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Mittwoch den 10. November

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Berlin, 7. November. Zur Trauerfeier für den verstorbenen Abgeordneten Löwe-Kalbe halte sich heute Mittag eine große Trauerversammlung im Hause des Ver­storbenen eingcfunden. Außer mehreren Deputationen aus dem Wahlkreise des Ver­storbenen nahmen die Minister Bötticher, Lucius, Maybach, Scholz, Dcrnuth und Hobrecht, zahlreiche Abgeordnete und Professoren, Deputationen des Stadtraths und der Stadtverordneten an der Feier Theil. Die kirchliche Trauerrede hielt Archldiakonus Prof. Scholz; nach ihm nahmen der Abg.o. Benda und der Dichter Emil Ritiershaus zu warmen Nachrufen an den Verstorbenen das Wort. Nach einem Schlußgesang wurde die Leiche nach dem Mathäikirchhof überführt.

Eine beute stattgehabte Versammlung der freisinnigen Wähler des ersten Nelchstagsmahlkreises proclamirte den Landgerichtsrath Klotz als ihren alleinigen Eandidaten. __

Lokales.

Giessen, 9. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 11. November 18«6, Nachmittags 4 Uhr.

k Erlaubniß zur Anlegung eimr

3. Ge^uch*des Schreinermeisters Georg Franz m. um Bauerlaubmß.

4. Desgleichen des Georg Lang H.

5. Beleuchtung des Schiffenbergerwegs.

6. Handabgaben aus dem Stadtwald.

7. Quellwasserleitung.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 8. November. Der Kaiser nahm heute Vorträge von Wilmomski und Minister Puttkamer entgegen und empfing später den Prinzen Heinrich, welcher sich vor der Rückkehr nach Kiel abmeldete, sowie den Botschafter Prmzen Reuß. Er machte dann eine Spazierfahrt. Um 4 Uhr erscheint der Staatssekretär Graf Brsnmrck zum Vortrag. Morgen wird der Kaiser den neuen Bischof von Ermeland, Dr. Thiel, m feierlicher Audienz empfangen. . ~ _.

Berlin, 8. November. DieNorddeutsche" sagt in ihrer Tagesrundschau: Die Pester Kaiserrede komme zu gelegener Zeit, um die Besorgnisse, die sich in Folge der neuesten Zwischenfälle hervorgewagt haben, auf ihr richtiges Maß zmuckzufuhren. Denn wenn die Thronrede auch einräume, daß die bulgarischen Wirren Anlaß zu ernsten Besorgnissen geben, so bestreite sie doch entschieden, daß ihr Keim in Differenzen zwischen den Brächten enthalten sei; sie deute vielmehr on, daß allseitig friedliche Jntentionm walten und Oesterreich-Ungarn zu sämmtlicben Brächten in vortrefflichen Beziehungen WC Berlin, 8. November. DieNordd. Allg. Ztg." stellt die vomLeipz. Tage­blatt" in einem Nachruf an Beust gemachte Mittheilung über das Verhalten Napoleon s gegenüber Sachsen vor und nach der Schlacht bei Königgratz dahm richtig, daß bis nach der Schlacht bei Königgrätz überhaupt keine Eröffnung Frankreichs an die preußische Regierung herangetreten sei. Die französische Politik hüllte sich m berechnetes Schweigen, bis m dem Tage von Königgrätz, wo das bekannte Telegramm Napoleons an den König Wilhelm in Horzitz eintraf. Auch die späteren französischen Eröffnungen batten niemals Bezug auf das Schicksal Sachsens. Erst nach dem H-rieden,erst m Berlin deutete Benedetti an, daß Napoleon für Sachsen sich gar nicht mteresfirte und ferne Einwendungen gemacht haben würde, wenn Sachsen das Schicksal Hannovers getheilr hätte. Vor dem Frieden gingen die französischen Aeußerungen nur dahm, daß Frank­reich in der Neutralität verharren werde, wenn der Zuwachs Preußens die Seelmzahl von vier Millionen nicht überschreite. Ob dies dadurch geschah, daß man The,le Hannovers, Sachsens, Hessens und Schleswig-Holsteins an Preußen abgab, oder ganz .Hannover und Hessen, während Sachsen selbstständig blreb oder ganz Sachsen und Hessen unter Erhaltung der Selbstständigkeit Hannovers, darauf wurde von Napoleon kem November. Der zum Tode verurtheilte Mörder Keller ist heute

Novmrber. Das Gewerbegericht verurtheilte 53 sinkende Setzer wegen plötzlicher Arbeitsniederlegung zum Schadenersatz und zur Tragung der Kosten.

Daris 8. November. DemJourn. des Dsbats zufolge erklärte General Kaulbars auf'die letzte bulgarische Note, worin derselbe um Bezeichnung eines Thron- candidaten ersucht wird, er werde die Note seiner Negierung nicht übermitteln, weil der Kaiser nach wie vor entschlossen sei, keinerlei Beschlüsse der Sobranfe anjueitomcn. $ November. Die Kammer ist zum 23. November einberufen und wird sofort mit der Budgetberathung beginnen. , , . . ...

Tiruowa, 8. November. Der russische Konsul tn Burgas zeigte dem dortigen Präfekten an, daß die Absendung eines russischen Kanonenbootes nach Burgas noth- wendig geworden sei, um die Verbindung zwischen Burgas und Varna aufrecht zu erhalten, da der Telegraph während der letzten Unruhen m der Umgegelld von Burgas zerstört worden seu ^^^ber. Nachdem am Samstag unter den mit Fleischverpacken auf den Viehhöfen beschäftigten Arbeitern ein Strike ausgebrochen. ist, befahl der Gouverneur, um etwaigen Ruhestörungen vorzubeugen, zwei Infanterie-Regimenter in ^g^ember. In der Kammer legte Trikupis die Finanzlage darund erklärte, Griechenland werde alle ein gegangenen VerpflichtungenMüllen. Die^Regierung werde neue Steuern auferlegcn, um das Gleichgewicht des Budgets herzustellen und Äwt, 38mÄr. ^Äunmebt zu überfein ist, dürst-das neue Repräsentantenhaus zu Washington 167 Demokraten, 154 Republikaner und 3 Ver­treter der Arbeiter aufweisen. In einem Falle ist Stichwahl erforderlich.

Petersburg, 8. Noobr. DieNeuzeit" erblickt in der Rede des österreichischen Kaisers eine direete Erklärung, daß die destnitioe Losung der bulgarischen Frage keinesfalls von den Tiruowaer Agitatoren abhängig sei. Da Franz Josef die Hostnung nicht ausgebe, daß die bulgarischen Ereignisse den europäischen Frieden nicht stören werden so sei ersichtlich, daß eine solche Hoffnung in Wien nur gehegt werden könne infolge'des festen Entschlusses, die Absichten und Pläne Rußlands nicht zu durchkreuzen. Rußland wünsche gar nicht, die bulgarische Frage allein zu lösen; es begnügei sich> mit der Anerkeniiunq seines Rechtes, in Bulgarien eine Ordnung der Dinge herzustellen, ivelche den Interessen Rußlands conform sei. DieNeuzeit' meint, in- Revolte in Burgas s-i nicht direct gegen die bulgarisch- Regierung gerichtet gewesen, ____

Darmstadt. 8. November. Se. Königs. Hoheit der Grobherzog be> gaben sich am 1. November von London nach Sandringham zum Besuche zu I K H der Prinzessin von Wales. Se. K. H. der Prinz von Wale« kamen von einem Jagdbesuch am 3. d«. ebenfalls daselbst an. Am solgeuden Tage wurden noch gemeinschaftlich die landwirthschastlichen und anderen Anlagen, so- wie eine neu reNaurlrte Kirche besichtigt. Zur Station Wolserton gaben der Prinz und die Prinzessin von Waler nebst ihren drei Töchtern dem Grotzherzog dar Geleite, alr derselbe um 6 Uhr abreiste.

Die Abreise Sc. Königl. Hoheit der Großherzogr von London erfolgte am Abend der 5., die Ankunft Hierselbst nach einer guten Uebersahrt am Samrtag Abend 10 Uhr. Zur Begrüßung hatten sich Se. Königl. Hoheit der Erbgrohherzog und Se. H. der Fürst Alexander von Bulgarien nach dem Bahn- Hose begeben. Die Grobherzoglichen Hofchargen waren zum Empfange an- wesend.

Darmstadt, 5. November. Schluß des Großherzogl. Regierungsblattes (Vellage Nr. 27):

10. Charakterertheilungen.

11. Ruhestandsversetzungen.

12. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Die evangelische Psarrsielle zu Nieder - Saulheim. Die evangel. Psarrsielle zu Großen-Buseck. Die 2. evangel. Psarrsielle zu Büdingen. Die Präsentation steht dem Herrn Fürsten zu Usenburg-Büdingen zu. Die mtt einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Starten* berg-Obernhausen mit einem Gehalt von 900 JL Mit der Stelle ist Organisten, dienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dreieichenhain mit einem nach dem Dtenstalter des betr Lehrers sich bemeffenden Gehalt von 900-1000 »X Mit der Stelle ist das Amt eines Rechners der Präsenzkaffe zu Dreieichenhain, sowie Orgamsten- dienst verbunden. Dem ev. Geistlichen und dem Gemeinderath zu Drereichen- bain steht das Präsentationsrccht zu derselben zu. Die bezügliche Eon- currenzeröffnung in der Beilage Nr. 15 des Regierungsblattes vom l. I. wird hiermit zurückgezogen. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Hetzbach mit einem Gehalt von 900 «X Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langsdorf mit einem Gehalt von 900 Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstrlle an der Gemeindeschule zu Lauerbach mit einem Gehalt von 900 JL Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Falken-Gesäß mit einem Gehalt von 900 Dem Herrn Grafen zu Erbach'Fürstenau steht das Präsentations- recht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrer- stclle an der Gemeindeschule zu Sandbach mit einem Gehalt von 900 <X; mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein- Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach - Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die Lehrerstelle an der kathol. Schule zu Lindenfels mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemeffenden Gehalt von 900 bis 1000 eX Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem kaih. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Radheim mit einem Gehalte von 900 .X. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dexheim mit einem Gehalte von 900 <X.

13. Sterbefälle:

Gestorben sind: Am 10. September der Gymnasiallehrer i. P. an dem Gymnasium zu Büdingen, Konrad Laserre; am 18. September der Districts- einnehmer i. P., Rendant Christoph Kraft in Oppenheim; am 20. September bc Kirchenrath i. P. Karl Müller, vordem in Pfungstadt.

Darmstadt, 6. November. DerW. Ztg." wird von hier geschrieben: Nach dem Geietzenlwurf, betr. die Fürsorge für Beamte und deren Hinterbllebene tn Folge von Betriebsunfällen, welcher der zweiten Kammer zugegangen, sollen Beamte mcht nur alle wiedcrrufltch und unwiderruflich angestellte Staatsbeamte, sondern auch die diätarisch commissarisch im Staatsdienst verwendeten Beamten und tn Beamtenetgen- schaft verwendeten Personen, welche in reichsgesetzlich der Unsalloersicherung unterltegenden Betrieben beschäftigt sind wenn sie in Folge eines im Dienst erlittenen.Betrtebsunsalls dauernd dienstunfähig werden, als Pension 662/zpCt. ihres jährlichen Dtensiemkommens erhalten, soweit ihnen nicht nach anderweiter gesetzlicher Vorschrift ein höherer Betrag ruffebt. Bei nicht dauernder oder nicht völliger Erwerbslosigkeit wird ein entsprechender Bruchtheil dieser Pension bemessen. Für die Hinterbliebenen solcher. verunglückten Beamten tritt außer einem Sterbegeld eine Rente ein für die Wittwe nicht unter IbO unb nickt höher als 1600 JL jährlich und für jedes Kind bis zum vollendeten 18.Lebens- iabre int Lebfalle der Mutter 75pCt. der Wiltwenrente und falls die Mutter tobt, Die volle Wtttwenrente. Auch für etwaige Ascendenten bes Verstorbenen sind entsprechende Bestuumunaen getroffen. Laut § 4 des Reichs-Unsallversicherungs-Gesetzes vom 6 o?uli 1884 findet dieses Gesetz auf Beamte, welche in Betriebsverwaltungen des Reiches ober eines Bundesstaates oder eines Communaloerbandes mit festem Gehalt und Pensionsberechtigung angestellt sind, keine Anwendung. In den Motiven zu obigem (Seichentiuurfe heißt es nun:Das Retchsgesetz vom 15. Marz 1886, betr. die Fur- foraHür Beamte und Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen hat9 für die Reichsbeamten und die Armee eine Unfallentschadtgung gesetzlich durch- M unb füi bk Staats, unb Sommunatbeamten der Bnnd-sstaat-n di- erforder­lich- r-ichSg-s-tzlich- Basis für -in- solche gegeben, um aus s°-mlpolit-sch-n und Billig- kkitsrücksichteu die v-richieden- Behandlung m ^r Fürfo-ge, welche zwischen den be- ieidmetcr Beamtenkategorien unb beit unter das llnfallverftch-rungsg-f-tz fallenden Personen $u "nff ber ersteren besteht zu beseitigen - was eben durch den ebigen Gesetzesentwurf für unser Großherzogihum geschehen soll.

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