schwarzer Fracturschrift mit einem farbenprächtigen Initial und köstlichen Nand- zeichnungen ausgestattet. Nach der Weise der alten Handschriften sind Linien in lichter Tusche vorgezogen und die Schrift selber in Tuschfarbe gehalten. Von den beiden kunstvollen Blättern ist eine ganz kleine Anzahl von Copien hergestellt worden, welche mit den Miniaturen zu einer erlesenen Sonderausgabe sollen verbunden werden. Der Entwurf zu dem Prachttitel wie die Herstellung der farbigen Miniatur und der entsprechenden Copien war der graphischen Kunstanstalt von Karl Wallau in Mainz vertraut.
Verwischte-.
— Unter dem Titel „Leiden eines Fernsprecherbesitzers" schreibt ein Hamburger der Redaction der „Hamb. Nachr.": „Gestatten Sie mir, Ihnen in folgenden Zeilen eine kleine Scene zu- beschreiben, die sich mit kleinen Abweichungen fast täglich beim Telephoniren wiederholt. Ich beabsichtige, mich mit Freund Schulze in Verbindung zu sehen, der, sagen wir, die Nr. 10,383 besitzt. Zu diesem Zwecke wecke ich in gewissenhafter Weise, indem ich einmal auf den Wecknopf drücke. Eine tiefe Baßstimme antwortet mir: „Hieram," manchmal auch nur „Amm" (das t wird stets verschluckt). Ich erwidere: „Bitte Schulze 10,383", indem ich mich bemühe, weder allzu laut noch allzu langsam, aber möglichst deutlich zu sprechen. Ehe ich aber noch geendet habe, ertönt schon: „Werrweck" und klapp! höre ich, wie der Beamte irgend eine Klappe zuschlägt. Zwar bin ich überzeugt, daß ich unrichtig verstanden worden bin, aber was soll ich thun — ich muß wecken! Eine zarte Stimme ruft mir zu: „Hier Frau Meyer, wer dort?" Natürlich falscher Anschluß, wie ich erwartet. Ich entschuldige mich, gebe die drei Schlußzeichen, warte geduldig einige Minuten und wecke dann auf's Neue. „Hier Frau Meyer," ertönt es wieder, „wer dort?" „Bedaure unendlich, Frau Meyer, wir sind noch immer verbunden, falscher Anschluß." Wiederum lasse ich einige Minuten verstreichen, wecke dann zum dritten Mal und lausche begierig. „Hier Frau Meyer, wer dort?" „Kann ich denn gar nicht von dieser unglückseligen Frau Meyer loskommen?" rufe ich wüthend aus, ohne zu bedenken, daß die arme Dame doch ganz unschuldig und bereits dreimal incommodirt worden ist. „Noch immer falscher Anschluß!" brülle ich wenig freundlich und gebe zum dritten Mal das Schlußzeichen. Jetzt warte ich volle fünf Minuten, ehe ich wecke, und habe dann das Glück, die wenig melodische, aber mir doch hochwillkommene tiefe Baßstimme „Hieram" rufen zu hören. Da ich aus Erfahrung weiß, daß man nichts erreicht, wenn man ärgerlich wird, schlucke ich meinen Verdruß nieder und rufe so liebenswürdig, wie ich es vermag:
„Sie hatten die Güte, mich falsch anzuschließen; ich wünsche mit Schulze 10,383!" „10,083?" tönt es zurück. „Nein", antworte ich langsam, aber sehr deutlich — „10,383." „10,983?" ruft er. „Nein," sage ich, schon halb verzweifelt. „10,383." „Werrweck." Ich drücke also und höre zu meiner nicht geringen Freude, daß Freund Schulze mir antwortet: „Hier Schulze, wer dort?" „Endlich, lieber Schulze," rufe ich ganz glücklich, „ich wollte Sie fragen--Schulze, sind Sie noch da?" Keine
Antwort. „Schulze, Schulze," rufe ich ganz wild. Wahrhaftig, man hat uns wieder getrennt. Ganz desperat drücke ich wieder den Weckknopf. „Hieram," ertönt es, als ob gar nichts passirt wäre. „Sie haben mich ja wieder getrennt," schreie ich halb rasend; in demselben Augenblick jedoch ruft Schulze schon wieder: „Sind Sie noch da?" „Na endlich," stöhnte ich, „also, lieber Schulze, ich wollte Sie fragen" — plötzlich wieder unheimliche Stille. „Schulze, sind Sie noch da?" rufe ich nun wirklich in Verzweiflung. Keine Antwort, man hat uns wieder getrennt. Wuthentbrannt hänge ich den Fernsprecher an den Haken, wende mich um und blicke in das schadenfrohe Gesicht meines jüngsten Lehrlings. Im Begriff, denselben gehörig zurechtzuweisen, durchzuckt mich ein glücklicher Gedanke. Ich sende meinen Lehrling mit der betr. Bestellung zu meinem Freund Schulze. Dann gehe ich wieder an meine Arbeit und denke bei mir: Wenn die Telephonbeamten angewiesen würden, statt „Werrweck" zu rufen, eben die verlangte Nummer zu wiederholen und somit eine kleine, aber sehr wichtige und wirksame Controle auszuüben, und wenn die Herren Beamten dann noch ein klein wenig rücksichtsvoller als bislang verfahren wollten, so würde dem betheiligten Publikum viel Zeit und Aerger erspart werden. Die Fernsprech-Einrichtung würde alsdann ihren Zweck viel besser als heute erfüllen.
Technikum Mittweida
in Sachsen, die älteste und deshalb besuchteste derartige Fachschule, beginnt Mitte October den Wintercurs. Sie zerfällt a) in eine Maschinen - Ingenieur - Schule, zur Ausbildung von Ingenieuren und Eonstructeuren für Maschinen- und Mühlenbau, von künftigen Fabrikanten aller Branchen, zu deren Betrieb maschinentechnische Kenntnisse nöthig sind; b) in eine Werkmeister-Schule, zur Ausbildung von Werkmeistern, Zeichnern, Monteuren für Maschinen- und Mühlenbau, sowie von künftigen Besitzern kleiner mechanischer Werkstätten, kleiner Mühlen, Bauschlossereien u. s. w. Die gegenwärtige Frequenz beträat 585 Schüler aus allen Welttheilen.
Programme erhält man jederzeit gratis durch Director K. Weitzel in Mittweida in Sachsen. F.
Mühle zu verpachten.
Die Reitzetrmühle auf der Rabenau, bei Londorf, mit Wassergefäll von 4 Meter ist mit 4 Morgen zugehörigem Land, unter den auf der Rentei Rabenau einzusehenden Bedingungen auf 18 Jahre zu verpachten. Gebote sind verschlossen bis längstens 31. August d. I., Mittags 12 Uhr, bei der unterzeichneten Rentei einzureichen, zu welcher Zeit dieselben eröffnet werden sollen.
Rabenau, Post Londorf,
den 9. Juli 1886. Die Rentei der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau.
5073 Schmidt.
Aeikgeöolenes.
Sammete, Peluche, Atlasse, Bänder, zu Kleider-Garnituren, empfiehlt in großer Farben-Auswahl und billigsten
Preisen 5257
A. Fangmann, EimnachsWer in allen Größen empfiehlt billigst
Georg Euler5
Wallthorstraße 33.
AW" Reparaturen werden schnell und billigst ausgesührt! 5629
Umegar-Weme selbstgekeltert, garantirt rein, per Flasche m. Glas:
Prima Erlauer (wie Bordeaux) ä 1.10 Ung. Burgunder (sehr tanninreich, besonders für Magenleidende empfohlen) . . . ä „ 1.45
Carlowitzer (ganz schwer) ä „ 1 60 Menescher (wie Malaga) . a „ 170 Medlcinal-Tokayer (in Vi Ori
ginal-Fl.) ä „ 1.70 do. do. (in i/z do.) h „ 1.00
Rüster-Ausbruch (Frühstückswein) . . . . ä „ 1.70
J. JLeucMmann^
Ung. Weingrosshandlung Wien-Nussdorf u. Frankfurt a, Main. Niederlage in Giessen bei Herrn
69__________J. M, Schulhof.
Mein Mohichaus
Nr. 13 in der Wolkengasse, nebst großem Garten auf dem Hamm, letzterer mit der Ernte, bin ich Willens zu verkaufen.
4854 M. Schirmer.
Allgemeiner Anzeiger.
5054
sehr angenehme praktische Sommertracht.
Alleinverkauf bei
Fr, Teipel, Markt 16.
ntaliiifo in schöner Aus- I lIZnUIB Wahl u jeder Art empfiehlt billigst
5465 Jul. Buch.
haben
UWUW
-,,.w ■
■I
F
Ernst Balser, H. Kühn,
Zöpfe!!!
Stoffkragend. Dutz. von 50 Pfennige an.
sind keine Papierkragen , denn sie sind mit
Ausgabe wegen machen.
Georg Petri Wwe«,
Friseur-Geschäft, Seltersweg 43.
werden für 1 JL angefertigt, Perrücken, Torrpe>s und Scheitel nach Maaß bei
gebügelt werden, * 1 nur wenige Pfennige
oder dass sie in der oder dem Versand-Geschäft Mey kostet, kann eine
überzogen, also genau das Aussehen von Leinenkragen, sie erfüllen alle Anforderungen an Haltbarkeit, Billigkeit, Eleganz der Form, bequemes Sitzen und Passen. Wenn man bedenkt, dass die lein. Kragen beim Waschen und Plätten oft verunstaltet , zu hart gestärkt oder schlecht
5699 Ein Gehülse auf dauernde Arbeit gesucht. ft. Wiedmar; er, Schreinermeister, Süd nlage 3.
Giessen
bei
Mey’s Stoffkragen mit umgelegt. Rand sind das Beste, was geliefert werden kann. Die Erfindung ist gesetzlich geschützt.
Mey’s Stoffkragen müssen genau der Halsweite, resp. der Weite des Hemdenbündchens entsprechend bestellt werden. — Weniger als I Dtzd. per Fapon wird nicht abgegeb.
Für Knaben giebt es nichts Besseres. Jeder Kragen, der
5552 Unterzeichneter empfiehlt sich im Aufsetzen, Umsetzen und Ausputzen sümmtlicher Oefen, speciell Por« zellanöfeu. Bestellungen werden angenommen bei H. Kaufm. Friedr. Müller, Neustadt 41, sowie in meiner Wohnung.
A. Dürr, Häfner, Lohmühle.
5658 Ein Mädchen empfiehlt sich im Kleidermachen.
Seltersweg 15, 3. Stock.
(auch vorzüglich für Knaben geeignet)
das Dutzend von 50 Pfennige an
Wäsche eingehen, und Edllcll , PI a gW i tz - ganze Woche ge- sollte man deB Leipzig, welches auf Verlangentrasen,werd«n-
„ W den ‘Uustrirten „Special-Catalog über stoffkragend^Du"" mit dtleys dtopragen Stoffwäsche“ gratis und franco ver-von 45 Pfennige an. schon der geringen sendet. 1617 Mey’s Männer-
Erlaube mir meine
Rheinweine
ä i/z Liter von 40 bis 70 Pfg., über die Straße 8 Pfg. billiger, in empfehlende Erinnerung zu bringen; ebenso einen guten Schoppen Apfelweine sowie ein gutes Glas Bier aus der Actien - Brauerei Gießen. Flaschenbier frei in's Haus geliefert 22 Pfg. ä Flasche.
PA. Bauer 11^
5387 Bahnhofstraße 57.
Patent-Gummiwäscbe
empfiehlt 2014
Hch- Hiibsamen,
Mäusburg 16.
J. AndeFs
neu entdecktes
F
-:
überseeisches Pulver
tödtet
Wanzen, Flöhe, Schwaben, Schaaben, Russen, Fliegen, Ameisen, Asseln, Vogelmilben, überhaupt alle Insecten mit einer nahezu übernatürlichen Schnelligkeit und Sicherheit derart, dass von der vorhandenen Insektenbrut gar keine Spur übrig bleibt.
Echt und billig zu haben in Pmg in J. ANDEL’S Droguerie,
13 „zum schwarzen Hund“, Hussg. 13.
In Giessen bei 2914
Herrn Friedr. Seibel.
Ein Tafelklavier in Palisander, echt amerikanisches Fabrikat, kreuzsaitig, sehr gut und fast noch neu, sehr preiswürdig zu verkaufen.
Näheres in der Exped. d. Bl. 5711 Warmer Braten etc. wird zu jeder Tageszeit uerabrei^t. 5771 M. Keßler, Neuenweg.
Einmachfasfer
empfiehlt billig 5667
Louis Lony«, Reparaturen an Küfer- waaren werden gut ausgesührt.


