Ausgabe 
15.12.1886 Erstes Blatt
 
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Wege der Autorität diesem Unwesen gesteuert werden und zwar wie durch die englische Gesetzgebung, durch Verbot des Duells und im Falle der Tödtung Erhebung einer Anklage auf Mord. Dasamerikanische" Duell sei weder amerikanisch noch überhaupt ein Duell, aber bei ihm trete das Unwesen am grellsten hervor.

Abg. Dr. Möller (bfr.) meint, daß der Antragsteller die moralischen Folgen der Duelle nicht genügend heroorgehoben hat. Namentlich die rechte Seite des Hauses, die ja den Officierskreisen am nächsten stehe, könne hier die helfende Hand anlegen. Gerade die Officiere, deren Leben doch dem Vaterlande gehöre, fehlten am häufigsten gegen das Gesetz. Der Krtegsminister sollte den scharfen Erlaß Friedrich Wilhelm III. gegen das Duellwesen in Erinnerung bringen; er sei ganz dafür, die Strafbestimmungen gegen das Duell zu verschärfen.

Abg. Klemm (ksv.) kann nicht zugeben, daß das Duellunwesen in unserer Zeit bedenklich zugenommen habe. Die Resolution geht zu weit, indem sie die Behörde lediglich auffordere, ihre Pflicht zu thun, aber sie gehe auch nicht weit genug, denn wenn man den Duellen in der That entgegentreten wolle, so müßte man mit einem geeigneten Gesetzentwurf selbst Vorgehen, aber ein solches Gesetz zu finden, sei überaus schwer, da eine niedrige Gesinnung der Duellanten doch nicht zu imputiren sei.

Abg. Dir ich le t (bfr.) erklärt sich für bte Resolution und bringt bei tiefer Gelegenheit ben Fall zur Sprache, baß der preuß. Lanbrath o. Kannewort in Anger­burg in Ostpreußen bie Erlebigung sachlicher Streitigkeiten über bie Bestimmungen der Kreisorbnung mit einem Kreisbeputirten auf bem Wege der Mensur habe aus- tragen wollen.

Bunbesbevollmächtigter, preuß. Minister v. Puttkamer erblickt in ber Re­solution bes Abg. Reichensperger einen wohlgeneigten, aber erfolglosen Versuch, bas große Problem bes Duells zu lösen. Die vom Abg. Dirichlet vorgebrachte Angelegen­heit steht mit bieser Sache nur in geringem Zusammenhänge; ich kann als preußischer Minister ben Lanbräthen boch keinen Befehl ertheilen, keine Duelle einzugehen. Der einem preußischen Lanbrath gemachte Vorwurf gehört boch aber nicht in ben beutschen Reichstag, überhaupt sei es zweifelhaft, ob solche Angelegenheit zum Gegenstände parlamentarischer Diskussion gemacht werden kann. Die Schilderung des Abgeordneten Dirichlet ist nicht zutreffend; die Verwaltung des betreffenden Kreises ist eine sehr schwierige, da ein gespanntes Verhältniß allerdings vorhanden. Die Entscheidung aus der schwebenden Untersuchung steht noch aus, aber das kann ich sagen: Ich kann mir wohl einen Zustand denken, in dem der Untergebene dem Vorgesetzten den Gehorsam verweigert und daß er sich sagt, hier steht mir meine persönliche Ehre näher.

Abg. Reinbaben (Reichsp.) hebt die ideale Seite des Duells hervor und betont dasnatürlich feinere" Ehrgefühl des Offiziers.

Abg. Dirichlet (dfr.) polemisirt gegen diese Anschauung, die derjenigen des Ministers nahe kommt, dessen Jdeengang mar: Wenn Ihr Euch recht schneidig, selbst mit Umgehung des Gesetzes erweisen werdet, so ist mir das nicht unangenehm.

Nach einigen unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. Dr. Roßhirt und Langwerth o. Simmern wird der Antrag an eine Commission von 14Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen.

Nächste Sitzung Mittwoch. (Anträge aus dem Haufe.)

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspondenz - Bureau.

Berlin, 13. December. Die Militär-Commission beendete die Generaldiskussion. Der Kriegsminister erklärte, die politische Situation sei noch nicht so weit gereift, daß sie de utscherseits amtlich und öffentlich besprochen werden könne. Sollten die Motive der Vorlage der Commission weder in militärischer noch in politischer Beziehung genügen, könnte selbst der Reichskanzler, wenn er hier wäre, denselben nichts hinzufügen, da weitergehende Darlegungen über die politische Situation Deutschlands und die aus­wärtigen Beziehungen die deutsche Friedenspolitik schädigen und erschweren würden.

DieNorddeutsche" spricht in einer Polemik gegen ein anderes Blatt aus, daß die geforderte Erhöhung der Friedenspräsenzstärke mit der bulgarischen Krise absolut nicht Zusammenhänge; die über die angebliche Unsicherheit der beutschen Beziehungen zu Oesterreich geäußerte Besorgniß sei gänzlich grundlos, bas Vertrauen in bie Festig­keit ber österreichisch-beutschen Beziehungen bestehe völlig unveränbert fort.

Wien, 13. December. Die Wittwe bes jüngst verstorbenen ehemaligen Reichs­kanzlers Grafen Beust ist gestern auf bem Schlosse Altenberg gestorben.

Kopenhagen, 13. December. Der Philologe Maboig ist gestorben.

Paris, 13. December. Der Ministerrath beschloß, von ber Kammer bie pro­visorische Bewilligung von nur zwei Zwölfteln ber Jahreseinkünfte zu verlangen. Die Annahme bes Antrags ist als gesichert zn betrachten, da bie brei Gruppen ber Linken zur Bewilligung ber beiben Zwölftel sich bereit erklärten. Den Abenbblättern zufolge bezeichnen parlamentarische Kreise allgemein die Auflösung ber Deputirtenkammer im nächsten Jahre als unvermeiblich.

DerAgence Haoas" zufolge lehnte ber französische Botschafter Decrais in Wien bas Ministerium bes Aeußeren ab, jeboch in Ausdrücken, welche bte Annahme zulassen, baß bte Ablehnung keine enbgiltige fein werbe.

Sectionspräsibent im Staatsrathe, Flourens, würbe zum Minister bes Aus­wärtigen ernannt.

Die Eröffnung der Eisthalbahn.

A Worms, 11. December.

Ein Theil in bem wichtigen Verbinbungsglieb zwischen bem hessischen unb bayrischen Bahnnetz, bte sogenannte Eisthalbahn ist heute für bie Strecke Worms- Offstein auf einer Länge von 11,2 Kilometer in feierlicher Weise bem Verkehr übergeben worben. Wie wichtig die neue Bahnlinie für bas obere Rheinhessen unb die bayrische Rheinpfalz ist, dafür legte die zahlreiche Betheiligung der hiesigen Ein­wohnerschaft und der Bevölkerung ber von ber neuen Strecke berührten Ortschaften an bem heutigen Festact berebtes Zeugniß ab. Sowohl für Worms wie bte Ort­schaften Weinsheim, Wiesoppenheim, Horchheim, Heppenheim und Offstein war ber heutige Tag ein Feiertag. Groß wie Klein war in Sonntagsputz unb reicher Flaggen­schmuck kennzeichnet bie äußere Feier.

Seitens der hessischen Regierung, welche bas nunmehr vollendete Werk in jeder Weise unterstützte, wurde das große Interesse für die neue Bahnlinie dadurch bofumentirt, daß der Grobherzog nebst zahlreichem Gefolge unb bem Gesammtministerium der Eröffnungsfeier beiwohnten.

Kurz vor 12 Uhr traf ber Großherzog nebst dem Gefolge in der Station Rosen­garten ein und wurde hier von den Spitzen der Civil- unb Militärbehörben, von Mit- gliebern der Hanbelskammer, dem Bahnbauconsortium (Firma H. Bachstein) unb einer Deputation Wormser Bürger empfangen, wobei Bürgermeister Küchl er eine kurze von bem Großherzog beantwortete Ansprache hielt.

Mit ber Verbinbungsbahn begab sich hierauf bie Festgesellschaft nach bem Bahnhof hierher, wo in bem Fürstensalsn zunächst eine Vorstellung ber Gäste stattfand und sodann Ministerialrath Weber eine kurze Rede hielt, in welcher er die Entstehung des Projectes ber Eisthalbahn beleuchtete unb ber Vortheile gedachte, welche bie Bahn ber Stabt unb Provinz bringen werbe.

Nachdem bestieg man die Waggons unb fort ging es auf der neuen Linie bis Offstein. In Heppenheim wurde Halt gemacht und die Gäste von bem Bürgermeister unb ben Gemeinderäthen begrüßt. Um ben Bahnhof hatten die Turner und der Kriegerverein Spalier gebildet. Gleicher Weise war der Empfang in Off ft cm, wo von Festjungfern den Gästen ein Frühstück dargereicht wurde.

Gegen 2 Uhr nach Worms zurückgekehrt wurden die Festgäste von dem in Sonntagskleidung befindlichen Personal der Fabriken von Heyl und Doerr u. Reinhard im Vorüberfahren auf das Lebhafteste begrüßt, worauf das von der Stadt Worms gegebene Gabelfrühstück in dem Stadthausfaal eingenommen wurde. Die in einem Hufeisen arrangirte Tafel bestand aus 73 Gedecken; neben den feinsten Gerichten prangte auf der Tafel in herrlichen Gläsern das feurige Wormser Kind, dieLieb­frauenmilch", aus der berühmten Valkenberg'schen Besitzung. Bürgermeister Küchler, der zur Rechten des Großherzogs saß, dankte dem letzteren für fein Erscheinen unb das Interesse, welches er dadurch für Worms bekundet, worauf Se. Königl. Hoheit auf das Gedeihen unb Emporblühen von Worms toaftirte. Um V25 Uhr begab sich ber Groß­herzog wieber nach Darmstabt. In bem Großherzoglichen Gefolge waren bie Herren

General v. Westerweller, bie Flügelabjutanten Schenk unb Rabenau, Staats­minister Finger, Ministerialpräsibent v. Weber, Geh. Staatsrath Knorr unb mehrere Ministerialräthe.

Die Lubwigsbahn war bei ber Feier burch ihren Vicepräsibenten Commerzien- rath Werner, Oberbetriebsinspector Heyl, Oberbaurath Kramer unb- bie Herren Hillebranb unb G roß von der Specialbirection vertreten. Von bem Bauconsortium bemerkten wir neben ben Vertretern ber Firma Bachstein bie Herren Directoren Hebberich unb Parcus von ber Darmstäbter Bank. Als Repräsentant ber Pro­vinzialregierung war Provinzialdirextor Küchler von Mainz gekommen.

L o t a 1 e $

Gießen, 14. December. Samstag ben 18. l. M. finbet eine öffentliche Sitzung des Provtnztalausschusses ber Provinz Oberhessen statt. Dieselbe beginnt Vormittags 9 Uhr unb stehen folgenbe Gegenstände auf ber Tagesorbnung:

1. Recurs bes Johs. Eckharbt zu Lauter gegen ben von Großh. Kreisamt Gießen erlassenen Baubescheid betreffenb Umbau seines Wohnhauses.

2. Baugesuch bes Districtseinnehmers Euler zu Laubach.

3. Ansinnen Großh. Kreisamts Gießen an bie Stabt Gießen wegen Verbreiterung ber Bahnhofsstraße.

Gießen, 13. September. [Schwurgericht.) Die Sitzungen bieses Gerichts begannen heute mit ber Verhanblung gegen ben Maurer Georg Enbcrs von Alsfelb, welcher angeklagt ist, am 18. September b. I. feine Ehefrau burch Schläge mit einem gefährlichen Werkzeuge vorsätzlich getöbtet zu haben. Der bereits 60 Jahre alte Angeklagte lebte seit längerer Zeit mit seiner Frau in Unfrieben; sie waren beibe dem Trünke ergeben unb es kam öfters zwischen ihnen zu häuslichen ©eenen, bie sogar in Thatlichkeiten ausarteten. Am Abenb bes 18. September brach ebenfalls zwischen den Eheleuten ein Zwist aus, ber bamit enbigte, baß Enbers ein im Zimmer liegenbes Holzstück ergriff unb auf feine Frau losschlug. Dieselbe stürzte in Folge ber erhaltenen wuchtigen Schläge zu Boben, ber Angeklagte schleifte fein Opfer im Rimmer umher, setzte bte Mißhandlung durch Fußtritte und Würgen mit ben Hänben fort, so daß die Mißhandelte an, den erhaltenen zahlreichen Verletzungen alsbald verstarb Der An- geflagte hat ein theilweises Geständniß abgelegt, er beruft sich zu feiner Vertheidigung aus ferne Trunkenheit, feine Aufregung und die zeitweilig bei ihm aufgetretenen Er­scheinungen des Deliriums. Die Zeugenvernehmung gab ein Bild der traurigen Ver­hältnisse, in welchen die Familie Enders lebte und bestätigte im Wesentlichen die Anklage. Die den Geschworenen vorgelegten Fragen, ob Enders die That mit Heben legung ausgeführt habe, wurden verneint, diejenige ob er durch die feiner Ehefrau zu- gefügte Körperverletzung den Tob berfelben herbeigeführt habe bagegen bejaht unter Ablehnung ber Zubilligung milbernber Umstände. Mit Rücksicht auf die Brutalität mit welchen Angeklagter das scheußliche Verbrechen begangen hat, verurtheilte ihn ber Gerichtshof, bem Antrag bes Staatsanwalts gemäß, zu einer Zuchthausstrafe von 7 Jahren, Ehrverlust auf bie Dauer von 5 Jahren unb in bie Kosten bes Verfahrens.

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cx !? December. In ber am Freitag stattgehabten Sitzung ber

Jubilaums-Commlsston rur bte Feier bes 50jährigen Bestehens bes Landesgewerd- Verems wurde ber Beschluß gefaßt, baß biefe Feier im Juni 1887 ftaitfinben unb mit einem Festactus in der Technischen Hochschule, woselbst auch eine Ausstellung von Zeichnungen arrangirt wird, eingeleitet werden fall. Ferner ist ein Gartenfest in ben Raumen bes «Laalbaues vorgesehen, woselbst von jungen Gewerbtreibenden ein Festspiel aufgeführt wirb zu Gunsten eines neu zu erbauenben Gewerbehaufes.

Die Feier bes 50jährigen Bestehens ber Hanbwerkerfchule soll hierbei ebenfalls in entsprechender Weise mitgefeiert werden.

Heute Nacht gerieten 2 Arbeiter in Streit und schoß hierbei der Eine dem Andern mit einem Revolver 2 Kugeln in den Kopf. Die Kugeln drangen in bie linke Schläfeseite unb wirb ber Tod stündlich erwartet. Ferner schoß der Thäter noch mehr­mals unter das sich ansammelnde Publikum, bis er von einem Schutzmann entwaffnet werden konnte. Derselbe ist verheirathet unb Familienvater. H

Heute begannen unter Zubrang bes Publikums bie Verhandlungen vor der Strafkammer gegen den Apotheker v. Polzin, welcher im Hause Merk als Gehülfe thätig war. Derselbe ist angeklagt, etwa 25003000 JL aus der Tageskasse nach unb nach entwendet zu haben. 25 Zeugen, darunter viele Damen, sind geladen Die Schutzmannschaft muß die Ordnung aufrecht erhalten.

[Für Kaufleute.) Es ist geradezu erstaunlich, in welcher Weise die Noth- wendlgkett, daß bie einzelnen Berufe sich enger zusammenschließen, immer mehr sich geltenb macht. Vor fünf Jahren hätte Niemand geglaubt, daß bie Erkenntniß auf bie Sicherung ihrer Zukunft burch Hülfskassen bedacht zu fein, unter ben jungen Kauf­leuten groß verbreitet sei unb heute finbet man, daß bem Verbände deutscher Hanblungsgehülf en in Leizig, welcher diese Hilfskassen nach jeder Richtung hin besitzt, über zehntausend Mitglieder angehören; wohl ein Beweis, wie nützlich der genannte Verband wirkt.

Für den billigen Beitrag von jährlich drei Mark hat der junge Kaufmann Anspruch auf Stellenvermittelung, Rechtsschutz und Unterstützung bei Stellenlosigkeit Ferner gewährt der Verband brieflichen Unterricht in ber Buchführung auch hat er mit renommirten Lebens- unb Unfallversicherungen äußerst günstige Verträge abge­schlossen, woburch seinen Mitgliebern bei etwaiger Benutzung dieser Institute aaiu billige Prämienansätze rc. in Aussicht gestellt sind. Alsdann sind als Hauptsache noch die vorhin berührten Hülfskassen, nämlich: bie Wittwen- unb Waisenkasse bie Alterversorgungs- und Jnvalibitätskasse, sowie endlich die Krankenkasse, welche sämmtlick gut bafirt sind, in Betracht zu ziehen.

Die Nützlichkeit des Verbandes deutscher Handlungsgehülfen ist von vielen Handelskammern looend anerkannt worden und haben sich ferner bedeutende Firmen der Sache angenommen, indem sie als stiftende Mitglieder beigetreten sind lieber 110 Kreisvereine, über ganz Deutschland verbreitet, bilden Glieder dieser großen Ver­bindung unb geben Beweis baoon, wie ber Geist des Zusammengehens zur Erreichung guter Zwecke sich auch unter bie sonst um ihr Wohl wenig bekümmerten Handlungs- gehulsen einzudringen sich bemüht. °

Hier in Gießen hat ber Verbanb auch bereits Wurzel gefaßt unb werben wir auch hier balb einen Kreisverein entstehen sehen, wenn sich noch Kaufleute junge sowohl wie selbstständige, finden, welche die ihrem Stande Ehre machende Sache durch ihren Beitritt unterstützen.

Bis auf Weiteres wolle man Erkundigungen, Beitrittserklärungen rc direct bei dem Centralvorstande unter der Adresse:Verband deutscher Handlungsgehülfen in Leipzig" anbringen.

[27 Menschen im Rettungsdienst ertrunken.) lieber bie kurz berichteten Unglücksfalle, zu benen das Scheitern der Hamburger BarkeMexiko" an der englischen Küste Anlaß gab, wird uns aus London noch berichtet: Etwa um 9 Uhr am Donnerstag Abend sah man von der Rettungsstation in Southport aus Nothsignale die von einem Schiffe auf ber Höhe von Formby ber Hamburger BarkeMexiko" gegeben wurden DieEliza Fernley" stach sofort in See; aber da man von dem Boote nichts mehr horte unb sah, gerieten bald Gerüchte von einem Unglück in Um- lE' die auch ihre volle Bestätigung fanden, als man das gekenterte Rettungsboot entdeckte. Mchdem man sich darüber Gewißheit verschafft hatte, daß das Boot bald noä) semer Ausfahrt verunglückt war, wurden sofort energische Anstrengungen zur Auffindung und möglichen Rettung ber aus 16 Personen bestehenden Bemannung des Bootes gemacht. Es war jedoch nur dreien der wackeren Seeleute gelungen, nach fast ubermentchlichen Anstrengungen das Gestade zu erreichen, während die übrigen 13 sammtlich ihrem gefährlichen Berufe zum Opfer fielen. Außer derEliza Fernley" ist noch ein anderes Rettungsboot, in bem Bestreben, scheiternden Schiffen während des lungsten fiirchtbaren Sturmes Hilfe zu bringen, verunglückt. Die von berMexico" gegebenen Nothsignale wurden außer in Southport auch in Lytham und St. Anne's gefehen. Sofort stachen von diesen Stationen zwei Rettungsboote in See, um dem bedrängten Schiffe Hilfe zu bringen. Das Boot von Lytham langte, obwohl es am weitesten entfernt war, zuerst bei dem Wrack an unb rettete die aus 12 Personen be­stehende Mannschaft des Schiffes. Das Rettungsboot St. Anne's war am Freitag Abend Nicht zurückgekehrt und hegte man die ernstesten Besorgnisse, die sich leider auch