Magen, er 1 „ heute kein Mittagbro!
Bartko aus Zittau betroffen, dem während der Fahrt beim Auslugen in der Zugsrichtung plötzlich durch die an der Vorderseite der Loeoinotioe befindliche Glasscheibe ein Vogel entgegengeschossen kam und hierbei dessen rechtes Auge bedeutend verletzte. Der gefiederte Attentäter, ein feistes Rebhuhn, welches sich übrigens die Brust ein- aeschlagen hatte, fand sich tobt am Boden der Maschine vor und wurde bei Ankunft des Zuges in Zittau abgeliefert. Dieser Vorfall, welcher einzig in seiner Art dastehen dürfte, ereignete sich beim Personenzug in der Gegend von Eibau. Man muß sich wundern, wie ein solcher Vogel eine circa 3 Millimeter dicke geschliffene Scheibe zu durchstoßen im Stande war. Der bedauernswerthe Feuermann liegt zur Zeit schwer darnieder und befindet sich in der Behandlung eines Augenarztes.
— In Folge des sogenannten „Bierkrawalls", welcher in Göttingen im Mai 1881 bei Gelegenheit der Einführung einer neuen Polizeistunde stattfand, wurde eine große Zahl von Studirenden damals verhaftet und bestraft. Die beiden Studenten Koopmann und Nagel, welche bei dem Krawall am hervorragendsten beteiligt gewesen, traf die schwerste Strafe, indem das Landgericht sie zu je einem Jahre Ge- fängnife verurtheilte. Kurz vor dem Termine, an dem sie die Strafe anzutreien hatten, flohen beide'nach Holland und von da nach Porto Alegre in Brasilien. Der Kaiser hat aus Anlaß seines Jubiläums nunmehr die Gefängnißstrafe in eine Festungshaft von 3 Monaten verwandelt.
— [(§ine Lehrerbesoldung vor 100 Jahren.] Unterm 20. Februar 1795 wurde die Schulstelle zu Oberwerda in der Herrschaft Itter wie folgt zur Besetzung ausgeschrieben : „Die Eompetenz der uacanten Schulstelle zu Oberwerda in der Herrschaft Itter bestehet nebst einer freien Wohnung in folgenden Stücken: Geldbesoldung 2 fl. I1/2 Malter Korn; 48 Laib Brod: von jedem Schulkind deren ungefehr 12 sind 45 fr. Die Nutzung von einer kleinen Wiese, einem Krautgarten und dem Kirchhof. Zwei Klafter Bestallungsholz und zwei Schweine frei in der Mast. Sollte ein oder der andere Invalid, welcher die nöthigen Kenntnisse zum Schullehren hat, Lüften zu dem uacanten Schuldienst bezeigen, so müßte er sich bei der Behörde unterthänigst melden."
— [Lebendig begraben?] Gelegentlich eines Erweiterungsbaues an der Kirche zu H. im Tilsiter Kreise mußten, wie dem „Ges." berichtet wird, mehrere Gräber, welche zu nahe an der Kirchenmauer lagen, verlegt werden. Die Verivandten der Begrabenen wurden davon in Kenntniß gesetzt und es sand sich eine große Menschenmenge auf dem Kirchhofe ein. Als man nun den Sarg einer vor Kurzem verstorbenen achtzehnjährigen Tochter des Besitzers Z. auf B. öffnete, bot sich den Umstehenden ein schrecklicher Anblick dar. Das Mädchen lag mit dem Gesicht nach unten. Tie Haare hatte sie sich ausgerauft, die Kleider zerrissen und die Wäget von den Fingern gebissen. Das Gesicht zeigte tiefe Kratzwünden. Nach dem Gutachten der Aerzte ist die Unglückliche nur scheintodt gewesen und nach dem^Begrabensein unten im engen Kämmer-
begiebt sich selbst in die Küche 1111b fragt ärgerlich: „Bekomme ich denn Uttagbroo?" Worauf der Diener erwiderte: „Der Herr Professor haben ja schon längst gegessen." Und Mommsen setzt sich wieder an seinen Arbeitstisch und murmelt: „Wie konnte ich nur so vergeßlich sein?"
— In Folge des großen Schneefalls in den Nächten zum 9. und 10. December
lein erwacht. , r ,
— Von Th. Mommsen's Zerstreutheit oder, besser gesagt, Vertiefung tn seine Arbeit erzählt man folgendes Erlebniß von älterem Datum: Eines Tages bringt der Diener in das Arbeitszimmer des Herrn Professors das Mittagessen und bittet seinen Herrn zu Tische. Dieser aber, in seine Arbeit vertieft, nimmt davon keine Notiz. Es wird bereits der zweite Gang aufgetragen und noch steht der erste unberührt. Beim Anblick der köstlichen Speisen kommt dem Diener ein „philosophischer" Gedanke, der aber nirgends ausgezeichnet steht, in den Sinn. Schnell stellt er den zweiten Gang hin, nimmt den ersten Teller weg und verspeist seinen Inhalt. So erging es auch dem zweiten, dritten. Nach einigen Stunden verspürt der Gelehrte eine gewisse Leere im
mußten am 11. December in Berlin 663 Hilfsarbeiter 51:1 Schneeabfuhr angenommen werden. Am 11. wurden mit 616 Wagen 3373 Fuhren, am 12. mit 430 Wagen 2263 Fuhren Schnee abgefahren und diese Arbeiten setzten sich noch die nächsten Tage fort. Im Ganzen wurden 10 815 Fuhren Schnee abgefahren, und der erste Schnee kostete Berlin an außerordentlichen Ausgaben die Summe von 25 682 JL. — Auch in Wien war der Schneefall so stark, daß am Morgen der Verkehr überall stockte und in den nächsten Tagen ununterbrochen 12 000 Arbeiter am Werke waren, die Schneemassen wegzuschaffen. Es waren stets 1000—1200 Wagen unterwegs. Die Unkosten, welche diese eine Schnecnacht der Stadt Wien verursacht, werden auf 80—100 000 JL berechnet.
— Ein junger Lehrer von Lauscha, der gegenwärtig in Köpenick bei Berlin angeitellt ist, wurde bei seiner Rückreise von den Weihnachtsferien das bedauernswerthe Opfer einer Unvorsichtigkeit, vor welcher in der letzten Zeit wiederholt gewarnt wurde, schreibt das „S. T." Während der Fahrt wurde es ihm im Wagen zu heiß und um sich etwas abzukühlen, bog sich derselbe zum geöffneten Wagenfenster hinaus, gleich darauf mit einem Schrei zurücksinkend. Die scharfe Zugluft hatte ihm auf beiden Augen die Sehkraft genommen. Der Beklagenswerthe wurde sofort bei seiner Ankunft in Berlin auf Anordnung eines Arztes nach der Hallenser Klinik geschafft und harrt nun dort der bangen Hoffnung, daß ein gütiges Geschick ihm das Licht ganz ober doch wenigstens zum Theil zurückgeben möge.
— [Geschichtsprüfung in der Unteroffizierschule.] Offizier: Was wissen Sie von Karl dem Großen zu sagen? Unteroffizier: Karl der Große war ein in jeder Beziehung ganz ausgezeichneter Mann.
Rein seidene Stoffe Mk. 1.35 Pf. pez Met r, j sowie tz Mk. 1.80 Pf. und 220 bis 9.80 (farbig, gestreifte und carrirfe Dessins» I vers. in einzelnen Roben u. Stücken zollfrei in's Hans das Seidenfabrik-TXphl, V G Henneberg (K- u. K- Hoslief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. j Porto. 497 I
Für die Hinterbliebenen des verunglückten Eonrad Keßler gingen roeiler ein bezw. sind insgesammt eingegangen:
Bei Herrn Pfarrer Dr. Naumann: Von Ungenannt 3 von
Herrn Professor Dr. Hesse 2 JL Insgesammt . . . 137.— JL
bei Herrn Postdirector Ritsert: Von HerrnPostsecretär Schraub
in Alsfeld 2 Insgesammt 144.— „
bei Herrn Bürgermeister Bramm 70,80 „
bei der Expedition des „Gießener Anzeiger" 185.30 „
„ „ „ der „Oberhessischen Nachrichten" . . 54.50 „
im Ganzen 591.60 JL
Hiermit schließen wir unsere Sammlung, den edlen Gebern bestens dankend.
Nach Abzug von 10 J-L, welche den Hinterbliebenen bereits behändigt worden sind und 4 <M an die Armenkasse gezahlter Kosten verbleiben 577.60 J.L
Das Geld wird auf der Sparkasse angelegt und nach Bedürfniß für die Hinterbliebenen verwendet werden. Besonders werden wir bestrebt sein, für die beiden verwaisten Tochter eine Summe aufzubewahren.
Gießen, 20. Januar 1886.
Ritsert, A. Bramm, Dr. Waumann, Postdirector. Bürgermeister. Pfarrer.
mmmiwinr , ■rfiaimwr»■■ rjuijubrwiujjmii: n—~rj «.■■ ■■ ■ htmuem
Kirchliche Anzeigen der emngrl. Gemeinde.
Donnerstag, den 21. Januar, Abends 6 Uhr, Erbauungsstunde in der Kirche: „Die Aufhebung des Edikts von Nantes-" Pfarrer Dingeldey.
Allgemeiner Anzeiger.
Jeikgeöolenes.
493 Mein Besitzthum an der Grünbergerstraße, aus 2 Wohnhäusern und Garten bestehend, und für ein jedes Geschäft geeignet, bin ich willens für einen annehmbaren Preis zu verkaufen, ____________________Dr. Körniger.
Kreppet
täglich frisch 448
Fr- Hennings, Einen einspännigen Schlitten habe im Auftrag zu verkaufen. 505 Carl Leib, hinter der Kirche. Polstermöbel Stühle, Spiegel, Bettvorlagen, Rouleaux, Wachs-Ledertuche empfiehlt 511
W. Krrtzschrad,
_________Tapezier, Kaplansgasse 27.
ICapaaenen
zu verkaufen. 513
Fr. Textor, Hardt. Üngar-Weine selbstgekeltert, garantirt rein per Flasche m. Glas:
Prima Erlauer (wie Bordeaux) h 1.10 Ung. Burgunder(sehr tanninreich, besonders für Magenleidende empfohlen) . . . h „ 1.45
Carlowitzer (ganz schwer) a „ 1.60 Menescher (wie Malaga) . a n 1.70 Medicinal-Tokayer (in Vt Original-Fl.) \ n 1.70 do. do. (in Vz do.) ä „ 1.00 Rüster-Ausbruch (Frühstückswein) . . . . h „ 1.70
«J. IseucMmann^ Ung. Weingrosshandlung Wien-Nussdorf u. Frankfurt a. Main. Niedtj^age in Giessen bei Herrn 69 J. M, Scfoullhof.
2MT Nur bis zum 31. Januar dauert noch mein
[502]
Marktstratze 32
Marktsiraße 32.
Fabrik-Marte
178
Verkauf in allen Apotheken und Drogen-Handlungen.
Linderrplatz.
98
Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten medicinischen Autoritäten.
Baron Oebig’s Malto - Legomtaose - JMLehl, -Ohocoäade smd -Ohoe^lade-Pailver
von Starker & Pobuda, Kgl. Hoflieferant, Stuttgart. 107 Beste blutbildende und leicht verdauliche Nahrungsstosfe für Kinder und Erwachsene, von vielen medicin. Autoritäten warm empfohlen.
Niederlage in Gießen bei Earl Schwach und MZr^el, Conditorei.
5BGST daher Niemand diese günstige Gelegenheit versäume. "WC-
Als noch vorräthig empfehle besonders: baumwollene und wollene Strümpfe, Herren-, Damen- und Kinderhemden, Jacken, Hosen in weiß und bunt, Jagdwesten, Kinderkleidchen, Gardinenstoffe, Kleiderstoffe, Sammetreste, Schürzen, Spitzen, Federn, Blumen, Seidenbänder, Schleier, Hutputz, Corsetts, sowie garnirte u- ungarnirte Hüte-
Um mit dem Lager schleunigst ;u räumen, werden von heute ab sämmtliche Wanten ;u j-dern nur annehmbaren
358E* Preis verschleudert,
lüZurn billigem Laden!!!
worunter
8 Ehrendiplome
und
8 Gold. Medaillen.
Einen großen Posten Tischzeuge, Handtücher, Chiffons, Damaste u. fertige Wäsche verkaufe zu auffallend billigen Preisen.
^lisiändiyes Nahrungsmittel für kleine Mer.
Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch ErwftCbgenen bei Magenleiden als Nahrungsmittel bestens empfohlen.
Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Menrl
». HESTLE'S KMBEBSEHL
15 jäteriger Erfolg.
Frische
Samen- u. Leinkuchen,
Kornkleie, Weizenschalen Futtermehl,
ganzen und geschrotenen Mais billigst zu haben bei 83
I. M. Schulhof.
Salz
von der Großhcrzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Scharfe und ßeW» löslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Bas-f falz, EiSsalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allaemein anerkannt, ist stets vorrächis und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann «I. <&• B. Bwpvt auf dem Markt in Gießen.
Grossh. Salinen- und Bergamt _________Bad-Nauheim._________ MIHMS
in allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen
____Brührsche Druckerei.
Zur Ballsaison
empfehle:
Volants, Spitzen
in überaus billigen Preisen,
farbigen Atlas
in sämmtlichen Nuancen, darunter schon eine schöne Qualität Mtr. 1,50» 273 Fangmann.
Theo, Choeolade, Caeao u. Vanille
empfiehlt 77
O, Hoth.


