gestern Abend in Catania, Reggio (Calabrien), in Syrakus, auf ber Insel Ischia, in Bari, Avel- lino, Lecce und Potenza heftige Erberschütterungen statt. Die Bevölkerung dieser Orte verbrachte bie Nacht entroeber auf freiem Felbe ober in ben Kirchen. Von Schaben, ben bie Erberfchütterungen angerichtet hätten, wirb nichts gemelbet.
Neapel, 28. August. Gestern würben hier unb in Caserta, Foggia und Tarento leichte Erberfchütterungen verspürt. Aus Brinbisi wird eine stärkere Erdbewegung gemeldet, welcher nach kurzer Zeit ein zweiter Stoß folgte. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Athen, 28. iAugust. In ganz Griechenland sind gestern heftige Erderfchütte- rungen wahrgenommen worden, den größten Schaden richteten dieselben in PyrgoL


