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wolle er nicht eingehen, denn das Haus begebe sich damit seines Rechtes, die Tages­ordnung sestjustellen, und es würde nichts im Wege stehen, die Debatte über längst abgethane Fragen wieder aufzunehmen, sobald es dem ersten besten Vertreter des Bundesraths wieder einfiele, auf dieselben einzugeyen. Der Redner beleuchtet dann die Zollpolitik Deutschlands. Wir müssen, schließt er, an dem Ziele festhalten, von den eingeschlagenen Bahnen zu einer friedlichen Zollacra zurückzukehren. Der europäische Friede ist gesichert, hören wir von höchster Stelle betonen, es wird eine schöne Empfindung für uns sein, von dieser selben Stelle auch einmal bestätigt zu hören, daß der wirth- schaftliche Friede wieder hergestellt ist. (Beifall links.)

Staatssecrctär v. Burchard vertheidigt noch einmal den Standpunkt, daß bei der kürzlichen Berathung über die Anträge Ausfeld der Bundesrath zum Erscheinen keineswegs verpflichtet war und es wohl genügt, daß er nun eine Antwort ertheilt habe, nachdem er sich aus der stattgehabten Diskussion zu informiren vermochte. Die Einwendungen des Abg. Brömel sind nicht zutreffend, zeigt es sich doch gerade, daß England, das Land des Freihandels, an einer sehr großen Ueberproduction und Ruß­land, das Land des stärksten Schutzzolles, an einer wirklichen Ueberproduction laborire. Die Vermehrung der Sparanstalten habe der Vorredner zugegeben, ein Consumtions- rückgang ist, abgesehen von Bier und Tabak, nicht eingetreten; eine Zunahme der Wohlhabenheit ist nachweisbar, die Situation der Arbeiter ist im Allgemeinen günstiger als 1879. Abg. Brömel behauptet, daß die amerikanische Getreidezufuhr eine minimale sei. Die Zufuhr aus Rußland ist ja freilich größer, aber minimal ist doch die ameri­kanische mit ihren 46 Millionen Centnern nicht.

Abg. Fr ege (cons.) bestreitet, daß die Anhänger der Schutzzollpolitik sich ver­mindert haben, nur einige Industrielle seien abtrünnig geworden, darum werde man auch am bestehenden System nicht rütteln.

Abg. Kalle (natlib.) hatte die Absicht, gegen die Einführung eines Wollzolles Protest zu erheben und diesen zu begründen; da aber dazu nach der Rede des Abg. Frege keine Aussicht ist, kann er auf das Wort verzichten.

Abg. v. Schalscha (Ctr.) schildert in eingehender Weise die schmierige Lage der Landwirthschaft, für die die Gegner der Schutzzollpolitik noch immer kein Ver- ständniß zu haben scheinen und polemisirt gegen die Ausführungen der Abgg. Barth und Broemel unter ausführlicher Schilderung der Verhältnisse des Getreidemarktes in den Productionsländern; er bekämpft des Weiteren die Goldwährung, die, wo die Lage eine schwierige sei, hauptsächlich die Veranlassung dazu gewesen sei. Der Zolltarif hat uns große Vortheile gebracht, allerdings sollten wir von Zollplackereien, wie sie hier neulich schon zur Sprache gebracht wurden, verschont bleiben, damit das Publikum nicht in jedem Zollbeamten einen persönlichen Feind erblickt.

Abg. Dr. Barth (dfr.) macht auf die Differenz zwischen der Rede des Abg. Dr. Frege und der heute im preußischen Abgeordnetenhause gehaltenen seines Partei­freundes von Wernigerode aufmerksam, der u. A. auch neben der Doppelwährung einen Wollzoll und Erhöhung der Getreidesteuer verlangt habe. Die heutigen Zahlen des Abg. von Schalscha sind zum Theil unrichtige, es läßt sich thatsächlich haarscharf nachweisen, daß der Getreidezoll als Last auf die deutschen Konsumenten fällt. Die Ausführungen des Staatssekretärs von Burchard über die Ueberproduction in England und Rußland sind selbstverständlich, denn es liegt nicht an Freihandel und Schutzzoll, sondern an einerseits hohen und andererseits geringen Intelligenz der Länder. Der gesteigerte Konsum von gesalzenen Häringen, an dem der Staatssecrctär die Kauf­kraft des Landes bezeichne!: wollte, ist durchaus kein gutes Zeichen, denn es ist eine volksmirthschaftlich feststehende Thatsache, daß das Volk, sobald Fleisch sich als ein zu theures Nahrungsmittel erweist, Häringe in verstärktem Maße konsumirt werden. Sie haben durch die Jnaugurirung der Schutzzollpolitik seit 1879 eine internationale Ver­antwortung übernommen, denn danach erst haben Rußland und Oesterreich, die für unseren Export hauptsächlich in Betracht kommen, ihre Zölle erhöht, was für unfern ganzen Handel wahrlich nicht von Vor.heil ist.

Abg. von Kardorff (Reichspartei) wendet sich gegen diese Ausführungen, ver­theidigt die Wirthschaftspolitik der Reichsregierung und erörtert ausführlich die Wirkung der Goldwährung, der er einen Haupteinfluß auf die Lähmung und Hemmung einer sonst lebhafteren Entwickelung zuschreibt.

Die Debatte wird morgen fortgesetzt. Schluß s/46 Uhr.

Bestreitung der Kosten der englischen Besatzung zu zahlen hat. Mukhtar Pascha übernahm es, einen Plan für eine Reorganisation der egyptischen Armee aus­zuarbeiten. Drummond Wolff hob die Nothwendipkeit hervor, auf die Schaffung eines wirklich tüchtigen egyptischen Officier-Corp« hinzuwirken.

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Reichstag.

E. R. Berlin, 21. Januar 1886.

Der Reichstag erledigte in seiner heutigen Sitzung zunächst den zwischen Deutsch­und der Dominikanischen Republik abgeschlossenen Vertrag ohne weitere Debatte

setzte sodann die gestern abgebrochene Etatsberathung fort.

Abg. Broemel (dfr.) kritisirte als erster Redner das eigenthümliche Verfahren, ,der Bundesrath bei der Berathung der Ausfeld'schen Anträge beobachtet habe. ' Die Art, wie Herr v. Burchardt dasselbe vertheidigt, sei nur dazu angethan, die Sache in einem noch schlechteren Lichte erscheinen zu lassen. Aus die Ausführungen desselben

Die Königin bedauert, daß sich die Lage der Landwirthschaft nicht verbessert habe, und constatirt die Erneuerung der Agitation in Irland mit dem Ziel, die Be­völkerung gegen die legislative Union zwischen England und Irland aufzureizen. Die Königin betont ihren festen Entschluß, jede Aendernng des Unionsgesetzes fernzuhalten und hält sich überzeugt, daß sie dabei vom Parlamente wie vom Volke unterstützt werden wird, sie bedauert den in Irland organisirten Widerstand, durch welchen man sich den gesetzlichen Verpflichtungen entziehen wolle und das System des Terrorismus, das man zu diesem Zwecke verfolge. Wenn, wie man Grund habe, zu befürchten, die bestehenden Gesetze nicht ausreichen sollten, diesen wachsenden Uebetn zu begegnen, hege die Königin das Vertrauen, daß das Parlament die Regierung mit allen nothwendigen Vollmachten ansstatten werde. Die Regierung werde Gesetzentwürfe vorlegen zur Her­stellung der administrativen Autonomie für die Grafschaften Englands und Schott­lands mittelst der Einsetzung von Räthen, bereu Mitglieder von der Bevölkerung gewählt werden sollen. Die Regierung bereite einen ähnlichen Gesetzentwurf auch für Irland vor.

Die Parlamentseröffnung erfolgte int Ober Hause mit dem hergebrachten überaus glanzenden Eeremvniell. Die Mitglieder des Oberhauses waren in ihren Amtsroben erschienen. Die königliche Familie war außer der Prinzessin von Wales, der Prinzessin Louise und der Prinzessin Ehristian zu Schleswig - Holstein zugegen. Auch das ge- sammte diplomatische Corps wohnte der Feierlichkeit bei. Die Thronrede wurde vom Lordkanzler verlesen.

London, 21. Januar. Unterhaus. Hicksbeach kündigt an, er bringe nach Schluß der Adreßdebatte mehrere die Geschäftsordnung des Unterhauses betreffende Anträge ein, wofür er die Dringlichkeit beantragen werde.

Rom, 21. Januar. Die Regierung hob die Quarantäne gegen die Provenienzen aus Tunis auf, die Schiffe unterliegen blos einer ärztlichen Untersuchung; wenn ein Patent über die Integrität beigebracht wird, erfolgt die Uebersahrt anstandslos.

Madrid, 21. Januar. Der Leiter desProgreso", oes Organs Zorilla's, wurde verhaftet.

Bukarest, 21. Januar. Die Kammern nehmen heute ihre Sitzungen wieder auf.

Belgrad, 21. Januar. Die Majorität des Ausschusses der Fortschrittspartei sprach stch für den Abschluß des Friedens aus unter Wahrung der Ehre Serbiens, wenn auch mit Verzicht auf die Herstellung (des Gleichgewichts?) der Balkanstaaten durch die Verhinderung der bulgarisch-ostrnmelischen Union, da letztere nur durch einen neuen Krieg verhindert werden könnte. Die Kundgebungen im Lande seien in diesem Sinne zu nehmen.

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Vermischtes.

Aus Oberhessen. Ein sehr rafftnirter Betrug wurde in einem Lcmdorte ausgeführt. Der Gerichtsvollzieher brachte verschiedene gepfändete Waaren eines Specereikrämers unter den Hammer, darunter auch ein Faß Rüböl. Der Spunden war entfernt und überzeugten sich die Steiglicbhaber durch Eintauchen mit dem Finger von der Güte der Waare. Einem Concurrenien wurde das Faß zu 90 JL zugeschlagen. Als er nach einigen Wochen das Faß in Zapf nahm, zeigte es sich, daß dasselbe mit Wasser gefüllt und nur ganz oben zur Täuschung der Steiglustigen mit Oel überdeckt war, so daß bei der Subhastation der Betrug nicht gemerkt wurde. Für den Schaden ist natürlich der Fälscher verantwortlich, aber wer ist dieser.

Darmstadt, 21. Januar. Ein der Mitthäterschaft an dem an den Eheleuten Fach verübten Verbrechen Verdächtiger wäre, wie es heißt, in Offenbach verhaftet worden.

Frankfurt a. M., 20. Januar. Die Friedhofs - Affaire wird mehrere Ver­handlungstage, sicherlich drei, in Anspruch nehmen, denn es sind nicht weniger als 76 Zeugen geladen. Wie dieKl. Pr." mittheilt, wird Eommissar Meyer für die zahlreichen Körperverletzungen verantwortlich gemacht; Schutzmann Winglcit wird be­schuldigt, drei fliehende, bereits am Thor angelangte Theilnehmer am Leichenbegängnisse mit seinem Säbel ganz ohne Grund geschlagen und verletzt zu haben, während die Schutzleute Hohmann und Schweiger beim Absuchen des Kirchhofs einen harmlosen Maurer, der erwiesenermaßen mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu thun hatte, mit ihren Säbeln in Behandlung nahmen. Die Verhandlung wird eine sehr in­teressante werden und zwar um deswillen, weil Eommissar Meyer den Nachweis bringen wird, daß ihm die schriftliche Weisung ertheilt worden, eventuell seiner Aufforderung, auseinanderzugehen, mit der Waffe den nötigen Respect zu ver­schaffen. Die Anklageschrift ist den vier Beschuldigten seit einigen Tagen zugestellt worden.

Siegen, 19. Januar. DieKöln. Ztg." brachte vor Kurzem von hier aus einen Bericht über die schwere Mißhandlung eines Försters durch Holzfrevler. Der Förster war darnach an einen Baum gebunden und seinem SchiFsale überlassen worden, bis ihn nach zwei Tagen ein College fand und dem Halbtodten Rettung brachte. Im Siegerlande war die Geschichte nicht passirt und man las sie demnächst aus Hadamar im Nassauischen in fast gleichem Wortlaut berichtet. Jetzt macht nun Oberförster (Stifter in Hadamar bekannt, daß an beregter Nachricht, wonach der Förster von Niederzeuzheim in oben angegebener Weise mißhandelt worden, obschon die Geschichte allenthalben er­zählt wurde, kein wahres Wort sei.

Berlin. Der Kaiser besuchte am Montag Nachmittag die Eisbahn am Neuen See. Vom Wagen aus sah er bei einer Umfahrt um den See dem frohen Getreide mit sichtbarer Freude zu. Auf der Eisfläche tummelten sich zur Zeit gerade Prinz Heinrich und seine Schwestern, während das kronprinzliche Paar als Zuschauer am Ufer stand.

Adolf Phillips, der frühere Neichstagsabgeordnete für Mainz, ist gestorben.

Stuttgart, 19. Januar. Im Keller des Colomalwaarenhändlers Hugo Klinger (Marienstraße 18) explodirtr um 5 Uhr Nachmittags ein Benzinkolben, welcher durch das Hinabrollen eines Petroleumfasses umgeworfen wurde und sich entzündete. In dem über dem Keller sich befindenden Friseurladen des Herrn Leinert wurde der Fußboden durchgeschlagen und sämmtliche Einrichtunzsgegenstände auf das Trottoir geworfen. Schwer beschädigt wurden zwei Kinder im Hofe und der im Keller hantirende Knecht, ferner der Friseur Leinert und dessen Dienstmädchen.

Ansbach, 15. Januar. Eine schreckliche Nacht machte der Schwemehändler Beck aus Noßstatt durch. Derselbe glitt Nachts beim Heimgehen auf den Schienen der Weiterdorfer Bahnüberfahrt aus und brach den Fuß. Alle seine Bemühungen, von den Schienen zu kommen, waren umsonst, da er vor heftigen Schmerzen sich nicht rühren konnte. Auch sein Hilferufen ward nicht gehört. Nachdem der Unglückliche 6 Stunden in der großen Kälte gelegen hatte, entdeckte ihn Morgens der Weclfielwärter Lauth, der vor dem Frühzuge seine Strecke beging. Bei Beck lag sein großer Hund, der ihn erwärmte und so vor dem Erfrieren schützte.

Dresden. Die schlimmsten Folgen wirthschaftlicher Krisen machen sich in Meerane, einem der größten Fabrikorte Sachsens, bemerkbar. Noth und Elend ist in die Arbeiterfamilien eingezogen, dazu noch Krankheiten, wie Nervenfieber und Typhus. Die Armuth mancher Arbeiterfamilien ist so groß, daß sie ihre Wäsche, Möbel, ja so­gar ihre Betten versetzen müssen. Es ist nach privaten Ermittelungen Thatsache, daß nicht weniger als 184 Familien ohne Betten sind. Die Familien aber, welche noch nicht ganz heruntergekommen sind, schlafen 3 rind 4 Personen zusammengepfercht in einem Bette. Was für traurige Zustände mögen erst an's Tageslicht kommen, wenn die amtlichen Erhebungen stattgefunden! Die Armuth hat so um sich gegriffen, daß sich schon ein Nothschrei - Ausschuß gebildet hat, welcher an die öffentliche Wohlthätig- keit sich wendet.

sPatentthürschließer von Otto Schulz u. Co. in Leipzig.) Durch denselben wird das heftige und geräuschvolle Zuwerfen der Thüren vermieden und letztere werden selbstständig und geräuschlos geschlvssen. Der Patentthürschließer ist besonders an häufig gangbaren Thüren, z. B. an öffentlichen Gebäuden, Schulen, Botels, Restaurants rc., von großem Werth, eignet sich aber auch für Thüren in Wohn­räumen. Das Anbringen des Apparates ist ebenso leicht und schnell zu bewirken, als das Fortnehmen.

Eine Leipziger Firma hat im Jahre 1884 den Versuch gemacht, aus frischen Rosenblättern Rosenöl zu destilliren, und hatte nach ihrer Angabe 3 Kg. dieses edlen Parfüms erhalten. Die Firma legte eine eigene größere Rosenpflanzung an, um die Versuche fortzusetzen, doch ist davon bis jetzt nichts bekannt geworden. ' Eine andere deutsche Firma, die bekannten Rosenschulenbesitzer Gebrüder Schultheiß in Steinfurth, richtete auch im vorigen Jahre eine Destillation von Rosenöl aus fclbsigeernteteuL

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Telegraphische Depeschen.

Wolff'K telegr. Earrespondenz--Brrrea«.

München, 21. Januar. Der frühere Generalauditeur der bayerischen Armee, charakterisirter General der Infanterie, Graf Tattenbach ist gestern gestorben.

Bremerhafen, 21. Januar. Die Conserenz der Sectionen für Küsten-Hoch- seesischerei wurde heute eröffnet. Etwa hundert Theilnehmer waren anwesend, darunter Vertreter der Reichsregierung, Preußens, Mecklenburgs, Hamburgs und Bremens. Die Berathungen erstreckten sich auf Beschaffung einer Statistik der Küsten-Hochseefischerei, sowie die dabei zu Tage getretenen Mißbräuche. Senator Tetens bewillkommnete die Versammlung Namens des Bremer Senats.

Wien, 21. Januar. Gegenüber verschiedenen Erörterungen anläßlich der Peters­burger Meldung über eine weitere Action der Mächte zur Sicherung des Friedensauf der Balkanhalbinsel, versichert dasFremdenblatt" auf Grund authentischer Information, daß alle Meldungen über ein eventuelles militärisches Einschreiten Oesterreich-Ungarns in Serbien jeder Begründung entbehren.

Wien, 21. Januar. Gegenüber verschiedenen Erörterungen anläßlich der Petersburger Meldung über eine weitere Action der Mächte zur Sicherung des Friedens auf der Balkanhalbinsel versichert dasFremdenblatt" auf Grund authentischer In­formation auf das Bestimmteste, daß alle Meldungen über ein eventuelles militärisches Einschreiten Oesterreich-Ungarns in Serbien jeder Begründung entbehren.

Pari-, 21. Januar. Die geographische Gesellschaft hielt heute unter dem Vorsitz von Lesseps eine Sitzung ab, wobei Brazza über seine Congo-Reisen berichtete. Lesseps sprach den Wunsch aus, die Negierung möge Brazza zum Gouverneur des französischen Congogebiets bestellen.

L-n-on, 21. Januar. Die Thronrede, mit welcher die Königin heute das Parlament eröffnete, bezeichnet die Beziehungen zu den Mächten als freundschaftliche und gedenkt besonders der befriedi-enden Regelung der afghanischen Grenzfrage mit Rußland. Die Königin hofft, daß die Arbeit der mit der Absteckung der Grenze be­trauten englischen und russischen Commissäre dazu angethan sein werde, die Aufrecht­erhaltung des Friedens in Centralasien zu sichern. Der Aufstand in Ostrumelien ljabt dem Wunsche der Bevölkerung auf eine Aendernng in den politischen Arrangements Äes Berliner Vertrags Ausdruck gegeben. Bei den darauf folgenden Verhandlungen sei das Ziel der Königin darauf gerichtet gewesen, die Bevölkerung ihrem Wunsche ge­mäß unter die Regierung des Fürsten von Bulgarien zu bringen, dabei jedoch die Wesentlichen Rechte des Sultans ungeschmälert aufrechtzuerhalten.

Was Egypten anbelange, so würden die Commissarien Englands und der Pforte, welche mit dem Khedivc verhandelten, Bericht erstatten über die Maßregeln, welche nothwendig seien, um die Vertheidigung Egyptens und die Stabilität und Wirksamkeit der Regierung dieses Landes zu sichern. Endlich gedenkt die Thronrede auch der Ereignisse, welche zu der Expedition Englands nach Birma und zur Annexion dieses Landes geführt haben.

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