Einzelbild herunterladen

j. k. Rumpf, Wager

W64 Kj

2 Stil

Universität- - Chronik.

Zum Curator der Universität Greifswald an Stelle der wegen vor­gerückten Alters zurückgetretenen Geheimräthe Dr. Baumstark und Hämisch ist vom 1. April an der Geh. Oberregierungsrath und Stellvertreter des Oberpräsidenten von Ostpreußen, Steinmetz, ernannt worden.

Die Zahl der evangelischen Theologie Studirenden auf den preußischen Uni­versitäten ist im Wintersemester 1885/86 derart gewachsen, daß nach demNeuen evangelischen Gemeindeboten" eher von einem Ueberfluß als einem Mangel an Theologen geredet werden kann. Die Zahl der dieser Facultät Angehörenden beträgt im Ganzen 2553, nämlich in Berlin 726, in Halle 582, in Greifswald 300, in Königsberg 240, in Göttingen 225, in' Breslau 159, in Marburg 159, in Bonn 98, in Kiel 64. Im Semester 1884/85' hatten 2322, 1883/84 1926, 1882/83 1690 und 1881/82 1394 evangelische Theologie studirt, so daß also in den letzten 4 Jahren eine Zunahme von 1159 oder 81,1 pG4. stattgefunden hat. Auf mehreren Universitäten hat sich die Zahl der Theologen in 4 Jahren verdoppelt, in Greifswald sogar verdreifacht. Man muß in die dreißiger Jahre zurückgehen, um in Preußen eine ähnliche Zahl zu finden.

An der Bergakademie Leoben (in Steiermark) wurden durch Statthalterei- Erlaß die Burschenschaften Germania und Teutonia aufgelöst. Die Handhabe dazu bot eine Generalversammlung des Deutschen akademifchen Lesevereins, in der von Seiten der Nichtcouleurstudentcn gegen die Btnschmschafter Front gemacht wurde. Es kam zu einer erregten Erörterung und nach der Versammlung zu zwei Säbelforderungen. Das Professoren-Collegium der Bergakademie leitete wegen dieser Vorgänge eine Diseiplinar-Untersuchung ein, die mit der Relegation zweier Burschenschafter endete, während die Statthalterei die Auflösung über beide Burschenschaften verhängte wegen der dominirenden Stellung, die sie angeblich durch terroristische Mittel unter der Studentenschaft eingenommen hätten, wegen des Bestehens eines Delegirten-Eonvents und der Fassung von Beschlüssen, durch welche die persönliche Haltung und Handlungs­weise der Mitglieder beeinflußt worden wäre. Gegen die Relegationen und die Auf­lösung wurde der Recurs ergriffen.

. Monta» E iit btm g «leinbemuß, in J*rjei($neted

®au-, ®l

*3 M S M 39 BuW

tonnti

Der Kachms Mrid IV. zu s Jacob Brücke! Flur XIV. K. I marfung vom 13l verloren gcgangel soll aber ausbezal

Wer Ansprüche! dieselben jo geivi! hier geltend ml schränkt im Mut! gelöscht meiden. 1

Gießen, den I GroßhI Lail

Vermischtes

Friedberg. Das hiesige Schullehrerseminar war im verflossenen Schuljahr besucht von 111 Zöglingen, die sämmtlich der evangelischen Consession angehörten. Darunter waren Söhne von Landwirthen 51, von Lehrern 25, von Handel- und Gewerbtreibenden 19, von Beamten 13, von sonstigen Berufsklassen 3; aus Städten über 10,000 Einwohnern 0, aus Städten zwischen 10,000 und 20,000 Einwohnern 26, aus Orten unter 2000 Einwohnern 85; vorbereitet in Präparandenanstalten 74, von Lehrern 19, in Gymnasien 2, in Realschulen 16, in sonstigen Bildungsanstalten 0; aus der Provinz Oberhessen 82, Starkenburg 26, Rheinhessen 3; zur Zeit der Auf­nahme im sechszehnten Lebensjahre 4, im siebzehnten 25, im achtzehnten 33, im neun­zehnten 23, im zwanzigsten 16, im einundzwanzigsten und älter 10. Die öffentliche Entlassungsprüfung sand am 27. Mär; statt; die Aufnahmeprüfung beginnt am 19. April, das neue Schuljahr am 17. Mai.

Bruchenbrücken, 2. April. Seit etwa zwei Wochen wird hier die 8 Jahre alte Margarethe Lamp vermißt und nimmt man an, daß dieselbe in die damals stark angeschwollene Wetter gefallen und ertrunken ist. Die Vermißte hatte blaue Augen, blondes, in einen Zopf geflochtenes Haar und war mit einem schwarzen Taillen­jäckchen , baumwollenem blmi und weiß geblümtem Rock, Schürze, Schnürstiefeln, Strümpfen und Unterrock bekleidet.

Bingen, 2. April. Von großem Interesse ist ein gegenwärtig am Großherzogl. Landgerichte anhängiger Rechtsstreit, durch welchen ein Bürgermeister für den einem Gläubiger dadurch erwachsenen Schaden zur Verantwortung nnb Ersatzleistung heran- gezogen wird, daß er die Güter eines Schuldners unverhältnißmäßig hoch taxirt haben soll, in Folge davon dem Gläubiger, welcher dem Schuldner im Vertrauen auf diese Taxe ein größeres hypothekarisches Darlehen gegeben, bei Veräußerung der Unter­pfänder für seine Forderung aber nicht befriedigt worden, ein bedeutender Nachtheil erwachsen ist. Seiber kommen ähnliche Fälle, sowie die Benachtheiligung von ßeuten, welche in gutem Glauben auf die Rechtlichkeit der taxirenden Beamten ihr gutes Geld hergebm, so häufig vor, daß es mit Freuden begrüßt wird, wenn solche Mißstände, welche mit der Zeit außer der Schädigung der Gläubiger auch die betreffenden Gemeinden discrcditiren müssen, ihren Richter finden. Eine Reihe ähnlicher Processc stehen bevor.

Marburg, 3. April. Gestern Mittag um V/2 Uhr stürzte der Dackdecker- meister G. Rautenhaus so unglücklich von dem Dache des hygienischen Instituts, daß der Tod sofort eintrat. Es ist dies der zweite Fall, daß der mit der Dachreparatur dieses Hauses beschäftigte Schieferdecker durch Herabstürzen von demselben sein Leben Jnbüjjt.

Kassel, 5. April. Die Frau eines Bahnhofsarbeiters hat zürn Gifte gegriffen, um ihrem Leben ein Ende zu machen. Die Unglückliche hatte auf dem Lebensmittel­markt eine kleine Anzahl von Eiern entwendet. Als nun ein Polizeibeamter in ihrer in der obersten Gasse gelegenen Wohnung erschien, um sie zum Verhör oorzuladen, scheinen sich ihrer Selbstmordgedanken mit so unwiderstehlicher Gewalt bemächtigt zu haben, daß sie alsbald zur Ausführung derselben schritt. Der Tod trat binnen sehr kurzer Zeit ein und schnitt ärztliche Hilfe ab.

Köln, 3. April. Als gestern Abend nach Schluß der Strafkanunersitzung die Vernrtheilten in den Zellenwagen transportirt wurden, entsprangen zwei der Ver­brecher. Den einen derselben nahm man nach heftiger Gegenwehr wieder fest; der andere aber, der zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte Lucas Eschdors, warf dem ihn verfolgenden Schutzmann Sand in die Augen und cntkain. Später fand man die Zuchthauskleidung des Entwichenen in der Waisenhausgasse.

Köln, 5. April. Wieder traten am Samstag Abend 11 Russen, 6 Männer, 3 Frauen und 2 Kinder hier ein, welche von einem wüthenden Wolfe gebissen worden waren. Sämmtliche Leute waren Angestellte auf einem Gute, der Herr begleitete sie. Um 10 Uhr 30 Minuten setzten sie die Reise nach Paris fort, wo sie bei Pasteur Hülfe suchen wollen.

Berlin, 2. April. Das vorläufige Ergebniß der Volkszählung vom 1. De- eember 1885 im Deutschen Reich ist soeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt im Februarheft seiner Zeitschrift veröffentlicht worden. Die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches stellt sich hiernach auf 46,840,587 Köpfe. Seit dem Jahre 1880 hat dieselbe eine Vermehrung von 1,606,525 Köpfe erfahren, das macht einen Zuwachs von durchschnittlich jährlich 0,70 pEt. der mittleren Bevölkerung der Periode. In den fünt Jahren, 1. Decembcr 187580, hatte die Reichsbevölkerung sich überaus stark vermehrt, nämlich um 2,506,689 Köpfe oder durchschnittlich jährlich 1.10 pEt. der mittleren Bevölkerung; in den 4 Jahren 1. December 187175 um 1,668,568 Köpfe oder 1 pEt. Während der letzten Zählungsperiode ist daher die durchschnittliche jähr­liche Bevölkerungszunahme gegen diejenige der vorhergehenden um 0/14 pEt., gegen diejenige von 187175 um 0,30 pEI. der mittleren Bevölkerung zurückgeblieben. Da­gegen weisen, nach einem vom Statistischen Amte angestelllen Vergleich, verschiedene frühere Perioden eine erheblich geringere Zunahme auf. Immerhin bleibt auch im Vergleich zum Durchschnitt der Zuwachtzziffern für die acht fünfjährigen Perioden des Zeitraums von 1840 bis 1880, der sich auf 0,81 pEt. berechnet, die jetzige Zu­nahme von 0,70 pEt. ziemlich gering. Zur Erklärung fehlt es noch an den nöthigcn vollständigen Unterlagen, indeß läßt sich aus den bereits vorhandenen mit Sicherheit. schließen, daß dies Resultat in erster Linie der starken Auswanderung namentlich in den Jahren 1881 und 1882, sodann auch 1883 und 1884, und erst in zweiter dem in Folge einer geringen Zahl von Geburten nur recht mäßigen Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen zugeschrieben werden muß. Sehr ungleichmäßig gestaltete sich die Bevölkerungsbewegung in den einzelnen Staaten, beziv. Beziiken. Für die Stadt Berlin ergibt sich seit 1880 eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 3,17 pEt.; für Hamburg (Staatsgebiet), 2,67 pEt. Von den übrigen Bezirken haben diejenigen, deren Bevölkerung erheblich gewachsen ist, fast sämmtlich entweder ebenfalls große Städte oder doch eine bedeutende Industrie. Eine Zunahme von mehr als 1 pEt. durchschnittlich jährlich weisen nämlich auf: Regierungsbezirk Arnsberg (2,12), Fürsten- thum Reuß j. L. (2,02), Reg.-Bez. Düsseldorf (1,94), Kreis Mannheim (1,85), Rcg.- Bez. Leipzig (1,78), Zwickau (1,47), Köln (1,41), Herzogthümer Braunschweig (1,29) und Anhalt (1,25), Freie Stadt Lübeck (1,25), Reg.-Bez. Dresden (1,23), Staat Bremen (1,20), Fürstenthum Reuß ä. L. (1,15), Reg.-Bez. Merseburg (1,12), Hannover (1,10), Potsdam (1,09Berliner Vororte), Magdeburg (1,09), Oberbayern (1,08), Fürstenthum Schaumburg-Lippe (1,01) und Kreis Karlsruhe (l,03L Aus der anderen Seile zeigen eine höchst geringe Zunahme, von höchstens 1 pro Mille durchschnittlich jährlich, oder selbst eine Abnahme die folgenden, drei große Gruppen bilde den Be­zirke, und zwar in der norddeutschen Gruppe; die Regierungsbezirke Bromberg (4- 0,03), Marienwerder (0,18), Eöslin (0,65), Stettin (0,26), Stralsund (0,55), Großherzogthümer Mecklenburg-Schwerin (0,07) und Mecklenburg-Skrelitz (0,38), oldenb. Fürstenthum Lübeck (0,24), hierzu noch Reg.-Bez. Aurich (4-0,01) und Osnabrück (+ 0,07); sodann in der mitteldeutschen Gruppe: Regierungsbezirke Ober­franken (4- 0,02), Unterfranfeii ( 0,21), Kreis Mosbach ( 0,56), Provinz Ober- Hessen ( 0,13), Reg.-Bez. Kassel (4-0,10) und Fürstenthum Waldeck (4-0,02); endlich in der südwestdeutschen Gruppe: der Donaukreis ( 0,12), Schwarzwaldkreis (4- 0,10), Hoheuzollern (0,27), Kreise Waldshut (0,52), Villingen (- 0,09), Baden (4- 0,03) und die drei Bezirke von Elsaß-Lothringen: Unter-Elsaß (0,02), Ober-Elsaß (4- 0,01) tmd Lothringen (--0,15).

Codlenz, 4. April. Als ein Beweis, wie auch im fernen Auslande die Er­zeugnisse deutscher Wissenschaft und Kunst zu immer höherer Geltung kommen, kann wohl die Thatsache dienen, daß gestern hier eine bedeutende Sendung von Modell­maschinen, Miniatur-Zahnradbahnen, Hebewerken re., sowie von eleganten Zimmer- fontatnen mit kleinen Heizluftmotoren, nach Nordamerika bestimmt, hier zur Schisfs- verladung kam. Alle diese Sachen sind für amerikanische Lehranstalten bestellt und stammten aus der mechanischen Fabrik und Fontainen-Werkstätte von H. Raab in Zeitz. Daß eine derartige Ausfuhr technischer Werke bereits stattsindet, ist jedenfalls bemcrkenswerth.

Codlenz, 4. April. Wahrend im deutschen Reichstage die belgischen Ereignisse bisher nur als gutes Beweismittel gegen den Socialismus verwendet wurden, hat man in Berlin wohl kaum eine Ahnung, wie wir hier am Rhein bereits die Folgen zu spüren beginnen. Schon treffen im Weinhandel da und dort Abbestellungen ein, belgische Jndustriewaaren bleiben aus und deutsche Geschäfte, welche ihre Lieferungen darauf gegründet hatten, gerathen mit ihren Verpflichtungen in schwere Verlegenheiten. Boxtheile dürfte nur die Kohlenindustrie an der Saar und Ruhr haben, welche bereits Ordres aus Belgien erhalten hat und ihre Arbeitskräfte vermehren will, wenn wenigstens halbjährige Bezüge garantirt werden. Die rheinischen Behörden haben nun auch die Einwanderung der arbeitslosen Wallonen aus Belgien ernst in's Auge zu fassen und dieser Punkt ist durchaus nicht unbedenklich, denn es findet ohnehin schon alljährlich im Frühling ein Hereinströmen der belgischen Ziegelarbeiter und Fabrikleute statt,, welches sich diesmal sehr wahrscheinlich verstärken wird. Wir haben aber in den rheinischen Jndustrieorten ohnehin genug bedenkliche Elemente, welchen die direcle Berührung socialistischer Helden und Märtyrer gar nicht erst nöthig ist und so darf man wohl annehmen, daß die hiesige Provinzialregierung die erforderlichen Schritte schon berathen hat, denn diese Angelegenheit ist momentan doch wohl noch bedenklicher als die ganze polnische Frage.

In Handel und Verkehr ist nun schon allenthalben der Frühling zum Durchbruch gekommen und man sieht sogar schon einzelne Engländer als gelbcarrirte Lenzesboten, welche den Wirthen der zahllosen Hotels zwischen Cöln und Mainz die rosigsten Hoffnungen vorgaukeln für den Fall nämlich, daß es nicht wieder bis in den Herbst hinein regnet. Die Köln-Düsseldorfer Dampfschiffgesellschaft hat schon alle ihre ©dürft neu anstreichen und dazu noch 2 neue Salonboote Herstellen lassen; die zweite Eisenbahn auf dem Niederwald hat ebenfalls ihre Fahrten begonnen und beide Gesellschaften haben je 7 Hin- und 7 Retourzüge pro Tag, die sich aber vorläufig wohl noch kaum lohnen werden. Was den Lebensnerv des engeren Nheinthals wie der Mosel, den Wem angeht, so sind die Hoffnmiaen bis jetzt sehr gute, das Holz der Reben ist kräftig und hat von der Kälte nichts gelitten, so daß man nur noch die Mainächte zu fürchten hat; dagegen will sich der Handel in Wein fast gar nicht regen, nur in Trier ist etwas Leben, wo jüngst pro Fuder 1177 JL erzielt und im Ganzen ca. 51,000 JL umgesetzt wurden. Man klagt jetzt sehr über die Eoncurrenz der Kunstweine, die in Masse ver­kauft werden, meist von Hötels in Norddeutschland.

sMit einem Reitknccht.j Die Nichte des Earl of Delamere, eine der schönsten und reichsten Erbinnen der englischen Aristokratie, erschien während der heurigen Jagdsaison als Gast im Hause ihres Onkels. Da sich hier jedoch allmälig eine große Zahl von Besuchern zusammenfand, ward für die junge Dame in Eheshire ein kleines Schloß gemietet und dasselbe mit feenhafter Pracht ausgcstattet. Am 27. März erschien die 18jährige Dame nicht zum Diner im Schlosse des Earls, statt dessen kam am Abend ein Telegramm mit der niederschmetternden Nachricht, daß die Dame heute um 1 Uhr Mittags mit dem 50jährigen Reitknecht White des Lorr Delamere getraut worden sei. Drei Londoner Advokaten beschäftigen sich nun mit der ' Frage, was zunächst zu geschehen habe.

MB

Tie Anfertigung 5 Herzstücken (ins tmifl zu liefernden geben werden. £ 15. April bei uns ci nngen können bti ivaltung Witr er'ng

Wen, bcn 5. H 2652 törotfit!

°°» rchxS O58'.® auitK'l1 J man wird, erfahre" ** fallt £ 7,1 so her« 6nd;u " 'oad bo65 afl u gut UN W d Winoch "Sorten sängt dielen befind der EL _der Teufel «Mu «n- »SÄfiw der WB inifi Ofenrohr zu . . z«- M»ft»; fflirber jM-k, Mo«2. ßujehun hwtcüi/«* ie»rlK ich eile nie.«le. dir Beforgniß habe. Kellner, > brauckci fonimen- Tie luu

38^

71,5 "

8|35 941

«00 y

111M vae- m bei

Rom, 6. April. Der Papst empfing gestern den Fürsten von Jsenburg-Birftein, welcher darauf den Cardinalstaatssecretär Jacobini besuchte.

Belgrad, 6. April. Ein Secret des Königs lost die L-kuplchiina auf und ordnet Neuwahlen (am 8. Mai) für die bis einschließlich 1887 dauernde Legislatur- penode^an ß Ap^l. Zur Feier des Jahrestags der Erklärung der Unabhängig­keit Griechenlands fand heute ein Tedeum statt, welchem die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Mächte beiwohnten. Die Stadt ist festlich geschmückt und beflaggt. Eine große Menschenmenge bewegt sich in durchaus ruhiger Haltung in den dem Königspalaste und der Kathedrale benachbarten Straßen und Plätzen. Die königliche Familie wurde überall, wo sie erfdüen, ehrfurchtsvoll begrüßt. Dieselbe wird der Er­öffnung der Eisenbahnlinie Korinth-Nauplia beiwohnen.

Konstantinopel, 6. April. In der gestern stattgehabten Eonferenz wurde die Acte über die bulgarisch-ostrumelische Angelegenheit genehmigt und das darauf bezüg­liche Protokoll unterzeichnet. Die Eonferenz dauerte etwa 45 Minuten und verlief ohne einen Zwischenfall. Nach einer Ansprache Said Paschas unterzeichneten sämmt­liche Bevollmächtigten das Protokoll, welches das Uebereinkommen, betreffend bie fünfjährige Amtsdauer des Fürsten Alexander als Generalgouverneur von Ostrumelim, reprodueirt.

Newyork, 6. April. Unter den Strikendm in Fort Worth (Texas) herrscht Ruhe; der Gouverneur von Texas ist mit 7 Compagnien Miliz und einer Batterie Artillerie dort eingetroffen. ____________ _______

Lokale-.

Gießen, 7. April. Samstag den 10. l. M., Vormittags 10 Uhr, findet im Negierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung:

1. Klage des H. von Köpp en zu Ringelsbruch gegen Johann W. Schutz II. zu Ober-Roßbach.

2. Klage desselben Klägers gegen die Kaspar Heck Eheleute zu Ober- Roßbach.

3. Klage des Eh. W. B. Fernie zu Gießen gegen Heinrich Becker Ehe­frau daselbst, sämmtlich Abtretung von Grundeigcnthum betreffend.

4. Gesuch der Karol ine Döpfer von Bingenheim um Erlaubniß zum Wirth- schaftsbetrieb.

G. Gießen, 7. April. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle ging in unserer Stadt in der Woche vom 28. März bis 3. April auf 6 herab. Es wurden betroffen 2 Kinder, von denen das eine schon eine Stunde nach der Geburt an allgemeiner Schwäche, das andere, 7 Monate alt, an Krämpfen starb. Von den 4 erwachsenen Personen starb je eine an Lungenentzündung, Lungenschwindsucht, Gallen­steinen und ein junger Mensch erlag den Verletzungen, die er durch unglücklichen Zufall beim Aufstellen einer Maschine erlitten.

Gießen, 7. April. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde einem hiesigen Einwohner im Bahnzuge auf der Tour FrankfurtGießen die Uhr von der Kette gestohlen. Jedenfalls war der Mann eingeschlafen und ein mitfahrender Spitz­bube wird, die Gelegenheit wahrgenommen haben.

In derselben Nacht versuchten ein oder zwei Personen in der Gail'schen, sowie auch in der Wasserschleben'schm Villa in der Wilhelmstraße einen Einbruch. Ohne jedoch irgend etwas zu erlangen, mußten sie von ihrem Vorhaben abstchen.