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vahl der Tobten 14, die der Verwundeten 28 betrug, ungerechnet diejenigen Todten And Verwundeten, die in die Privathäuser gebracht worden sein mochten. Die Truppen, welche aufgeboten worden waren, bestanden aus 400 Mann Infanterie unter dem Lieutenant Wynandts, 150 Artilleristen unter dem Eapitän Verwey und einer Escadron Husaren. m r .... . , OA . ,

Späteren Berichten zufolge wurden 2o Personen getodtet und 90 verwundet (dieJndepev. belge" spricht dok 106 Verwundeten), darunter 40 Polizisten und zwei Soldaten. , , . m t , ..

Haag, 29. Juli. In der zweiten Kammer fragt Bernaert, ob die Regierung die Ausrechthaltung der Ordnung mit den bestehenden Gesetzen ver­bürgen zu können glaube. Minister Heemskerk bejahte diese Frage und fügte hinzu, die Regierung werde ihre Pflichten zu erfüllen wissen, selbst wenn ein noch strengerer Schutz gegen die Angriffe von Böswilligen, die das Volk irre- sührten, nothwendig würde-

Belgien.

Mons, 29. Juli. In dem Prcc ß gegen die Theilnehmer an der Zer­störung der Glasfabrik von Roux verurteilte der Asstsengerichtshof 2 Ange­klagte zu lebenslänglicher, 2 zu fünfzehnjähriger, 3 zu zwölfjähriger Zwangs­arbeit, 1 zu zehnjährigem, 2 zu fünfjährigem und 7 zu dreimonatlichem Ge- sängniß. Vier Angeklagte wurden sreigesprochen.

England.

London, 29. Juli. Folgende Ernennungen für das neue Cabinet wer­den noch mitgetheilt: Lord Cranbrook Präsident des geheimen Raths, Chaplin Präsident des Lokal« Government, Stanhope Präsident des Handelsamts, Lord John Manners General-Postmeister, Plunket Arbeitsminister, Webster Staats­anwalt und Lord Ashbourne Lordkanzler von Irland.

Wie dasBureau Reuter" erfährt, ist in Peking eine Convention zwischen England und China unterzeichnet worden. In derselben erklärt sich China mit der englischen Herrschaft in Birma einverstanden und verspricht eine Förderung des Handels, welcher durch ein besonderes Abkommen geregelt wer­den soll.

Oberst Frederick Stanley ist zum Staatssecretär für Indien ernannt worden. ___

Telegraphische Depesche«.

Wolff'S SeSegr. CEsWvWserrr - SSEa«.

Gastein, 29. Juli. Seine Majestät der Kaiser machte gestern vor dem Diner eine kurze Ausfahrt, nahm Abends den Thee iin Kreife der Familie des Grafen Lehn­dorff ein, wo er bis gegen 10 Uhr verweilte. Heute früh nahm der Kaiser ein Bad; um 11 Uhr hatte v. Albedyll Vortrag, um 12 Uhr machte der Kaiser eine Spazwr- fahrt. Die Kaiserin von Oesterreich trifft bereits übermorgen ein und steigt in der Villa Meran ab. t p rr ,£

Heidelberg, 29. Juli. Unter Theilnahme der Professoren mit ihren Frauen, der Studenten und der städtischen Notabilitäten fand heute Nachmittag 5 Uhr in der neuen Aula der erste öffentliche Festact statt; derselbe bestand in der Ueberreichung eines von den Frauen der Docenten gestifteten prachtvollen neuen Universitätsbanners. Die Tochter be§ Ophtalmologen Becker sprach ein schwungvolles Festgedicht, die Ge­mahlin des Professors Buelmerincq verlas die Schenkungsurkunde, welche bestimmt, das; der Prorector das Banner wohl der Gesammtheit der Studentenschaft, niemals aber einer einzelnen Körperschaft überlassen darf. Hierauf überreichte Professor Holsten ein von den Professoren gestiftetes, in Silber und Gold meisterhaft gearbeitetes Schreib­zeug. Prorector Belker dankte zunächst dem Großherzog und der Stadt für die glänzende Herstellung der Aula, hierauf den Frauen der Professoren für ihre kostbaren Geschenke und empfahl schließlich das neue Univcrsitätsbanner der Hut der Studenten­schaft. Der Vorsitzende des Studentenausschusses, Klaus, antwortete mit dem Gelöb- niß, die Studentenschaft werde das Banner stets hüten und in Ehren halten. Eist Festgesang eröffnete und schloß die Feier.

Wien, 29. Juli. Graf Kalnoky begab sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach Ischl.

Erzherzog Karl Ludwig und Gemahlin reisten heute Vormittag nach Ruß­land ab zum Besuche der kaiserlichen Familie.

Wien, 29. Juli. Eholerabericht In den letzten 24 Stunden sind an der Cholera in Fiume 3 Personen erkrankt und 3 gestorben, in Triest 10 erkrankt und eine gestorben.

Amsterdam, 29. Juli. Ter Socialistenführer Fortuyn wurde heute Morgen wegen Aufreizung der Bevölkerung durch aufrührerische Schriften verhaftet und in's Gefängniß abgeführt.

Konstantinopel, 29. Juli. Die Provenienzen aus Montenegro unterliegen einer lOtägigen Quarantäne.

Lokales.

Gießen, 30. Juli. Die hiesige Rudergesellschaft wird, nachdem die Mann­schaften für diese Saison außer Training sind, auch dieses Jahr wieder ein Sommerfest auf ihrem Bootsplatz arrangiren und zwar ist hierfür Sonntag der 8. August in Aussicht genommen.

Wie uns mitgetheilt wird, hat der Wetzlarer Ruderclub seine Betheiligung zu- aesagt und werden die blau- und rothweißen Farben vereint für den sportlichen Theil, bestehend in Auf- und Wettfahrten Sorge tragen, während unsere Regimentsmusik für den musikalischen Theil des Festes engagirt ist. Bei eintretender Dunkelheit ist bengalische Beleuchtung der beiden Lahnufer, sowie ein reichhaltiges Feuerwerk vor­gesehen.

Mitglieder und deren Familien-Angehörige haben freien Zutritt, während für Nichtmitglieder der Eintrittspreis auf 50 Pfg. festgesetzt ist.h.

Gießen, 29. Juli. sVon der letzten Einquartierung.j Ein biederer Land­wehrmann aus dem Vogelsberg erhielt dahier ein Quartier, das in der Erwartung eines Einjährig-Freiwilligen gut ausgestattet worden war. Der Landwehrmann schien den Gebrauch einzelner in diesem ZimMer befindlichen Geräthschaften nicht zu kennen. Wenigstens benutzte er ein mit einem Henkel versehenes Gefäß von weißem Porzellan zur Aufbewahrung einer aus seiner Heimath mitgebrachten Leberwurst. Rur durch einen Zufall entging diese gute Wurst der Ausleerung durch das Dienstmädchen.

Vermischtes.

Offenbach, 28. Juli. Kreisrath F. Hallwachs von hier ist in Falkenstein im Taunus heute gestorben.

Mainz, 27. Juli. In einem Hause der Welschnonnengasse entleibte sich gestern Abend eine verheirathete Frau, wie es heißt, aus Nahrungsiorgen. Als der Mann von der Arbeit nach Hause kam, fand er die Frau erhängt vor. Schon am Vormittag soll die Unglückliche einen Selbstmordversuch gemacht haben, an dessen Ausführung aber durch eines ihrer Kinder gehindert worden sein. Der Mann, der erst seit Kurzem aus Württemberg hierher gezogen ist, war über sein Mißgeschick so entsetzt, daß er ohnmächtig wurde und später in das Hospital gebracht werden mußte. Drang- salirung Seitens eines Gläubigers soll die Familie so in Roth versetzt haben.

Kassel, 28. Juli. In der sechsten Nachmittagsstunde ereignete sich gestern in der Nähe des zwei knappe Wegstunden von hier entfernten Dorfes Altenbauna ein Unfall, der einem Knaben das Leben kostete, drei andere Personen aber in die größte Lebensgefahr versetzte. In einer Lehmgrube beschäftigt, wurde plötzlich die Ehefrau des Arbeiters Weineck aus Oberzwehren mit ihren beiden 13 und 10 Jahre alten Söhnen und ein Knecht von einer gewaltigen Lehmschicht gänzlich verschüttet. Zwei des Weges kommende blutjunge Bürschchen von hier waren Zeuge der Katastrophe und besaßen

Verständniß und Muth genug, sofort mit eigener Hand das Rettungswerk zu ver- versuchen. Es war'ein saueres Stück Arbeit, dessen sich dieselben unterzogen. Dafür wurde ihnen aber auch die freudige Genugtbuung zu Theil, drei Menschenleben gerettet ru haben. Das jüngste Kind der Frau Weineck konnte leider nicht mehr lebend an s Tageslicht befördert werden. Die unglückliche Mutter und ihr ältester Sohn hatten so schwere Verletzungen davongetragen, daß sie in das Landkrankenhaus nach Betten­hausen geschafft werden mußten. Den so hart Geprüften begegnete auf dem Transport dahin der ahnungslos von der Arbeit aus Kassel nach Hause zuruckkehrende Ehemann und Vater. Gewiß ein schmerzlich-trauriges Wiedersehen.

Bad Ems, 25. Juli. Seit gestern befindet sich die hiesige Badegesellschaft wegen eines an sich bedauernswerthen Vorfalles in ziemlicher Aufregung. Eme junge Ausländerin nämlich, den besseren Ständen angehörig, welche sich mit ihrem Vater zum Kurgebrauche hier aufhält und heute von hier abreifen wollte, war des Diebstahls von Schmucksachen beschuldigt worden. Bei der gestern Abend vorgenommenen polizei­lichen Durchsuchung in der Wohnung der Beschuldigten fanden fick dann eine Menge Sachen von theils größerem, theils geringerem Werthe, welche in hiesigen Juwelier- und Galanteriewaarenläden entwendet worden waren. Ob, wie hier und da behauptet wird, die bedauerliche That der jungen erst 18jährigen Person in einem krankhaftem Zustande derselben seine Erklärung zu finden hat, wird die Untersuchung aufklären, da die gerichtlichen Behörden mit der Sache befaßt sind. Während der Vornahme der Haussuchung war das Haus von einer großen, Menschenmenge umstellt, da sich das Gerücht von dem Vorgekommenen schnell verbreitet hatte.

Rotenburg, 24. Juli. Bei Obergude ackerte gestern ein Bauer auf einem seit 7 Jahren mit Esparsette bestandenen Land, als plötzlich unter einem der Zug- thiere die Erde etwas nachgab; dieselben bewegten sich jedoch rasch vorwärts und als der den Pflug führende Besitzer auf jene Stelle gekommen, fest auftritt, stürzt die Erde unter ihm mit furchtbarem Getöse in die Tiefe und er rettete sich nur dadurch, daß er sich an dem sich vorwärts bewegenden Pfluge festhielt. Zur Zeit sieht man nur ein circa 14 bis 15 Meter tiefes, oben an der Oeffnung nur circa 1 Meter breites, sich aber nach unten kegelförmig bis zu ungefähr 10 Meter erweiterntes Erdloch. Die Formation des Bodens ist verwitterter Kalk, wie er vielfach in hiesiger Gemarkung zu Tage tritt.

London, 19. Juli. Auf eine wahrhaft schauerliche Weise fand am vorigen Samstag in Woolwich ein Arsenalarbeiter seinen Tod: er verbrannte in glühender Gußmasse Gegen Mittag ward geschmolzenes Metall in eine Eylinderform zum Guß einer 68-Tonnen-Kanone gelassen. Zur Abkühlung bedarf es gewöhnlich einer Zeit von zwei Stunden, diesmal aber wartete der Werkmeister, wahrscheinlich im Interesse des freien Samstag-Nachmittag, diese Dauer nicht ab, sondern beauftragte schon nach einer Stunde obigen Arbeiter Namens Moriarty, Hebeketle zwischen, die,Eylinderform und den eisernen Fußboden der Gußgrube, auf welchem die Gußmaße ruhte, ein­zuzwängen, um die Aufwindung der Form zu ermöglichen. Kaum fand die Hebung statt, als die noch nicht fest gewordene Gußmasse von unten auf zu beiden Seiten auf­schäumte und den Arbeiter in glühender Umarmung bedeckte, so daß bald jede Spur von ihm verschwunden war. Der Oberpolizeiinspector des Arsenals ließ darauf mit Haken und Ruthen die stetig fester werdende Masse bearbeiten, um für die Leichenschau wenigstens einen Theil der Leiche hervorzuholen, ohne aber mehr als gestaltlose, ver­kohlte Ueberrefte zu finden. Später doch ragten aus dem harten Block ,mehrere Glied­maßen hervor. Der Verstorbene war 32 Jahre alt und hinterläßt eine Wittwe mit 5 Kindern. Bei der gestern stattgehabten Todtenschau ließ sich eben nur feststellen, daß die Masse in Anbetracht des schwülen Wetters und des Formmatcrials, welches ein schlechter Wärmeleiter war, seine flüssigen Eigenschaften später als gewöhnlich einbüßte.

Die Verdeutschung der Speisezettel, welche der Gastwirthstag in Anregung.

gebracht hat, macht entschiedene Fortschritte. Der hannoversche Zweigverein des All­gemeinen deutschen Sprachvereins, dessen Vorsitzender Rudolf v. Bennigsen ist, ist jetzt ' mit der Aufforderung an die Gasthalter vorangegangen, die fremden Bezeichnungen 1 der Speise und Getränke von den Speisezetteln zu verbannen und hat vielfach seine . Bestrebungen von Erfolg begleitet gesehen.

HsmdeL Veek'rtzL.

sFalsche 100 ^L-Reichsbanknoten.^ Wie von verschiedenen Seiten gemeldet' wird, coursiren zur Zeit gefälschte Reichsbanknoten zu 100 X. Dieselben sind an' folgenden Zeichen kenntlich: 1) Die Buchstaben der Strafordnung unter dem rothen Kontrollstempel sind etwas zusammengedrängt -und größer als auf den echten Scheinen. Die blaue Färbung der Vorder- und Rückseite ist Heller. 2) Die am oberen Rande der Kehrseite eingedruckten Ziffern sind größer als bei den echten Noten und braun- roth statt hellroth. Die Farbe der Banknoten ist fast immer weißlich-grau statt hell­blau. 3) Das Wasserzeichen fehlt den falschen Noten und der Druck der Straf­androhung aus der Vorderseite ist schlecht, auch der des Adlers undeutlich. Die v Nummern der falschen Noten find nicht gleichlautend, sondern verschieden. Die rothen - Nummern auf der Rückseite sind nicht aufgedruckt, sondern vermittelst eines Pinsels aufgetuscht. 4) Die Ausführung der Schraffierungen, Muster und Reliefs ist , ungenau.

Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 29. Juli. Auf den heutigen ' hiesigen Markt wurden gebracht: 797 Stück Rindvieh und 750 Stück Schweine. Der - nächste Markt ist am Montag den 23. August d. I.

Die erste Ziehung der Baden-Badener Lotterie, auf welche wir vor einiger Zeit.unsere geschätzten Leser hingewiesen haben, findet am nächsten Montag den 2. August statt, und wollen wir nicht unterlassen, nochmals hierauf aufmerksam zu machen, damit Jeder noch die Gelegenheit wahrnehmen kann, mit geringem Einsatz großartige und werthvolle Gewinne zu erreichen. Die Verkaufsstellen der betreffenden Loose sind im Jnseratentheil unseres Blattes angegeben.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag den 31. Juli.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer vr. Naumann.

6. Sonntag nach Trinitatis, 1. August.

Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Feier des heiligen Abendmahls.

Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Die Kinderkirche fallt aus.

Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler, Nachmittags 2 Uhr m der Kirche: Pfarrer Schlosser.

ben Kirchbaufon ds sind weiter eingegangen: An Kapitalzinsen im Rechnungssahr 1885/86 260 X 5 aus den Opferbüchsen in der Kirche im Aprils Mai und Juni d- I. = 34 X 14 Gesammtbetrag bis jetzt 6862 X 09 H. Pfarre^Din^eVdeV bCr 2Bod^e vom h bis 7. August besorgt

Katholische Gemeinde.

7. Sonntag nach Pfingsten.

Von 6 Uhr an Beichte.

Um , .A ör: Ir^meffe und Ausiheilung der h. Communion. VzlO Uhr: Hochamt und Predigt.

2 Uhr: Andacht.

Gottesd ienst in der Synagoge.

<Sam§taBrC&® 8« Wr. ea§ta8 2Jior|,m 8 U6r' S-mst-g Mittag 4 UJjr,

Temperatur der Lahn.

Am 30.,Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15°, Lust 19° R. im Schatten.

L. Chr. Rübsamen.