Ausgabe 
21.2.1886 Erstes Blatt
 
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Meile die Ansicht des Herrn Bebel, daß das Gesetz verlängert werden würde, keines­wegs; indessen hätten die Regierungen dann jedenfalls ihre Schuldigkeit gethan und können das Weitere abwarten. Die Klagen der Socialdemokraten über die Einschrän­kung der bürgerlichen Freiheit sind unberechtigt; von ihren Versammlungen sind höch­stens ein Drittel verboten worden und auch publicistisch könnte die Partei thätig sein, in Berlin allein erscheinen drei socialistische Blätter. Das Gesetz hatte den Zweck, was Dr. Bamberger z. B. vor acht Jahren anerkannt habe, den revolutionären Cha- raftcr der Partei einzudämmen; das ganze^Problem liege darin, die Socialdemokratie -von den revolutionären Elementen zu trennen, so daß sie allmählich zu einem linken Flügel der Volkspartei werde. Die große Mehrheit der Nation stehe in dieser Frage hinter den Regierungen. Bezüglich des Falles Mahlow-Jhring gebe er zu, daß ein Beamter der politischen Partei behufs besserer Ueberwachung sich in einen Bezirksver­ein habe aufnehmen lassen, dagegen habe der Beamte bei seiner gestrigen protokolla­rischen Vernehmung den Vorgang am Palais des Kaisers bestritten. (Gelächter bei den Socialdemokraten.) Wenn jetzt nur die Sozialdemokraten lachten, sei er, der Mi­nister beruhigt; es scheinen aber auch einige Herren das Gesichts zum Lachen verzogen zu haben. In diesem Falle wünsche er dringend, daß das Gelächter auch im Laude gehört werden möchte.

(Ruf links des Abg. Barth: Der reine Komödiant!)

Präsident v. Wedell ruft den Abg. Barth zur Ordnung.

Minister v. Puttkamer ersucht den Abg. Singer nunmehr, ihm Details zu geben, da es sich hier um die Verdächtigung eines intacten königlichen Beamten handle.

Abg. Dr. Meyer-Halle (dfr.) betonte, daß die Freisinnigen gegen das Gesetz -seien, weil sie es für gefährlich halten; Abg. Dr. Bamberger habe sehr wohl vor Z Jahren für das Gesetz sein und heute dagegen stimmen können. Den Gährungs- proceß, von dem der Minister v. Puttkamer gesprochen habe, befördere man nicht durch ein Gesetz, das die Arbeiter auf's Höchste erbittere. Die Fessel des Gesetzes sei so drückend, daß die Fortdauer des Gesetzes jenen Gährungsprozeß nur in der nicht fried­lichen Richtung beeinflussen werde. Äls der Minister von dem Falle Mahlow sprach, hätten die Freisinnigen nicht gelacht, sie wurden vielmehr sehr ernst, als sie vom Mi­nister hörten, der Beamte habe geleugnet und deshalb sei er schuldlos. Was für eine Wirkung haben denn die Ausweisungen auf Grund dieses Gesetzes gehabt? In die vierte Dimension können die Leute doch nicht, also werden sie an anderen Orten nur mit vermehrter Kraft und Erbitterung auftreten. So lange es Menschen giebt, wird über menschliche Interessen mit Leidenschaft gekämpft werden. Wir werden gegen das Gesetz stimmen.

Abg. Dr. Schlieckmann (ksv.) tritt für die Regierungsvorlage ein, wenn nicht die Agitation durch die Bestimmung des Socialistengesetzes eingeschränkt werden würde, würde ihr Auftreten in der Presse ein ganz anderes sein und die Anhänger würden mit anderen Forderungen hervortr'eten.

Abg. Dr. Windthorst ((Str.). Ich verstehe nicht die Behauptung Bebels, daß wir dem Ausnahmegesetze sympathisch gegenüberständen. Wir sind feste Anhänger der Monarchie, als der einzigen rechten Staatsform, dieser widerstreitet die Socialdemo­kratie; wir sind Anhänger des positiven Ehristenthums, das die Socialdemokratie in ihren Schriften bekämpft; wir werden mit allen Anhängern der Monarchie, mit allen positiven Christen, den Kampf gegen den gemeinschaftlichen Feind aufnehmen. Es kommt nur auf die Kampfesinittel an, über die man freilich verschiedener Ansicht ist; jedenfalls sind Alle darin einig, auch Diejenigen, die dafür gestimmt, daß das Socia- listengesetz keine dauernde Einrichtung sein darf. Ich habe Abänderungs- anträge gestellt, die das Gesetz normiren und allmählich den Uebergang zu anderen Verhältnissen anbahnen sollen. Früher mußte ich auf solchen Versuch verzichten; jetzt nehme ich ihn wieder auf und erkläre schon heute, daß ich im Einverständniß mit sämmtlichen Mitgliedern meiner Fraktion in der Commission die frühsr gestellten An­träge erneuern werde. Dieselben bezwecken eine größere Bewegungsfreiheit auf dem Gebiete der Versammlungen und der Presse, die Beseitigung des Belagerungszustandes, doch dessen Beibebaltung für Berlin, die Dauer der Verlängerung auf zwei Jabre. Die Gründe dafür werde ich in der Commission darlegen. Ich habe den Wunsch, oas Gesetz allmälig zu bestätigen und normale Zustände wieder herzustellen. Wer nicht sprungweises Arbeiten in der Gesetzgebung liebt, wird mir beistimmen. Der Herr Minister hat Zweifel über das Zustandekommen der Vorlage geäußert. Ich glaube, diese Zweifel beseitigen zu können. (Hört! hört!) Ich füge das hinzu, um dem Minister ernstlich die Erwägung nahe zu legen, ob es nicht gerathen sei, auf den von mir be­zeichneten Weg zu treten. (Sehr gut! im Centrum.) Bei Annahme meinep,Vorschläge er­hält die Regierung, was nöihig ist, und die Zeit wird gewährt, die benutzt werden muß, um auf dem Wege der Gesetzgebung durch das gemeine Recht die nöthigen Vor­kehrungen zu treffen.

Abg. Dr. Marquardsen (nat.-lib) spricht sich für eine zweijährige Dauer der Verlängerung des Gesetzes aus; er sei bereit, die Windthorst'schen Vorschläge in der Commission zu prüfen und er hofft das Zustandekommen des Gesetzes.

Abg. Geiser (Soc.-Dem.> erwartet noch immer den Nachweis, daß die Social­demokratie in gemeingefährlicher Weise agitire; seine Partei verlange Nichts, als in friedlicher, objectiver Weise ihre Lehre propagiren zu können.

Die Debatte wird hierauf geschlossen und die Vorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen.

Nächste Sitzung morgen-

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorresporrderrz Drrrearr.

Jena, 19. Februar. Der General der Infanterie, Seneraladjutant Sr. Maj. -es Kaisers uud Königs, von Boyen, ist heute Hierselbst an der Lungenentzündung gestorben.

London, 19. Februar. Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Unterhauses bedauerte der Minister des Innern, Childers, die jüngsten Ruhestörungen und hob hervor, die in den Straßen von London getroffenen Maßregeln würden eine Wieder­holung derartiger Vorgänge unmöglich machen; übrigens sei jetzt der Bericht der Untersuchungscommission abzuwarten und festzustellen, wen die Verantwortlichkeit treffe. Das Haus begann sodann wieder die Adreßdebatte. Die Opposition tadelte die Ver­tagung der irischen Frage. Gladstone wies diese Tadel zurück und erklärte, die irische Frage werde sorgfältig geprüft; die Regierung widme sich dieser schwierigen Aufgabe nnd sei entschlossen, dieselbe so schnell wie möglich zu lösen. Das Haus verwarf dann mit 234 gegen 104 Stimmen ein von der Regierung bekämpftes Amendement zu Gunsten der Suspendirung der Exmission der Kleinbauern in Schottland und die Adresse wurde dann ohne besondere Abstimmung angenommen. Anläßlich des An­trags, den Bericht über die Adresse anzunehmen, betonte Mac Carthy bezüglich Ir­lands, es sei absolut nothwendig, die Home-Rute - Frage vor jeder anderen Frage zu lösen. Der Adreßbericht wurde genehmigt und die Bill, den unabhängigen Frauen das Wahlrecht zu gewähren, in zweiter Lesung angenommen. Jrn Oberhause fand eine lebhafte Debatte über die jüngsten Straßenunruhen in London statt.

Lord Rosebery gab in Beantwortung einer Aiffrage Lord Salisbury's be­züglich der griechischen Frage Erklärungen ab, welche mit denjenigen von Gladstone im Tlnterhause übereinstimmten. Lord Rosebery betonte ferner, die Regierung wünsche nicht nur den europäischen Frieden zu wahren, sondern auch Griechenland gegen sich selbst zu schützen und sie sei deßhalb entschlossen, die von ihren Vorgängern ein- gegangenen Verpflichtungen aufrecht zu erhalten und mit Festigkeit danach zu handeln. .

Die Morgenblätter betrachten die Erklärungen Gladstone's und Rose- dery's allgemein als eine hochbefriedigende Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens.

Wie dieTimes" erfährt, hat die Herzogin von Roxburghe den ihr von der Königin angetragenen Oberhofmeisterin-Posten abgelehnt, weil chr Gemahl außer Stande sei, Gladstone's irische Politik zu unterstützen.

Lissabon, 19. Februar. In mehreren Städten, namentlich Oporto und Traga sanden Versammlungen statt, die sich gegen die Octrotsteuern aussprachen.

Konstantinopel, 19. Februar. Nach Beschluß des Sanitätsraths unterliegen die Provenienzen aus Venetien vorn 15. Februar ab lOtägiger Quarantäne in den Lazarethen von Valona, Clazomene, Beirut und Tripolis.

Von Seiten der Negierung wird bekannt gegeben: Das Gerücht, wonach Lie Pfssrte Vorbesprechungen eingeleitet habe behufs einer Verständigung mit Griechen­

land, ist gänzlich unbegründet. Die Pforte hat nichts mit der griechischen Regierung zu verhandeln, hält vielmehr ihre in den bekannten Circularnoten niedergelegten Er­klärungen aufrecht.

Lokales.

Gießen, 20. Februar. (Warnung für Schlittschuhläufer.j Am Freitag Nach­mittag brach der junge Sohn eines hiesigen Lehrers beim Schlittschuhlaufen auf der Lahn in der Nähe des sogen. Felsens ein und gerieth bis an den Hals in das Wasser» Es dauerte längere Zeit, bis Leute den Unfall bemerkten und helfen konnten. Jedoch- war der Junge beim Herausziehen bereits erstarrt, so daß ein Arzt zugezogen werden mußte, welcher leider es nicht verhindern konnte, daß der Verunglückte auf dem Wege zu seinen Eltern an einem Herzschlage verschied. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf aufmerksam machen, daß es von Eltern fast unverzeihlich zu nennen ist, roenn dieselben gestatten, daß ihre Kinder sich auf der dünnen Eisdecke der Lahn herurn- bewegen. Die Eisbahn deS Eisvereins bietet doch wahrlich gerade diesen Winter so viel des Erholens am Schlittschuhlaufen, daß vielleicht ein Tag, welcher zur Her­stellung der Bahn verwendet werden mutz, ausgesetzt werden darf. Muß denn immer ein Unglück, wie das vorstehende, passiren, damit Vorsicht angewendet wird?

* Ueber vorstehenden traurigen Fall wird uns des Weiteren von einem Augen­zeugen berichtet:

Leider haben wir wieder ein hoffnungsvolles Menschenleben zu beklagen, welches, wenn von Seiten der Behörde die nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden wären, noch unter uns weilte. Ein junger Mann brach gestern Nachmittag oberhalb des- Schäferbrunnens auf dem Woog ein. Der Junge hielt sich beständig oben, aber das Eis brach immer nach; verschiedene Versuche scheiterten, endlich kam Musiker Ecken­brecht hinzu, welcher sofort ein Boot, welches auf dem Rübsamen'schen Baggerplatz, im Trocknen lag, mit Hilfe Anderer auf das Eis brachte und nach der Stelle schleifte. Nur dadurch wurde es möglich, den Jungen hcrauszuziehen, welcher wohl über eine halbe Stunde im Wasser sich gehalten hatte. Der Junge lebte noch und wurde auf dem Rücken eines Mannes nach dem Bahnwärterhäuschen am Rodberg ge­tragen. Leider wurde er hier in ein kaltes Reseroehäuschen gebracht, anstatt in die Wohnung des Bahnwärters. Er wurde hier entkleidet und mit Kleidern des Sohnes vorn Wärter des Tonnenschuppens frisch angekleidet. Vierheller, der Wärter, und dessen Frau, sowie der Bahnwärter Massing, gaben sich alle erdenkliche Mühe, den Jungen zu sich zu bringen, leider vergebens. Der später hinzugekommene Arzt konnte auch nicht weiter helfen.

Fragen: 1) Es ist hinlänglich bekannt, daß auf dem Woog Stellen sich vsr- finden, die äußerst selten zufrieren und nur dann mit einer dünnen Schichte Eis. Müßte nicht hier ein Warnungszeichen angebracht werden?

2) Warum wird vom Eiswart des Eisvereins, der meines Wissens gestern auf dem Woog seine Bahn hatte, das Eis nicht auf seine Festigkeit geprüft?

Ein Freund des Eissports.

Herr Friedr. Röse, Sohn des verstorbenen Herrn Univ.-Tanz- und Fecht­meisters H. Röse, ist zum Großherzogl. Univ.-Tanz- und Fechtlehrer ernannt worden.

Bekanntlich war projektirt, das neu zu erbauende chemische Laboratorium neben der Aula auf der Seite nach dem Ludwigsplatze hin, zu errichten. In den letzten Tagen soll nun, wie man uns mittheilt, ein neues Projekt ventilirt werden, welches, wenn es sich verwirklicht, nur zu begrüßen wäre. Anstatt neben der Aula, soll das Laboratorium derselben gegenüber zu stehen kommen und würde der Platz in der Mitte zwischen beiden,Gebäuden zur Aufstellung des Liebig-Denkmals benutzt werden können. Die Stadt soll hierzu einen Zuschuß leisten und darf man erwarten, daß die Herren Stadtverordneten einem billigen Verlangen wohl Rechnung tragen werden.

* Gießen, 19. Februar. (Historischer Verein. Schluß.) Im Weiteren schilderte Herr Prof. Dr. Buchner die verderbliche Wirthschast, welche in der Bibliothek um sich gegriffen hatte und durch welche ein großer Th eil der kostbarsten Werke verloren ge­gangen war. Eine später angestellte gründliche Untersuchung brachte Vieles an den Tag: Leichtsinn und sogar Diebstahl hatten dazu beigetragen, daß Bücher und Münz- fammhingen verschwunden waren.

Freilich war an den Bibliothekar, der sein Amt eigentlich nur nebenbei betrieb, eine starke Zumuthung insofern gestellt, als er in ungeheizten Räumen seinen Pflichten obliegen mußte und in Folge dessen wohl besonders im Winter sich nicht allzusehr für die Sache begeistern konnte.

Redner hatte seinen Vortrag vortrefflich ausgearbeitet und mit vielem Humor gewürzt.

Herr Dr. Haupt, der zeitige Universitätsbibliothekar, sprach über den angeblichen Pfahlgraben im Spessart und klärte die Versammlung über die Nichtigkeit der bisher glaubhaft gewesenen Behauptungen auf, indem er seine Entdeckungen, auf Kenntniß von Land und Leuten bauend, mit voller Ueberzengung kundgab. Nach früheren Auf­zeichnungen sollten im Spessart eine große Anzahl Pfahlgraben resp. Grenzwälle vor­handen gewesen sein und noch in neuerer Zeit wurden diese Forschungsergebnisse als maßgebend anerkannt. Redner hat sich auf seiner Forschungsreise aufs Genaueste überzeugt, um die Überlieferungen von früher für nichtig zu erklären; selbst der be­rühmte römische Ringwall, der in der Gegend von Butzbach in den Spessart entlaufen und bei Freudenberg den Main erreichen sollte, ist nur ein Gebilde^ der Phantasie, und so lebt denn alles nur in der Sage, wie Herr Dr. Haupt zum iLchlusse seines hoch­interessanten Vortrags betonte.

Den Schluß der Sitzung bildete der Vortrag des Herrn Professor Gareis, welcher fick das Thema: Raubritter und Fehden gewählt hatte und seine Rede damit einleitete, daß die meisten Raubrittererzählungen nur als Sagen aufzufassen seien. Ein Emicho von Nieder-Jngelheim habe jedoch wirklich exiftirt, wenn er auch ein schnurriger Kauz von einem Raubritter gewesen sei. Er zeichnete sich nämlich vor seinen Collegen dadurch aus, daß er weniger mordete und plünderte, als seine Macht geltend machte, indem er den Landleuten verbot, die Felder zu bebauen, oder ihnen im Herbst die Kelterpressen fortnahm, damit sie den Zehnt an Wein nicht an die Lehns­herrn (meist Klöster und Stifte) abliefern konnte und so den letzteren schweren Schaden zufügte. Besonders litt!>as Mainzer Stift von St. Stephan dabei und setzte endlich beim Erzbischof eine Sühne für Emicho durch.

Mit 50 Rittern sollte er einen öffentlichen Büßergang vor der Kirche thnn und den angerichteten Schaden durch Ratenzahlungen ersetzen. Ob dies aber geschah, darüber verlautet nichts. Redner eröffnete uns einen Einblick in die damaligen Rechts­verhältnisse und stattete seinen Vortrag ebenfalls mit vielem Humor aus.

Daß die Versammlung mit großem Interesse den Vorträgen folgte, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung.

Der Westphälische Hof (Windhof) wurde heute für 19 000 JL von Herrn Ehr. Duill in Wieseck gekauft. Die Wirthschaft kommt durch diesen Kauf in gute Hande. Herr Duill ist als gewandter und reeller Wirth bekannt.

BerMöschles.

][ Darmstadt, 19. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Irene sind heute Abend 10 Uhr nach Petersburg abgereift, um der Großfürstin Elisabeth einen Besuch abzustatten, welcher voraussichtlich nicht unter vier Wochen andauern wird. Im Gefolge der Höchsten Herrschaften reisten die Hofdame von Grancy und der Flügeladjutant Oberft- lieutejiaiit Wernher. Heute Abend geht, und zwar mit einer Aufführung der Darm­städter LokalposseDatterich" seitens Mitglieder des Melomanenvereins, der Bazar zum Besten eines Asyls für verwahrloste Kinder zu Ende, welcher von Dienstag an im hiesigen Saalbau abgehalten worden. Die Betheiligung aus allen Kreisen der Be­völkerung war eine sehr rege; dementsprechend sind ganz stattliche Summen für den beregten milden Zweck flüssig geworden, am ersten Tage allein schon beinahe lOOOOjfc Der Großherzog und die Grobherzogliche Familie beehrten den Bazar täglich mit ihrem Besuche und die Prinzessinn.'n Victoria und Irene waren selbst in bulgarischem Nationalkoslüm in einer Bude al.> Verkäuferinnen thätig. Sie verkauften fast aus­schließlich Gegenstände, welche die Großfürstin Elisabeth und der Fürst von Bulgarien für den Bazar gespendet hatten. In dieser Bulgarenhütte wurden allein am ersten Tage 1400 Jt., am zweiten 2000 gelöst. Das Arrangement befriedigte allgemein.