Da- Tribunal. Zeitschrift für praktische Strafrechtspflege. Herausgeber Dv. Belmonte, Verlag von I. F. Richter in Hamburg. Erscheint iit Monatsheften. Preis vierteljährlich 3 X.
Der erste Jahrgang (1885) dieser dem Bedürfnisse des praktischen Leben- entsprungenen und von Männern des praktischen Lebens bestens geförderten Zeitschrift liegt nunmehr vollständig vor und es tritt an die Kritik die Aufgabe heran, über das Dargebotcne ihr Urtheil zu fällen.
Was zunächst die äußere Erscheinung des weit über 700Seiten starken Bandes anbelanzt, so können wir nicht umhin, die geschmackvolle Ausstattung und den sauberen Druck besonders zu würdigen, wiewohl wir nicht übersehen haben, daß der Druckfehlerteufel sein Unwesen verschiedentlich etwas ungestört getrieben hat, was bei einer Monatsschrift zweifelsohne streng zu rügen ist. Hoffentlich sucht der zweite Jahrgang, diesen Mangel kräftigst abzustellen.
Betreffs des Inhalts können wir ohne Einschränkung constatiren, daß das Tribunal gehalten hat, was es versprochen, daß es der schweren Aufgabe, die es sich gestellt hat, zu voller Zufriedenheit gerecht geworden ist. Die Hervorhebung einzelner Darstellungen wäre gleichbedeutend mit einer ungerechten Kritik vieler anderen. Jede einzelne Abhandlung stellt ein in sich abgeschlossenes, eigenartiges, aus dem vollen Menschenleben herausgerissenes und heraus erklärtes Bild dar, zu dessen Lectüre man sich um so lieber versteht, als sich die Artikel durchweg einer gemcinverftändlichen Sprache und einer treffenden, knappen Schilderung der Verhältnisse befleißigen. Möge der neue Jahrgang sich würdig an seinen Vorgänger anreihen.
Das Decemberheft des letzteren enthält neben einem kurzen Referat über einen dreifachen Mord, bezw. Todtschlag und einer psychologisch interessanten Schilderung einer Selbstdenunciation wegen Muttermords eine sehr lesenswerthe Darstellung des Processes Gräf von der Hand des Herrn R.-A. Holz (Berlin), des Vertheidigers der Bertha Rother. Wenn es dem Referenten nicht überall, besonders was vielleicht beabsichtigt war, nicht im Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegenüber gelungen ist, die volle Objectivität zu bewahren, so ist das vom Standpunkte des Vertheidigers aus zu beurtheilen; ob auch zu verzeihen? Bemerkenswerth sind die Andeutungen betreffs einer Reform unserer Strafproceßgesetzgebung. — Wenn es darauf ankommt, die
juristisch wichtigen Beweismittel und Thatsachen aus dem Processe Gräf in übersichtlicher Anordnung sich anzueignen, dem empfehlen wir die Lectüre der Darstellung im „Tribunal".
Das Decemberheft enthält schließlich noch ein Jnhaltsverzeichniß des ersten Jahrganges, sowie eine Zusammenstellung derjenigen Bestimmungen des R.-St.-G.-B., des G. - V. - G. und der St.-P.-O.« auf welche sich die in dem ersten Jahrgänge der Zeitschrift besprochenen Fälle bezogen. W.
Die Geschäftsfrau und die Gehilfinnen im Geschäft. Ein Lehrbuch des Wissenswürdigsten aus den Handelsfächern für Frauen und Töchter, welche im Geschäfts- leben stehen oder in dasselbe eintreten wollen. Bearbeitet von der Redaction des „Maier-Rothschild". Zum ersten Male wendet sich ein Buch an die Frauenwelt, welche ihren Beruf im Handels- und Gewerbsleben findet. Für sie alle ist noch kein Buch geschrieben und gedruckt, das sie für die Anforderungen dieses Berufs vorbereitet und befähigt. Und doch suchen und finden heutzutage Millionen von Frauen und Töchter aus allen Standeskreisen im Handel und Gewerbe ihr Fortkommen. Ein Buch nun, wie die „Geschäftsfrau", welches die Var- und Ausbildung der Frauen und Töchter für das Geschästsleben sich zur Ausgabe stellt, ist zum brennenden Bedürfniß für diese Kreise geworden. Mögen daher Frauen und Töchter im Gewerbestand, die Kaufmannsfrau, sei sie Wittwe oder stehe dem "Wann im Geschäft zur Seite, die Gehilfinnen im kaufmännischen Beruf nicht versäumen, auf diesen Führer durch's Geschästsleben zu abonnircn, zumal der billige Preis von nur 30 Pfennig pro Heft die Anschaffung überall gestaltet. Vollständig in ca. 15 Heften ä 30 Pfennig. (Verlag von Julius Maier in Stuttgart.)
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Die Angebote für die bezüglichen Arbeiten sind bis spätestens
Freitag den 5. n. Mts., Vormittags 11 Uhr, auf dem städtischen Vaubureau, Gartenstr. 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die ein-
Pflasterarbeit sollen mittelst Submission ver-
schlägigen Zeichnungen, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen zur Ein
sicht offen liegen.
Gießen, den 28. Januar 1886.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Heß, Beigeordneter.665
Brennholzversteigerung
in dem
Licher Gemeindewslb.
Donnerstag den Ä. Februar werden in den Distrikten Sauloch, Ettingshäuserkopf, Kronau und Riedköpfe versteigert:
87 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
4 „ Weichholz- „
74,8 „ Buchen-Knüppel,
14,8 „ Eichen- „
88 „ Nadelholz-Knüppel,
56 „ Weichholz- „
580 Eichen-Wellen,
2651 Weichholz-Wellen,
1640 Nadelholz- „
62 Rmtr. Buchen-Stöcke,
35 „ Eichen- ,
61,2 „ Nadelholz-Stöcke,
34 „ Weichholz- „
Die Zusammenkunft findet statt am Hattenröder Vicinalweg an der SLein- Lruchschneise Morgens 9 Uhr.
Lich, den 27. Januar 1886.
Großh. Bürgermeisterei Lich.
650 Walz.
1 Flügel, 1 Zither
s. billig zu verkaufen- .Wo? sagt die Exped. d. Bl. 655
Allgemeiner Anzeiger.
Holzversteigerung.
Dienstag den 2. Februar, Vormittags von SV2 Ubr an sollen in dem Albacher Gemeindewald, Distrikt Kreuzholz, Abtheilung 2 a, 2b und 5, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden:
Scheit. Knüppel. Reisig. Stock.
131 Rm. Buchen. 141 Rm. Buchen. 2780 Wellen Buchen, 64 Nm. Buchen, zweiter Durchforstung.
2000 Ast well en Buchen.
B. Bau- und Wagnerholz.
68 Eichenstämme von 5 bis 11 Mtr. Länge, enthaltend 16 Festm.
17 Nadelstämme von 11 bis 19 Mtr. Länge, enthaltend 5 Festm.
4 Nadelstangen von 8 Mtr. Länge, enthaltend 0,33 Festm.
Die Zusammenkunft findet im Distrikt Kreuzholz, Abtheilung 2 a statt.
Bemerkt wird noch, daß der Anfang mit dem Brennholz bei Nr. 41 gemacht wird, und das Bau- und Nutzholz von circa 11 Uhr an zum Ausgebot kommt.
Mach, den 26. Januar 1886.
Großherzogliche Bürgermeisterei Wach.
Balser. 641
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Aus unserer Kirchenkaffe sind am 1. April d. I. etwa 100000 Mark in größeren oder kleineren Beträgen gegen hypothekarische Sicherheit auszuleihen. Angebote wolle man an die Unterzeichneten richten.
Gießen, den 9. Januar 1886.
Der evangelische Kirchenvorstand.
Dr. Naumann, J. Hanstein.
Pfarrer.__________________269
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