Darmstadt, 18. Januar. In der nachstehenden Ueberficht, welche
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betragenden Kur- und Beerdigungskosten
Von einem seltsamen Unfall wurde in der Ncujahrsnacht der Feuermann:
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Frankfurt a. M., 15. Jauuar. der Gattin eines hiesigen Kaufmanns. Nase allabendlich vor dem Schlafengehen tische ihres Mannes zu stehen pflegte.
herzogthum Hessen für die einzelnen Kreise und Vie Großherzogthums mitgetheilt:
Weilburg. Obgleich zur Warnung und Belehrung schon einige Fälle zur Kenntnis; gebracht wurden, in denen die Arbeitgeber für die nicht erfolgte Anmeldung ihrer Arbeiter zur Ortskrankenkasse verantwortlich gemacht wurden, so ist es jetzt wiederum vorgekommen, daß ein hiesiger Arbeitgeber einen Arbeiter' nicht zur Kasse angemeldet hatte. Der Letztere wurde krank und starb kurze Zeit darnach: beute hat der Arbeitgeber die circa 50 Jt betragenden Kur- und Beerdigungskosten
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Eine rothe Nase ist die unerfreuliche Zierde Um die Nöthe los zu werden, pinselt sie die mit einer Tinktur ein, die auf dem Schrcib- „ Vorgestern Abend vollzog sie diesen Verschönerungsact in vollkommener Dunkelheit, und als sie des anderen Morgens erwachte, war ihr Gesichtserker nicht mehr roth, sondern vollkommen blau. Tic unglückliche Frau schrie laut auf vor Entsetzen, ihr Mann sprang aus dem Bette und constatirte unter unbändiger Heiterkeit, daß sein Frauchen ihr Näschen mit blauer Hectographirtintc eingeschmiert batte, die neben der Tinktur auf dem Schreibtische stand. Man schaffte Salzsäure herbei, rieb das Näslein mit einer verdünnten Lösung derselben ein und bald erhielt es seine hübsche rothe Farbe wieder. „Eine rothe Dtafe", meinte die unglückliche Frau unter Tyränen, „ist schon nicht schön, eine blaue wäre aber fürchterlich."
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Sorrespon-rnz-Burean.
Berlin, 19. Januar. Der Kaiser machte Nachmittags eine Spazierfahrt und nahm den Vortrag Herbert Bismarck's entgegen. Er empfing weiter das Präsidium des Abgeordnetenhauses, welches darauf auch von der Kaiserin empfangen wurde.
Stuttgart, 19. Januar. Auch die Centralstelle für Gewerbe und Handel hat sich mit 21 gegen 5 Stimmen für das Branntwein-Monopol erklärt. — Der Landtag tritt heute zusammen. ,
Lübeck, 19. Januar. Der „Lübecker Zeitung" zufolge werden die Vorarbeiten zum Elbe-Trave-Canal bis Mitte Februar beendet sein.
Prag, 19. Januar. Der Landtag setzte in seiner heutigen Sitzung die Debatte überZ)ie Sprachenvorlage fort. Der Antrag der Minorität wurde mit allen gegen die Stimmen der deutschen Linken abgelehnt; dagegen wurde der Majoritätsantrag als Grundlage für die Specialdcbatte angenommen. Ter letztere verwirft das Verlangen der Minorität nach Aufhebung der Sprachenoerordnung und der nationalen Zweitheilung Böhmens und verlangt die Gleichberechtigung dcr czcchischen Sprache mit dec deutschen Sprache auch in den Aemtcrn der deutschen Bezirke Böhmens.
Paris, 19. Januar. Frencinet hatte heute eine Unterredung mit Albareda, wobei er demselben von den bezüglich der Grenzüberwachung getroffenen Maßregeln Kenntniß gab. Albareda sprach dem Minister für dieselben seinen Dank aus.
— Der größte Theil der Zeitungen behauptet, daß die Ermordung des Präfekten des Eure-Departements ein Act persönlicher Rache sei.
Paris, 19. Januar: Prinz Napoleon ist nicht unbcdenkich erkrankt.
London, 19. Januar. Salisbury empfing heule die Deputationen mehrerer regierungsfreundlicher irischer Vereinigungen, welche auf die ernste Lage Irlands hin- wiesen und baten, die Regierung möge die erforderlichcii Maßregeln treffen. Salisbury erklärte, die Negierung sei sich der Verantwortlichkeit bei der gegenwärtigen Krisis wohl bewußt und würde der Verantwortlichkeit treu bleiben.
Cettinje, 19. Januar. Anläßlich der Reise des Fürsten in's Ausland erfolgte die Uebertragung der Regentschaft an die Fürstin. In dem Blatte „Glascra gorca" heißt es, der Fürst begebe sich im Jiitercsse einer friedlichen Entwickelung Montenegros nach Italien und Frankreich, um die dortigen landwirthschaftlichen und industriellen Verhältnisse tenncn zu lernen. Das Blatt bemerkt, daß Montenegro, da cs im Frieden mit den Nachbarn lebe, sich ruhig den Werken des Friedens widmen könne.
Sofia, 19. Januar. Die Antwort der Regierung auf die Circularnote der Mächte bezüglich der Abrüstungen erkennt an, daß Rußland sich fortdauernd für das Loos der Balkanstaaten in ter ein re, namentlich Bulgariens. Tie Regierung sei bereit, abzurüsten, sobald (Serbien, das von Tag zu Tag eine drohendere Haltung einnehme, formell sich verpflichtet habe, abzurüsten, oder sobald die Großmächte die Wiederherstellung des Friedens gesichert und eine Garantie übernommen habe, daß Bulgarien nicht nochmals von Serbien angegriffen werde.
Sofia, 19. Januar. Gutem Vernehmen nach nahm die bulgarische Regierung Bukarest als Ort für den Zusammentritt der Dclegirten zu den Friedcnsverhand- lungen an.
Petersburg. 19. Januar. Der Kaiser ließ sich gelegentlich des gestrigen Festes der Wasserweihe die russischen Offiziere, welche in bulgarischen Diensten gestanden haben, an ihrer Spitze den früheren bulgarischen Kriegsminister Kantakusen, vorstellen.
New-Vork, 19. Januar. Ein Kriegsschiff des amerikanischen Pacific-Geschwaders hat Befehl erhalten, sich nach den Samoa-Inseln zu begeben.
Petersburg, 20. Januar. sPrivat-Depeschc.j Das „Petersburger Journal" sagt anläßlich der Abrüffungs-Weigerungen der Balkan-Staaten, die Großmächte würden ihre bezüglichen Bemühungen verdoppeln, die Regierungen in Belgrad, Athen und Sofia müßten unter den von Europa gewollten Bedingungen immobil! firen.
auch in der in Kürze erscheinenden Nr. 351 der „Mittheilungen der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik" zur Veröffentlichung gelangen wird, werden die vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung vom 1. December
erster und zweiter Lesung und geht dann über zur zweiten Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes.
Die fortdauernden Ausgaben werden mit 7 377 500 JL ohne Debatte bewilligt.
Zur Einleitung der Maßregeln, welche zur Durchführung der dem Reiche in den Schutzgebieten von Kamerun, Togo und Angra Pequena zufallenden Aufgaben noth- wendig sind, sowohl zur Remunerirung von Beamten, als zur Ausführung unbedingt erforderlicher Bauten, 300 000 at, erklärt
Abg. vr. Windthorst erklärt, in 3. Lesung eventuell gegen diesen Titel stimmen zu wollen, wenn keine beruhigenden Erklärungen gegeben werden. Ich hoffe, daß die verbündeten Regierungen über die Missionen noch eine andere Meinung bekommen werden. Wir würden sonst die Regierung befragen, ob Deutschland unter allen Colonien besitzenden Ländern allein intolerant sein wolle. (Beifall im Centrum.)
Abg. Schrader (bfr.): Wir betrachten diese Forderung nur als ein Provisorium: wir glauben nicht, daß die Colonien eine große Zukunit haben, aber wollen doch die Mittel gewähren, das einmal Begonnene fortrusetzen. Wir wünschen, daß der vom Reichskanzler festgestellte Eolonialrahmen eingehalien werde, aus dem sie, wie ich fürchte, seit einiger Zeit schon herausgetrcten sind.
Abg. Wo ermann (natlib.) erwidert auf frühere Bemerkungen des Abg. Richter, daß von dem ganzen deutschen Exporte nicht 62 pCt., sondern nur 12 pCt. aus Branntwein entfallen, 50 pCt. auf Baumwolle und einige 30 pCt. auf andere Maaren. Will man die Branntwein-Ausfuhr nach den Colonien überhaupt verbieten, so könnte man mit demselben Rechte auch die Branntweinbrennerei in Deutschland untersagen- (Widerspruch.) Einfuhrzölle machen ein großes Beamtenpersonal nöthig. Für jetzt ist sogar schon ein zeitweiliger Rückgang des Handels zu erwarten, dann aber eine gedeihliche Entwicklung. Tas hat sich auch in den englischen Colonien gezeigt. Die deutschen Beamten erfreuen sich der Achtung aller Einwohner. Die Colonialversuche werden dem deutschen Warnen alle Ehre machen.
Staatssecretär v. Bötticher: Die Regierungen zweifeln nicht an der Ausführung der vom Reichskanzler in's Auge gefaßten colonialpolitischen Ziele. Wenn der Bau in Angra Pequena 1886—87 begonnen, aber nicht vollendet wird, soll der verbleibende Rest der Summe in das nächste Jahr übernommen werden; wird der Bau aber 1886—87 nicht begonnen, bann soll die Position Ihnen im nächsten Jahre zur Prüfung vorgelegt werden.
Abg. Richter erklärt sich gegen diese Auffassung und ersucht, diese Position zur nochmaligen Erörterung zurückzuverweisen. Seine früheren Aeußerungen über Branntwein, gegen die Herr Woermann heute polemisirte, haben sich nur auf den in feiner Qualität verringerten Branntwein bezogen, wie Herr Woermann denselben exportire. Vielleicht empfiehlt es sich, das Branntweinmonopol in Angra Pequena und in Kamerun einzuführen, uns aber hier damit zu verschonen.
Abg. Stöcker (cons.) erklärt sich mit dem Vorgehen der Reichsregierung in der Colonialpolitik einverstanden und wendet sich gegen die Einführung von Branntwein durch die dortigen Handelsherrn und polemisirt gegen die Aeußerungen des Abg. Windthorst über die Intoleranz der deutschen Regierung.
Abg. Woermann bemängelt die Ausführungen Richter's über den Branntwein als unrichtig; derselbe sei für die Schwarzen ein nothwendiges Reizmittel und durchaus nicht inhuman. Herrn Stöcker's diesbezügliche Vorwürfe sind durchaus unangebracht; er solle lieber im eigenen Hanse aufräumen und statt sich über die Importeure in Kamerun zu beklagen die Judenhetze in Deutschland einstellen.
Nach einem Wortscharmützel zwischen dem Abg. Stöcker einerseits und den Abgeordneten Windthorst und Richter anderseits wird die Position an die Commission zurückoerwiesen.
Schluß der Sitzung V26 Uhr.
Nächste Sitzung morgen. Zölle und Verbrauchssteuern.
S f ! m i ( t e I.
Mainz, 17. Januar. (Renitenz eines Verhafteten.! Vor etwa acht Tagen wurden aus dem hiesigen Gefängnisse zwei Arbeiter, welche als gefährliche Diebe und Einbrecher zu einer längeren Freiheitsstrafe verurtheilt waren, wieder aus der Haft entlassen. Kaum waren sie in Freiheit, als sie ihre alte Gewohnheit wieder aufnahmen und verschiedene Diebstähle ausführten; besonders suchten sie Wirthschaften heim, woselbst sie den Uhren der Fremden sehr gefährlich waren und dieserhalb abermals von der Polizei gesucht wurden. Gestern Abend gelang es nun einem Schuhmann, einen derselben, der sich für einen gewissen Schmitt aus Darmstadt ausgab, zu verhaften. Er wurde auf das Polizeibureau gebracht, um einem Verhör unterzogen zu werden; ein älterer Schutzmann hatte die Bewachung des Verbrechers. In dem Augenblicke nun, als die nach dem Thorweg des Stadthauses führende Thür des Polizei- bureaus geöffnet wurde, erhob sich der Arretirte blitzschnell und entsprang, der Schutzmann eilte ihm nach und erwischte ihn auf der Straße wieder. Mit großer Gewalt packte Letzterer den Schutzmann und warf denselben derart gegen die Trottoirkanle, daß der Mann besinnungslos liegen blieb. Durch die Wucht des Sturzes war aber auch der Flüchtling zur Erde gestürzt und nur dadurch gelang es dem nacheilenden Polizei- commissar, den Renitenten festzunehmen. Ter Schutzmann hat durch den Sturz zwei Rippen gebrochen, so daß er auf längere Zeit dienstunfähig ist.
— Die Arbeiter - Colonie Reu-Ulrichstein erweist sich in der jetzigen beschäftigungslosen Jahreszeit als ein Segen für viele außer Arbeit befindliche Leute. Die 100 Betten sind stets besetzt und reichen für die Ansprüche an die Anstalt nicht aus. Die Verwaltung hat sich genöthigt gesehen, eine Einschränkung dahin eintreten zu lassen, daß nur Leute aus dem Gebiete des Vereins (Regierungsbezirk Wiesbaden und Großherzogthum Hessen) ausgenommen werden.
lokales.
6. Gießen, 20. Januar. (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 10. bis 16. Januar war wieder eine geringe, sie betrug int Ganzen nur 5. Von 2 Kindern im ersten Lebensjahre starb das eine an Darmcatarrh, bei dem andern, das wenige Tage nach der Geburt gestorben und nicht ärztlich beobachtet worden war, konnte eine bestimmte Todesursache nicht angegeben werden. Zwei erwachsene Personen starben an Lungenschwindsucht. Ein Kind im 2. Lebensjahre erlag einer Lungenentzündung.
— Gestern Vormittag entriß eine hiesige jugendliche Diebin von 12 Jahren einem Kinde von 4 Jahren, das in einem Bäckerladen Brod geholt hatte, auf der Straße das Portemonnaie mit Inhalt und entsprang. Bei einer sofort vorgenommenen Nachforschung in der Wohnung fand man das leere Portemonnaie im Besitze der Mutter der Diebin- Für den Inhalt waren bereits Victualien angeschafft worden-
— Gestern Abend entwendete ein Wieseckcr Fuhrmann, von Heuchelheim kommend, einem Heuchelheimer Fuhrmann, von Gießen kommend, auf der Rodheimer Straße zwei Stück Dielen vom Wagen- Thüter ermittelt und zur Anzeige gebracht.
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Provinzen.
1885.
1880.
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Darmstadt
84,065
80,249
3,816
—
4,76
Bensheim
48 682
47,587
1,095
—
2,30
Dieburg
53,093
53,928
—
835
—1,55
Erbach
47,519
51,517
—
3,998
—7,76
Groß-Gerau
39,841
38,109
1,732
—
4,54
Heppenheim
43,940
43,569
371
—
0,85
Offenbach
85.466
79,615
5 851
—
7,35
Provinz Starkenburg
402,606
394,574
12,865
4,833
2,04
8,032
Gießen
71,938
69,949
1,989
—
2,84
Alsfeld
36,686
37,501
—
815
—2,17
Büdingen
37,556
38,241
—
685
— 1,74
Friedberg
61.535
62,106
—
571
-0,92
Lauterbach
28,650
29,092
—
442
-1,52
Schotten
26.507
27,725
—
1,218
—4 39
Provinz Oberhessen
262,872
264,614
1,989
3,731 ^1/742 ”
-0,66
Mainz
107,862
100,755
7,107
—
7,05
Alzey
38,052
37,437
615
_
1,64
Bingen
35,911
35.285
626
—
1,77
Oppenheim
44,449
43,406
1,043
—
2,40
Worms
64 418
60.269
4.149
—
6,88
Provinz Rheinhessen Großherzog-
290,692
277,152
13,540
—
4,89
ckhum Hessen
956,170
936,340
19,830
—
2,12
Größte Geme
inden des
Großherzogthums.
Mainz
65,701
61.328
4373
_
7,13
Darmstadt
43,149
41,199
1,950
_
4,73
Offenbach
31,735
28,597
3.138
_
10,97
Worms
21 927
19,024
2,903
.—
15,26
Gießen
19,001 (?) 17.003
1,998
—
11,75
Beffungen
8,174
7,570
604
—
7,98
Bingen
7,211
7,062
149
—
2,11
Kastel
6,954
6,618
336
—
5,08


