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Wunderdinge erzählen hört.

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1547.

1757.

1792.

1848.

1853.

12 Medaillen und Diplome.

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Geschichts-Kalender-

20. April.

An diesem und den fünf folgenden Tagenwar die Sonne des Tags über roth und des Abends und Morgens wie Blut; und ähnlich ging es dem Monde", wie die Chroniken jener Zeit zu erzählen wissen. Auch wäreAllen schreckhaft zu Muth gewesen."

Friedrich II. von Preußen rückt im zweiten Feldzug des siebenjährigen Krieges in Böhmen ein.

Ludwig XVI. von Frankreich erscheint, von sämmtlichen Ministern umgeben, in der gesetzgebenden Versammlung zu Paris undverlangt", dazu gedrängt und widerstrebend: Oesterreich den Krieg zu erklären, was denn mit großer Zustimmung ausgenommen wurde und auch sofort geschah.

Schlacht , ei Abensberg; Napoleon I. schlägt die Oesterreicher.

Der Dichter Fr. v. Sollet zu Neisse geboren.

Napoleon I. geht nach der ihm zum Eigenthum und Wohnsitz angewiesenen italienischen Insel Elba unter Beibehaltung des Kaisertitels; doch trennte ihn Kaiser Franz von Oesterreich von Weib und Kind, die ec mit sich nach Wien nahm.

Gefecht bei Kandern während des Aufstandes im badischen Oberlande, wirb von den Führern Hecker und Struve verloren.

Allianzvertrag zwischen Oesterreich und Preußen angesichts des orientalische Krieges. In diesem Vertrage wurde die Garantie des Besitzes gegen jeden Angriff, von welcher Seite er auch komme, und den Schutz der deutschen Interessen stipulirt, zugleich aber auch der Hoffnung auf eine friedliche Aus- gleichung Ausdruck gegeben.

Universität- - Chronik.

Marburg, 16. April. Dem Vernehmen nach hat Herr Professor Dr. theoL Brieger einen Ruf in die theologische Fakultät der Universität Leipzig erhalten. Hoffentlich führen die noch schwebenden Verhandlungen zur Erhaltung dieser hervor­ragenden Lehrkraft an unserer Hochschule.____________________________________________

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Zur Abnahmt zur Erhebung vo das SÄutzverz< schlußsaßung de: nicht vemerthb roitb Schlüßen Mittwoch d

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Kepertoir Der vereinigten Itadttheater zu Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 20. April: Gastspiel des Herrn Perotti. Der Prophet. (Johann van Leyden: Herr Perotti.)

Mittwoch den 21.April: Dritte Vorstellung im Schiller-Cyclus. Kabale und Liebe. Ermäßigte Preise.

Donnerstag den 22. April: Vorstellung zum Besten des hiesigen Theatc- Pensionsfonds unter gütiger Mitwirkung der Frau Ernestine Epstein und des Hem Dr. Krückl. Don Pasquale. (Norina: Frau Epstein. Doctor Malatesta: Her Dr. Krückl.) Hierauf: Das Versprechen hinterm Herd. (Nand.: Frcr Ernestine Epstein.)

Freitag den 23. April geschlossen.

Samstag den 24. April: Gastspiel des Herrn Perotti. Robert der Teufil. (Robert: Herr Perotti.)

Sonntag den 25. April: Rheingold.

Montag den 26. April: Silvana. Außer Abonnement.

SihauspkrlhauS.

Dienstag den 20. April: Doctor Klauß.

Mittwoch den 21. April: Der Registrator auf Reisen. Anfang 7 Ul'.

Donnerstag den 22. April: Abonnements-Vorstellung für den ausfallend^ Freitag. Der Bettelstudent.

Freitag den 23. April geschlossen.

Samstag den 24. April: Fedora.

Sonntag den 25. April: Neu einstudirt: Pech schütze.

Montag den 26. April: Feenhände.

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Vermischte-.

Krofdorf, 19. April. Gestern beging die hiesige freireligiöse Gemeinde die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Hierzu war Herr Prediger Sänger aus Frank- furi a. M., sowie eine größere Anzahl Gesinnungsgenossen aus der Umgegend, darunter etwa 25 aus Gießen, erschienen. Vormittags um 10'/r Uhr fand im Abel'schen Saale eine Andacht, bei welcher Herr Sänger den Festoortrag hielt, Nachmittags eine gesellige Zusammenkunft auf dem Gleiberg statt. Die freireligiöse Gemeinde wurde am 8. April 1861 von 88 hiesigen Einwohnern gegründet. Von den damals in den Vorstand gewählten 6 Genossen ist heute nur noch eines, Herr Georg Leib, in demselben thälig.

Ein eigenartiges Dienstattest hat Frau Amtsrichter S. in Berlin ihrer vor wenigen Tagen entlassenen Köchin gegeben. Mathilde, dies der Name der Küchen­fee, hatte sich durch ihre hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Küchen- und Hauswesens die vollste Zufriedenheit und Anerkennung der Herrschaft erworben. Ihre kulinarischen Leistungen waren tadellos, in der Küche blinkten und blitzten die kupfernen Kessel und Kasserollen in leuchtendem Glanze, kurz Alles in Allem, Mathilde war ein Juwel, dessen sich Frau Amtsrichter S. schwerlich jemals würde entäußert haben, wenn sich nicht mit der Zeit herausgestelll hätte, daß Mathilde einen nur ziemlich dunklen Begriff vonMein und Dein" habe, und in dieser unliebsamen Begriffs- verwecbselung das Eigenthum der Herrschaft nicht sonderlich respectire. Frau ö. sah sich daher gcnöthigt, ihre Küchenfee trotz aller sonstigen Vorzüge den Dienst zu kündigen, was bei dieser einen Strom von Thränen entfesselte. Sie beschwor Madatne S., ihr wenigstens das Dienstbuch nicht zuoerschimpfiren", da sie dadurch zeitlebens un­glücklich würde. Zwischen Pflicht und Mitleid kämpfend, wußte Frau S. durch eine Zweideutigkeit sich aus der Klemme zu ziehen, ohne durch ein wahrheitswidriges Attest sich verantwortlich zu machen. Sie schrieb nämlich nach einigen belobenden Worten über die Küchenqualification der Scheidenden an Stelle des sonst so beliebtentreu und ehrlich" einfach und wahrheitsgemäß:Mathilde hat sich gut genommen."

Der Apothekergehilfe Landuduo in Edinburgh, ein sehr hübscher, junger Mann, ward vor einigen Tagen vor Gericht citirt, weil er bei einem Recepte, das er zu bereiten hatte, sich im Gewichte geirrt und die zu stark ausfallende Gabe des Heil­mittels den Zustand einer armen Näherin, Louise Wihte, etwas verschlechtert hatte. Unter Ausdrücken der bittersten Reue sagt Landuduo:Ich war verwirrt, denn einen Augenblick zuvor fand ich in der Zeitung meinen Namen und die Aufforderung, mich zu melden, da ich von meinem Onkel, der in Connecticut gestorben, einen Betrag von fechszehntausend Pfund Sterling geerbt." Das Gericht trug diesem Umstande Rech­nung. Landuduo wurde freigesprochen, und nun beeilte er sich, die durch ihn zu Schaden gekommene Näherin aufzusuchen; er fand sich durch deren Erscheinung so sehr ergriffen, daß er sich in den nächsten Tagen mit ihr vermählen wird.

Frankfurt a. M., 16. April. Den hiesigen Abendblättern zufolge hat der Polizei-Commisfar Meyer das gegen das Urtheil der hiesigen Strafkammer in der bekannten Friedhofsaffaire eingewendete Rechtsmittel der Revision wieder zurück­gezogen.

London, 17. April. Die der Vergiftung ihres Gatten angeklagte Adelaide Bartlett wurde durch Verdict der Geschworenen für nichtschuldig erklärt.

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Gießen, 19. April. Gestern (Sonntag) Nachmittag sand im Cafö Leib dahier eine allgemeine Arbeiter Versammlung statt, die von ca. 250 hiesigen und aus­wärtigen Arbeitern und Freunden der Arbeiterbewegung besucht war.

Nachdem Herr Schreinermeister Orbig dieselbe um 4 Uhr eröffnet hatte, nahm Herr Landtagsabgeordneter Buchdruckereibesitzer Ulrich aus Offenbach das Wort zu einem einstündigen Vortrage über die Ziele und Zwecke der Fachoereine für gewerbliche Arbeiter Redner legte zunächst seine Ansicht über die Gründe der gegenwärtigen wirthschaftlichen Krisis dar und kam unter Verurtheilung der herrschenden Meinung, daß die Ueberproduction daran schuld sei, zu der von der deutschen Socialdemokratie beliebten Theorie, die Ursache liege in einer Untcrconsumtion, welche dadurch herdei- aeführt werde, daß es dem Arbeiter in Folge der modernen capitalistischen Productions- weise an Kaufkraft fehle, ein Uebelstand, der auf die Dauer degenerisirend wirken müsse und schon wirke. Da der Staat nun demselben nicht entgegentrete, keinewirkliche" Socialreform betreibe, so müßten sich die Arbeiter eine Organisation schaffen, ver­mittelst deren sie Normalarbeitstag und Minimallohn, die Heilmittel der Krise, erreichen könnten. Der Grund zu einer solchen sei in den Fachvereinen gelegt, denen sich an- zuschließen jeder Arbeiter die moralische Verpflichtung habe. Wo solche Vereine noch nichi bestünden, seien sie alsbald zu gründen. .

Ter Vorsitzende theilte im Anfchlutz an diese Aufforderung Mit, daß in Gießen schon 3 solche Vereinigungen (für Metallarbeiter, Schreiner, Schuhmacher) vorhanden seien und setzte Listen behufs Beitrittserklärung zu denselben, in Circulation.

Eine inzwischen cingelaufene Resolution, wonach die Versammlung ihr Ein- verständniß mit den Ausführungen des Herrn Ulrich erklärt, wird mit großer Mehr- heit Lemhnngtt üon 2 Seiten aus der Versammlung nachdrücklich auf Gründung von Fachvereinen hingewiesen, ein Anttag zur Bestreitung der Tageskosten eine Teller- collecte vorzunehmen, keinen Widerspruch gefunden und eine Anfrage, wie sich der kleine Bauer zu verhalten habe, vom Vorsitzenden und dem Referenten (Herr Ulrich versprach, denmächst in einer Landgemeinde über diesen Punkt berichten zu wollen) kurz beantwortet worden, wurde die Versammlung gegen 6 Uhr geschlossen.

V Gießen, 19. April.

Wenn die Tonballenfrage auch nicht Gießens ganze Einwohnerschaft cinntmnif, so thut sie dies doch jedenfalls bei einem großen Theil derselben und sicherlich erregt sie alle diejenigen Gemüther, welche heimathlose Musen beklagen.

Wir sprechen von heimathlosen Musen und glauben dazu berechtigt zu fein; denn wo ist es in einer Stadt, die eine Einwohnerzahl von 20 000 aufweist, Mode, daß man dieschönen Künste" von einem Ort zum anderen herumstößt, um endlich überall zu der Ueberzeugung zu kommen, daß selbst unser größtes Lokal einem außer­ordentlichen Falle gegenüber nicht Raum genug besitzt.

Letzteres könnte im Munde des Cynikers vielleicht als bedeutender Vortheil gegen andere und besonders große Städte gelten, da das WortAusverkauft" heutzutage in Städten, die recht geräumige Concerthallen besitzen, nicht mehr oft in Anwendung lommt. Der Darmstädter Saalbau mag hier wirklich als Beispiel angeführt werden, er steht aber keineswegs allein da, sondern hat bedeutende Rivalen, es giebt z. B. Concertlokale, welche aus dem Bankerottmachen gar nicht herauskommen, meist sind dies natürlich Prioatunternehmungen, welche nicht die in erster Linie nöthige Unter­stützung durch bedeutendere Concertunternehmungen finden. Das Publikum bleibt wohl selten aus, wenn wirklich Gutes geboten wird, davon haben wir ja in der letzten Saison die sprechendsten Beweise gehabt.

Es bleibt nun unserer Ansicht nach das Beste, wenn sich Männer an die Spitze stellen, die im Stande sind, die schon lange geplante Idee mit Energie durchzuführen, an Unterstützunaen aus dem Publikum wird es sicher nicht fehlen und die warme Jahreszeit mit oer beginnenden eaison morte bietet Gelegenheit genug zur gründlichen Ausbrütung des Planes.

Wir müssen jedoch unter allen Umständen zugestehen, daß es entschieden seinen Zweck verfehlen würde, wollte man ein Lokal bauen, welches lediglich für Concette besttmmt sein sollte; es muß in dem Saale vielmehr auch eine vollständige Theater­einrichtung vorhanden sein, denn unsere Theateroerhältnisse sind in jeder Hinsicht mehr als primitiv zu nennen.

Wir haben zuweilen Theatervorstellungen erlebt, wie sie Schreiber dieses nicht in Städten mit 8000 Einwohnern gesehen hat; trotzdem man von den sogenannten Schmieren" (der Ausdruck ist zwar nicht salonfähig, aber es giebt keinen bezeichnenderen)

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Montag und Dienstag (24., 26 und 27. April)

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Eingesandt.

Reiskirchen, 16. April.

Nachdem auf dasEingesandt" in Nr. 65 desGießener Anzeiger" vom 15. März dem Uebelstand bezüglich eines fehlenden ersten Bullen zwar' Abhilfe geschafft wurde sind die hiesigen Landwirthe bereits 14 Tage in den schädigenden Uebelstand gekommen, daß keiner der beiden Bullen Dienst thun darf und wollen sich die be­treffenden Herren, welche für das Gemeinwohl verpflichtet sind, gütigst bemühen, wenn nicht die hiesige Viehzucht sozusagen zu Grunde gehen soll, auch diesem liebel bald- möqlichsl abzuhelfen. __________

HarrdeL und VerkeHr.

Wie wir hören, sind die dem Fahrpersonal angehörenden Beamten der Staatsbahnen angewiesen worden, in allen Fällen, wo erwachsene Passagiere das Alter der von ihnen mitgeführten Kinder zum Zweck einer Fahrgeldersparniß wissentlich falsch angeben, nicht allein den doppelten Fahrpreis (in minimo 6 Jt) einzuziehen, sondern thunlichst auch^die Namen der Defraudanten festzustellen, damit die Ver­waltung nach Lage des Falles die Einleitung des Strafverfahrens wegen Betrugs ver­anlassen kann.

Grünberg, 17. April. (Fruchtpreise.) Weizen JL 17.50, Korn 14-10, Gerste JL 12.70, Hafer <X 13.30, Erbsen JL 16-20, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL 00.00, Kartoffeln JC. 3 50, Wicken 13.30.

Musik.

ii.