Nr. iss
1886
Bureau: Schulstraße 7.
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Stellung des Hmn Tisza wissen wollten. Im Weiteren bezeugt aber der
ganze Ton des schreiben», wie energisch der Monarch alle Versuche, den Unglück« ! überreicht. 1886. 3.^August." D
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Gelingen ^sprechen, btt der Ord. 'nen, die das «ich w Turnverein, eiscichtern zur le Mitglieder Wirken. Nur die Beivältü Kindern sich,
-.c r ~ Unter den Festgaben, welche aus Anlag des Jubiläums der Universität Hewelberg gewidmet worden, verdient jene des badischen Ministeriums der Justiz, des ^uuus und des Unterrichts besondere Beachtung. Dieselbe besteht aus der photo- graphlschen Wiedergabe der berühmten sogenannten Manesse'schen Liederhandschrift.
r? 1 n-c ^^ser an Umfang und Bedeutung hervorragendsten Sammlung mittel- I Etlicher Lieder befindet sich bekanntlich in der Pariser Nationalbibliothek. 1607 für ;J.e...’uPuri^c Bibliothek in Heidelberg aus der Schweiz erworben, wurde sie im dUjayrtgeii Krieg nach Paris verschleppt, befand sich dann in der Büchersammlung Ludwig XV. und war 1815 an Gneisenau bereits zur Rückerstattung an Heidelberg ausgellefert, als sie dennoch, wegen verjährten Eigenthumsrechtes, wieder an Frankreich zuruckgegeben ward !! (Wie recht hatte doch Blücher, wenn er unmuthig über die allzu müde Behandlung der Franzosen bei dem Friedensschluß 1815, beklagend ausrief, daß die Diplomaten schmählich verdürben, was inühselig mit den Waffen erworben sei. Wenn H-urst Bismarck 1871 ebenso „rücksichtsvoll" gewesen wäre, würde Elsaß-Lothrmgen, die beiden blühenden, uns einst frech mitten im Frieden geraubten Provinzen noch Zr cCc>ka wahrscheinlich für immer Frankreich angehören. Anm. d. Red. der „Jen. Ztg.") Aus 250 Tafeln ist nun unter der Leitung von Prof. Dr. F. X. Kraus in Freiburg die ganze Handschrift in photographischem Druck abgebildet worden. Von den blatt- grsßen Miniaturen, welche meist Darstellungen der einzelnen Dichter-Sänger geben, ist eine „IV. Kunig wenzel von behem“ bezeichnet, in Farben auf Pergament wiedergegeben. Zu der höchst werthvollen Facsimile-Ausgabe der ganzen Liederhandschrift wurde ein Prachttitel im Style des ausgehenden 14. Jahrhunderts hergestellt; derselbe lautet: „Die Manessische Liederhandschrift der Pariser Nationalbibliothek. Photographische Nachbildung des Originals, der Universität Heidelberg zur Jubelfeier ihrer Gründung
** &ni“lfx*Ttum der Justiz, des Cultus und des Unterrichts
„ . Das 46 x 34 Etm. große Blatt ist in rother unl»
tsur kommenden Sonntag in Brüssel angekündigte große D-r N^-^sllbbung wird voraussichtlich ohne ernstere Zwischenfälle verlaufen. Der Brüsseler Bürgermeister, Bulaß, hat in einem Schreiben an den Secretär der Arbeiterpartei die Demonstration unter der Bedingung gestattet, daß der Zug das Konigspalais nicht berühre. Da diese Bedingung von der Arbeiterpartei angenommen worden ist, so darf man annehmen, daß sich die Kund- I gedung in gemäßigten Grenzen bewegen werde.
,. von Pariser ultramontanen Blättern schon als definitiv hmgestellte Abkommen zwischen dem Vatican und China, betreffend die Er- richtung einer päpstlichen Nuntiatur in Peking, scheint doch noch nicht abqe-
r Der Papst selbst soll dem französischen Botschafter Lefebre erklärt haben, daß er bezüglich der Entsendung eines Vertreters des Vaticans nach Peking noch keine Entscheidung getroffen habe. Ob diese Verzögerung den Schluß gestattet, daß der Vatican aus Rücksicht auf die Empfindlichkeit Frankreichs die Absicht, in officielle diplomatische Beziehungen zu China zu I treten, wieder aufgeben will, muß indessen noch abgewartet werden.
Dem nachdrücklichen Einschreiten der englischen Be- horden rst es endlich gelungen, die Ruhe in Belfast vollständig wieder her- zuftellen, freilich erst nach vielem Blutvergießen. Die Belfaster Vorgänge deuten mdessen darauf hin, daß es eben nur die Macht der Bayonnette sein Mrd welche den rebellischen Geist der Bevölkerung Irlands niederhalten wird, nicht aber die bessere Einsicht derselben. Das irische Problem hängt darunl I auch fernerhin wie eine drohende Gewitterwolke am Gesichtskreise der enq- uschen Politik und woher der Wind kommen wird, diese Wolke zu zerstreuen, scheint vorläufig weder dem jetzigen conservativen Cabinet in England noch semen liberalen Gegnern bekannt zu sein.
Bei dem am Mittwoch in London stattgefundenen Lordmayors- Ban^ett, an dem sich, wie herkömmlich, auch die Minister beteiligten, hielt der Premier Salisbury eine auf die irische Frage bezügliche Programmrede. Salisbury meinte, daß sich bei den letzten Wahlen die Nation unwiderruflich gegen eine selbstständige irische Negierung ausgesprochen habe und sprach im Weiteren die Erwartung auf Aufrechterhaltung der Ordnung in Irland aus, me Negierung müsse sich bestreben, die Loyalsten von dem auf sie ausgeübten Drucke der Nationalisten zu befreien und die gegenwärtige sociale Ordnung Irlands, als der einzigen gerechten Ursache der irischen Unzufriedenheit, umzugestalten. Ziemlich klar scheint das sociale Programm dem Premier aber selber noch nicht zu sein.
Univerfitäts - Chronik.
Ott.
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u'yener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Natlonaliläten-Zwist auch in die Reihen der gemeinsamen Armee in h^8h-' s:»nnC^a teü w'ftn "'ll und wie er entschlossen ist, unter allen Umstän. den die Stellung der österreichisch, ung-rischen Armee über dem Parteigelriebe I ®re<*1 zu erhallen. Im Nebligen dürft- in dieser Kundgebung de» österreichi. »blicken m°61 erfi ber °^eniliche Abschluß der Janski-Affaire zu
In Belgien geht das gerichtliche Nachspiel zu den Arbeiterunruben vom FruhMre seinen Gang weiter. Aus dieser Woche liegen zwei bemerkens" (SnnM ^lherle vor. Das Lütticher Geschworenengericht hat die
Hauptradelssuhrer bei den Lütticher Unruhen, Wagner und Rutters, zu je fünf« ÄU"' g^"M°st"ng und zehnjähriger Polizeiaufsicht verurtheilt und zu gleicher Zeit hat auch das Schwurgericht zu Mons in dem sensationellen Pro-
OtCr berr Baudoux'schen Glasfabrik das Urtheil gesprochen. ? ^gemeinen sehr strenge ausgefallen; zwei Angeklagte erhielten
hpfnnh»na jres)^mfrn88.ar6e,t' .?^renb bie Strafen für die übrigen als schuldig befundenen Angeklagten zwischen 3 Monaten Gefängniß und 15 Jahren Zwangsarbeit variiren; fünf Angeklagte wurden sreigesprochen. Der Schlußverhandlung wohnte ein überaus zahlreiches Publikum bei, doch unterblieb jede jvunogebung. *
<m x. ® cJner Monarchen - Entrevue beherrschte fi^iltch die Woche und bildete den Refrain aller politischen Betrachtungen in der europäischen 2agc«pteffe. Weit über die Grenzen Deutschlands und der österreichischen Monarchie hinaus ist die besondere Bedeutung der diesmaligen Begeanuna zwi- L unb Mf6t Franz Josts erkannt und^°LL>°L
h »« laterer Jeuer zunächst Vas innige persönliche Freuudschasts- Verhältnis der beiden Monarchen wiederum zum glücklichsten Aasdruck gelang!- b°utet- doch and-rs-it» der Stab von Staatsmännerfi, welcher - an ihrer
Llsmarck — diesmal dis kaiserlichen Freunde umgab — genugsam
1“) be" Mpolüifdjeri (S^arafter des heurigen Kaisertages von Gastein Keü-N anbn6 Je ba 'ranzösischen Revanche-Blätter können nicht umhin, zuzuge- die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich auch
« 3ahre nur der Erhaltung des Weltfriedens gewidmet gewesen sei und diest Anerkennung von solcher Seite ist wohl das beste Zeugniß, welches der Friedensbedeutung der Gasteiner Kaiser-Begegnung ausgestellt werden konnte.
Unmitietbar nach dem Zusammensein mit seinem erlauchten Freunds und V°rbunb--en hat Kaiser Wilhelm, von seinem Enkel, dem Prinzen Wilhelm ■netst™ ^nr"' m 8 @a rßeteliet'bie Heimreise angetreten uno ist am Don- WnnarÄr ten '"Reu-Babelsberg eingetroffen, wo der greise
Z1“4!1™ Wochen residiren wird. Hiermit hat er den ersten Abschnitt feines heurigen Relst.Programmes erledigt und nur mit innigster Ge- S En die Meldung verzeichnen, daß die Quellen von Em- und ^euer *cre, £^tll!enbe Wirkung auf den hochbetagten Herrscher in e ausgeubt haben und daß fein Befinden ungeachtet der mannigfachen
<?tr®pa3en.' "°lche die nun beendigten Reisen für de/hohen M iA t0 Se e-m naä) ,eber Richtung hin durchaus befriedigender ^6pSJ4’OnTerroa^t\ roir£>.Äai)er Wilheim bie Nächste Zeit über in Neu- Babelsberg werken, um dann den zweiten Theil seines alljährlichen Reise-Bro. 6raT„Tt^anÖT5Reifen- *u "ledigen. Dieselben werden - wie beLt
h °^?en ?uegcherrn diesmal nach dem Reichrlands führen, dem Schauplatze der großen Herbst- und Kaistr-Manöoer, und nach den be- züglichen Vorbereitungen zu schließen, welche dort schon jetzt in Angriff aenom- men werden, dürste dem Kaiser bei seiner Anwesenheit im Elsaß estr besonders glanze^er Empfang Seilens aller Bevölkerungskreise werden hllrxh®a8 »»«««'«teiflniß auf innerpolitischem Gebiete wurde
» bnstag bis Donnerstag in Fulda unter dem Vorsitze des Kölner Erzs,schoss stattgefundene Conserenz der preußischen Bischöfe dargestellt. Die ^laEnkunst der Vertreter des preußischen Episkopats wiederholt sich zwar alliährlich, aber man will ihr Heuer doch eine besondere Bedeutung beimcssen, £nb 3”Q,r,,n H^blick auf die neuerlichen Verhandlungen zwischen Preußen und .ma i!a,Vber bl-e- rocitere Revision der Maigesetze. Ueber oas Resultat d eser Lelhandlungen ist noch nichts Nähenes bekannt, wahrscheinlich werden aber ^„7 d>e Beschlüsse der Fuldaer Bischofs-Conferenz mit entscheidend sein und man kann daher dem Bekanntweröen der letzteren mit Interesse entgegensetzen. Mini^«°u-"/m e.n«lj.<5 zur Thatsache gewordene Reise des russischen h7r XrnX Auswärtigen, des Herrn v. Gier-, nach Franzensbad, hat trotz b s-ch-rung der officibsen Petersburger Presse, daß es sich hierbei in erster ""l o°""li°n-Angelegenheiten handle, mannigfache Commentare hervorge- rufen. Es werden hierbei allerlei Vermuthnngen über die Gründe ausae- 8-»«» '^shalö der russische Staatsmann seinen herkömmlichen Besuch beim ri» n r Reichskanzler noch nicht ausgesührt habe und es ist fast selbstverständ- b7 b’e^rr ^"stand wiederum Veranlassung giebt, das Verhältniß Deutsch- lands zu Rußland unter allen möglichen Gesichtspunkten zu beleuchten. Auch !
^age wird erörtert, ob dann in diesem Jahre überhaupt noch eine Besprechung zwischen den beiden Staatsmännern stallfinden werde; da man I ^Ce!’c’1 h'/^ber absolut keine sicheren Anhaltspunkts hat, so dürften unsere ni6?rrn 'J3 r«-ifer ?u ber Ueberzeugung gelangen, daß es am besten m Freuden oder auch kleinen Unannehmlichkeiten seine« Franzensbader Ausenthalte« einstweilen unbehelligt zu lassen.
.xxDie so seltsam mit einander verketteten Vorgänge, welche ctans^NffÄb Meinung Oesterreich. Ungarns unter dem Sammelnamen der
fe^ ‘än9ereI Seit so lebhaft beschäftigten, haben soeben zu einer bedeutsamen Kundgebung der Kaisers Franz Josef selbst geführt. In hflnpr^h661’™110011!*^ MiMer. Präsidenten Tisza gerichteten Handschreiben c rb.r-)^Ona:^KblC M^iutungen, welche die jüngsten Veränderungen in Generalität ungarischerseils erfahren hätten und weich' ersteren die guten Beziehungen zwischen Burgerthum und Armee trüben könnten. Diese Verände- rungen seien lediglich im dienstlichen Interesse erfolgt, ohne jedwede Verletzung verfassungsmäßiger Rechte. Der Geist der Armee, der alle Völker der Monarchie umfasse, se, derjenige des obersten Kriegsherrn; das sei die sicherste Bürgschaft für die treue Pflichterfüllung der Armee, die allen politischen Parteiumtrieben sernftehe. Der König erwartet bei nüchterner Erwägung baldige Beruhigung und spricht schließlich dem Minister-Präsidenten Tisza fein vollstes Vertrauen E- “ In diesem Schlußpassur des königlichen Schreibens liegt das entschie- oenlte Dementi all' der Gerüchte, welche von einer ernstlichen Erschütterung der
Zweites Blatt Sonntag den 15. August
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Jedermann Comite.
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G-rfd/eint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtnqerlohn.
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