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Straßburg, 15. September. Prinz Wilhelm und der Großherzog von Baden Leaaben sich bereits früh um 7 Uhr 50 Min. auf das Manöverterrain bei Dettweiler. Der Kronprinz und der König von Sachsen folgten um 9V< Uhr mittelst Extrazuges. Der Kaiser, von den großen Anstrengungen bet den gestrigen Besichtigungen und Empfangen etwas ermüdet, begab sich nicht auf das Manöverfeld.
Straßburg, 15. September. Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz traf mit den übrigen Fürstlichkelten zu dem heutigen Feldmanöoer des 15. Armeekorps auf dem Terrain zwischen Zabern, Dossenheim und Dettweiler um 10 Uhr Vormittags in letzterem Orte ein und wurde am Eingang von den daselbst versammelten Bürgermeistern des Kreises Zabern, der gesammten Geistlichkeit beider Confessionen, den Lehrern mit ihren Schulen, den Beamten, dem Kriegeroereine Dettweilers und der zahlreich erschienenen Landbevölkerung empfangen und mit Jubel begrüßt. Das Hagenauer Land hatte einen langen Zug reichgeschmückter Wagen mit Mädchen in ihrer Sonntagstracht entsendet. Auch Feldmarschall Graf Moltke wurde bet seinem Eintritt in Dettweiler mit lauten, lange fortdauernden Hochrufen empfangen. Der Kronprinz, welcher am Bahnhofe zu Pferd gestiegen war, hielt, bei den Bürgermeistern angekommen, an und nahm die Begrüßung des Bürgermeisters von Dettweiler und der Geistlichkeit entgegen und gab dem Bedauern Sr Majestät des Kaisers Ausdruck, dem Manöver fernbleiben zu müssen, da Seine Majestät sich zu erinüdet suhle und der Schonung für die nächsten Tage bedürfe. Doch werde er — der Kronprinz — Seiner Majestät dem Kaiser sagen, wie sehr man sich hier auf den Empfang Seiner Majestät gefreut habe und wie schön der Ort geschmückt sei. Der Kronprinz nahm darauf Blumensträuße, welche ihm von Ehrenjungfrauen und Kindern von Landleuten gereicht wurden, freundlich dankend entgegen und drückte wiederholt das Bedauern Sr. Majestät, verhindert zu sein, aus. Darauf ritt Se. K. u. K. Hoheit langsam die langen Reihen ab, überall auf's Freudigste begrüßt. Inzwischen hatten die Hebungen begonnen. Nach einem Zusammenstoß des linken Flügels des Westcorps mit dem rechten Flügel des Ostcorps und nachdem der vorbereitende Artilleriekampf beendigt war, ließ der Kronprinz um 121/» Uhr angesichts der großen Hitze und da die Durch- sührung des Manövers bis zur Entscheidung zu viel Zeit beansprucht haben würde, Die Hebung abbrechen und kehrte nach abgehaltener Kritik um 1 Hhr von Dettweiler nach Straßburg zurück.
Berlin,' 15. September. Die Gerste- und Hopfenlagerei der Brauerei König- stadt ist durch ein gestern Abend 11 Hhr dort ausgebrochenes Feuer vollständig niedergebrannt. Die Größe des Feuerschadens ist noch unermittelt. Verunglückt ist Niemand.
Berlin, 15. September. Im großen, von elektrischem Lichte , prachtvoll beleuchteten Saale der neuen Warenbörse fand heute Abend die Eröffnung der vom Centralverein für Handels-Geographie veranstalteten Ausstellung von Erzeugnissen Süd-Amerikas statt. Unter den zahlreichen geladenen Gästen befand sich Staats- secretär v. Bötticher, der Hamburgische Senator Versmann, Vertreter des Magistrats, der Stadtverordneten und der Kaufmannschaft, ferner der Gesandte Brasiliens, Baron Jaru und sämmtliche Consuln der an der Ausstellung beteiligten Staaten. Unter den Palmen, gegenüber der Rednerbühne, war die Büste Don Pedros von Brasilien ausgestellt. Dr. Jannasch eröffnete die Ausstellung, Koseritz (Porto Allegre) antwortete mit dem Ausdrucke des Dankes an die Deutschen Südbrasiliens, deren sehnlichster Wunsch durch die Ausstellung erfüllt sei. Hierauf folgte ein Rundgang durch die Ausstellung.
Wien, 15. September. Die fremdländischen Offiziere sind von Galizien hier angelangt. Sie vereinigten sich heute zu einem Diner im „Hotel Imperial", wobei Gras Rosenberg die Honneurs machte. Der russische General-Major Gichter toastirte auf den Kaiser Franz Josef. Ein zweiter Toast galt der österreichischen Armee. An dem Diner nahmen auch die Militärattaches Italiens und Frankreichs Tcheil.
Pest, 15. September. Bisher sind osficiell keine Fälle von asiatischer Cholera, sondern von Cholera nostraa constatirt.
Bujukdere, 14. September. In Folge der Nachrichten, daß seit gestern in Pest and Naab fünf Cholerasälle oorgekommen sind, wurde für Provenienzen mit Passagieren aus den Donauhäfen incl. der Pulinamündung eine vom 12. ds. ab zu rechnende fünftägige Quarantäne verhängt.
Paris, 15. September. Grevy unterzeichnete die Begnadigung der wegen Aufreizung zum Strike in Decazeville verurtheilten Journalisten Ducquercy und Roche. — Die Zeitung „La Defense" meldet, daß Angesichts der vielfachen Fragen praktischer Natur, welche Die sofortige Ausführung des Planes, betreffend Entsendung eines päpstlichen Legaten nach China Hervorrufe, und in Berücksichtigung gewisser Befürchtungen und Wünsche der französischen Katholiken, sowie neuerdings eingelaufener Nachrichten, der Papst beschlossen habe, die Absendung eines außerordentlichen Legaten nach China aufzuschieben.
London, 15. September. Das Unterhaus nahm die Bill, betreffend die der Commission zur Untersuchung der Belfaster Unruhen zu ertheilenden Befugnisse in dritter Lesung an.
Rom, 15. September. Die „Jtalie" erklärt bezüglich der bevorstehenden Absendung von 1500 Mann nach dem Rothen Meere, dieselben wären dazu bestimmt, die seit dem Monat Mai bereits in die Heimath entlassenen, resp. noch zu entlassenden Mannschaften zu ersetzen, keineswegs aber Suakim oder einen andern Punkt am Rothen Meere zu besetzen.
Madrid, 15. September. Es verlautet, der Herzog von Sevilla, welcher in Mabon internirt war, sei auf einem nach Gelte segelnden französischen Kauffahrteischiffe entflohen.
Petersburg, 15. September. Gestern Vormittag war in der Nähe von Brest- Litowsk vor dem Kaiserpalast Parade der Manövertruppen, Nachmittags in dem Liubschcner Forst Jagd, woran Wladimir, Nikolaus junior, Woronzow - Daschkow, General Werder und Andere theilnahmen. Der Thronfolger und dessen Bruder Georg, Nikolaus senior, Prinz Oldenburg, Wannowski und Giers reiften Nachmittags nach Peterhos ab.
Petersburg, 15. September. Der Thronfolger, die Minister Giers und Wannowsky sind heute aus Wyssoko-Litowsk zurückgekehrt.
MoSka«, 15. September. Die „Moskauer Zeitung" weist die Annahme zurück, Rußland wollte die von ihm befreiten Orientländer annektiren. Im Gegentheil erheischten es die Interessen Rußlands, daß keine fremde Einmischung dortselbst statt- sände. Nicht Englands Gedanke sei es, daß die kleinen Orientstaaten unabhängig würden, ehe sei dies Rußlands Gedanke. England hätte keinen Grund, mit Rußland zu streiten, wenn es auf diesen Gedanken thatsächlich gekommen wäre. England beabsichtige aber gar nicht, die Unabhängigkeit slavischer Nationalitäten im Orient sicher zu stellen, sondern aus ihnen eine anti-russische Koalition zu bilden, sie ihrer Volksthüm- lichkeit und ihres Glaubens zu entreißen und sie der Vernichtung preiszugeben.
Sofia, 15. September. In der heutigen Sitzung der Sobranje wurde über die Antwort auf die Eröffnungsrede und über den Antrag, betreffend die Absendung eines Telegramms an den russischen Kaiser, noch nicht Beschluß gefaßt. Die Berathung soll morgen fortgesetzt werden.
Bukarest, 15. September. Die halbamtliche „Etoile roumaine" dementirt die von den oppositionellen Blättern verbreiteten Gerüchte, wonach zwischen Rumänien, Bulgarien und Serbien eine Union hergestellt sei, wonach der König von Serbien auf den bulgarischen Thron erhoben werden solle.
Berlin, 16. September. (Privatdepesche.) Die Reichstagseröffnungsrede ist sehr kurz gehalten, sie enthält lediglich eine Motivirung der Vorlage des spanischen Handelsvertrags. Die Rede enthält nichts über die auswärtige Politik.
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selben stehen. Ich erhebe Mein Glas und leere daffelbe auf das Wohl von Elsaß-Lothringen und der Stadt Straßburg."
Der Kaiser unternahm gestern Abend eine Spazierfahrt.
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Gießen, 16. September. Der Mittelrheinische Architecten- und Ingenieur- Verein hält seine diesjährige Generalversammlung, die dreizehnte seit Bestehen desselben, nächsten Samstag den 18. d. M. hier ab. Nach erfolgtem Empfang der Gäste soll ein Frühschoppen auf dem Lenz'schen Felsenkeller eingenommen und um y8ll Uhr ein Gang durch die Stadt unternommen werden zur Besichtigung der Neubauten und der Ausstellung von Zeichnungen, Plänen und Entwürfen, namentlich des verstorbenen Oberbaurath Gustav Adolf Gnautb, in den Räumen des Instituts für Kunst- wisfenschafl im Schloß. Um 12 Uhr findet die Sitzung im großen Saale der Universität statt, der sich um 1 Uhr ein gemeinschaftliches Mittagsesfen im Gasthaus „zum Einhorn" anschließen wird (das trockene Gedeck zu 2,50). Für den Nachmittag ist eine gemeinschaftliche Wagenfahrt nach Schloß Gleiberg und um 6 Uhr von da die Rückfahrt nach hier vorgesehen. Die Verhandlungen der Generalversammlung werden sich auf folgenbe Punkte erstrecken: 1) Aufnahme neuer Mitglieder. 2) Ergänzung des Vorstandes. Aus demselben werden statutengemäß ausscheiden die Herren Geh. Oberbauräthe Dr. Schäffer und Dr. Müller, Geh. Baurath Professor Sonne und E. Marx aus Darmstadt, sowie Baurath Kr eyßig aus Mainz. 3) Rechnungsabschluß für das Jahr 1885. Die Einnahmen des Vereins im Vorjahre betrugen JL 2594,44, die Ausgaben JL 2006,94, so daß ein Rest von JL 587,50 verbleibt. 4) Mittheilung der dem Verein zugedachten Geschenke. 4) Statutenänderung von § 2, alinea 3, betreffend den Austritt aus dem Verein, und 8 8, -alinea 2, 3 und 4, betreffend Erhebung der Mitgliederbeiträge rc. 6) Geschäftsbericht des Vorstandes und Bericht über die diesjährige Abgeordneten - Versammlung. Im Anschluß hieran soll die Frage behandelt werden, ob der Verein den in 1884 bewilligten Beitrag für ein Semper-Denkmal in Dresden auch fernerhin leisten will. 7) Antrag des Vereinsvorstandes, dahin gehend, Großh. Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Bauwesen zu Darmstadt, und die König!. Regierung zu Wiesbaden zu ersuchen, Ausschreibungen von Arbeiten und Lieferungen, welche Bauausführungen betreffen, auch in dem „Wochenblatt für Baukunde" zu veröffentlichen. (D. Z.)
Gießen, 16. September. Morgen und übermorgen werden zu den in bet Umgebung von Gießen ftattfinbenben Manövern hier einrücken: Die Infanterie- Regimenter Nr. 80, 81, 87, 88, 97, bas Husaren-Rcgiment Nr. 13, bas 5. Rheinische Dragoner-Regiment, bas 11. unb 27. Artillerie-Regiment, sowie bas 11. Pionier- Bataillon. Die aus ca. 6000 Personen bestehenbe Mannschaft wirb in ben Casernen unb Bürgerquartieren untergebracht.
Universität- - Ghronik.
Jena, 13. September. Heber bie Verwenbung bet Zinsen der 300,000 JL, bie Herr Paul v. Ritter in Basel am 3. Mai, dem Tage, an dem Herr Professor Ernst Häckel sein 25jähriges Docenten-Jubiläum feierte, der Universität Jena zur Förderung des Studiums der phylogenetischen Zoologie und Darwinistischen Forschungen geschenkt hat, sind von Letzterem jetzt folgende Bestimmungen getroffen worden: Die Hälfte des jährlichen Reinertrags soll zur Dotirung einer „Ritter-Professur für Phylogenie", der ersten dieser Art an deutschen Universitäten, verwandt werden. Diese Professur soll Herrn Dr. Arnold Lang, dem früheren Schüler und Assistenten des Herrn Professor Häckel, der mehrere Jahre als Beamter und selbstständiger Forscher an der zoologischen Station in Neapel thätig gewesen und jetzt Privatdocent an der hiesigen Universität ist, übertragen werden. Die andere Hälfte des Reinertrags wird zu wissenschaftlichen Reifestipendien, besonders für phylogenetische Studien über Seethiere und zur Beschaffung von Hilfsmitteln für ben zoologischen Unterricht benutzt werben.
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Offenbach, 12. September. Der Bürgermeister als Wahlvorsitzenber hat in ben Gemeinbe - Wählerlisten sämmtliche bayerische Staatsangehörige gestrichen. Tie Maßregel ist erfolgt in Rücksicht auf eine Entscheibung bes Kreistags zu Worms, ber die Bayern als wahlunfähig bei hessischen Gemeindewahlen erkennt, da bas hessische Wahlgesetz bie Wahlberechtigung an ben Besitz des Unterftühungswohnsitzes knüpft, Bayern aber solchen nicht erwerben können.
H örbe, 13. September. Auf ber gestern hier begonnenen sogenannten „Zwiebelkirmes" ist ein ganz ruchloser Morb verübt worben. Der Fabrikarbeiter Heinrich Weber von hier, welcher sich mit ben ©einigen auf bem Heimwege von ber Kirmes befanb, würbe von einem Manne böswilligerweise angerenipelt unb als er sich dies verbal, zweimal mit einem Dolchmesser in Kopf unb Brust gestochen. Der Tob trat nach wenigen Minuten ein unb zwar enbete der brave Arbeiter in ben Armen seiner ihm erst vor vierzehn Tagen angetrauten Frau. Der Thäter entkam. Vor zwei Jahren würbe währenb berfelben Kirmes ein Händler von einem Schustergesellen erstochen.
Frankfurt a. M., 13. September. Eine hiesige sehr wohlhabende Wittwe hatte sich wieder verlobt und zwar mit einem noch ziemlich jungen Manne, ber mit ihren Mitteln eine Fabrik gründen wollte. Ehe jedoch bie Hochzeit ftattfanb, hielt es bie Verlobte für gut, in einer benachbarten Stabt eine unter ben Damen vielgepriesene Kartenschlägerin um ihr Orakel zu befragen. Aus ihren Karten ersah bas Weib, baß es ber größte Fehler ber Wittwe wäre, wenn sie nochmals heirathe, benn ber von ihr Erwählte, einerlei wen auch bie Wahl treffe, werbe sie um ihr Gelb betrügen, baffelce oergeuben unb sie alsbann im Elenb sitzen lassen. Angesichts bieser furchtbaren Warnung hielt es bie Wittwe für bringenb geboten, sofort das Verlöbniß aufzuheben. Hiermit war jeboch ber Bräutigam burchaus nicht ehwerftanben unb erklärte, er werbe bie Sache bem Richter zur Entscheibung übergeben. Um bieser Kalamität aus bem Wege zu gehen, erbot sich bie Wittwe zu einem Vergleich. Sie verstanb es, ben Bräutigam burch eine Eutschäbigung von 7500 JL zu beruhigen.
— Dieser Tage ereignete sich in Sachsenh aus en ein komischer Vorfall. Ein Schornsteinfeger errichtete in unmittelbarer Nähe seines Nachbars, mit bem er in Unfrieben lebte, einen Galgen, über welchem bie Worte stauben: „Hier wirb er gehängt!" Wie erstaunte er unb bie ganze Nachbarschaft, als sie Tags barauf einen prachtvollen Schornsteinfeger in vollstänbiger Ausrüstung am Galgen hängen sah unb barüber ein Plakat mit ben Worten: „Hier ist er gehängt! (Kl. Pr.)
Wien, 15. September. Heute Vormittag ist die ärarische Kettenbrücke in Mährisch-Ostrau beim Passiren einer Eskadron Ulanen im Mitteltrakte eingestürzt. Viele Solbaten, sowie Civilpersonen, barunter Kinber, sind verunglückt. Viele sind schwer verwunbet. (F. Z.)
Wien, 15. September. Aus Mährisch-Ostrau wirb gemelbet: Bis ^9 Hhr Abenbs würben 4 Leichen aus ben Trümmern ber ein gestürzten Brücke gezogen und zwar 2 Kinber, ein Dienstmäbcben unb eine unbekannte Frau. 18 Personen, worunter 9 (solbaten, finb schwer ober leichter verletzt. (Fr. Ztg.)
Paris, 12. September. Gestern Nachmittag gegen 4 Hhr bemerkten Passanten bes Boulevarb Magenta zu ihrem Entsetzen, wie ein Mann in einem Hotel ber Rue b'Alboux einen blutenden Frauenkopf mit ben Haaren an bie Jalousien bes Fensters befestigte. Sogleich eilte man nach bem zweiten Stockwerk bes betreffenben Hanfes, von welchem inzwischen vier Revolverschüsse ertönten unb als man in die Wohnung einbringen konnte, fanb man baselbst bie 19jährige Halbweltlerin L4a Haitier mit abgeschnittenem Kopfe auf bem Boben liegen unb neben ihr ben Mörber, ihren ehemaligen Geliebten, Blanc, gleichfalls tobt. Blanc hatte sich an bem Mäbchen bafür gerächt, baß es ihn für einen an ihr begangenen Dttbstahl bem Gerichte angezeigt unb sich geweigert hatte, bie alten Beziehungen mieber aufzunehmen. Die Aufregung ber Menge über bieses neue Verbrechen war eine sehr große unb lange umstanden Hunderte von Neugierigen das Hotel, das allerlei zweideutigem Gesindel als Schlupfwinkel dient.
— (Aus dem Manövers Ein bei dem Dorfe L. einquartirter Einjährig- Freiwilliger fühlt das Bedürsniß, sich rafiren zu lassen. Er erkundigt sich im Dorfe bei einer ihm begegnenden Person nach dem Barbier. „Der Barbier, Sie meinen doch den Bartschaber?" erwiderte das Bäuerlein, „der wohnt am entgegengesetzten Ende unseres Orts, fragen Sie nur nach dem Nachtwächter Nasenbein. Nachdem ber Einjährige ein Stück gegangen, kommt es ihm bei, abermals zu fragen, und rieth man ihm, in der Richtung, bie er gegangen, weiterzugehen unb nach bem Stabtschreiber Nasenbein zu fragen. Auf bem Wege bis zu dem Gesuchten erfuhr ber Einjährige, daß der gute Mann Stabtschreiber, Nachtwächter, Gerichtsbiener, Küster, Orgelspieler, Ausrufer, Oeconom, Schuster, Dorfältester unb Barbier sei. Der Einjährige betrat
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