Das Vorkommen von Viehseuchen im Erohhermgthum Hessen
während des Monats December 1885.
Milzbrand wurde festgestellt: Im Kreise Gießen in Utphe am 6. und am 7. im Kreise Friedberg in Ossenheim am 7. und in Gambach am 14., in Alsfeld am 9., im Kreise Büdingen in Stockheim am 21. und im Kreise Lauterbach in Stockhausen, am 23. December bei je einem Rindviehstucke.
Maul- und Klauenseuche wurde am 20. December in Böllstein, im Kreise Erbach, ermittelt, jedoch bereits wieder für erloschen erklärt.
Der Bläschenausschlag in Meckesheim, iin Kreise Friedberg, ist erloschen. In Nidda, im Kreise Büdingen, herrscht die Seuche noch fort. Neue Ausbrüche wurden ermittelt im Kreise Alsfeld in Nieder-Ohmen bei einem Zuchtbullen und einer Kuh und in Nieder-Breidenbach bei einem Zuchtbullen am 16., in Leidhecken, im Kreise Büdingen, am 28. December bei einem Zuchtbullen, 4 Kühen und 2 Rindern.
Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Trais-Horloff, im Kreise Gießen; in Wölfersheim, im Kreise Friedberg; in Heidelbach und Erbenhausen, im Kreise Alsfeld; in Leidhecken und Berstadt, im Kreise Büdingen; in Groß-Umstadt, im Kreise Dieburg.
Handel anfc WesSe kv»
— Offene gedruckte Karten, sogen. Geschäftskarten, werden nach den für den Weltpostverkehr geltenden Vorschriften zur Beförderung gegen das Drucksachenporto nur dann zugelassen, wenn die Vorderseite lediglich die Aufschrift (Adresse), nicht aber den Vermerk „Postkarte" trägt. Dem Vernehmen nach liegt es in der Absicht, diese Vorschrift auch im inneren deutschen Verkehr einzuführen. Die Versender von Geschäftskarten werden gut thun, bei Beschaffung neuer Vorräthe auf die bevorstehende Aenderung Rücksicht zu nehmen. Die von den Postanstalten bezogenen Postkartenformulare können künftig wegen der gedachten Ueberschrift zur Versendung als Drucksachen nicht mehr gebraucht werden.
Verlegung des Zahltags von Samstag auf Freitag angestrebt wird. Der Arbeiter werde durch die Freitags-Auszahlung in den Stand gesetzt, auf dem Samstagwochenmarkt seine Einkäufe an erster Stelle zu machen; der Arbeitgeber erfahre dadurch eine Erleichterung und Annehmlichkeit, daß er am Samstag, der in der Regel noch Ab- 'lieferungs- und Speditionstag sei, von der Auszahlung enthoben ist.
— (Neue Kreissäge.] Je intensiver jeder Gewerbebetrieb wird, desto mehr vervollkommnen sich auch die dazu nöthigen Hilfsmittel. Die Maschinenfabrik von H. Kleinod, Lindenau-Leipzig, bringt eine Kreissäge in den Handel, welche namentlich dem Kleinbetrieb immense VortheM gewährt und in keiner Tischler-, Stellmacher-, Glaser-, Zimmerer-Werkstatt fehlen sollte. Diese Kreissäge zeichnet sich durch sehr große Tourenzahl in Folge vortheilhafter Uebersetzung aus. Das bisher häufige Vorkommen des Hängenbleibens der Sägen im Holz ist durch Kettenbelrieb zur thatsüch- lichen Unmöglichkeit gemacht. Der Gang der Maschine ist ein so leichter, daß dieselbe von einzelnen Personen ohne Ueberanstrengung stundenlang im Betrieb gehalten werden kann. Der Preis der Maschine mit Holztisch beträgt 260 JL, während sich derselbe mit eisernem Tisch um 15 erhöht.
— [ä Berlin!] Der Erefelder Ruderclub hatte bei Tellier in Paris ein Boot bestellt. Darauf antwortete Herr Tellier, wie der „Wassersport" mittheilt, folgendes: Paris, 20. Juni 1884.
Gemäß der Gewohnheit Ihres Landes suchen Sie sich auf jede Weise Zeichnungen von französischen Arbeiten zu verschaffen, um dieselben, so gut Sie können, nachzuahmen; wir Franzosen copiren Niemanden. Durch unablässiges Arbeiten bin ich zu einem europäischen Rufe gelangt und ich fürchte auf den Weltausstellungen Niemanden; überdies sehe ich nur einen Weg uns zu verständigen; ich habe bei der Artillerie gedient, hoffe bei der Einnahme Berlins mitzuhelfen^und Ihnen dann die gewünschten Zeichnungen perfönlich zu überbringen.
Empfangen Sie meine Grüße.
Tellier.
Ob diese Revanchehelden denn gar kein Gefühl dafür haben, wie lächerlich sie -sich mit solcher Renornrnage machen?
1 — (Nur nobel — was kann da sein!] So dachte an einem der letzten Abende ganz sicher in Leipzig ein dort übelbeleumundeter Handarbeiter, denn er meldete sich bei der Polizei gänzlich Herbergs- und mittellos, kam aber in der Droschke angefahren.
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"Mittag flnbere dem Herrn
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J. 6. Rumpf, Wagenbauer, Frankfurt a M., Eisernehand 18. 1344
tx j—t i prakt. u. Specialarzt für Kant-, Frauen- n. 6v-
8 IP I tPMSCiI, Bchlechtakrankheiten(Syphilis)etc. Frankfurt a.M. <o
’ Stiftatr. 22, fr. Aeeiet. Prof. Ricord’i. Ausw. briefl-
1712
Bekanntmachung.
-Die in den hiesigen Waldungen anberaumten Holzversteigerungen unterbleiben bis auf Weiteres.
Staufenberg, am 8. März 1886.
Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. ____________Vogel.________1713
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Wilhelm Schmitt II, Saasen-
werden-
Gießen, den 9. März .1886.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. V. d- V-: Vogt.
Bekanntmachung.
Für das Provinzialarresthaus dahier soll die Lieferung nachstehend genannter BerzehrungS- und Berbrauchsgegenstünde:
Brod, Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis, Gerste, Salz, Pfeffer, Muskatnuß, Essig, Nelken, Schweineschmalz, Mehl, Sauerkraut, Kaffee, Lorbeerblätter, Ochsenfleisch, Kartoffeln, Wirsing, Zwiebeln, Suppengrünes, Petroleum, Zündhölzer, Besen verschiedener Art, Borstenschrupper, Bürsten, Putzlumpen, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Zinksand, weißer Sand, ferner die Abfuhr des Senk-
grubeninhalts und die Reinigung der Feuerungsan- lagen
für die Zeit vom 1. April 1886 bis 31. März 1887 im Submissionswege vergeben werden und sind Angebote schriftlich bis längstens
Samstag den 20. I. Mts.,
Vormittags 12 Ubr, dahier einzureichen. — Die Bedingungen können auf der Canzlei Großh. Staatsanwaltschaft (Justizgebäude, Zimmer Nr. 43) eingesehen werden.
Bis zu dem obigen Termine werden auch Gebote auf die sich im Provinzialarresthause ergebenden Küchenabfälle und Lumpen, sowie das in demselben sich ergebende abgängige Lagerstroh entgegen genommen-
Gießen, ant 9. März 1886.
Der Großh. Erste Staatsanwalt.
Zimmermann. 1722
S’amtitag dm 13. Mär?, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Glasermeisters Chr. D. Fillmarrn gehörige Hofraithe Flur 1 Nr. 1108 — 69 Meter bei der Kirche, nochmals freiwillig meistbietend versteigert
inknüer^erun^ t uMrid) klage; mng kam. Dei ■ datz sich dieselben .abziehen lassen.
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Ferner wurde er ln lein« Wohnung J in gleicher Weile len. Tas Urtbeil eventuell 15 lagt ille folgendes be- bl Binder auf dem 6in klein« drei- >rach ein und ver- liemerkmd, warf n anderen Knaben tr drnder und zog schnell nach Hause kalten Bade sein diguntz an einen nicht Hai streuen hallt einen te beiden des letzten seltbefanme, stolze, lleberlieserung von ; un beichlossen, den in jetzt durch Ab- r«e um die Hein^ \ ung und leitet die ie tobten Aeste be- der lurdjmeij«), t Anwendung eines igen um die Er-
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Allgemeiner Anzeiger. Holzversteigeruug.
Freitag den 19. und SamStag den 20. März, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, werden aus den Distrikten Lina, Eichwälbchen, Schneuckersgeheeg 2c. in der Forstwartei Maulbach versteigert:
522 rm Buchen-, 72 rm Birken-, 194 rm Eichen, 12 rin Kiefern- und 36 rm Aspen-Scheiter; 606 rm Buchen-, 200 rm Eichen-, 822 rm Kiefern- und 68 rm Aspen-Knüppel; 828 rm Buchen-, 278 rm Eichen-, 2920 rm Kiefern rc Reisig, 22 rm Buchen-, 114 rm Kiefern- rc. Stöcke. Die Zusammenkunft ist am Freitag im Distrikte Lichterwald bei Appenrod, und am Samstag zu Maulbach im Lokale der Frau Gastwirth Simon. — Von der Station Ehringshausen an der Oberhessifchen Eisenbahn sitzt das Holz 3—5 Kilom entfernt. — Am Freitag wird mit Versteigerung der Buchen-Scheiter begonnen.
Unter den Eichen-Scheitern befinden sich 6 rm vorzügliches Werkholz, die am Freitag zum Ausgebot kommen.
Maulbach, am 9. März 1886.
Großherzogliche Oberförsterei Maulbach.
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